Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 4 (1910)
- Issue
- 38 (23.9.1910)
- Date
- 1910-09-23
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Minsk 2× ep/1000754
- Haifa 1× ep/1047930
- Siedlce 1× ep/1000982
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Nr 38 JÜDISCHE ZEITUNG. Bau des Technikums-in Haifa. Herr Architekt Bärsky, der das neue Gebäude des hebräischen Gymnasiums erbaut hat, Wird, im Auftrag des Komitees aus Berlin sich demnächst nach Haifa begeben,, um dort die nötigen. Vorbereitungen für den in Angriff zu nehmenden Bau des Technikums zu treffen.' . . Für, einen Architekten ist jetzt eine günstige Gelegenheit, in Jaffa sich niederzu'assen. An Stelle des Herrn Barsky würde er in Jaffa und Jerusalem auf zahlreiche Aufträge von Privaten und öffentlichen: Institutionen rechnen können. Eine traurige Bilanz. Dieser Tage ist in Rußland "ein interessantes Buch erschienen, das sehr wichtige Dokumente und Berichte über die letzten Pog ome enthält. Diesem Buche sind folgende statistische Angaben zu nehmen: Die Opfer der Pogrome im Jahre 1905 sind: Verwundete Wit- Wai- ' Tote wen sen Im Gouvernem. Besserabien 110 350 48 125 „ Cherson 371 300 180 768 .>; '■ „ : Taimen; . 53 50 -8 27 .... # . v,. . Jekaterinoslaw. l3l 380 40 187 . , n , Poltava 18 105 8 37 „ Tschemigow' 23 125 4 31 „ „ Kiew - 31 300 5 15 Podolien . 31 85 25 83 „ „ .Minsk .49 15 1 6 „„ Mohilew 31 15—1 ' „ „ Witebsk 12 lf 2 - „. Don 16 40 4 — Gesamtzahl 876 1197 325 1280 Fügt man die Pogrome des Jahres 19C6 in Hornel, Siedlce und Bialystok hinzu, so sind 1918 Juden als Opfer der Pogrome in der Zeit von Ok- : tober 1905 bis zum Jahre 1906 zu beklagen. Der den Juden; durch die Pogrome zugefügte . materielle Schaden beziffert sich: Millionen Im Gouv.Besserabien (v. 12.500 Juden) auf 3,4 n n Cherson 9 63.000 n » 10,1 •' -® . » , Taurien n 3.500 n 9 0,5 ’ n n; Jekaterinoslaw n 21.500 n 9 13,2 ■ »■. Poltava n 14.100 n 0 5,2 n Tschemigow n 23.000 9 9 7,4 n .. Kiew n 32.000 9 9 11,0 I ft 9 n Podolien » 19.000 .9 ' » 3,4 tl Vj y . .' n 9. Wolin 9 700 9 9 0,175!•’. Jf' ' . ».; Minsk 9 200" 9 9 0,003 ' Mohilew 39 800 9 . » 0,106 » * ' n W tebsk n 500 9 9 0,075 ■i rr n. ■ 'n. Don b ’ 65C0 9 9 6,0 i Andere Orte - 9 83C0 - 9 9 2,2 Insgesamt haben die Juden durch die Pogrome direkt und indirekt etwa einen Schaden von . 62,000.000 Rubel erlitten. Die Aussichten der Gesetzesvorlage wegen Aufhebung des Ansiedlungsrayons. Der jüdische Dumaabgeordnete Friedmann hat sich einem Zeitungsvertreter gegenüber über das voraussichtliche Schicksal des Geseizesprojektes wegen Abschaffung des jüdischen Ansiedlungsrayons geäußert. Danach dürfte diese Vorlage im November dieses Jahres in der Duma zur Beratung gelangen. ,Die Duma werde dieselbe zunächst weder annehrmen noch ablehnen, sondern sie einer Kommission lüberweisen. Seitens der jüdischen Dumamitglieder werde die Forderung gestellt werden, das Projekt der Kommission wegen Unantastbarkeit der Person zu überweisen, weil diese allgemeine Frage mit dem jüdischen Wohnrecht eng verknüpft ist. Die Zusammensetzung der genannten Kommission biete auch den Juden günstigere Aussichten. Herr Friedmann glaube jedoch nicht, daß die Duma in diesem Sinne beschließen werde. Wahrscheinlich werde sie das Gesetzesprojekt einer speziellen Kommission überweisen, in welche dann die Kadetten auch die beiden' jüdischen Dumaabgeordneten wählen würden. Die Arbeiten der Kommission werden voraus- 'sichtlich lange Zeit, vielleicht einige Jahre dauern, da sie das gesamte in den russischen Regierungsarchiven befindliche Material bezüglich der Judenfrage zu prüfen haben werde. Außerdem würden :auch die jüdischen Dumaabgeordneien der Dumaikpmnvssion mehrere Dokumente betreffs derjuden- . frage in Rußland und im Auslande unterbreiten. Eine Ehrung Theodor Herzls in Amerika. Die Zionisten New-Yorks haben der Stadtverwaltung einen Antrag unterbreitet, eine Straße oder einen Park in New-York nach Dr. Theodor Heul 2u be- 'nehnen. Aufhebung der Pilgerpässe für jüdische Palästina-Fahrer. Die gesetzliche Bestimmung in. Rußland, wonach Palästinapilgern an Stelle der gewöhnlichen, sehr teuren Auslandspässe spezielle; Pilgerpässe gegen eine extra billige Gebühr ausgestellt werden, wurde bisher auch auf die Juden; ausgedehnt. Nun kam die allgemeine Judenpolitik,: wie sie in letzter Zeit auf allen Gebieten desöffent-: liehen Lebens verfolgt wird,, auch in dieser Be-; ziehung zur Geltung. Das Polizeidepartement ver-' fügte nämlich dieser Tage, daß die Juden unter die Kategorie der Palästinapilger nicht fallen, mithin auf. ermäßigte Reisepässe keinen Anspruch haben! Zeitschriften und Bücherschau. Eine Palästina-Nummer der „Welt“. Unter Mitarbeit der hervorragendsten Kenner von Land und Leuten des jüdischen Zukunftslandes wird unser Zentralorgan „Die Welt“ am. 17. Oktober d. J. eine Palästina-Nummer, herausgeben. Aus der Fülle der Beiträge, die für das Heft vorgesehen sind, heben wir hervor: Zionistische Arbeit in Palästina. — Die jüdischen Kolonien in Palästina. — Das Verkehrsproblem in Palästina. — Die hebräische Sprache in Palästina. — Die Tätigkeit des jüdischen Nationalfonds in Palästina. — Die Arbeiterfrage in Palästina. — Kulturpflanzen in Palästina. — Das gesellschaftliche Leben in Palästina. — Das Kreditwesen in Palästina. — Jüdische Altertümer in Palästina. — Die Heilquellen Palästinas und die Hygiene im Lande. — Das Volksleben in Palästina. — Industrielle Möglichkeiten in Palästina. — Presse und Verlagswesen in Palästina. Außer diesen allgemein gehaltenen Beiträgen spllen behandelt werden: Der Bezalel, die Siedlungsgerio'Senschaft, die Cha- Iukkah, die Palestine-Land-Development- Company, das Miki o-Biolog sche-Institut, die Jemeniten, die Versuchsstation, die Nationalbibliothek, das Hebräische Gymnasium, die Tachkemonischule, dieAnglo- Palestine-Company usw. Die einzelnen Beiträge weiden durch zahlreiche Bilder (Originalzeichnungen, photographische Aufnahmen und Karten) illustrieit sein. Der Preis der Nummer wurde für Deutschland und Oesterreich-Ungarn mit 65 Pfg-, für alle übrigen Länder mit 75 Pfg. festgesetzt. Auch unsere Leser werden zweifellos durch ihre Werbearbeit dazu beitragen, diesem für die Palästinaprop-ganda so wertvollen Werke zu einem vollen Erfolge zu verhelfen. Sport. Sportklub „Hakoah“, Wien. Sonntag, 2. Oktober, \»10 Uhr vormittags findet im Klublokal Cafe „Jägerhof“, IX. Porzellangasse 22, die Generalversammlung des Sportklubs „Hakoah“ statt. Anträge zu derselben sind schriftlich b:s spätestens 30. d. M. an den Sekretär des Vereines, S. Weinberger, Beamter, II. Rembrandtstraße 19, zu richten. Jüd. Turnverein XV. — Hakoah III. 4:1. Die körperliche Ueberlegenheit der Turner läßt die kleinen Hakoahstürmer nicht zur Geltung kommen. Durch Fehler des rechten Hakoahbacks fallen 2 Goals gegen Hakoah. Der beste Mann im Felde war Pollitzer, dem Pollak UI nicht nachstand. Auf Seite der Turner gefiel der Zentrehalf und der Tormann. Hakoah II. - Holub II. 4:1. Das in scharfem Tempo geführte Wettspiel bringt anfangs eine kleine Ueberlegenheit der Holub. Doch bald wechselt die Situation. Hakoah kommt immer mehr auf und erringt einen sicheren Sieg. Das Zusammenspiel war in der zweiten Halbzeit recht gut. Fritzl, Oskar und Neiger waren gut.Kandl im Tor verdient ebenfalls lobend erwähnt zu werden. Hakoah — Holub 6:1 Kurze Zeit nach Abstoß gewinnt Hakoah durch einen schönen Schuß Rosenthals die Führung. Doch gelingt es bald darauf Holub auszugleichen. Nun; entfaltet aber die Stürmerreihe ein flottes Angritfspiel, dessen Ergebnis drei Tore für Hakoah sind.. Beim Stande 4:1 für Hakoah werden die Seiten gewechselt und nun vergrößert. Hakoah ihren Vorsprung noch um 2 Goals. Der beste Teil der Hakoah; war. die Stürmerreihe, aber auch die Verteidigung in der Freund hervorragte, verdarb nichts. if-L e‘chte Ath, yn!» _ ^ieM-VerbZJ V" den Oester Der b- '’at i„ UebetswS°Ten-D,e reichischen Leie,.. Leitung der Sektion Herr cand. phil. Robert £ n. Schwimm Eröffnung der Schwimmsektion Umgehende Anmeldungen werden an obe. Adresse erbeten. mmen. Mitfc Oktober V ereinsu . V ersammlungs- Nachrichten. Voranzeigen. Wien. Verein der jüdischen Handel s-und Privatangestelten „Ach w ah“. Sonnt g, den 25. d. M„ findet im Vereinsheim, II., Taborstraße 20 (Souterrain) eine öffentliche Vereinsversammtung statt. Tagesordnung: 1. Die Lage der jüdischen Angestellten. Referenten die Kollegen Blume und Grünwald. 2. Diskussion. 3. Eventuelles. Beginn präzise 10 Uhr vormittags. Da von gegnerischer Seite eine Störung der Versammlung beabsichtigt wird, ist es notwendig, daß die Gesinnungsgenossen zahlreich und pünktlich erscheinen. * * Berichte. Wien. Für Sonntag, den 11. d. M. hatte der Verein der jüdischen Handels- und Privatangestellten im XX. Bezirk, (Cafe Neptun) eine öffentliche Versammlung einberufen, die äußerst zahlreich besucht war. Ueber den Zweck und das Ziel der Organisation referierten die Kollegen Klingenberger und Grilnhut Die Ausfall ungen beider Referenten wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Ein Herr Feldmann veisuchte zwar, den Eindruck der Reden abzuschwächen, indem er Angriffe widerlegte, die gar nicht erhoben worden waren; auf die tatsächlichen Vorwürfe gegen den „internationalen“ Zentralerem (dessen Angestellter Herr Feldmann ist) ging er jedoch nicht ein. Die Versammlung gestaltete sich stellenweise äußerst stürmisch, bis die Herren Gegner einsahen, daß sie mit ihrem Geschrei doch nichts erreichen und nach der Rede ihres Häuptlings — ohne eine Erwiderung abzuwarten — abzogen. Die Versammlung hatte trotzdem einen Erfolg für den Verein der jüdischen Angestellten ergeben, da sämtiche anwesende, bisher nicht organisierte Kollegen sich dem Verein anschiossen. Es dürfte bereits in Kürze in der Brigittenau eine Oitsgruppe d> s in Gründung begriffenen „Jüdischen Handelsgchilfen-Verbandes“ entstehen. Teschen. (Jüd.-akad. Feriaiklub.) Ergebnis der Chargenwahien für d.s laufende Wintersemester: cand. jur. Heinrich Starnberger, Präses; cand ing. Otto Rüller, Vizepräses; cand. phil. Oskar Brenner, Kassier; med. vet. Siegfried Lustig, Schriftführer und NFK. Bielitz. Die jüd. akad. Ferialverbindnng „Emunah“ veranstaltete am 4. September einen Abend, der einen zahlreichen Besuch aufzuweisen hatte. Nach Eröffnung des offiziellen Teiles durch Bb. L i 11 n e r hielt Bb. Fink eine mit großem Beifall aufgenommene Tendenzrede. Der inoffizielle Teil, den Bb. Felsen leitete, wurde durch einen Toast des A. H. Dr. Geiger eingeleitet. Von den Programmpunkten dieses Teiles sind besonders die Violinvorträge des Frl. Berta Rosner sowie die Liedervorträge des Frl. Nelly Steuer hervorzuheben. Den Höhepunkt des heiteren Teiles bildete eine Bieroper, die, wie alle Darbietungen, reichen Beifall erntete. Das anschließende Tanzkränzchen dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Berlin. Im Februar a. c. wurde in Berlin durch, an do tigen Hochschulen studierende Hoch chüler eine neue jüdische Organisation gegründet unter dem Titel: „Naiional-kulture le Vereinigung jüdischer Akademiker“. Der lang gehegte Wunsch der national gestimmten jüdischen Studentenschaft nach einer adaequaten Organisation ihrer Kräfte begann sich zu verwirklichen, während des letzten zionstischen Kongresses in Hamburg. Die aus vielen Universitätsstädten Westeuropas zahlreich dorthin gekommenen Studenten benutzten die so günstige Gelegenheit ihres Beisammenseins zur Veranstaltung einiger Beratungen über die Fragen des Charakters und der Ziele einer künftigen Organisation, die das gesamte jüdisch-nationale Studentum umfassen sollte, Die anfangs sich bemerkbar machenden Gegensätze zwischen den Nationalisten und den Zionisten verschwanden bald, und ohne bemerkenswerte Reibungen wurden die Hauptpunkte des künftigen Statuts ausgearbeitet. Ein einstimmig' gefaßter Besch'uß legte fest, daß der uncedingt jüdischnationale Char kter der Organisa’ion als die Conditio sine qua non ihrer Existenz gelten müsse. Einem in Hamburg gewählten „Provi oriachen Organisationbureau“ wurde die Gründung von Ortsgruppen aufget-agen, und der Initiative dieses Bureau verdankt auch die Berliner Vereinigung ihre Entstehung. Für diese neue Oigauisation wurde nach stürmischen Debatten auf den ernsten Versammlungen der oben angeführte Name (N K. V. J. A.) gewählt. Ihre Ziele wurden in folgenden Paragraphen der Statuten zum Ausdruck gebracht; die Vereinigung erstrebt: 1. Die Verbindung aber, jüdischer Studenten auf der Basis ihrer national-kuj-