Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 4 (1910)
- Issue
- 36 (9.9.1910)
- Date
- 1910-09-09
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG. Nr. 36 kritikern nehmen einen wichtigen Platz ein Leon Blum, Adrien Bernheim und Ernest Lajeunesse. Als Historiker der Theaterkunst ist bekannt Emil Abraham. „Muslimanska sloga“, Organ der bosnischherzegowinischen Mohammedaner, berichtet in sehr sympathischer Weise über den Verlauf des jüngst abgehaltenen IV. Kongresses zionistischer Hochschüler und Abiturienten aus den südslavischen Ländern. Mit großer Genugtuung reproduziert das Blatt folgenden Passus aus einem Referate über die allgemeine Lage der Juden: „In sämtlichen christlichen Ländern wurden die Juden stets auf das schrecklichste verfolgt, wodurch sich viele gezwungen sahen, zum Christentum überzutreten und viele wieder, ihre Namen abzuändern, so daß sie bis zum heutigen Tage alle Eigenschaften als Juden verloren haben — im türkischen Kaiserreich fanden die Juden hingegen immer Schutz, und dort konnten sie ihre Religion und die Sitten und Gebräuche ihrer Vorfahren vollständig bewahren.“ An diesen Passus anknüpfend, bemerkt das Blatt: „Unsererseits begrüßen wir auf das wärmste die Pioniere dieser Idee, weil wir wissen und überzeugt si n.d, daß diejudenals tüchtiges undarbei tsames Volk dem ottomanischen Reich nur von Nutzen sein können.“ Ein neues jüdisches Verlagsunternehmen. Unter dem Namen „1 b r i a h“ ist in London eine neue Verlagsbuchhandlung ins Leben gerufen worden, die von d.n Herrn Dr. S. M. Melamed und A. Beilin geleitet wird. Der neue Verlag will moderne jüdische Schrilten in den europäischen Hauptsprachen sowie im Hebräischen und Jargon herausgeben und verbreiten. Jungen aufstrebenden Talenten soll durch den Verlag die Möglichkeit geboten werden, mit ihrer literarischen Produktion in die Oeffentlichkett zu treten und ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Vereinsu .V ersammlungs- Nachrichten. Voranzeigen. Wien. Verein der jüdischen Handels¬ und Privatangestellten „Achwah“. Mittwoch, den 7. September a. c. findet ein Diskussionsabend im Vereinsheini, II. Taborstraße 20 (Souterain) statt Thema: Unsere Ste 11 ung zum Zentralverein der kaufmännischen Angestelten. Referent Kollege Löwy. Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Das Vereinslokal und Lesezimmer ist täglich von —ValO Uhr abends sowie Sonntag von 10—12 Uhr vormittags geöffnet.; Wien. (N e ß Z i o n a h.) Dienstag, den 13. September a. c., 8 Uhr abends, findet im Klublokal, Cafe Mokka, I., Schottenring 12,. ein Vortrag des Herrn Schriftstellers Bernhard Tagüber „Bildung und Bildungs ideale“ statt Gäste, auch Damen, herzlich willkommen. Wien. Gesangsektion des „Hasom i r“, Verein zur Förderung jüdischen Literatur und Kunst. Die nächste Gesangprobe findet Montag, den 12. d. M., um halb 8 Uhr abends im Cafe Rembrandt, II. Untere Augartenstraße 11 statt. Stimnibegabte Damen und Herren, die der Sektion beitreten wollen, werden zu dieser Probe höfl. eingeladen. * * * Berichte. Wien. Die konstituierende Versammlung des „Jüdischen Turnvereins Favoriten“ fand am 30. August 1910 statt Herr Rudolf Fried begrüßte die secr zahlreich Erschienenen und eröffnet die Versammlung mit einer kurzen Programmentwicklung. Hierauf hielt Herr techn. Max Berna-t den Rechenschaftsbericht Dem Vereine gehören bis nun 70 ausübende und 60 unterstützende Mitglieder an. Das regelmäßige Turnen beginnt am 3. September nnd wurde wie folgt festgesetzt: Damenturnen: Sonntag von '/Al- '/i 1 Uhr mittags. Herrenturnen: Dienstag u. Samstag von 8 7*10 Uhr abends Zöglingsturnen: Dienstag und Samstag von 6 7-8 Uhr abends. Dann meldete sich Herr J. S t r a ß b e r g, als Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde und des israelitischen Tempelvereines X., zum Wort, begrüßte die Gründung des Vereines und sagte tatkräftige Unterstützung zu. Herr Dr. Zuckermann, als Vertreter des innerösterreichischen zionistischen Distrikt-Komitees, überbrachte die Grüße desselben und referierte über den Zionismus. Nachdem noch Herr Dr. Kraus, Herr M. Faltitschek, als Vertreter des jüdischen Schul rereines X., Herr Lcngsfelder vom jüdischen Turnverein XV.“ gesprochen hatten, schritt man zur Wahl des Turnrates. Es wurden folgende Herren einstimmig gewählt: Obmann: Adolf Ehrlich, Obmann-Stellv.: Rudolf Fried, I. Schriftführer: techn. Max B e rn a t, II. Schriftführer: Heinrich Pick, Turnleiter: mee. Adolf T a g 1 i c h t, I. Kassier: Max Steiner, II. Kassier: Otto Steiner, Geräteverwälter: Oskar Hirschfeld, Beisitzer: jur. Friedr. Steiner, Max Faltitschek, Josef Weis, Revisoren: Sigm. Salomon, Cafctier, Jak. Schimek, Kaufmann. Herr Adolf Ehrlich hielt hernach eine kurze Ansprache, in der er der Versammlung im Namen des Turnrates für das Vertrauen dankte. Der Mitgliedsbeitrag wurde nach längerer Deba'tte mit 1 K monatlich festgesetzt. Herr Rudolf Fried schloß hierauf mit herzlichem Dank an die Redner die Versammlung. Kozowa. (Trauerversammlung für Dr. Gabel.) Am 16. wurde in unserem Städtchen in „Beth-Hamidrasch“ zu Ehren des Abg. Dr. Gabel eine Trauerversammlung abgehalten. Unsere jüdische Bevölkerung war zahlreich erschienen, um den Verblichenen zu ehren. Es sprachen die Herren N. Bernblum und Schorr. Die Versammlung nahm einen sehr würdigen Verlauf. Dombrau in Schlesien.) Die jüdischen Studenten veranstalteten am 21. August ein Tanzkränzchen mit vorangehender Akademie im „Werkshotel“, das eine starke Beteiligung aller jüdischen Kreise aufwies. Die Akademie bot mannigfaltige Abwechslung. Nachdem Herr phil. Paul Berger, Teschen, namens des Komitees die Erschienenen begrüßt hatte, ergriff Herr phil. Gustav K o h n aus Mähr. Ostrau das Wort zur Festrede, die, ein züdender Appell, sich bei den herrschenden nationalen Wirren zu organisieren, ihre Wirkung nicht verfehlt hat. Sodann folgten musikalisch-deklamatorische Vorträge, wobei sich die Damen Ida Ziffer, Dombrau, Grete Weiß, Wien, Martha B a r b e r, Orlau sowie die Herren Ferdinand und Alfred B a r b e r, Lazy und Herr Eugen Stre h n, Mitglied des Bielitzer Stadttheaters, in besonderer Weise auszeichneten und reichen Beifall ernteten. Der Reingewinn fiel dem neugegründeten Orlauer, zion. Bürgerverein und dem Oppenheimers Genossenschaftsfonds zu. Stanislau. Die jüd. akad. Verbindung „Giskalah“, welche bis nun durch acht Semester eine Ferialverbindung war, hat sich am 27. August 1. J. als aktive Verbindung erklärt. Die letzten Cha'genwahlen gaben folgendes Resultat: cand. jur. Abraham Krauthammer X, cand. jur. Iro Lilienfeld XXFX. cand. ing. Julius Feuermann XXX- Jägerndorf. DeriVerein „Zion“ veranstaltete . am 30. August d. J. im Gastlokale Spitzer einen geselligen Abend, der gut besucht war und einen sehr animierten Verlaut nahm. Nach der Begrüßung der Gaste durch den Obmannstellvertreter Herrn Emil K a t z entwarf Herr Dr. Singer ein Bild von dem Leben und Wirken Morris Rosenfelds und brachte einiges aus dessen Werken wirkungsvoll zum Vortrage. Herr qand. jur. Bruno Singermann (Kadimah, Wien), erntete mit dem Vortrage Beda’scher Gedichte warmen Beifall und mußte immer und immer wieder eine Zugabe bringen. Fräulein Stella Lerntet erfreute die Zuhörer durch den ausgezeichneten Vortrag einer Arie aus Paulus von Mcndelsohn. Die Klaviervirtuosin Fräulein Annie Kraus brillierte mit ‘eihfei*'Klaviefpiece. Herr Oberkantor B e h r sang mit seiner einschmeichelnden Stimme Schubertlieder und Herr Paul Löwin exekutierte mit seinem prächtigen Bariton eine Arie ans Elias von Mendelsohn. Nach dem offiziellen Teile des AbenÖes hielt noch eine gemütliche Kneipe die Gäste* bis lange nach Mitternacht zusammen. Prag. „Jüdischnationale akademisch - technische Vercindung „Barissia“. Dem Rechenschaftsbericht über das verflossene Semester entnehmen wir bezüglich der zionistischen Tätigkeit der Verbindung folgendes: Die zionistische Innenarbeit der Verbindung wurde im Sinne der Anfänge des Wintersemesters fortgefiihit. Dr Engel leitete auch einen großen Teil des Sommersemesters die Seminarien, die über folgende Themata jbgehalten wurden: 1. A. H. Dr. Engel: Von Uganda bis Mesopotamien. 2. Cb. Otto' Stern: Nietzsche und das Judentum. 3. Cb. Otto Frankl: Rückblick auf den VII. Kongreß. 4. A. H., Dr. Alfred Engel: Aus der althebräischen Literatur! 5. A. H. Dr. Engel: Assimilationsperioden der jüdischen Geschichte. 6. Cb. Walter Urbach: Ueber die Geschichte der spanischen Juden. 7. Cb. Otto Gersuny: Dubnow und seine Stellungnahme im Judentum. .8. Cb. Gustav Robitschek: Zionistische Tagesfragen. 9. Cb. Josef Riethof: Zionistische Tagesfragen. 10. Cb. Max Kopetzky: Fragen des IX. Zionistenkongresses. Soweit es im Sommer möglich ist, wurde auch die zionistische Propaganda betrieben. Alle Versammlungen und Veranstaltungen in der Provinz, insbesondere in Teplitz, wurden, soweit es möglich war, durch rege Mitarbeit gefördert. In Prag wurde mit der Freien Zionistischen Vereinigung ein Diskussionsabend für den II. Westösterreichischen Parteitag veranstaltet: Sport. Sportklub „Hakoah“, Wien. Sonntag den 4. d. M. standen sich die beiderseitigen ersten Mannschaften der Sportklubs „Liverpool“ und „Hakoah“ auf dem Kricketerplatze gegenüber. Der Sieg des Sportklub „Liverpool“, der sich im Simmeringer Turnier mehrfach hervorgetan hatte, schien nach Papierform sicher. Dagegen stellte der Sportklub -„Hakoah“ eine ganz neue Mannschaft ins Feld, welche unter der tüchtigen Führung des neugewählten Kapitäns cand. phil. Robert Spitzer gleich bei ihrem ersten Auftreten eine glänzende Form zeigen sollte, „Hakoah“ schlägt „Liverpool“ 2:0. In lebhaftem Tempo wird das Spiel eröffnet, das vom Anfang an das Interesse der Zuschauer fesselt. Schnell wechseln die Angriffe. Da vermag die treffliche Stürmerreihe der Hakoahner ihre Angriffsstellung längere Zeit zu behaupten und richtet Schuß auf Schuß gegen das feindliche Tor. Schon in der zehnten Minute nach Beginn reißt „Hakoah“ durch einen Prachtschuß Rosenthals die Führung an sich. Dieser Erfolg und der lebhafte Beifall der Zuschauer ermuntert die Blauweißen sichtlich, die nunmehr bedrängen, wobei der bekannte Linksaußen Gansl I den zweiten Treffer für „Hakoah“ erzielt. Auch in der zweiten Spielhälfte ist „Hakoah“ stets im Angriff. Ausgezeichnet arbeitet die Halfreihej allen voran Brunner. Krishaber, Spitzer und Sträuhsler weisen hervorragende Leistungen auf. „Liverpool“ muß sich auf die Verteidigung beschränken und „Hakoah“ bleibt mit 2:0 Sieger. „Hakoah II“ schlägt „D. F. C. I“ 2:0. Am gleichen Tage vormittags spielte die zweite Mannschaft des Sportklub „Hakoah“ gegen die eiste Mannschuft des „Deutschen Fußballklub“ (Wien) und siegte gleichfalls 2:0. Birnbaum, Gansl 11 und Pollak II waren die besten im Felde. Rudolfer erzielte das zweite Goal für „Hakoah“. Gegen die Reserven des „Deutschen Fußballklub“ verlor die dritte Mannschaft 0:1. Ausgezeichnet spielte Pollak III. Wir verweisen auf das in dieser Nummer befindliche Inserat der Blumenhandlung A s c h n e r, I. Dorotheergasse 6 und bitten unsere Gg. im Bedarfsfälle diese Firma zu berücksichtigen. * * * Wir verweisen auf das Inserat des Herrn Geza Arvay, II., Gredlerstr. 9 und ersuchen die Gg. ihren Bedarf dort zu decken und sich auf unser Inserat zu berufen. Wir lenken die Aufmerksamkeit der Parteigenossen auf das Inserat der Druckerei der „Jüdischen Zeitung“ und bitten um weitgehendste Unterstützung. Zur Beachtung! T&XÜ ’rz_ Die „Jüdische Zeitung“ vom 30. September erscheint als Neujahrsnummer und wird eine eigene Rubrik neniahrsgratnlatiDnen für Rosch-Haschonoh 5671 (nmi br*i) enthalten. Unsere Leser und Gesinnungsgenossen werden zweifellos diese günstige Gelegenheit benützen, um auf bequeme Weise allen ihren Bekannten und Freunden ihre Glückwünsche darzubicten. Ein Inserat dieser Größe kostet K 3.—, wovon ein Teil dem JNF zufließt. Diese Nummer wird auf Wunsch an drei aufgegebene Adressen gratis versendet. Für die Versendung dieser Nummer an jede weitere Adresse sind je 10 h zu entrichten. Wir ersuchen um umgehende Uebersendung der Aufträge. „Jüdische Zeitung“ Gesellschaft m. b. H. "MSS-x-W JiaqaC* i7i2K tttisi» iy siuuifi 0t KpmDfK«ftne Süifr .» ä X JJUo*cJL3Ul&tUiÄ*du?tna, Sa&iuit