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Jüdische Zeitung · 1910-03-18 · 11 (18.3.1910) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
4 (1910)
Issue
11 (18.3.1910)
Date
1910-03-18
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 11 JÜDISCHE ZEITUNG. Seite 7 Kotzman. Wie alljährlich veranstaltet auch heuer der Verein „Porsche] Zion“ in Kotzman am 3. April d. J: im großen Rathaussaale ein Purim- Kränzchen, zu dem die Einladungen bereits verschickt werden. Das rührige Komitee hat Vorbereitungen getroffen, nach denen zu schließen, das Kränzchen einen animierten Verlauf zu nehmen verspricht. * * ♦ Berichte. Wien. Die Sektion Ottakring-Hernals des Zionistischen Zentralvereines hielt am 15. d. M. ihren Vereinsabend in Goldmanns Restauration, XVI. Hubergasse 10, ab. Nach einigen einleitenden Worten des Sektionsobmannes Dr. Bohin, der ein Bild über die Lage der Juden seit dem Jahre 1848 entwarf, sprach Gg. Markus über „Die Rückkehr zum Judentum“. In der ihm eigenen beredten Weise schilderte er die bisher von den offiziellen Vertretern des Judentums eingeschlagene Assimilationspolitik und verglich den sich stets an andere Völker anschmiegenden Juden, „dessen Rücken einem Fragezeichen gleiche“, mit dem aufrechten und bewußten Juden, der jüdisch denkt, fühlt und empfindet. Nach einer anregenden Debatte, an der sich die Herren Schickien, Axelrad, Dr. Bohin und Weinerbeteiligten, ergriff Markus nochmals dasWort, um alle an ihn gestellten Fragen in befriedigender Weise zu beantworten. Der zahlreiche Besuch läßt erwarten, daß sich die von der Sektion Ottakring- Hernals veranstalteten Abende bald einbürgern und einen Sammelpunkt aller jener bilden werden, die für jüdische Fragen Interesse haben. Wien. (Verein zion, Hochschüler „Theodor Herzl.“) Tätigkeitsbericht für das XI. Semester. Dasselbe wurde durch eine intensive Arbeit innen und energische Agitation nach außen ausgefüllt. Die bewährte Institution unseres Seminars hat auch in diesem Semester einen Erfog zu verzeichnen. Es wurden, wie früher systematische Kurse und lose Vorträge abgehalten. Von den ersten sei der Kurs der Geschichte des Zionismus genannt, welcher auf Grund von Lektüre der Quellen unter Leitung des A. H. Dr. Goldhammer betrieben und bis zum Herzl’schen Judenstaat geführt wurde. Hierher gehört auch das Seminar für Jüdische Kulturgeschichte, daß unter der Leitung des Bb. Tisch stand. Systematisch wurde aucfi die jüdische Literatur im Vereine gepfegt, indem ihre bedeutendsten Erscheinungen vorgelesen und besprochen wurden. Zu den losen Vorträgen gehörten Referate über neu erschienene jüdisch-wissenschaftliche Werke und über allgemeine Themen., Von den größeren Diskussionsabenden sind die' Berichte über den IX. Kongreß zu nennen, welche von den am Kongresse zahlreich anwesenden Bb. und A. H. des Vereines erstattet wurden. Außerdem wurde im Vereine ein systematischer Kurs der hebräischen Sprache unter Leitung des A. H. Dr. Ernst Müller geführt. Die allgemeine Statistik unseres Seminars im letzten Semester weist 38 abgehaltene Seminarabende auf, an denen eine Besucheranzahl von 543 teil genommen hat. Zur äußeren Tätigkeit des Vereines' gehört der in diesem Semester veranstaltete jüdische-literarische Abend unter der Beteiligung von Martin B u b e r und Jakob. Wassermann. Die von uns im vorigen Jahr ins Leben gerufenen Palästina Hochschulkurse konnten aus technischen Gründen in diesem Semester nicht abgehalten werden, doch werden die Vorbereitungen für die Veranstaltung derselben im nächsten Wintersemester von jetzt ab schon getroffen. Unsere Bb. beteiligten sich auch sehr erfolgreich an den Arbeiten des Distriktskomitee, dem Bb. Weiner als Sekretär angehörte. Das Ergebnis der Wahl für das nächste Sommersemester ist folgende: Präses JUC. Feiwel Sternberg; Vizepräses: JUC. Fritz Eckstein; Schriftführer: Med. Osias Kerschdörfer; Kassier: MUC. Alexander Kohn; Bibliot.: cand. phil. Theodor Ries. Wien. („J o r d a n i a“, Vereinigung jüd. Hochschüler aus der Bukowina in Wien.) Am Samstag den 11. d M. hielt Bb. Heitel einen Vortrag: „Die Verhältnisse der Juden in der Richterzeit“, der sehr gut besucht war. — Die Chargenwahlen für das Sommersemester 1910 hatten folgendes Ergebnis: cand. med. Emanuel Grub er, Präses; cand. med. Abraham R o b i n s o h n, Vizepräses; cand. fng. Josef W e i ß g 1 a ß, Schriftführer. Am 18. d. M. indet im Festsaale der h. o. Universität die Promotion unseres „alten Herrn“ Isaak Menscher zum Dokr toider Philosophie statt. Wien. (Jüdisch-akad. Verbindung „Ivria“.) Anläßlich der zweiten Wiederkehr des Todestages unseres C. A. H. Rudolf Nassau fand am 9. d. M. auf der Bude der Verbindung ein Trauerkonvent statt. A. H. Dr. Robert Beer gedachte in warmen Worten des Wirkens des Verstorbenen für unsere Bewegung und für die Verbindung. Am 10. d. M. besuchten die Mitglieder der Verbindung das Grab des Verewigten auf dem Zentralfriedhof. — Am 3. d. M. veranstaltete die Verbindung im Festsaale des Hotel „Post“ eine Damenkneipe mit anschließendem Tanzkränzchen, die einen sehr gelungenen Verlauf nahm. Der Präses begrüßte unter anderen den E. B. der Verbindung Reichsratsabgeordneten Doz. Dr. Arthur Mahler, die Vertreter des innerösterreichen D.-K., die Vertreter der Bruderverbindungen „Kadimah“, „Makkabäa“, „Unitas“ und „Zephira“. Der inoffizielle Teil wurde durch ein treffliches komisches Quartett mit ulkigen Einlagen zur völligen Zufriedenheit der zahlreich erschienenen Freunde der Verbindung ausgefüllt. Hierauf Tanz. Bielitz. Der zionistische Verein „Haschachar“ und die zionistische Mädchengruppe luden für den 6. März d. J. Herrn Rechtsanwalt Lachmann aus Königshütte zu einem Vortrag ein. Der Referent hatte sich das Thema „Das Schicksal der Juden und ihr Anteil daran“ gewählt. In sarkastischen Worten geißelt der Redner die Interesselosigkeit der oberen Zehntausend, die ihr Geld eher zur Gründung einer echt deutschen Universität (die dann nicht gebaut wird) hergeben, als eine Aktie der jüdischen Kolonialbank zu kaufen, die ihnen dann noch hohe Zinsen tragen kann. Der Referent schildert dann die Erfolge der praktischen Arbeit in Palästina, wie viele arme Juden dort ihr Auskommen durch die Unterstützung der Banken, die ihnen Geld zu einem niedrigen Prozentsatz leihen, finden; Hunderte von Juden verdienen durch den Anbau von Oelbaumwäldern genügend viel, um ihre Familien zu ernähren. Wenn die reichen juden einen Teil ihres Vermögens rein jüdischen palästinensischen Zwecken zukommen ließen, wäre es um die Juden nicht so schlecht bestellt. Herr Rechtsanwalt Lachmann schließt mit dem bekannten Ausruf Herzls: „Wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen!“ Im Namen der zionistischen Vereine von Bielitz-Biala dankt Herr Sobel dem Referenten für seine tadellosen Ausführungen. Am Schlüsse wurde für den Nationalfonds gesammelt. Budweis. Der jüdische Volksverein „Zion“ hatte am 19. v. M. zum zweitenmal in diesem Winter das Vergnügen, den Präsidenten des böhm. Distriktskomitees Herr Dr. Emil Margulies als seinen Gast begrüßen zu können. Wiederum hatte sein Name ein großes Publikum herbeigelockt, das seinen Ausführungen über den Zionismus nach dem 9. Kongreß mit Aufmerksamkeit lauschte. Der Redner besprach die Bedeutung des Kongresses. Er sprach auch von der Kulturarbeit, von der moralischen Erziehung des Judentums durch den Zionismus, vom Idealismus der Jugend und wie auf dem alten Heimatboden starke, glückliche Menschen aus elenden Chalukajuden werden. Tosender Beifall lohnte den Redner für seine Ausführungen. Die N.-F.-Sammlung ergab ein erfreuliches Resultat. Brüx. Die gut besuchte Generalversammlung des jüd. Volksvereines „Zion“ in Brüx hatte bezüglich der Neuwahlen folgendes Ergebnis: Heinrich B er man, Obmann; Dr. Leopold Kol in, Stellvertreter; Otto Kohn, Schriftführer; Rudolf Basch, Stellvertreter; Karl Kohn, Kassier; Arthur Kohn, Stellvertreter; Alex. Fischer, Bibliothekar; Ernst Pick, Stellvertreter; Rud. Heller, N.-F.-K., Jakob Heller, . Stellvertreter; Ignaz T a u s s i g, Adolf Stadler. Revisoren: Sig. Za lud, Ed. Kohn er. Ehrenrat: Abraham Weil, k. k. Stationsvorstand, Gust. Kozerak, Dr. Hugo Dasch, Ing. Alfred Rosenberger. Beirat: Moriz U11 mann, Moriz Hlawatsch, Ludwig Reinhalt, Leopold Kohn, Ernst Heller, Adolf Weinberger, Schiedsgericht: Jul. Karpeles, Ad. Engländer, Sal. Leckner, Ludwig Re inha 11, Josef Stein. Delegierte: Heinrich Berman, Dr. Leopold Kohn, OttoKohn. Ersatz: Karl Kohn, Moriz Hlawatsch, lg. T a u s s i g. Den Berichten des Schriftführers, des Kassiers sowie des Bibliothekars war zu entnehmen, daß der Verein auch im verflossenen Jahre Fortschritte gemacht hat. Im Anschluß an die Generalversammlung erstattete Herr Prof. Viktor Freud aus Teplitz einen Vortrag über den 9. Kongreß. Der Redner hat es verstanden, nicht nur formvollendet zu sprechen, sondern auch in einer klaren, sachlichen und leichtverständlichen Weise der Zuhörerschaft die Ergebnisse des 9. Kongresses mitzuteilen. Er befaßte sich mit der Siedelungsgenossenschaft sowie mit den Schöpfungen in Palästina. Nachdem der Referent einige Anfragen in gründlicher Weise beantwortet hatte, dankte der Vorsitzende Herr Berman unter sich immer wiederholendem Beifall der Versammlung Herrn Prof. Freud für sein in jeder Weise glänzendes Referat. Mit einer Sammlung für den Nationalfond wurde die Generalversammlung geschlossen. * * * Wegen Raummangels mußten mehrere Vereinsberichte Zurückbleiben. Eingesendet. Die Vereinigung „Bar-Kochba“, VI1L, Langegasse 5—7 gibt hiemit bekannt, daß diejenigen, welche während der Palästina-Ausstellung vorrätige Waren gekauft haben, diese im Vereinslokale Mittwoch und Samstag in der Zeit von 7-9 Uhr abends abholen können. Zugleich wird mitgeteilt, daß die noch bestellten Waren bereits unterwegs sind. Nach ihrem Eintreffen wird jedem Besteller auf brieflichem Wege bekannt gegeben werden, wann er die bestellten Gegenstände abholen kann. Personalnachrichten. Cand. med. Rudolf Haas wurde am 14. März zum Doktor der gesamte Heilkunden promoviert. * * * ittimi Raiter Dr. ^.Ifreh goetrnj A. H. Bav-$ad)i>a ittrag. A. H. gljeobov fjcrjt fjtficn. ilerlabte* fiibobrib b. fiolin. töien VIII. Jüdisches Theater Regie: M. Siegler. Hotel „Stefanie“, II., Taborstraße 12. Ab Freitag 18. März: Schülern Bajes. Von M. Richter. Mittwoch 23. März: Benefizevorstellung des Herrn J. Reissman und S. Podsamce. Zur Aufführung gelangt: Idale der Blinder. Von J. Lateiner. Bei dieser Vorstellung wird Herr Reissman nach seiner schweren Krankheit auftreten. Mit Rücksicht darauf, daß das Reinerträgnis diesem Künstler ermöglichen soll einen Kurort aufzusuchen, wird um zahlreichen Besuch gebeten. Projekt für das in Wien. Ansichtskarten in Dreifarbendruck ä 20 h. Zu beziehen durch: „Jüdische Zeitung“, Wien IX. Liechtensteinstraße 11. Nur gegen Voreinseindung.

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