Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 51 (17.12.1909)
- Date
- 1909-12-17
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JÜDISCHE ZEITUNG. Nr. 51 0320 Slg. Bergenbaum: Bergenbaum, Schiff ä 0.30, Lieser, Schönbach, 2 Jakubowicz, Uni., Bergenbaum, Gutwillig ä 0.20‘ Div. 0.20 Zwi Abt 2.20 01372 Slg. Roth: Dr. Herzig 1—, Pfeffer 0.20, Div. 0:i0Abt. 1.36 01375 Slg. Neger: Günzburg 030, Schildkraut, Ascher Wien, Fink ä 0.20, Div.0.43 Zwi Abt 1.33 01380 Slg. Schildkraut a. Hochz. Kohl-Altbach: Schildkraut, Schönbach ä 030, Herzig, Lerner, Abt, Schiff, Schildkraut ä 0.20 Zwi Abt 1.60 01482 Slg. Schönbach: Strefel, Schönbach, verl. Wette ä 1.—, Tabisel, Margulies ä 030, Schiff, Rubin ä 030, Weinberger 0.28, Schönbach b. Thora 034, Ament, Perl, Haber, 2 Katz, Wolf, Ewenschaisel, Engelhardt, Lerner, Hirschfeld, Schlichter, Kerner, Wiesenfeld in Krosno b. Gründung d. hebr. Schule ä 030 Schiller Salomon 6.72 01376 Slg. Berger st. Grat. z. Verlob. Pfeffer- Torschreiber: Pfeffer 0.50, Schildkraut 030, Schiff. Abt, Tym, Berger, Schönbach, Wilk, Roth ä 0.20, Div. 0.12 Schiller 2.32 01155 Slg. Reiß a. Hochz. Seidenfeld-Kant: Silber 0.40, Reiß 030, Seidenfeld, Rozuer, Hasenlauf, Wolf ä 030, Div. 0.92 Schiller 2.42 02940 Slg. Zeller: Silber a, Hochz. Schönbach- Rappaport: Meislisch, Zeller, Silber ä 1.—, Günsker, Schönbach ä 0.20, Div. 7.70 Schiller 11.10 01377 Slg. Schönbach: Schönbach, Pinkas ä 0.30, Wall 0.40, Ryb, Ament, Berger, Szyje, Kohl, Reich, Spindler, Weiner, Schönbach, Schiff, Hirschhorn ä .030, Div. 0.60 S c h i 11 e r 3.80 55.15 Stanislau SG 01427 Slg. Teitler: Helfeld-Lindner 2.—, Linder 130, Jolles, Helfeld ä 1.—, Zuckerkandel 0.60, Horowitz 030, Helfeld, Lindner ä 0.40, Grünspan, Zuckerhandel ä 0.30, Teitler, Lindner, Alfert ä 0.20, Div. 030 Dr. Füllenbaum 8.60 00947 Slg. B. H. R. S.: Horowitz 1.—, Schräger 030, Messler 030, L. S. Ueberschuß v. Heften 032, Kassiner, Liebmann, Spiegel, Bienenfeld, Ostermann jun., Eisler, Offenberger, 3 Wattenberg, Karpen, Uhrmann, 2 Egre, Lazar, Maur.eber, Henigsberg, Bandler, Seidel, Fischbach, Schräger, Weiser ä 0.20 3.53 Dr. Füllenbaum 18.45 Targowica-polna SG 02612 Slg. NFK Becker: Frl. Resch a. Hochz. Greif-Weingarten in Targowica-lesna 2.—, Fr. Rachela Ball am a. Verlob. Frl. Ballan-Römer: Bräutigam 1.—, Braut, Ballan, Römer ä 0.50, Ballan 0.40, Ballan, Ballan sen., Becker, Zauderer ä 0.20, 2 Becker ä 0.20 Ein tr. vorb e b. 6.10 Tarnow WG NFK Siodmak: 01474 Slg. Dr. Spann: Grünfelder 430, Knopf 2.48, bei einem Ausfluge, Brum, Joama ä 2.—, Auster 1.50, Dr. Mütz, Engländer ä 1.10, Engländer 1.07, Kohn 1.— , Einspruch, Dr. phil. Dr. med. G K ä 030, Grünfeld 0)40, Findling, End, Uni., Dr. Salz, Braun, Dr. mag. pharm. B. ä 0.20, Grünfeld 032, Div. 0.48 T a 1 m. Jugend 21.65 01473 Slg. Berns Wilns: Moses K., Floccacio ä I.—, Mina H. 030, Berek Floh Katz 0.28, H. W., 2 J. F., R. H., Wolf ä 0.20, Div. 0.42 Talmud. Jugend 4.— 25.65 Wien IO „Jordania“: 02923 Slg. Weißmann, Frl. Goldschläger: „Kipferl“ 1.08, Goldschlager, Jurgrau ä 1.—, Jahr 0.60, Dr. Trichter, Schneider, Goldstaub, N. N., Bojko, iur. Pines, Goldmann, Trilling ä 0.50, Frl. Goldschläger, Landau ä 0.40, Div. 9.80 „Jordania“ 18.28 Zablotow SG NFK Thau: 02716 Slg. a. Hochz. Rinzier-Tbau d. Israel Rinzier u. Benzion Thau: Brautpaar 2.—, Griffel 1.—, Brettler, Einleger, Thau, Raucher ä 0.50, Preninger, Geffner, Zucker, Lautermann, Niemirower, Fritz ä 0.40, 2 Preminger, Fr. Brettler, Hübscher, Kern, Sternberg, Offenberg ä 0.30, Dr. Erdheim 032, Lichtmann, 3 Sperber, Scharf, Spottheim, Hager, Sußmann, Kern, Griffel, 2 Thau, Waller, Ernst, Wolfram, Lieber, 2 Rinzier, Holder, Singer, Schreier, Jupiter, Baumöl, Rubin ä 0.20, Div. 0.10, ab Pto. 0.20 Eintr. vorb. 15.52 Summe. K 167.56 Herzlwald. Graz IO NFK Schwarz: Slg. Jüd. Turnverein u. „Charitas“ 1 B. anl. d. Ablebens d. H. Dr. Georg Arndt-Berlin 7.— Lemberg OG Dr. Korkis: Slg. Ahawat-Zion“: Gliniany anl. d. Brith Milah u. Pidjon-haben-Feier des Isak Korkis Sohn d. Dr. Jakob u. d. Miriam Korkis, geboren 4.-9. 1909 in Gliniany 10 B. 70.— Teplitz-Schönau B Seidmann: d. Schüler d. V. Gymnasialklasse 1 B. im Teplitzer Haine 7.— Wien IO S. Horowitz: Als Revanche f. d. Zeche anfangs Oktober je 1 B. a. N. s. Cousins Dow u. Simon Horowitz 14.—, Isak Schwadron, Zloczow, 2 B. a. N. Dr. Hermann Satz u. dessen Fr. Serafine anl. d. Vermählung 16.— 30.— Zus. 16 B. Bäume Summe . K 114.— Im Jahre 1909 wurden bisher 1997 Bäume gespendet. Materialienspenden wie Postwertzeichen, Briefmarken, Staniol, Flaschenkapseln und Posterlagscheine, bringen dem JNF. reichen Erlös. Marken. J. Kirschmann, Unitas, Wien; N. Friedländer, Bohorodczany; Bar-Kochba, Hasmonea, Wien; Robert Guttmann, Prag (sehr schöne Sendung), Bnei Zion, Radautz per J. Presser. Staniol. Unitas, Leop. Politzer, Wien; Bar Kochba, Hasmonea, Wien; Bnei Zion per J. Presser, Radautz. Erlagscheine. Leop. Politzer, Wien; Bnei Zion per J. Presser, Radautz. f Nätionalfondsmarken 1 gehören auf jeden Brief eines Zionisten. A) Nordaumarken werden nur in Heften zu 60 Stück ä K 130 verkauft, nebstbei Porto. Bielitz M 3.60, Czernowitz Bu 9 60, Kotzmann Bu 1.40, Leszniow OG I.—, M.-Ostrau M24.—, Radautz Bu 1.20, Rozniatow SG 1.20, Sanok OG 1.20, Wien IO 6.60, Zabno WG 1.20 51.- B) Herzlmarken ä 5 h, das Heft zu 40 Stück K 2; nebstbei Porto. Bielitz M 2.—, Czernowitz Bu 1530, Kotzmann Bu 2.—, M.-Ostraü M 10.—, Prag B 14.15, Wien IO 27.85, Zaano WG 2.— 73.20 j Telegrammblankette | ä 50 Heller Künstlerisch ausgeführt; als Briefe ver- | sandt ersetzen sieGlückwunsch- und Beileiddepeschen, j Kein Zionist versäume, den Kongreß mit! NF-Telegramm zu begrüßen.! Czernowitz Bu 2.50, Kotzmann Bu 5.— , Radautz; Bu 25.—, Straßnitz M 10.—, Tarnowo Nizna SG j 4.-, Wien IO 8.50, Zabno WG 2.— 57.20! | Palestine Land Development, j Sie bezweckt auf kommerzieller Basis unter Anwendung moderner kolonisatorischer Methoden: 1. Den Erwerb, die Ameliorierung und Parzellierung größerer Grundstücke in Palästina für eigene und für fremde Rechnung, behufs Schaffung neuer Siedlungen (Kolonien); 2. die Anlage und Pflege extensiver und intensiver Kulturen für eigene und für fremde Rechnung; 3. die systematische Ausbildung Und allmähliche Seßhaftmachung jüdischer Landarbeiter in Palästina. 1 Gründeraktie kostet K 1210, 1 Namensaktie K 24.25, 1 Vorzeigeraktie K 26.—. Bezalel Kunstgewerbeschule in Jerusalem, schafft einen eigenen jüdischen Kunststil und bringt vielen Juden Palästinas Erwerb. Mitgliedsbeitrag mindestens 5 K pro Jahr. Rzeszow WG Buchbinder: Frl. Tennenbaum 5.— Von Hn. Moritz Löwy-Prag sind K 1062*48 ebenso sind von einigen anderen Städten Gelder eingelaufen. Sie konnten nicht ausgewiesen werden, nachdem die Spezifikationen noch ausständig sind. Richtigstellung. Skalat P Die in Nr. 49 unter Allg. Spenden aus dieser Stadt ausgew. Summe soll richtig heißen K 32.40, daher vergrößert sich die Wochensumme um 5 K. In Nr. 50 d. „]. Z.“ war Drohobycz mit 21 K und StanislSu mit 12 K und 50 K irrig Ostgalizien zugewiesen. Darum ist auch der tabellarische Ausweis dahin zu berichtigen, daß Südgalizien K 102*92 und Ostgalizien K 291*83 aufbrachte. Tabellarischer Ausweis des Geldeinganges vom 6. Dez. bis 13. Dez. nach den 8 Distrikten geordnet: 1. Innerösterreich (IO.) Distriktskommissär Dr. Leopold Meisel, Wien.31931 2. Ostgalizien (OG.) Distriktskommissär Jac. Salo Pilipp, Lemberg. 226.10 3 Bukowina (Bu.).198.13 4. Mähren u. Schl. (M.) Distriktskommissär Dr. Fritz Eckstein, Troppau.166.94 5. Westgalizien (WG.) Distriktskommissär Dr. Ch. Hilfstein, Krakau.134.20 6. Podolien (P.) Distriktskommissär Dr. Natan Nußbaum, Tamopol.102.68 7. Südgalizien (SG.) Distriktskommissär Maier Henisch, Stanislau. 63.82 8. Böhmen (B.) Distriktskommissär Moritz Löwy, Prag. 21.15 Wochensumme K 1232.33 Spenden für Nationalfonds. 932.13 „ „ Palästina-Zwecke. 114.— Kapitalsanlagen . .. —.— Diverse .. 186.20 Summe der in der letzten Woche aus der ganzen Welt abgeführten NF. und Oelbaumspenden (Nr. 50 der „Welt“) 7190.48 Sammeistelle des i.H.F. für Oesierreica Wien IX., Türkenstrasse 9. Postsparkassenkonto Nr. 100.208. Den Spendern und Sammlern herzlichsten Dank und Zior.sgruß. O bitterböse Winterszeit, Wenn es so dicht da drinnen schneit, Kein Vogel pfeift, kein Sonnstrahl blitzt, Der Alltag bang am Ofen sitzt Und schwätzt nur quisiquasi — Ein Scherben, alt und abgenützt Mit Galle und mit Kot bespritzt — Wie lange noch? Tat twam asi! „Tat twam ast“ Die Budhaleute sagen dies, wenn sie einen eklen Wurm sehen, einen Aussätzigen, einen verfaulten Baumstumpf oder einen verreckenden Hund — Tat twam asi — Das bist Du! Beatus ille, qui procul negotiis, verstehst Du mich, Omnibus negotiis! Das erstemal, daß ich so recht innig Neid empfand, gestern nachmittags, als sie die kleine Hedwig begruben. Sie hat ein totes Kind zur Welt gebracht und ist ihm nachgegangen. Mein Kind, mein Mädel, meine Schuld. Ich bin Dein froher Kumpan Karl. Wien, 10. Juni 1909. Mein lieber alter Flatterkopf, am kältesten von uns allen hast Du seit je vom Judentum gedacht; und am allerherbsten leidest Du an den Flammen seines Blutes. Von der spöttischskeptischen Lächlerlaune zum maßlos melancholischen Selbstverdammen ein hopsender Schritt! Die Morgensonne lacht mit einem phantasieflinken, zukunfts- und vergangenheitslosen Jezt-Jauchzer und die Sterne betrauern einen von dumpfem Gram und krankhaftem Weltweh zerbrochenen Jungen. „Wellenauf, wellenab“. Alle Juden sind eigentlich Dichter; Menschen, die fort und fort Bilder aus der Vergangenheit verklärt in sich tragen und Dinge der Zukunft erwägen, ordnen und fürchten. Und daneben doch mit klar-nüchternem, messenden Auge die Gegenwart sehen, den Augenblick nützen und nie genießen! Zu sehr quält die nacbhallende Liebe zu dem Gewesenen, die Trauer ist gleichsam scheu gedrückt unter der Schwelle des Bewußten, um gerade in der Sekunde des erlösenden, allvergessenden Genießens mit den traurigen Augen und schmerzzerissenem Mund emporzutauchen. Und neben ihr lauert die wissende Sorge um das „Morgen“ und wirft ihre Widerhaken in die Flanken der Freude. — — — Lieber Alter, Du mußt kämpfen 1 Ohne Kampf die Waffen strecken auf der glorreichen Walstatt des Lebens heißt den Klumpen Goldes im Walde fortwerfen, weil er zu schwer auf den Rücken drückt. Je mehr er drückt, der goldene Stein des Lebens, desto größer und wertvoller ist er und die köstlichsten Schönheiten erkauft er Dir am Ziele. Doch der Weg ist weit und steil. Ich weiß es. Wie schwere Träume ziehen vor mir die Tage vorbei. Die Glut des Sommers frißt sich in das steinerne Meer der Häuser und Straßen; aus den Wänden der dumpfen Arbeitsstuben weht es zu Tode beklemmend, der Heimgang durch die schwülen, übelriechenden Proletariergassen mit brennenden Augen und totschlaffen Gliedern ist wie ein zehrendes Fieber. Und zu Hause ist es kahl und traurig, Tag um Tag, Woche um Woche. — An den Wänden kriechen Sorgen und Klagen wie Spinnen und umschleiern den Blick. Nur Rosel lächelt manchmal, wenn auf dem grauen Hof ein Spatz auf piepst. Wir können von den 120 Kronen, die ich verdiene nicht leben. Am Sonntag, der mir frei bleibt, muß ich zu den Verwandten gehen um — Almosen, Carl! Und doch ist meine Seele nicht so grau. Ich habe jetzt die Hoffnung, einen sehr guten Sekretärsposten zu bekommen, der mir sogar das Studium wieder ermöglichen würde. Es ist ein reicher, älterer Großindustrieller, der meine entfernte Verwandte Lilly demnächst heiraten wird. So habe ich mir die Zukunft dieses blassen, feinen Geschöpfes vorgestellt. An der Seite eines ruhigen alten Mannes, der sie mit aller Kultur und Schönheit umgibt, deren sie bedarf. Ohne zügeverzerrende Leidenschaft, ohne aufflammende Liebe, still, weiß wie ein Marmorbild in einem kostbaren Palast. Und ich — o ich werde vielleicht vor der Nische knien können und die reine Frau anbeten 1 Liebst D u noch Deine glühendsinnliche Herrin? Fritz.