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Jüdische Zeitung · 1909-10-15 · 42 (15.10.1909) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
3 (1909)
Issue
42 (15.10.1909)
Date
1909-10-15
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 ,qeBIS£HE-££LT;l3NQ. Kr. 42 und der Immunität kirregemacht zichaben :glaubt, wird wohl für den Jüdischen Klubi'die rNotwendig-* keit bringen, seine Stellung zur; Regierung: nach ihrer Stellung zur Bukowinaer Wahlreform einzurichten. Und wenn dem Hause und den Opposition nellen Parteien mit einem ewigen Ministerium Bienerth gedroht wird, so kann man beruhigt mit einem geistreichen Worte des verstorbenen. Grafen Dzieduszycki antworten: „Eine jede Regierung ist so lange unerschütterlich, bis sie fällt“ Die Zeit ist lange vorbei, daß der jüdische Bürger, besonders des Ostens, bedingungslos jede Regierungsanschauung als höhere Fügung geduldig hinnahm. Heute ist ersieh wenigstens seines Rechtes und damit auch seiner Kraft bewußt. Ueber ein zu neuem, mächtig pulsierendem Leben erwachtes Volk kann man nicht zur Tagesordnung übergehen. Aber das jüdische Volk ist heute bereits über jene Zwitterwesen zur Tagesordnung übergegangen, die skrupellos jüdische Interessen verraten. Wenn nächstens dieses jüdische Volk sprechen wird, dann wird es der Welt sagen, daß jene Erbärmlinge einer rühmlosen Vergangenheit angehören. Jednosc. „Lemberg“ No. 40 und 41. In der Nummer 40 ist das Schlußkapitel eines langen Artikels „Glossen vor dem Kongresse“ veröffentlicht, in welchem Dr. Berthold Merwin die gegenwärtige Lage des Zionismus in gehässiger, bewußt unaufrichtiger Weise „kritisiert“. Derselbe Herr begrüßt das am Samstag den 10. d. eröffnete jüdische Studentenheim in Lemberg mit einer Flut von Beschimpfungen der zionistischen Partei und des Nationaljudentums. „L’Aurore“ Nr. 15 Konstantinopel. Der Artikel „Die spaniolische Sprache“ perhorresziert alle Bestrebungen zur Erhaltung des dem Untergange geweihten Spaniolischen. Der Artikelschreiber, Herr L. Sciuto, tritt hingegen energisch für die hebräische Sprache ein und fordert ihre weitgehendste Verwendung in Schule und Leben. Lemberger Tagblatt Nr. 184. Im Leitartikel wird gegen verschiedene auf die „Kredit-Union“ bezügliche Aeußerungen gewisser Blätter Stellung genommen und deren Haltlosigkeit nachgewiesen. Im weiteren Verlaufe wird des Aufschwunges dieser Institution Erwähnung getan und angeraten, anstatt Filialen zu gründen lieber mit bereits bestehenden jüdischen Kreditgenossenschaften in Verbindung zu treten. Jüdisches Wochenblatt Nr. 40 New-York. In einem Artikel betitelt „Ist der Zionismus wirklich bankerott?“ schreibt Herr J. Weinles über die Aussichten des Zionismus. Er verurteilt die kurzsichtige Politik derjenigen, die die Realisierung des zionistischen Ideals von irgend einer politischen Konstellation in der Türkei abhängig machen. Der Artikel schließt: „Es ist keine Ursache vorhanden zu verzweifeln oder angesichts irgend einer politischen Situation die Flinte ins Korn zu werfen; das jüdische Volk hat Jahrtausende gelebt — und wird auch weiter bestehen; der Zionismus hat seine Ideale nicht über Bord geworfen; er wird ruhig und zielbewußt seinen Weg fortsetzen“. Vereinsu. Versammln ngs- Nachrichten. Wien. (Erster Wiener Jüdischer Turnverein.) Der Erste Wiener Jüdische Turnverein erlangte von -dem k. k. Landesschulrate in Wien die Bewilligung zur Errichtung einer Turnanstalt für Kinder im schulpflichtigen Alter. Es werden Mädchen- und Knabenriegen abgesondert unter "Leitung eines staatlich geprüften Turnlehrers Turnunterricht erhalten. Die* Turnanstalt wurde am •1. Oktober d. J. in der Turnhalle IX. Liechtensteinstraße 20 eröffnet. Auskünfte werden am Turnplätze erteilt. Wien. (Vereinigung „Ness Zionah“). Mittwoch den 20. Oktober d. J. findet im Klublokal „Cafe Concordia“ I., Concordiaplatz, präzise 8 Uhr Abends ein, Vortrag unseres Gg. Herrn Leo G o 1 tili ath nte* statk-Thema*: „ßeji iJJi-sZ j c-p.j s t eilt o.n g t.e.ß;“ Die Gg,< werden,ersucht pünktlich.und zahlreich’ zu erscheinen. — GäSfe herzlich willkommen. " ’ Wien. (Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein „Poale Zion“.) Samstag den 16. Oktober referiert im Vereinslokale, II., Stefaniestraße 2, Cafe Stefanie, um 8 Uhr abends, der Sozialist-Territorjalist Gen. Berlholdy über den Emigrationskongreß. Gäste herzlichst willkommen. Wien. Zion i s t i sch er Z en t ra 1 v erei n, Dienstag den 19. dieses findet im Verelnslokal IX., Türkenstraße 9, ein öffentlicher Diskussionsabend sjatt, Zur Diskussion steht das letzte Referat Dr. Franz Öpenheimers. Gäste willkommen. Beginn präzise 8 Uhr. Wien. Dienstag’ den 19. d. M. 8 Uhr abends, findet im Cafe Concordia, I., Concordiaplatz 4, eine zwanglose Besprechung zwecks Gründung einer nationaljüdischerHandlungsgehilfen- Organisation statt. Die Kollegen und Kolleginnen, die sich dafür interessieren, werden gebeten, bestimmt zu erscheinen. Das Bildungskomitee. Wien. (Jüd.-akad. Verbindung „Zephir a“.) Das Ergebnis der Chargenwahlen in der jüd.-akad. Verbindung „Zephira“, Wien, für das Wintersemester 1909/1910 war folgendes: cand. med. Albert Baum x, cand. techn. Josef Lachs > x Fx, cand. iur. Bertold Glanz xxx. Bude: IX., Porzellangasse 7b. Kuleurkafe: Cafe City, Porzellangasse. Wien. (Jüd.-akad. Verbindung „Ivri a“.) Die am 5. d. M. stattgefundenen Chargenwahlen für das laufende Wintersemester hatten folgendes Ergebnis: J. U. C. Leopold Leschnerx, jur. Adolf Brand xx, J. U. C: Alfred Löwenstein xxx. Wien. (Jüd.- akad. Verbindung „Unitas5|). Das Ergeenis der Chargenwahl für das Wintersemester 1909/10 war folgendes: cand. agr. Emst Weiß x, cand. ing. ehern: Armin Spitzer XX» F x Ju. C. Max Bandler XXX- Budenstunden finden täglich von 6—8 Uhr abends, VIII., Auersperggasse 21, statt. Lemberg. (Hasmonea.) Die Chargenwahl für das Wintersemester 1909/10 ergab folgendes Resultat: Josef Gerstmann, stud. med. — ht.x Heinrich Graf stud. iur. — ht. xx; Heinrich K o rm u s stud. iur. — ht. xxx. Radautz. (Jüd.-nat. Frauen-und Mädchenverein „Mirjam“.) Sonntag den 26. September fand die dritte ordentliche Generalversammlung mit darauffolgender Konstituierung statt. In den wurden Ausschuß gewählt: Frau Sabine Ebner als Präsidentin, Frau Sabine Harth als Vizepräsidentin, Frl. Bertha Rath als Schriftführerin, Frl. Fritzi S c h a p i r a als Kassierin, Frl. Ettel D 1 u g a c z als Bibliothekarin, Frau Weber Susi, Frl. Eifermann Marie, Frl. Zibener Regina, Frl. Kombi ü t h Rahel und Frl. Rubi Bertha. Klagenfurt. Samstag den 9. fand eine Versammlung statt, welche vom Gg. Herrn Fischer veranstaltet wurde. Nach der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Herrn Direktor Seelenfreund, ergriff Gg. Baruch Feller-Sekter aus Graz das Wort und besprach in einstündiger Rede den Zionismus und die Wirksamkeit unseres Führers Dr. Herzl. Die Rede wurde von allen Anwesenden mit großem Beifall aufgenommen. Die meisten Versammlungsteilnehmer erklärten ihre Bereitwilligkeit einen zionistischen Verein zu gründen. Eine für den Nationalfonds eingeleitete Sammlung ergab ein schönes Resultat. i Iglau. Den ersten Vortrag seiner Tournee, der er über jüdische Kunst und speziell Josef Israel spricht, hielt Prof, Dr. Max Eisler am 3. d. M. in Iglau. Die vornehme, außerordentlich gut besuchte Veranstaltung, brachte den Vortragenden den schmeichelhaftesten Erfolg. Ueber siebzig ausgezeichnete Lichtbilder belebten den durchaus künstlerischen Vortrag. Die in Aussicht genommenen,. resp, bereitem die5SXi; iind dem 'folgenden Monate stattfindenden VorträgePrpfj De;Max B i s 1 e r s in Wien und den grüßten Städten Böhr mens, Mährens und Schlesiens dürften den Iglauer Erfolg immer vom neuen wiederholen. ,; Bar-Kochba Almanaeh. Aus Anlaß ihres 25semestrigen Bestandes gibt die Vereinigung „Bar- Kochba“ in Wien Ende November d. J. einen" Almanaeh heraus, welcher seiner Anlage nach ein würdiger Nachfolger des ersten von B ü b e r, F e i w e 1 upd Lilien herausgegebenen jüdischen Almanachs zu werden verspricht. Die Redaktions¬ und Vorbereitungsarbeiten für den Almanaeh sind nahezu abgeschlossen. Das in einigen Wochen erscheinende Sammelbuch wird unter anderem Beiträge folgender Schriftsteller, Künstler" und Publizisten enthalten: A. Aaronsohn (Jaffa); Dr. Otto Abeies (Wien); Matthias Acher (Czemowitz); Schalom Asch (Warschau); Dr. Israel Auerbach (Konstantinopel); Wilhelm Berkelhammer (Tarnöw); Dr; M. J. Berdyczewski (Breslau); Ch. N. Bialik (Odessa); Adolf Böhm (Wien); Ch. J. Brenner (Jerusalem); Dr. Martin Buöer (Berlin); Adolf Donath (Berlin); Berthold Feiwel (Berlin); Adolf Gelber (Wien); Dr. Osias Gruder (Wien); Heinrich Grünap (Antwerpen); Dr. B. Hausner (Lemberg); Dinah Hirszenberg (Krakau); Samuel Hirszenberg sei.; Dr. Max Jungmann (Berlin); Prof. Dr. Leon Kellner (Czernowilz); Salomon Kaplanski (Wien); Prof. Max Liebermann (Berlin); J. A. Loubetzky (Wien); Arthur Markowicz (Krakau); Dr. Ernst Müller (Wien); Prof. Dr. David Neumark (Cincinati); Dr. Daniel Pasmanik (Genf); Dr. David Rothblum (Wien); Felix Salten (Wien); N. Sokolow (Köln); R.-R.-Abg. Adolf Stand (Wien); Hermann Struck (Berlin); Bernhard Tag (Wien); Wilhelm Wachtel (Lemberg); Dr. Israel Waldmann (Tarnopol); Moses Waldmann (Wien); Dr. Siegmund Werner (Iglau); Dr. Paul Wertheiiner (Wien); Heinrich York-Steiner (Wien); Dr. Hugo Zuckermann (Wien). — Der Preis des Almanachs ist mit K 6.— (Mark 5.—) für ein einfaches und K 30 :(Mark 25) für ein Prachtexemplar festgesetzt. Der Almanaeh, wird auf entsprechender künstlerischer Höhe stehen und daher eine willkommene Erscheinung im jüdisch-literarischen Leben darstellen. Subskriptionen nimmt bei Voreinsendung des Betrages die Vereinigung „Bar-Kochba“ Wien, VIII., Langegasse 5-7 entgegen. Liste der Ueberläufer. (Vom 6. bis 13. Oktober 1909.) Robert Oesterreicher, 1887, Wien, ledig, Glasergehilfe, XX. Woifsaugasse 8. Frl. Dr. Dwora Orcherowitz, 1882, Theodosia, (Krim), ledig, VIII. Josefstädterstraße 9. Dr. Oito Pollak Edler von Parnegg, 1878, Wien, ledig, Industrieller, I. Nibelungengasse 7. Frieda Kary, geb. Pick, 1S84, Karlowitz, Böhmen, geschied., Private, I. Hotel Residenz. Rosa Koppel, 1881, Wien, ledig, Private, II. Untere Augartenstraße 1 a. Alfred Pollak, 1885, Wien, ledig, Fabriksleiter, XVI. Grundsteingasse 12. Louis Klinger, 1881, Holicz, ledig, Kellner, II. Ausslellungsstraße 29. Adolf Pilpel, 1874, Wien, ledig, Optikergehilfe, III. Kegelgasse 26. Für die Abgebrannten in Lopatyn sind bei uns von Herrn Dr. Karl Schalk in Mödling 10 K eingelangt. Wir haben den Betrag seiner Bestimmung zugeführt. Weitere Spenden nimmt entf»e£en' Die Administration der „Jüdischen Zeitung“ liäßlich und des Abscheus wert. Und ich lehnte mich immer, ich weiß selbst nicht warum, gegen diese Worte auf. Sie berührten mich wie Hohn und Verachtung gegen mich. Und auch diesmal erwiderte ich: „Was der Künstler als schön sieht, ist wirklich schön!“ Habe ich nicht recht gehabt, Karl? Verzeihe mir, daß ich Dich mit diesen uninteressanten Abschweifungen behellige. Ich hoffe nächstens besser bei der Sache zu bleiben. Was ist mit dem Heine? Dein Fritz. * * * Prag (Praha, das pr bitte deutlich), 10. Oktober 1907. O carisime, der Du Dich ah Kunstwerken und sinnigen Mägdelein berauschest! Du stehest ob mir, wie der Aetna über den Oellampen der Sizilianer! jeweilig nach der Lektüre Deiner Episteln tritt mich das fahle Grausen über meine Verdammlichkeit an. Nur meine -mondscheinliebliche Hedwicka, so da allmorgendlich mein Zimmer und meine Laune aufräumt, verleiht mir wieder neue Lebensfreude. O, wenn Du wüßtest, welch ein verwerflich Dasein ich friste! Wenn ich in aller Gottes Frühe meine Augen öffne, hast Du bereits drei Kollegien besucht. Während Du dem vierten zuwanderst, den Busen voll Selbstbewußtsein und Pflichtgefühl, sitze ich beim „Primas“ und studiere dort das Kirchenrecht. In spiritualibus. Und während Du mit mögigen Maiden die Dokumente der Kultur studierst, Politik betreibst und wehmütige Ghetto- Sehnsüchte reproduzierst, befasse ich mich mit Pharao. Den Blick auf das saftige Grüne des losen Kaiser-Tisches gelenkt, erwarte ich den Abend, den ich mit der wohlhonorigen Burschenschaft Cimbria in eitel Wahn und Suff und Vollerer verbringe, Eheu! Eheu! Ich fühle mich obendrein bei diesem Lptfcrleben so kanibalisch wohl, daß ich vollinhaltlich an meine schokoladebraune Braut Emmy vergesse, die mir jeden Tag Millionen Küsse sendet, die ich gerne preiswert en gros abstbßen möchte. Du siehst: Verloren, Aber, Lieblichster, sei mir nicht gram darob. Wann denH, wenn nicht anitzt!?! das Lämpchen glüht,, die Tage der Rosen sind im Land und ich bin Dein dornenvoller Carlo. P, S. Den Heine finde ich nicht. Die Prager Juden haben alle Exemplare angekauft. Ü n s e r Heine, ich bitt’ Diqh! Der Obige,

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