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Jüdische Zeitung · 1909-10-01 · 40 (1.10.1909) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
3 (1909)
Issue
40 (1.10.1909)
Date
1909-10-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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(Nr.!?® ==^Seii£ 8 . . . Vereinsu. V ersammhihgs- . Nachrichten. Voranzeige. Wien. („Ness-Z i onah“). Alle Mitglieder der Ness-Zionah werden dringend zur ersten Sitzung in der neuen Saison, die am Samstag,- den '2.. Oktoker im Klublokal Cafe Concordia I., Concordiaplatz, 8 Uhr abends, stattfindet, zu erscheinen. Tagesordnung: Programm unseres nächsten Arbeits- Jahres. Anträge und Eventualia. Berichte. -_ Wien. Wie alljährlich veranstaltete der Zionistische Zentralverein auch heuer anläßlich der hohen Feiertagen in seinen Lokalitäten einen Gottesdienst Am Roschhaschonoh versah unser Gesinnungsgenosse Dr. HarryTorczynerden Predigerdienst. In ausgezeichneter von der herkömmlichen salbungsvollen Manier des Geschäftspredigertums verschiedenen .Weise forderte er in tiefgefühlten begeisternden Worten zur Arbeit im Dienste des Volkes auf. Hauptsächlich seiner Predigten ist es zu verdanken, daß die Spenden für den Nationalfond heuer eine ansehnliche Höhe erreichten. Wien. (Jüd. akad. Verbindung „Kadi mah“). Anläßlich der Wiederkehr des Todestages unseres A. H. Alfred Chodrower fand auf unserer Bude am 27. d. M. ein Träuerkonvent statt, dem zahlreiche A. H. A. H. und die ganze Aktivitas beiwohnte. Die Trauerrede hielt A. H. Dr. Felix Deutsch und gedachte in warmen Worten unseres leider so früh dahingegangenen A. H. Herr Isidor Chodrower Banquier in Czernowitz, hat anläßlich des Todes seines Sohnes Alfred, A. H. der jüd. akad. Verbindung „Kadimah“, zwei Stipendien gestiftet, welche jährlich am Todestage an ein würdiges unbemitteltes Mitglied der Verbindungen „Kadimäh“ in Wien und „Hasmonäa“. Czernowitz verliehen werden sollen. Für die hoch- 'herzige Widmung sei Herrn kaiserl. Rat C h o d r o- ’wer auch an dieser Stelle der Dank beider Verbindungen ausgedrückt. Wien. (Jüdischer Sportklub „Hakoah“).: Am 26. September d. J. fand in der Lese- und. Redehalle-jüdischer Hochschüler die konstituierende Generalversammlung des jüdischen Sportklubs „Ha-! 'koah“'statt. Nach dem einleitenden Referate und; der Genehmigung des Rechenschaftsberichtes wußte; der Vorsitzende, Dr.‘Fritz Löhner, durch 'seine auf; national-jüdische Betätiguug hinweisende Rede sich; in -den Herzen seiner jüngeren und älteren Zuhörer; ein begeistertes Echo zu schaffen. Die darauf vorgenommenen Wahlen ergaben; folgendes Resultat: Präsident: Dr. Fritz Löhn e r,. .. Vicepräsident: Dr. Emil Reich. Sekretär: S. Weinberg e r. Kassier: Albin Fuchs Ritter von Banret.’ Schriftsteller: Otto König, Dr. Gabriel Wolf, Alfred Brückner. Ersatz-Ausschuß: Rudolf Pol-; lak, Willi Fantl. Revisoren: Oskar Läufer, ..Ernst Sträußler. Wir teilen ferner mit, daß die .Schwimmsektion bereits begründet und die Sektion für Leichtathletik im Entstehen begriffen ist. Zuschriften und eventuelle Spenden, insbesondere Sportartikel, erbitten wir an unseren Sekrätär S. Weinberger, Beamter, II. Rembrandtsraße 19/9. Suczawa. Am 11. September a. c. fand eine von den jüdisch-nationalen Akademikern veranstaltete Akademie im Hotel „Zentral“ statt. Nach der Begrüßung durch phil. A. Pilpel folgte die Rede des Herrn Dr. M. Kinsbrunner (Czernowitz), darauf ein Konzert des Frl. Fried. Fränkel (Klavier) und des Herrn Joannes Steinbach (Geige). Den Höhepunkt des Abends bildete die Rede des R.-Abg. Dr. Mahler. Redner sprach über die wirtschaftliche Lage des jüdischen Volkes und zeigte seine eigenartige Ausnahmestellung. Zum Schlüsse sprach er in den begeistertsten Worten über das jüdische Studentenheim. Das jüdische Volk schaffe den jüdischen Studenten eine stolze Festung, ein Heim, und die jüdischen Studenten übernehmen die Pflicht, von dort aus für ihr Volk ein nationales Heim zu erkämpfen. Seine Rede rief die höchste Begeisterung hervor. — Bei dem darauf veranstalteten Kommers toastierte iur. Salomon Wagner („T i k w a h“) auf den Jüdischen Klub und Dr. Mahler. Advokat Dr. Heinrich Lupul auf die jüdische Jugend, hierauf der junge Lupul („Tikwah“) auf die jüdischen Couleurs und auf Dr. Kinsbruuner, schließlich Advokat Dr. Siegmund Dische auf das jüdische Volk. Dr. med. Tuttnauer hielt den Damentoast. Das Reinerträgnis von über 650 Kronen wurde dem Kuratorium des „Jüdischen Studentenheims in Wien“ zugeführt. Ueberzahlungen leisteten: Je 50 K: Jüd.- nar. Damenverein „Ruth“, Advokat Dr. Michael Sommer: je 40 K: Kais. Rat Samuel Hellmann (Itzkany); je 30 K: Dr. S. Dische; je 20 K: Dr. L. Bogen, J. Eisenberg, Obering. A. Klein, kais. Rat Langer, Dr. H. Lupul, Varteres R. v. Prunkul; je 15 K: Obering. H. Pines; je 10 K: Dr. E. Enis, Dr. A. Finkler, S. Feiczewicz, Dr. N. Goldstein, Meier Goldberg (Itzkany), Sekr. M. Gottfried, Verein „Theod. Herzl“, Dr. L. Jurim, OLGR. Dr. Kisselitza, Ing. J. Kremenetzky (Wien), Ing. E. Rippel, LGR. Dr. L. Rosenfeld, Dr. B. Salomowicz, Dr. B. Sperber, Dr. B. Stecher, Dr. S. Stein, Dr. A. H. Tarden, Apoth. J. Weingarten, Dr. M. Wurzel; je 8 K: Josef Nußbeck, Tierarzt; je 7 K: Mr. K. Sternberg; je 6 K: J. Haber, Dr. J. Sachter/ je 5 K: Notar Baranowski, Verein „Dorschei Zion“ (Kotzman), Josef Engel, Dr. J. Krämer, Richter Kupferberg, Dr. O. Märbach, S. Terner (Radautz), Großgrundbesitzer Simon Troppi Dr. B. Wagner; je 3 K: Prof. Meyer, Oberrevid. Pollatschek (Czernowitz), N.Schachner; je 2 K: Dr. S. Bierer Radautz); Finanzkonzipist Dr. M. Blaukopf (Czernowitz), Dr. Josef Ellenbogen, Dr. J. Fränkel, Nathan Fränkel, Siegfr. Fränkel, Richter K. Hilsenrad (Sereth), Adv. Dr. K. Rachmuth, Meier Rosenstock, Leon Rothkopf, Tierarzt Scherzer, Jonas Schmidt, Dr. M. Weinberg (Wien), Dr. Zellermeyer (Itzkany); je 1 K: Bankier Hermann Barber, Leon Feiler, Baruch Fränkel, Rprkt. Ch. Gabor, Nori Goldstein, Dr. Adolf Grünberg, Dawid Grünberg, Hermann Grünseit, Leiser Körner,; Norbert Langer, Dr. S. Linker, Adolf Peretz (Itzkany), Dr. H. Peretz (Itzkany), Dr. J. Scherzer, Bezirksarzt Dr. Schieber, Tierarzt Seidner (Itzkany), M. Tarter. Allen Spendern besten Dank! Friedek. Am 4. Septemper fand im Saale der Friedeker Schießstätte das Festkommers der jüd.- akad: Ferial-Verbindung „Hasmonäa“ statt. Die Anwesenheit des Reichsratsabg. Dr. Arthur Mahler hatte, wie zu erwarten stand, der Veranstaltung einen äußerst zahlreichen Besuch gesichert. Präses cand. med.Emil Tram ereröffnete den Abend, begrüßte mit herzlichen Worten die Erschienenen. Die äußerst gediegene Festrede des Reichsratsabg. Dr. Mahler folgte ein inicht enden wollender Beifallssturm. Seine überzeugenden Ausführungen trugen sehr viel zur Aufklärung der hiesigen jüdischen Bür- . -gerschaft über den Zionismus bei und haben den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Im inoffiziellen Teile brachte Frau Else Aufricht Lieder zum Vortrag. Herr I. U. C. Leopold Leschner, trug Gedichte vor. Den Glanzpunkt, des Abends bildete die Aufführung der einaktigen Operette „Guten Morgen Herr Fischer“. Die Damen Frau Elsa A u f r i c h t, Frl. Trude Singer und Frl. Fritzi Wechsberg, die Herren Leschner, Gruber und exp. T e i c h n e r boten wirklich Vollendetes. Die Herren Vulkan und I. U.C. Otto Lichtenstern entledigten sich in ausgezeichneter Weise ihrer schweren Auf- ■ gäbe als Begleiter der Liedervorträge und der. Operette. Den Abend beschloß ein Tanzkränzchen. Brody. (Eröffnungsfeier des jüdi-; sehen Volkshauses.) Am 3. Oktober, 4 Uhr , nachmittags, findet die feierlicne Einweihung des! jüdischen Volkshäuses statt. Die Gesinnungsgenossen! werdeu eingeladen, der Feier beizuwohnen. Däs; Komitee: Paul Br aff, Dr. Markus Olesker, Dr.; Abraham Glasberg, Nathan Tratakower. Nach Schluß des Blattes. Die Erregung in der Bukowina. Nach Redaktionsschluß, erhalten wir von besonderer Seite aus Czernowitz folgende telegraphische Mitteilungen über die Vorgänge in der Bukowina: Am 26. d. M. fanden in den größeren Städten und Ortschaften der Bukowina einschließlich Czernowitz, etwa 2 0 große massenhaft besuchte Volksversammlungen statt, in denen über die Landtagswahlreform verhandelt wurde. Alle Versammlungen sprächen sich einmütig mit größter Energie für die Schaffung einer Wahlreform auf nationaler Grundlage und die Einführung des jüdischen Katasters aus. Es herrschte große Aufregung über die Haltung der Regierung, die wohl den rumänischen, ruthenischen, polnischen und deutschen, nicht aber den jüdischen Kataster bewilligen wolle. Große Erbitterung bemächtigte sich der Versammlungen, als sie erfuhren, daß die Abgeordneten Kuranda und Löwenstein mit ihren deutschen und polnischen Genossen bei der Zentralregierung in Wien gegen' die Einführung des jüdischen Katasters intervenierten und so die ablehnende Haltung der Regierung provoziert haben. Eine Resolution, welche die Einführung des jüdischen Katasters fordert, wurde in allen Versammlungen unter stürmischer Zustimmung angenommen. Ferner wurde eine Resolution angenommen, in welcher den Abgeordneten Kuranda und Löwenstein die Entrüstung ausgesprochen wurde: endlich sind auch Resolutionen angenommen worden, in denen die bestimmte Erwartung über die Treue unserer ruthenischen und deutschen Verbündeten im Landtage ausgesprochen wurde, daß sie das Zustandekommen einer die vitalsten Rechte und Interessen der Bukowinaer Judenschaft verletzenden Landtagswahlreform vereiteln werden. * Mit tiefem Bedauern muß ich Ihnen mitteilen daß derzeit im Süden1 der Bukowina und speziell in der Hochburg des Antisemitismus, nämlich in Gurahumora, gegen unsere Volksgenossen eine gefährliche Agitation betrieben wird. In Gurahumora, wo derzeit die Gemeindeausschußwahlen stattfinden, bei welchen die Juden mit den freiheitlichen Deutschen gegen die deutschen und rumänischen Antisemiten kämpfen, herrschen geradezu anarchistische Zustände. — Juden werden vielfach aut offener Straße verhöhnt, angespuckt, mißhandelt und auf alle mögliche Weise schikaniert. — Die öffentliche Gewalt versagt ganz — weit und breit sieht man keine Gendarmerie, man glaubt in Rußland zu sein. Es ist bezeichnend, daß ein Waffenhändier dort in den letzten Wochen etwa 150 Revolver anjudenverkaufthat, dasiesic h n i c h t trauen, unbewaffnet auszugehen. Diese unerhörten Zustänüe sind das Resultat der seit Jahr und Tag von dem bekannten pensionierten Regierungsrate Josef Widmann und dem Abgeordneten Dr. Aurel Onciul und seinen Allilierten betriebenen, unerhört brutalen;und verhetzenden Agitation. Wir lenken die Aufmerksamkeit der Regierung auf diese Zustände und fordern sie auf, rechtzeitig Vorkehrungen zum Schutze der .Juden zu treffen, da bereits vielfach Ausschreitungen stattgefunden haben uud noch ernstere Ausschreitungen zu befürchten sind. Da die Ausschußwahlen noch im Zuge sind, werden die Juden bedroht und eingeschüchtert. Alles das ist auf die Agitation des der sog. „Ordnungspartei“ zugehörigen Beschützers der Antisemiten in der Bukowina, des pensionierten k. k. Ministers Dr. G e ß m a n n und seiner antisemitischen Gesinnungsgenossen zurückzuführen. : Das ist auch die „Freiheit“, die Herr Geßmann bei jeder Gelegenheit im Munde führt, und die dessen Herolde in der Bukowina anwenden, um das angeblich „geknechtete“ christliche Volk der „jüdischen Herrschaft“ zu befreien. Mit diesen erlogenen Worten hetzen überall die Antisemiten die * sonst ruhige christliche Bevölkerung gegen die Juden auf und haben eine sehr böse Saat ausgestreut. Dr. Straucher und Genossen haben gegenwärtig vollauf zu tun, um die Parteien zusammenzuhalten und die geeigneten Maßnahmen bei den Behörden zu veranlassen, damit die. Juden geschützt werden. Allgemeine Leerung der NF- Büchsen zu Sukkoth. Das rührige NF-Hauptbureäu in Köln hat durch die Anordnung einer planmäßigen Arbeit in allen Ländern eine ständige Steigerung der Einnahmen für den Nationalfonds erzielt, Die hohen Feiertage,' Rosch-Haschono und Jom-Kippur, standen auch diesmal im Zeichen einer allseitigen und intensiven Arbeit, doch wird das erst unmittelbar bevorstehende Sukkothfest den Höhepunkt der Agitationskampagne bilden. Zu S u k k o t h- Cholchamoed, vom 2, bis 6. Oktober, werden heuer zum erstenmal gleichzeitig in der ganzen Welt die NF-Büchsen entleert. So ist die Möglichkeit geboten, den Eifer und Opfermut der Gesinnungsgenossen in den einzelnen Orten und Distrikten mit vergleichen zu können. Die NF-Kommissäre sind angewiesen, die Leerung genau nach der in ihren Händen befindlichen Instruktion durchzuführen (Quittierung des Betrages an die Büchseninhaber, Verschluß der geleerten Büchsen durch die-offizielle Verschlußmarke und sofortige Geldabfuhr 'an uns mit einer druckreifen Spenderliste, welche'zugleich die Kennbuchstaben und Nummern der Büchsen genau anführt). Büchsen ohne Kennbuchstaben und Nummern sind, wo solche sich vorfinden, sofort einzuziehen und gegen die offiziellen Büchsen umzutauschen. Auch ist die Gelegenheit zu benützen, Büchsen an neuen Plätzen unterzubringen. Die Büchsenleerer sind mit Flugblättern, NF- Marken und sonstigen Verkaufsartikeln, entsprechend auszurüsten, so daß sich mit Zuversicht erwarten läßt, daß der Eingang aus sämtlichen Sammelmitteln einen bis nun nicht erreichten Höchstertrag ergeben wird. Wir rufen alle.Zionisten zur Erfüllung ihrer Pflicht auf! Sammelstelle des JNF. für Oesterreich, Wien, IX. Türkenstraße 9, Postsparkassenkonto 100.208. Wegen Raummangels mußten der Artikel „Die Landtagswahlreform in Galizien“ und eine Reihe von Vereinsnachrichten Zurückbleiben.

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