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Jüdische Zeitung · 1909-09-15 · 38-39 (15.9.1909) · p. Seite 12

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
3 (1909)
Issue
38-39 (15.9.1909)
Date
1909-09-15
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 JÜDISCHE ZEITUNG. Nr. 38/39 Eingesendet.*) Zum IX. Kongreß. „Soziale und kulturelle Wiedergeburt des jüdischen Volkes in Palästina“ schreibt Dr. Pasmanik in einem „Zum IX. Zionistenkongreß“ betitelten, in der „Jüdischen Zeitung“ veröffentlichten Artikel, „das ist der wahre Kern des Zionismus. Nichts anderes“. Es nimmt wohl Wunder, daß der Autor gerade diesen Satz, dem wohl jeder Zionist zustimmt, zum Ausgangspunkt seiner Ausführungen genommen hat. Denn die Abänderung des Baseler Programms, die er vorhat, kommt einer A b 1 e u gn u n g gleich. Von welchen Voraussetzungen geht Dr. Pasmanik aus, wie sucht er seine Aendernng zu begründen? Dr. Pasmanik glaubt seine Ansicht, „der Zionismus hatte niemals politische Absichten“, aus folgendem Zitat aus der Rede Herzls auf dem II. Kongreß begründen zu können: „Die Juden sind keine politische Macht und werden niemehr eine politische Macht sein.“ Zugegeben. Deshalb können sie aber doch politische Absichten haben. Darüber brauche ich doch keine lange Abhandlung zu schreiben. Wenn aber der Zionismns nach Ihrer Ansicht, Herr Dr. Pasmanik, niemals politische A bsichten hatte, so darf er sich auch nicht an die türkische Regierung wenden, um deren Zustimmung zu einer Ansiedlung zu erlangen. Das ist auch Politik! Aber noch mehr. „Das Ideal des Zionismus liegt auf dem Gebiete der sozialen und kulturellen Schöpfung“, Politik soll nicht mit im Spiele sein. „Daher brauchen wir keine politische Autonomie.“ „Denn uns genügen die einfachen, allgemein rechtlichen Grundlagen, die die Freiheit des Individuums, Sicherheit des Eigentums und Raum für nationale Entwicklung garantieren.“ „Dafür bedurfte es unter dem alten Regime“, so zitiert Dr. P. nach dem „Courrier d’Orient“ Nr. 85, die Rede Wolffsohns, einer eigenen Garantie durch das öffentliche Recht. „Jetzt aber“, läßt er Wolffsohn fortfahren, „sind alle Privilegien überflüssig, da sie vorteilhafterweise durch die Verfassungsbestimmungen ersetzt worden sind und wir wollen nichts anderes als den Schutz und das Recht genießen, die sie allen Bürgern des gesamten Vaterlandes gewähren.“ Erinnert sich Herr Pasmanik, der sich die Worte Wolffsohns zu eigen gemacht hat, daß er anfangs seines Artikels sagt, eine gegebene Autonomie sei nur ein papierener Titel ohne Wert, für den man keinen Heller geben dürfe, erinnert sich Herr Pasmanik nicht, daß in allen Staaten der Zivilisation auf dem europäischen Festlande jene allgemeinen Rechte, die die Verfassung allen Bürgern, auch den Juden gewährt, nurau.f dem Papiere stehen, daß es ebenso in der Türkei kommen könnte, wie schon untrügliche Zeichen es vorauskünden? Will Herr Pasmanik wirklich so kurzsichtig sein und nur den Verfassungsbestimmungen, die jetzt für alle Bürger geschaffen sind, trauen und in der kommenden Zeit die Juden dieselbe Stellung einnehmen iassen, wie heute in Oesterreich, in Deutschland? Das sieht ein jeder ein, daß diese Voraussetzungen nicht genügend sind, um die Stellung der Juden für dauernde Zeiten rechtlich zu sichern, da ihnen das öffentlich-rechtlich Gepräge fehlt, daß sie uns keine genügende Gewähr für ein ruhiges Leben, „für eine soziale und kulturelle Wiedergeburt des jüdischen Volkes“ bieten, wenn auch Herr Dr. Pasmanik eine eigenartige Erklärung des Baseler Programms erfindet, nämlich: „Der Zionismus strebt nicht nach einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk, sondern nach der sozial kulturellen Wiedergeburt des jüdischen Volkes, die unabhängig ist vom öffentlich-rechtlichen Charakter der Heimstätte.“ Diese Renaissance, kann sich doch wohl nur dort vollziehen, wo dem Volke für immer und für ewige Zeiten seine rechtliche Stellung garantiert ist, wo es ganz und vollends seinem Ideal, der Wiedergeburt, entgegensehen kann.- Wir dürfen nicht von dem von Herzl vorgezeichneten Weg abgehen, wir dürfen nicht dem Kern unserer Bewegung, durch den alles Folgende, auch die soziale und kulturelle Wiedergeburt des Volkes als naturgegebene Folge der öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte bedingt ist, untreu werden, denn sonst würde sich unsere Bewegung nicht viel von einer Rachmonesbewegung unterscheiden, die sich auch nur auf die im Lande bestehenden Verhältnisse verläßt und glaubt, daß eine Aendernng nicht eintreten wird. Wenn daher Herr Pasmanik das Baseler Programm in folgender Form vorschlägt: „Der Zionismns erstrebt die soziale und kulturelle Wiedergeburt des jüdischen Volkes in Palästina und den Nachbarprovinzen des türkischen Reiches“, so muß man ihm entgegenhalten: die alte Fassung ist besser, denn sie drückt mehr aus. Indem sie eben die öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte proklamiert, fordert sie auch das, was eben nur auf diesem Wege dauernd erreicht werden kann: die soziale und kulturelle Wiedergeburt. Der Aenderung des 4. Punktes des Baseler Programmes möchte ich nicht so schroff entgegen¬ *) Für Form und Inhalt der an dieser Stelle veröffentlichten Zuschriften übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. treten, jedoch müßte man sich immer und immer wieder erinnern, daß ein Zusammenarbeiten mit den anderen Kolonisationsvereinen nur dann möglich ist, wenn ihre Arbeit sich mit unserer vereinen kann. Wir dürfen nicht ohne Vorsicht „die Koordination aller im Judentum organisierter kolonisatorischen Gesellschaften auf dem Gebiete der praktischen Arbeit in Palästina“ vornehmen, sondern müssen immer darauf bedacht sein, daß ein Abweichen vom Baseler Programm durch diese Koordination unter keiner Bedingung eintreten darf! Das Baseler Programm muß seine Form beibehalten, jede Aenderung, jede Deutung ist an diesem Erbe Herzls ein „Chilul haschem“, wenn es erlaubt ist, dieses Wort zu gebrauchen. Im Baseler;Programm und mit ihm steht und fällt der Zionismus. Paul Kohn, Karlsbad. gft'tlja §djiuuvj 3crijtcl ©al&ntltevrj eiiipfrljleu [idj iils Verlobte Jjuointijn, im Scptcmper lf)05). Tüchtiger hebräischer Lehrer der bescheidene Anspüche stellt, bittet um hebräische Lektionen. Gef. Zuschriften erbeten an S. Kosmann Wien, VI., Millergasse 3. Sammelstelle für Oesterreich Wien IX.; Türkenstrasse 9. Telephon Nr. 14.199. — Postspark.-Konto 100.208 JÜDISCHER MTI0NMI01S Eintragungen in das Goldene Buch erfolgen bei Einzahlung von K 240.—auf einen bestimmten Namen. Jamnitz M NFK Dr. Wertheimer: Geschw. Mayer anl. d. 70. Geburtstg. ihres Vaters Moritz Mayer ihre verstarb. Mutter Adele Mayer 240.- Lemberg OG * Slg. Fr. Dr. Schurz Stanislau a. Hochz. Dr. Markus Braude in Baden Dr. Markus Braude u. Fr. Nelly 243.— Allgemeine Spenden. Jeder Jude soll bei allen Anlässen des J. N. F .gedenken. Beiz OG Slg. NFK Falk-Tolkes a. Hochz. Frieder-Adler: Eisenberg, Frieder ä 0.60, Deikseis, Lasser, Mader ä 0.40, Erstling, Tolkes ä 0.30, Donner, J. u. R. Falk, Haustock, Krystynopoler, Zimmermann ä 0.20, div. 4.—. Slg. Frl. Heimann- Mader 3.—. Slg. Ch. Z. S. a. Hochz. Montag-Stanger 2.—, ab Pto. 0.20 13.— Böbrka OG r Slg. Wind a. Hochz. Zell 7.—, Slg. Frl. Beller a. Hochz. Mais 1.20, ab Pto. 0.20 8.- Brody OG Jul Prives 10.— Brzezany P NFK Freier: Slg. Weitz anl. d. II. Semesters: Fr. Halberthal 6.—, Grünblatt (Przemyslany) 2.—, Pulver (Przemyslany), Schwadron, Lipschütz (RohatynJ, Frl. Schepper, Frl. Mich ä 1.—, Slg. Flaschner a. Kommers d. Mittelschüler 1.50, anl. d. II. Semestralabschlusses M. A. Schummer 2.—, Slg. Freier-Hammer am 9. Ab 3.94, d. Dorfmann 1.72, Slg. Birnbaum-Pomeranz a. Hochz. Teitelbaum-Mürberg.4.30, Kartenverkauf b. Tanzabend 2. 68 ab Pto. 0.10 „Jüd. Jugend“ 29.04 Czernowitz Bu A. d. Sch.-G. „Emunah“ (W i d m. v o r b.) , 5.— Gräfenberg M Dr. Hilfstein: Anst. Buketts: Dr. Feldblum, Dr. M a r g u 1 i e s 5.50, M. Bloch 4.—, Gina Großmann (Lemberg), Fr. Rothstein (Sosnowiec) ä 1.— 11.50 Hruschau M NFK L. Krieger: Slg. Schornstein: Schornstein,; Kulka, Fruchthändler ä 4.—, Kramer, Kessler ä 3;—. Katz, Warenhaupt, Toppei, Stieglitz, Knöpfelmacher, Frank, Wähler, Beer, Löwy, Li:r,i: 1 < 1. i : i:, lciu. Willer ä 2.—, Engelmann, Krieger, Schönherz, Silbiger, Förter, Lichtblau, Klebinder ä 1.—, dav. „Zion“ M.-Ostr. 2.87, O b e rl e h re r F e r d. K ra u s 48.13 51.— Jaryczow nowy OG Tagblatt Lemberg: Aron Selmayer 3.— Jaslo WG Heia Berner (Spez. folgt) 142.— Kalusz SG Tagblatt Lemberg: Dr. Werfel0.66, Melier 0.60 1.26 Lemberg OG Tagblatt (Spezif. folgt) 21.—, * Lapajowker 2.— 23.— Mähr.-Ostrau M NFK Krieger: Slg. b. Tanzstundenausflug 8.—, Ing. Bernh. Gleitzmann 1.— Oberlehrer Ferd. Kraus 9.— Mikolajow OG NFK Kamil: Slg. Kemarin a. Hochz. Silber-Schein 4.16 Monasterzyska SG Slg. Bauer-Schumer-Frl. Spiegel a. Hochz. Hochrath-Gips, Kowalofka 4.50 Nadbrzezie WG Jos. Hanarek 1.—, Slg. Hanarek-Heim 1.— 2.— Podhajce P Haber: Slg. Frl. Rottenberg-Haber anl. Vermähl. Efroim Brandwein-Frl. Salz (Zlotniki), Ehepaar Haber, Friedmann, Kohn, Lateiner ä 0.50, Rottenberg, Lacker, Bien, Walach, Friedmann, Weiler, Zeiler, Bienet ä0.40, Schorr, Schwarz, Stern ä 0.30, Schwarz, Tumin, E. M. B. Horvitz, K. H. Lacker, Friedmann, Spiegel, Roll, M. E. R. Brandwein, Reisberg, Ettinger, Margulies, Blatt ä 0.20 Dr. Nordau 10.— Podwoloczyska P Taglatt Lemberg: Slg. Frl. Kupferberg-Fr. Grünhaut a. Hochz. Neumann-Postmann 7.70 Prag B Robert Guttmann Neujahrswunschenthebung 1.40 Proßnitz M Entree-Aufschlag b. Gartenfest 5.— Przemysl OG NFK Koritan: Frl. Adele Krochnial anl. d. in Prag ang. verbrachten Stunden 4.—, Sim. Herzig Chorosnica anl. s. Verlob. 0.50,. Hister- Müller verl. Schachpartie 0.40 4.90 Sassow P „Poale Zion“: Slg. Frl. Brunner- Frl. Margulies a. Hochz. Großkopf 6.10 Skala P Ollinger-Silberbusch: Slg. a. jüd. Kränzchen 8.— Tarnobrzeg WG Slg. J. Königsberg a. Hochz. Lewy Radomysl 7.50 Tobitschau M Tempelspenden: Wessely anl. d. Bar-Mizwah s. Sohnes Eduard 1.—, Tonek-Veritas 1.— 2.— Tysmienica SG Philipp: Slg. Frl. Korn a. a. Hochz. Bader-Feuer, ab Pto. 0.12 5.88 Ung.-Brod M NFK Brief: 4 Hochtouristen v. Javorina 2.70 Wien IO Josefine Inslicht: Frl. Mizi (Katholikin) gratul. w. Farn. Leop. Brill z. Rosch-haschonoh 0.60, Adolf Böhm gratul. Dr. Abeies. Heinr. Lederer z. Geburt ihrer Söhne, Dr. Thon z. Geburt ..s. Tochter, Dr. Auerbach z. Vermählung, Dr. Gabel z. s. Verlob, ä 2.—, C. L. 10.—, L. G. 0.25, Frl. J. Freund 0.60, Hartmann z. Hochz. Dr. Littmann-Axelrad 0.60, Dr. O. Löwenstamm 1.—, Dr. Brings 2.—, Dr. Freivogel 6.—, „N e ß Z i o n a h“ gratul. ihrem Obmann H. Hammer z. s. Verlobung 2.—, B. Grün hut Ablösung-Neujahrswunsch Schildwach ä 1.—, Dr. Heinr. Landesberg st. Telegr. z. Hochz. Ing. Scherlag-Frl. Gelber, Lemberg 0.60, Wolff Teitelbaum gratul. H. J. A. Torczyner z. Neuen Jahre 5670 2.- Slg. Sigi Wili, Fritzi Kessler b. Fest in Vöslau 1.20 37.65 Zablotow SG NFK Thau: Mordche Fröhlich z. Verlob. Frl. Sarah Honig (Ottynia) (Eintrag, vorbeh.) 1.— Zabreh M Beer: Slg. Olga Salzberg a. Hochz. Goldstein „Zion“ M.-Ostrau 5.35 Zloczow OG Zlatkes: Slg. Meiseles am 9. Ab: Weiß 0.50, Rosen, Weinstock, Thaler, Wiederhorn, Gruder, Brander, Pundyk. Braun, Wagmann ä 0.20, 3 ä 0.10, „Zion“ 2.60, Slg. Reiß-Meiseles a. Hochz. Tabak-Landau: 3 Tabak, Mandel, Weintraub ä 0.20, 24 ä 0.10, zus. 3.60. Slg. a. Hochz. Schwarz: Bräutigam 1.—, Schwarz, Meller, Kräuter ä 0.50, Schornstein, Horowitz ä 0.40, Kessmann 0.30, Tannenbaum, Preis, Salz, Schwarz, Ochs, Ochsenhaut, Torczyner, Schwarz, Schwadron, Schmierer, Weintraub ä 0.20, 20 ä 0.10, zus. 7.80. Dr. Nordau 11.40, zus. 14.—, Jos. Reis st. Beileidstelegr. an Farn. Dav. A. Schorr 0.50 14.50 Summe . . K 437.84 Selbstbesteuerung. Jeder Zionist ist durch Kongreßbeschluß verpflichtet sich eine regelmäßig abzuführende, monatliche Steuer zugunsten des JNF. aufzuerlegen. Brzezany P NFK Freier: Frl. Eruk, Weichert, Kenner, Löbl, Nachtigal, Finkeistein ä 0.20 Jüd. Jugend 1.20 Gwozdziec SG NFK Dienes-Klier: Pauker, Haspel ä 0.30, Treiser, Grünberg, Klier, Dienes, Brettler, Lautmann, Riner, Schächter, Bergmann, Stengel, Gottlieb, Zauderer ä 0.20 Jul. Pauker 3.— Krakau WG * VIII: Dr. Herstein, Dr. Hilfstein ä 0.50, Pilzer 0.30, Cypres, Klinger, Hoffmann, Zimmetbaum, Spira, Broder ä 0.20 Dr. Margulies 2*50 Trzynietz M VII—VIII NFK Borger 2.-, Hecht 1.20, Blumenfeld, Brauner, Goldberg, Steiner, Roth ä 1.—, Bänder, Fischgrund, Landesberg ä 0.60, Schanzer 0.50 10.50 Wien IO Therese Goldstein —.50 Summe . K 17.70

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