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Jüdische Zeitung · 1909-03-12 · 11 (12.3.1909) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
3 (1909)
Issue
11 (12.3.1909)
Date
1909-03-12
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seife - 8 J®KS€-HE ZEIOTJG. Nr, .1.1, «gBjnäneie nicht in das. Pariament geschickt, nm in Palästina eine Heimstätte iür die Juden i.u beschaffen, sondern um die Rechte der Juden in Oesterräch zu sälötzen.Es'wurdeuns gesägt,wir dürfen niclü gpgfin das Deutschtum kämplen. ' Eher solchen Mahnung bedarf es nicht da wir die Absicht niemals Hatten. Der Zionismus kennt keinen Haß gegen irgend ein Volk. Wir wollen; daß eine Nation die andere .achte und daß alle dem gleichen Ziele der Mensehenveredlung zustreben. Wenn man uns weiter zum Vonwurfe macht: „ihr macht eine jugendliche Politik“ und „Schön ist die Begeisterung der Jugend, aber die Politik sollen die Alten machen“, so säge Redner : Wenn die Alten das pulsierende Leben unterbinden wellen, so wird die Entwicklung über sie zur Tagesordnung übeigehen, aber glücklich das Alter, das sich jugendliches Feuer bewährte, um milzuarbeiten an der Entwicklung der Menschheit An den mit langandauerndem rauschenden Beifall aufgenommenen Vortag schloß sich eine Wechselrede an. Zum Schlüsse dankte der Vorsitzende dem Vortragenden und resümierte, daß das oberste Prinzip der Zionisten die treue Erfüllung aller Pflichten gegen Stadt und Staat sei, daß dem Zionismus jede gehässige Tendenz gegen irgendeinen Faktor fern liege, daß er vielmehr im Interesse der gesamten Menschheit arbeite. Vereinsu. Versammlungs- Nachrichten. Voranzeigen. Wien. (Jüdischer Mädchenklub.) Dienstag, den 16. März 1909, findet im Saale des Wissenschaftlichen Klubs, I. Eschenbachgasse 9, ein Rezitationsabend des Herrn Arnold Kirsch (Wiener jüd. Autoren) statt. Eintritt frei. Beginn präzise halb 8 Uhr. Wien. (Zionistischer Zentralv e r e i n.) Dienstag den 16. März findet um präzise 8 Uhr abends im Saale IX, Türkenstraße 9, der Vortrag des Gesinnungsgenossen Herrn Dr. Alfred Loewy über „Agitation einst und jetzt“ mit anschließender Diskussion statt. Gäste, insbesondere Damen, herzlich willkommen. Die dienstäglichen Diskussionsabende beginnen stets präzise 8 Uhr und werden ausnahmslos um3/« 10 Uhr geschlossen. Wien. (Zionistischer Zentralvere i n, IX, Türkenstraße 9.) Die Vereinsleitung ist mit der Anlage einer großen Bibliothek beschäftigt und bittet alle Gesinnungsgenossen und Freunde unserer Idee, ihr bei diesem Werk durch Bücherspenden an die Hand zu gehen. Bücherspenden sind an die Vereinsadresse, oder an den Bibliothekar Samuel Strauß, XVIII, Theresiengasse 10, zu richten. Der Empfang jeder Spende wird vom Verein dankend bestätigt werden. Wien. (HebräischerVerein „Ivr i a h“.) Samstag, den 13. d. M, Vß Uhr abends findet im Lokale der „Jüdischen Rede-Lesehalle“, IX, Hörigasse 11, ein Vortrag des Gesinnungsgenossen Sonne: „Beiträge zur Psychologie des Jargons“ statt (Gäste willkommen.) Wien. (Jüdische Handels-, Industrie- und Privatangestellte), die sich einer nichtpolitischen (parteilosen) Fachorganisation auf nationaler Grundlage anschließen wollen, werden gebeten umgehend ihre Adressen an Herrn Alexander H o ro w i t z, Wien II, Floßgasse 9, mitzuteilen. Das vorbereitende Komitee. Wien. („V ereinigung „Ness Zion a h“). Mittwoch, 17. März, 8 Uhr abends, findet im Cafe Concordia, 1. Concordiaplatz 4, eine Voll-: Versammlung der Mitglieder statt. Mittwoch, den 24. März, findet eine Unterhaltung mit Tanz statt. Regiebeifrag 62 h. Lokal Cafe Cohcordia, I. Concordiaplatz 4 (nicht Prückl), zu welcher alle Gesinnungsgenossen höflichst eingeladen werden. Wien. („E rster Wiener JüdischerTurnverei n“.) Der erste Jüdische Turnverein veranstaltelt Samstag, den 3. April 1. J. in den Räumen des Stadtparkkursalons ein Tarizkränzchen mit eingelegten turnerischen Vorführungen. Die Vorbereitungen hiezu sind in vollem Zuge; für die geplante Veranstaltung gibt sich sehr lebhaftes Interesse kund. Wien. (V ereiu „JüdischeBühn e“.) Samstag, den 27. März 1909, findet in den Festsälen des Hotel Kontinental (II, Tabor- Straße 4) 9 Uhr abends, ein Kost fi mbä11 unter der Devise „I nr Reich Judäa“ statt. Zur Erzielung eines künstlerischen und moralischen Erfolges ist-die Mitwirkung der gesamten jüdischen Gesellschaft, soweit sie an den kulturellen Interessen unseres Volkes Anteil nimmt, notwendig. Das Exekutivkomitee richtet' daher an die Intelligenz und besonders an die ft ü>n s t~.I e rschaff die höfliche Bitte, dieses historische Fest mit Rat und Tat zu unterstützen und in ihren Kreisen durch persönliche Propaganda zu fördern. Ein besonderer Nachdruck wird auf7 h i s t ot i s ch t-r e u-e K o:s t-ü m e u nd Gruppten gelegt, wobei der persönliche -Geschmack des Einzelnen in keiner Weise eingeschränkt wird. Eintrittskarten ft 2.—, Fämilierikarten (drei Personen) K 5.—. Karten sind zu haben: bei Leo Strauß, II, Pazmanitengasse 22, bei allen Komiteemitgliedern, in den meisten jüdischen Lokalen und beim Verein „Jüdische Bühne“, IX. Porzellangasse 38, Tür 28. Anfragen und Zuschriften sind zu richten an Doktor öskar Rosenfeld, IX, Porzellangasse 38, Tür 28. — Wien. Der I. Zionistische Frauenverein veranstaltet Donnerstag den 18. d. M, 4 Uhr nachmittags im Damensalon des Cafe City, IX, Porzellangasse, ein Konzert. Mitwirkend: Frau Strampf, Gesang; Frau Fischer; Deklamation; Herr Neumann, Theater an der Wien, Heitere Vorträge; Herr R e t y, Violine. Gäste herzlichst willkommen. Wien. (An die A. H. A. H. der zion. akad. Korporation.) Die in Wien weilenden A.H. A.H. zionistischer akademischer Korporationen, die bisher zu den Zusammenkünften der A. H. A. H. keine Einladung erhalten haben, werden gebeten, ihre Adressen an Herrn Dr. Max Jerusalem, I, Renngasse 9, bekanntzugeben. Wien. (Einzelverein „Leopoldstadt-Prater Straße“ des Zion“.) Zum letzten Diskussionsabend ist noch nachzutragen, daß sowohl Herr Dr. Herzer als auch Herr N. Rappaport sich lebhaft an der Diskussion beteiligt haben. Der nächste Diskussionsabend findet statt Donnerstag, am Mittwoch den 17. März im Cafd Orient, II, Praterstraße 66 statt. Thema: Zionismus und Kosmopolitismus, Referent: Hofu. Gerichtsadvokat Dr. Jacob K o h n. Wien. (Jüdische Toynbe e-H alle, XX, Othmargasse 46.) Vortragsprogramm für die Zeit vom 13. März bis 19. März 1909. Samstag den 13.: Konzert. — Sonntag den 14.: Jüdisches Gemeindeleben im 17. u. 18. Jahrhundert. Kustos Dr. W achstein. — Montag den 15,: Bilder aus dem Rechtsleben (Zyklus). Gesinnungsgenosse Th. Jänner. — Dienstag den 16.: Ueber Hygiene (Zyklus) Dr. J. S a m u e 1 y. — Mittwoch den 17.: Kammermusikabend. Trio Specht. — Donnerstag den 18.: Literarischer Abend. Schriftsteller Alfred Fekete. — Freitag den 19.: Bibelvortrag. Rabbinatskandidat Bela Fischer. . Wien. (Jüdisch-äkadeinischer Juristenverein.) Montag den 16. März, halb 7 Uhr abends findet im Saale 33 der juristischen Fakultät (Universität) ein Vortrag des Herrn Dr. S. Rubin über „Das jüdische Recht und sein Verhältnis zu dem römischen Rechte“. Gäste willkommen. Berichte. Wien. (Bar-Kochba, VIF, Langegasse 5-7). Samstag den 6. d. abends fand eine von der Vereinigung Bar-Kochba veranstaltete Purimkneipe statt, bei welcher unter vielen Gästen und den Vereinsmitgliedem, die Ehrenmitglieder der Vereinigung Prof Leon Kellner und Reichsratsabgeordneter Adolf Stand teilnahinen. Der Präses der Vereinigung, Gesinnungsgenosse Moses Wald mann, eröffnete die Kneipe mit einer launigen Begrüßungsansprache, worauf der obligate offizielle Teil folgte. Den Höhepunkt der Kneipe stellte die Verlesung der Purimzeitung dar, welche durch ihren witzigen und an manchen Stellen bissigsatirischen Inhalt stürmische Heiterkeit hervorrief. Nach Schluß der Kneipe wurde getanzt. Mittwoch den 3. sprach das Vereinsmitgiied Moses Stöckel über „Rosmersholm“ von Ibsen. An den interessanten Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion. Wien. (Zionistischer Zentralverein.) Am 9. März fand im Saale des Vereines die Fortsetzung der Diskussion über das vorwöchentliche Referat: „Industrialisierung oder Agrarisierung Palästinas statt Es wurde ein Brief des Gesinnungsgenossen Trietsch verlesen, der im Anschlüsse an Zeitungsberichte über die erste Diskussion schreibt, daß er kein absoluter Gegner der agrarischen Kolonisation ist. Dies habe er durch seine zahlreichen Arbeiten und Vorschläge auf diesem Gebiete bewiesen. (Oelbaumpflanzung, „Esra“- Broschüre, Artikel über kalifornische Kolonisation etc.) Er wünscht, daß jeder gesunden Richtung der ihr gebührende Platz eingeräumt werde, und daß man nicht stets den „Entweder-oder“ Standpunkt hervorkehre. Da die rein landwirtschaftliche Kolonisation in Argentinien und Palästina ein günstigeres Resultat in städtischer als in ländlicher Ansiediung gezeitigt habe, möge in Zukunft die städtische und industrielle Ansiediung nicht vernachlässigt werden. Er wünscht endlich; daßdie zionistischen Fonds, soweit sie nicht fär einen speziellen Zweck; zur Verfügung gestellt werden, in entsprechendem Maße auch für diese Arbeit verwendet werden sollen. An der überaus angeregten Debatte, beteiligten sich unter anderen die Herren Dr. Loebl, A. Reich, Schriftsteller York Steiner, Reichsratsabgeordneter Dozent Dr. Mahler, E. Reich, Dr. A. Leowy, Kohn, Dr. J. Kohn, Waltuch, Oschery. - Tratzäem.noch eine Anzahl.von Rednern.vorgemerkt war, -wurde die-.Debattei nacheinem kurzen Schlußwort des Referenten um ’/VlO Uhr ge-' schlossen. Wien. Die Chargenwahlen der jüdisch-akademischen Verbindung „Uriitäs“ ergaben folgendes Resultat: J: U. L. Leo Führenberg*, med. Emil Trtemerxx, Fx; agr. Ernst Weißxxx. . .. Krems, der hiesige Einzelverein „Zion“ veranstaltete am 6. d. M, im Fellner-Saäl einen Purim— Unterhaltungsabend mit Tanzkränzchen, der von hier und auswärts gut besucht war. Aus dem um^ fangreichen und gediegenen Programm sind be-. sonders hervorzuheben Herr Professor Nacher aus Wien und Herr Fritz Goldhaber vom Kremser Stadttheater, welche für ihre hervorragenden Leistungen lebhaften Beifall ernteten. Herr stud. Alfred--Frank-trug einige Lieder-in glänzendster - Weise vor. Das von den Kindern Rora Kohn und Norbert Sachs reizend ausgeführte Tanzdüett fand allgemeinen Beifall. Der Abend nahm einen sehr animierten Verlauf, und kann der Verein auf diese Veranstaltung stolz sein. Besonderes Verdienst um das gute Gelingen dieses Abends hat sich Herr Rabbiner Dr. Jak. Diamant erworben. Mähr.-Welßkirchen. Sonntag den 7. März veranstalteten die zionistischen Studenten von Mähr.- Weißkirchen im Saallokale bei Zadek ein .Purimkränzchen, das einen glänzenden Verlauf nahm. Obzwar das Komitee ein rein zionistisches war, haben es die meisten Mitglieder der Gemeinde nicht unterlassen, uns durch ihre Anwesenheit zu unterstützen,, welcher Fortschritt der unausgesetzten Arbeit der zionistischen Hoch- und Mittelschüler zügeschriebe'n: ‘ werden muß. Ein Reinertrag von 20 Kronen fällt den Nationalfond zu. Budapest. (Zionistischer Studentenverein Makkabäa“.) Die Makkabäa nahm vergangene Woche die Amtenwahl für das II. Semester des Jahres 1908/09 vor. Es wurden gewählt: Zum Präses: Dr.. Bertahan Tomaschoff; Vizepräses: Heinreich Klein; Sekretär: Max Mayer; Schriftführer: Elek Füredi; Kassier: Isac Deutsch; Quaestor: Arthur Fischersen.;: Kontrollore: Simon I s ac und Sändor T ö r ö k;. Nationalfonds- und Shareklubkommissär: Simon Bauer. Brünn. (Jüdiseh-akademische Verb. „Veritas“.) Die Chargenwahlen für das laufende S. S. hatten folgendes Ergebnis: cand. ing. Ernst Fischer xxx, xx, ing. Josef Sommer xx., F x ing. Otto- Eisner xxx. Brünn. (Jüdisch-akademische Lese- und Rede- . halle). Wir teilen auf diesem Wege allen befreundeten Vereinen und Verbindungen das Ergebnis der Ausschußwahlen für das S. S. mit. Präses: Cand. ing. Otto Siegfried Klein, Vizepräses: Cand. ehern. Richard Bareach, I. Schriftführer: Cand. ehern. Rudolf Brammer, H. Schriftführer: Chem. Otto Feßler,. I. Kassier: Cand. ing. Louis Schuster, II. Kassier: Cand. chcm. Leo Neumann, Bibliothekar: Chem. Ernst Klingstein, Zeitungswart: Chem. Nathaniel David. Das ersparte Porto fällt dem Jüdischen Nationalfonds zu. Prerau. Das neu begründete jüdische Lesezimmer ist durch eine überaus gelungene Purim- Veranstaltung in die Oeffentlichkeit getreten. Bei dicht gefülltem Saale wurde das reichhaltige Programm abgewickelt. Das Orchester unter bewährter Leitung des Herrn Dr. Seidl, Herr Engel mit seiner wuchtigen wohlklingenden Stimme, Frau Reich und Herr Donath in ihren urdrolligen Gesangsduetten — lauter heimische Kräfte — Herr Eisler, Olmütz, mit immer neuen Ulken und Schlagern, wußten das Publikum in gehobenster Stimmung bis spät nach Mitternacht zusammenzuhalten. Um das Gelingen des Festes hatten sich noch außerdem die Damen Frau Mathilde Mayer,. Frau Thürberger, Fräulein Reich und Fräulein Seidl, recht verdient gemacht. Mögen noch weitere, ebenso gelungene Veranstaltungen der erstem folgen. Lemberg. Die in der jüd. akad. Verbindung „Emunah“ zu- Lemberg jüngst stattgefundenen Chargenwahlen für das laufende Sommersemester gaben folgendes Ergebnis: Edmund Rubin x, Eduard Hirschsprung xx, Jakob Mehrer gxx. — Budenlokal: Chopiusgssse 7. — Couleurcafe: Cafe Grand.. Liste der Ueberläufer. (Vom 3. März bis 10. März 1909.) Siegfried Schnabl, 1881, Prossnitz (Mähren), ledig,. Spenglergehilfe, II., Engerstraße 205. Ernestine Friedmann, 1884, Wien, ledig, Verkäuferin, XVIII., Martinstraße 77. Alice Klara Markovici, 1883, Bacon (Rumänien); ledig, Private, IX., Liechtensteinstraße 45 a. Richard Köpperl, 1885, Möldaustein (Böhmen) ledig, Agent, IX., Mosergasse 12. Ignaz Geiringer, 1880, Wien, ledig, Kaufmann, XVII.,. Urbangasse 16. Eduard Sekler, 1880, Brünn, ledig, Schauspieler, II., Mathildengasse 2. Klara geh. Spitzer Spelzer, 1875, Prag, verheiratet, Advokatensgattin, XIII.,- Suppegasse 1Ö. Dora Lucka, 1881, Wien, ledig, IX., Roßauergasse Nr. 4. Edith Lehr, 1902, Wien (samt ihren Ettern), Marburg.

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