Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 4 (22.1.1909)
- Date
- 1909-01-22
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S JÜDISCHE ZEITUNG. Nr. 4 Vereinsu. Versammlungs- Nachrichten. Voranzeigen. Wien. (Jüdischer Gesangsverein.) Dienstag, den 26. Jänner findet um 8 Uhr abends die Probe des jüd. Gesangsvereines statt. (Hotel Stefanie, Taborstraße 12.) Stimmbegabte Herren werden zu dieser Probe herzlichst eingeladen. Wien. Die j ü d i s c h-a kademische Verbindung „I v r i a“ veranstaltet Donnerstag den 28. 1. M. um halb 8 Uhr abends auf ihrer Bude (IX., Glasergasse 4a) einen Vortragsabend, bei welchem Herr Dr. Hermann K a d i s c h über das Thema: KarlMarxunddiesoziale Bewegung sprechen wird. Freunde und Gesinnungsgenossen herzlichst willkommen. Wien. (Erster zionistischer Frauenverein.) Am 27. Jänner findet im Kaffee City, Porzellangasse, um halb 5 Uhr Nachmittag ein Vortrag des Herrn Dr. Max Bernhardt statt. Thema: „Ist es ein . Märchen?“. Gäste willkommen. Wien. (Hebräischer Verein „Ivria“). Samstag den 23. d. M., halb 8 Uhr abends, findet im Vereinslokale der jüdischen Rede-Lesehalle, IX., Grüne Torgasse 34, eine Diskussion über den Vortrag des; Gesinnungsgenossen Dr. T a r t a k o r e r: „Unser Verhältnis zu den jüdischen Gebräuchen“ statt. Gäste willkommen. Wien. (Bar-Kochba, Langegasse 5 7). Donnerstag, den 28. d. findet ein Vortrag des Gesinnungsgenossen Adolf Böhm über „Die neue Türkei und derZionismus“, Samstag, den 30. d. ein Vortrag des Genossen S. Kaplansky. Kaplan über „Die Landarbeiterfrage in Palästina“ statt. Beginn der Vorträge präzise halb 8 Uhr abends. Gäste herzlichst willkommen. Wien. (Vortragszyklus aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur.) Donnerstag, den 28. Jänner 1909 präzise halb 8 Uhr abends findet im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereir.es, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Heinrich York- Steiner statt. Thema: „Vorlesung eigener Dichtungen, Skizzen und Novellen.“ Eintritt frei, ohne Karten. Wien. Der für den 2. Februar 1909 vom Verein „Theodor Herzl“ Wien angekündigte Perez- Abend mußte wegen der großen Vorarbeiten für das Jahrbuch und die Palästinakurse auf einen späteren, noch näher zu bezeichnenden Termin verschoben werden. Die Vereinsleitung. Wien. (Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl“.) Seminarprogramm: Dienstag, den 26.: Jüdischer Leseabend. Mittwoch, den 27.: Theodor Rieß: Geschichte der Juden in Böhmen. Samstag, den 30: Gustav Kohn: Treitschke und die Juden. Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 4 6.) Vortragsprogramm für die Zeit vom 23. bis 29. Jänner 1909: Samstag den 23.Jänner: Konzert, Arrangement Frl. Lauterstein; Sonntag den 24. Jänner: „Ueber Feuer und Flamme“ (Experimental-Vortrag), Professor Brückn er; Montag den 25. Jänner: „Die Eroberung der Luft“ (mit Demonstrationen) Dozent Dr. Spa n'd o w aus Berlin; Dienstag den 26. Jänner: Diskussionsabend (II.) „Ueber die Zeitung“, eingeleitet von Sekretär Guido Fuchsgelb; Mittwoch den 27. Jänner: Literarischer Abend: J. L. P e r e z u. a., S. S t r a u ß; Donnerstag den 28. Jänner: „Ueber Darwin“ (Zur Centennarfeier), Univ -Prof. Dr. Josef P o 11 a k; Freitag den 29. Jänner: Bibelvortrag, Rel.-Lehrer H. Löw- Vo g e I. Wien. Der „Erste österreichische Rechtsschutzverein für Hausierer“ in Wien beruft für D i e n s t a g, d e n 26. J ä n n e r 1. J. um 6 Uhr abends im Saale zum „goldenen Widder“, Wien, II., Taborstraße 36, eine allgemeine Hausiererversammlung ein und ladet alle Hausierer ohne Unterschied der Nationalität und des Geschlechtes, sowie alle Kaufleute und Fabrikanten, welche mit dem Hausierhandel in Verbindung stehen, zur Teilnahme an dieser Versammlung höflichstein.Tagesordnung: „DieSituation der ungarischen Hausierer und deren Hungersnot.“ Referent: Herr S. A. Freu n d. Zustimmungskundgebungen übernimmt und Auskünfte erteilt das Sekretariat des obgenannten Vereines, Wien, II., Taborstraße 66. Viele Herren Reichsratsabgeordnete haben ihr Erscheinen zugesagt. Wien. Am 12. Jänner 1903 konstituierte sich eine Vereinigung junger Leute unter dem Namen „Ness Zionah“ („Fahne Zion“) mit besonderer Berücksichtigung palästinensischer Zwecke. Diejenigen, die sich für die Sache interessieren, mögen sich behufs näherer Information an Herrn Jakob Hammer, Wien, II., Taborstraße 8 (zu sprechen von 8—12, und von 4—7 Uhr, Telephon 15261) wenden. Wien. Die j ü d i s c h-a k a d e m ische Verbindung „Ivria“ gibt ihren Freunden und Gesinnungsgenossen bekannt, daß sie das Cafe Prückel (I., Stubenring) als Kouleurkaffee bezogen hat. Karlsbad. Am 29. Dezember veranstaltete der hiesfge „Jüdisch-akademischeKlub“ im Kurhaussaal einen Festkommers zugunsten der jüdisch-akademischen Lese- und Redehalle in Prag. Die Tendenzrede hielt Prof. Dr. Engel-Prag. Der glänzende Besuch ist ein,.Beweis für die Anerkennung, die sich der „Klub“ durch seine rege Tätigkeit bei der jüdischen Bürgerschaft errungen hat. Herr Rabbiner Dr. Ziegler beglückwünschte die Studenten zu ihrem Erfolge. Vertreten waren: „Ivria“ - Wien, Kadimah“ - Wien, „Barissia“ - Prag, „Bar Kochba“ und „Jüdische Lese- 'und Redehalle“-Prag. Die Chargenwahlen hatten folgendes Ergebnis: jur. Paul Lenk x, med. Louis Kareis jur. Heinrich Se 1 igm ann Berti Neubauer, Kassier. Lemberg. Samstag den 26. v. M. beging der akademische Verein „Emunah“ die Feier seines zehnjährigen Jubiläums. Der Verein hat sich um die zionistische Bewegung in Galizien große Verdienste erworben. Viele seiner gewesenen Mitglieder nehmen in der zionistischen Partei hervorragende Stellungen ein. Die Feier des verdienstvollen Vereines nahm einen sehr würdigen Verlauf. Wir wünschen der „Emunah“ viel Erfolg zu ihren Arbeiten im Interesse der galizischen Judenheit. Zablotow. Sonntag den. 27. Dezember wurde vom Vereine. „Zeire Zion“ eine Makkabäerfeier veranstaltet, bei welcher Gg. Dr. Rosenkranz aus Kolomeä die Festrede hielt und Herr Gartenberg einen Monolog sprach. Die Feier war gut besucht. — Für N. F. wurde gesammelt. Storozynetz. (M a k k a b ä e r f e i e r.) Der Frauen- und Mädchenverein „R u t. h“ veranstaltete eine Makkabäerfeier, die sehr gut besucht war. Nach Begrüßung der Festgäste durch die Vizepräsidentin Frl. Eva Luttinger hielt Herr stud. jur. R o t f e 1 d („Zepihrah“) die Festrede. Seine Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifalle autgenommen. Es folgten hierauf die Lieder „Die Weber“ und „An Theodor Herzls Grab“. Den Schluß des Abends bildete die Vorlesung über „Peretz“, die Herr stud. jur. Locker hielt. Jar Schoischanem. Podkamien. Samstag, den 25. d. M., veranstaltete der Verein „Ahavath Zion“ in Podkamien eine Makkabäerfeier, deren imposanter Verlauf viel zur Stärkung der zionistischen Idee unter der hiesigen Jugend beitrug. Das reichhaltige Programm, aus dem besonders die gehaltvolle, von warmem Gefühl getragenen Rede des Vereinsvizepräsidenten JU.C..Jonas.Rei.se r, die zweistündige, überaus wirkungsvolle^ Festrede des Herrn Paul B r a f f aus- Brody. das Viölinsolo des Herrn Osias Reiser, sowie der Einakter „Amtsgerichtsrat Markus“ besonders hervorgehoben zu werden verdienen, erntete ungeteilten Beifall. Mehrere neue Mitglieder meldeten ihren Beitritt zum hiesigen Verein an. Auch für den Nationalfonds wurde gesammelt. Wir können mit Genugtunng kenstatieren, daß die Versuche einzelner fanatischer Chassidim das Gelingen der Feier durch ein publiziertes Verbot des Besuches derselben zu hindern, vollständig gescheitert sind. Radautz (Theodor Herzl-Abend). Die jüdischakademische Verbindung „Hasmonaea“ aus Czernowitz veranstalte am 3. Jänner einen Herzl- Abend, dessen Reinerträgnis dem in Czernowitz zu errichtenden „Herzl-Denkmal“ zufällt. Es fand sich eine überaus zahlreiche Gesellschaft’ aus RaT dautz und Umgebung ein. Herr cand. jur. A r i e, der Senior der „Hasmonaea“, begrüßte die Erschienenen, worauf Herr jur. Schnee in wirkungsvoller beredter Weise auf die Persönlichkeit Herzls hinwies und die Anwesenden um Unterstützung zur Errichtung eines „Herzl-Denkmals“ bat. Die Herren Pächt und Feuerstein entzückten durch ihr meisterhaftes Geigenspiel. Die Begleitung besorgte in liebenswürdiger Weise die Präsidentin der „Mirjam“ Frau Dr. Ebner. Hierauf folgte ein Tanzkränzchen. Gwozdziec. Am 20. v. M. fand im hiesigen Gemeindesaale, trotz der Anstrengungen von Seite einiger Assimilanten und chauvinistischer Polen, uns Hindernisse in den Weg zu legen, eine herrliche Makkabäerfeier statt. Der Saal war übervoll und viele Einlaßbegehrende mußten infolge Platzmangels abgewiesen werden. Die Begrüßungs- und Tendenzrede, von unserem Präsidenten Herrn Julius Pauker gehalten, fand frenetischen Beifall. Dann wurden die „Gebrüder Lurie“ vom bekannten Schriftsteller Jakob Gordin unter Mitwirkung unserer geschätzten Mitglieder : Geschwister Frl. Schieber, Frl. Uffer, Herrn Fuchs, Herrn Schlam, Herrn Presser, Gebrüder Lagstein, Herrn Dienes und Herrn Drescher aufgeführt und fand infolge unübertroffener künstlerischer Wiedergabe der gezeichneten Charaktere stürmischen Beifall. Die Schlußrede wurde in glänzender Weise von Herrn Fuchs gehalten und mit dem Absingen der „Hatikwah“ endete diese herzerhebende Feier. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Betrag von zirka 30 Kronen für den jüdischen Nationalfonds durch unseren Nationalfondskommissär Herrn S. Klier gesammelt. Radautz. Bei der am 13. v. M. abgehaltenen Generalversammlung des Vereines „Dorsche Zion“ erstattete der Vereinsobmann Gg. Dr. Josef Bierer einen ausführlichen Rechenschaftsbericht, dem unter anderem zu entnehmen war, daß der Verein im abgelaufenen Semester eine eifrige Tätigkeit entfaltet hat und daß in dieser Zeit vom Vereine 120 Schekel, 240 Kronen dem Nationalfonds zur Eintragung der Gg. Professoren Engel und Lieben ins Goldene Buch und sieben Oeibaumspenden abgeführt wurden. Nach einer bewegten Debatte über den Rechenschaftsbericht wurde derselbe mit dem Ausdrucke dankender Anerkennung zur Kenntnis genommen und dem abgetretenen Ausschüsse das Absolutorium erteilt, worauf die Versammlung wegen vorgerückter Nachtstunde vertagt wurde. Bei der am 20. v. M. behufs Vornahme von Neuwahlen stattgehabten Fortsetzung der Generalversammlung wurden gewählt: Gg. Josef Bierer zum Vereinsobmann; Gg. Leo Lutttingre zum Obmannstellvertreter; Gg. Gerson Tauber zum I, und Gg. Moses Kasswan zum II. Schriftführer;. Gg. Berl Lehrer zum Kassier; Gg. Samuel Harth sen. zum Bibliothekar und Gg. Fabian Schapira zum Hausverweser. Ferner zu Ausschußmännern ohne Funktion die Herren: Israel Menschei, Stadtbaumeister Karl Rudnik, Abraham Pressner, Nathan Schächter und Mendel Herer. Zu Ersatzmännern wurden gewählt die Herren: Wolf Kranzdorf,. Samuel Harth jun., Isaak Klein, Isaak Weinstein und Motel Lautner. Wiznitz. Das poale-zion. Lokalkomitee und der Verein „Deborah“ veranstalteten am 26. Dezember 1908 eine Makkabäerfeier, die einen sehr gelungenen Verlauf nahm. Nach der Eröffnung durch H. S. D a w i d hielt Herr M. H a r n i k die Festrede. Als Tendenzredner fungierte Herr S. S o k a 1. Herr K ra f t deklamierte Gedichte von Rosenfeld, Jehoiosch und Beda zur vollsten Zufriedenheit des Publikums. Einen wahren Beifallssturm erregten die Gesangsvorträge des Fräuleins Honora D a u b e r. Das Schlußwort hatte Fräulein A. S c h ä r f. Böhm. Leipa. Der ersten zionistischen Versammlung in unserer Stadt vom 29. November v.J. folgte am 10. d. M. die zweite Veranstaltung. Die zionistischen Vereine in Teplitz-Schönau: und in Trautenau veranstalteten hier gemeinschaftlich eine Wanderversammlung, die trotz heftiger Gegenagitation einen sehr zahlreichen Besuch, aufwies. Namens der einberufenden Vereine eröff— nete Herr Siegfried Steiner aus Teplitz die Versammlung und erteilte nach kurzer Begrüßung Herrn Dr. Emil M a r g u 1 i e s zur Erstattung des Referates das Wort. — Mit bekannter Gründlichkeit besprach derselbe all die großen Fragen, welche das moderne Judentum beschäftigen, und deren Lösung einzig durch Erfüllung des zionistischen Programms möglich sind. Sodann erläuterte er all die Institutionen, welche zur Erreichung dieses Zieles aus eigener Kraft der Organisation bereits geschaffen worden sind'und die-Erfolge,' die^dier’zionistische1- Tätigkeit heute schon in Palästina aufzuweisen hat.. — Mit gespanntester Aufmerksamkeit folgte die Versammlung den überzeugenden Ausführungen des. gefeierten Redners und zahlreiche Anfragen aus der Zuhörerschaft bewiesen das geweckte Interesse.. Nachdem Dr. M a r g u 1 i e s auch diese Anfragen erschöpfend beantwortet hatte, erfolgten zahlreiche- Beitrittserklärungen zu dem hier zu schaffenden zionistischen Vereine. Es konstituierte sich bereits, ein Komitee, welches die vorbereitenden Arbeiten zur Gründung des Vereines, der auch zahlreiche Mitglieder aus der Umgebung Leipas umfassen wird, durchführen und so der zionistischen Organisation eine neue alte Gemeinde zuführen wird. Budapest. Vom ganzen Lande laufen Berichte ein, aus denen ersichtlich ist, daß überall mit dem größten Eifer agitiert wird. Das L. K. hat die Gründung eines-Agitationsfondes beschlossen; um die Sammlung hiefür zu erleichtern, wurden eigene Sammelblöcke herausgegeben. Neue Vereine sollen demnächst in Liptö-Szentmiklös und in Bad Pöstyen (Pistyan) gegründet werden. Nagytapolcsäny. Die Vereine „Ahavat Zion“, „Makkabäa“ und „Noemi“ veranhtalteten am 20. Dezember eine gemeinsame Makkabäerfeier, an welcher nicht nur die hiesige, sondern auch die Judenschaft aus der Umgegend teilnahm. Nach dem einleitenden Gesang . des Herrn Kantors Abrahamsohn sprach Herr. Dr. Ludwig Dömeny (Budapest), dessen Rede großen Beifall auslöste. Deutsch sprach Herr Wilhelm .Reichenthal, der in begeisterten Worten die Anwesenden aufforderte, sich der Bewegung änzuschließen. Nach der Feier fand ein Bankett statt. Miava. Am 29. Dezember fand die Makkabäer- - feier der hiesigen Zionisten statt. Als Festredner fungierte Herr Redakteur Lebowitsch aus Budapest, dessen Worte eine tiefe Wirkung beim Publikum hervorriefen. Dieser Abend diente auch als Grundlage zur Reorganisation des hiesigen Vereines und viele Zeichen sind vorhanden, die für das Wiederaufblühen desselben bürgen. Personalnachrichten. Samstag den 23. d. M. um */i4 Uhr nachmittags findet im großen Festsaale der Wiener Universität die Promotion unserer Gesinnungsgenossin Hedwig Donath zum Doktor der gesamten Heilkunde statt. Wien. Samstag den 23. d. M., halb 4 Uhr nachmittags findet im großen Festsaale der Wiener Universität die P r o m o t i o n der Gg. L a z a r Goldhammer und Jehuda Irrgang;; zu Doktoren der Medizin statt.