Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1909-01-15 · 3 (15.1.1909) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
3 (1909)
Issue
3 (15.1.1909)
Date
1909-01-15
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2438141-2438220-2438223--0972-2440529
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

JÜDISCHE ZEITUNG. Seite 8 Nr. 3 „Obgleich ich nur über wenige Tausend Mark Besitztum zu verfügen habe, auch leider nicht den Vorzug genieße, der jüdischen Nation anzugehören, so würde ich doch meine Mittel gern nach Möglichkeit in einerWeise anlegen, bei welcher sie dem großen Ziele ihres Volkes dienen, das heißt mitwirken - wenn auch nur in höchst geringerWeise — an der Beschleunigung der Rückkehr Israels in das Land seiner Väter und zeichne auf beiliegendem Schein auf einen Anteil ä 500 Mark der in Gründung begriffenen Terraingesellschaft „Haifa“ m. b. H.“ Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß die P. L. D. C. auch in Hamburg und Nürnberg christliche Aktionäre mit recht großen Anteilen besitzt; auch sind dem Ressort von Christen anderer Länder bereits größere Beträge für das palästinensische kolonisationswerk zugegangen. Hoffentlich werden dem Beispiel der christlichen Zionsfreunde unsere wohlhabenden Stammes- und Gesinnungsgenossen recht bald Folge leisten. * •- —* - - Unser Gg. Israel B e 1 k i n d hält mit bewunderungswürdiger Energie an seinem alten Plane fest, in seiner landwirtschaftlichen Schule „Kiriath Sefer“ Musterbauern heranzubilden. Die Schule, welche bekanntlich auf N.-F. Land erbaut worden ist, wurde anfangs Juni v. J. mit 14 Zöglingen eröffnet; inzwischen ist deren Zahl auf 37 angewachsen. Sie sind in 4 Klassen eingeteilt und werden außer vom Direktor Beikind und einem arabischen Sprachlehrer aus einem Nachbardorfe von 4 ständigen Lehrern (Agronom J. Wilkonski, Frau Wilkonski, Rivlin und Dr. Ernst Müller aus Wien) unterrichtet. Die Zöglinge machen große Fortschritte. Leider aber ist die Schule noch lange nicht finanziell gesichert. Hoffentlich wird das günstige Zeugnis pädagogischer Fachleute die nötigen Geldquellen erschließen. Z. Vereinsu. Versammlungs- Nachrichten. Wien. Sonntag den 16. d. M. fand im Hotel „Savoy“ die vom Jüdisch-nationalen Bürgerverein Mariahif-Neubau veranstaltete Makkabäerfeier statt, die glänzend besucht war ur.d einen äußerst schönen und würdigen Verlauf nahm. Nach der Begrüßungsansprache des Obmannes Dr. Max Bernhardt, ergriff Reichsratsabgeordneter Dr. Mahler das Wort und entwickelte in einer gehaltvollen, stilistisch und inhaltlicher formvollendeten Rede die Bedeutung des Mekkabäerfestes, des jüdisch-nationalen Gedankens und der schönsten Blüte des jüdischen Nationalismus: des Zionismus. Mit dem Rufe „Wenn ich dein vergesse, Jerusalem, so verdorre meine Rechte!“ schloß Abgeordneter Mahler unter rauschendem Beifall seine gehaltvollen Ausführungen. Die folgenden Produktionen, Gesang des Frl. Oesterreicher, Violinspiel des Herrn Prof. Maurice Stierer fanden begeisterte Aufnahme. Den Schluß des Programmes bildete die Rezitation eigener Gedichte des Dr. Fritz Löhner, die wahre Lach- und Beifallsstürme erregten. Hierauf folgte ein Tanzkränzchen. Wien. (Hebräischer Konversationsklub „Jwria h“.) Bei der nächsten Zusammkunft, Samstag den 16. Jänner, präzise 7 Uhr abends, iin Cafe Bramer (IX., Liechtensteinstraße 1), wird Herr Dr: Chajim Tartakower einen Vortrag über das Themh „Unser Verhaltengegenüber denreligiösen Bräuchen“ halten. Korreferent: Phil. Arje Finkeistein. Gäste herzlichst willkommen!_ Wien. (Vortragszyklus aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur.) Donnerstag den 21. Jänner 1909, präzise halb 8 Uhr abends findet im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines, I. Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Leopold Goldschmidt aus Proßnitz statt. Thema: „lieber jüdisches Fremdenrecht.“ Eintritt frei, ohne Karten. Wien. („K a d i m a h“ - B a I I.) Die akademische Verbindung „K a d i m a h“ veranstaltet Mittwoch den 20. Jänner einen Ball im Sophiensaal. Dem Ehrenkomitee gehören unter anderen die Mitglieder des jüdischen Klubs, Professor Dr. Ehrmann, Professor Dr. Königstein, Hofrat Oser, Felix Salten, David Wolfsohn usw., an. Das Reinerträgnis des Balles fällt dem Fonds zur Gründung einer jüdischen Mensa in Wien zu. Zuschriften und eventuelle Spenden sind zu richten an „Kadimah“, Cafe Marienbrücke, I., Rotenturmstraße. Wien. (Akademischer Verband „K a d i m a h“.) Der fünfte Vortrag im Vortragszyklus der „Kadimah“ findet Donnerstag den 14. d. M., 7 Uhr abends auf der Bude der „Kadimah“, IX., Porzellangasse 36, statt. Thema: „Balkan, Oesterreich und Zionismus.“ Referent: Dr. Hermann K a d i s c h. Gäste willkommen! Wien. (JüdischeToynbee-Halle, XX., Othmargasse 36.) Vortrags-Programm für die Zeit vom 16. bis 22. Jänner: Samstag den 16. Jänner: Orchester-Konzert; Frau Wodiansky- Wiener; Sonntag den 17. Jänner: Hugo Salus und seine jüdischen Dichtungen, Prof. A. U e t z 1; Montag den 18. Jänner: Wandlungen im Rechte (Zyklus), Dr. Jos. J erusalem; Dienstag den 19. Jänner: Diskussions-Abend, eingeleitet von Sekretär Guido Fuchsgelb; Mittwoch den 20. Jänner: „Ueber Hygiene“ (Zyklus), Doktor J. Samuely; Donnerstag den 21. Jänner: „Aus dem Rechtsleben“, Dr. Th. Jänner: Freitag den ' 22. Jänner: Bibelvortrag, Gotthold Freud mann. Wien. Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler Hochschüler veranstaltet am 27. Jänner d. J. im Sophiensaal eine Wohltätigkeitsakademie mit nachfolgendem Ball, deren Reinerträgnis zur Unterstützung armer jüdischer Hochschüler verwendet wird. Karten zu K 10.— , 8.—, 7.- , 6.—, 4. —, 3.—, 1.50 zu haben in Guttmanns Hofmusikalienhandlung L, Opernhaus und im Vereinslokal IX., Grüne Torgasse 34. Das Vorkränzchen findet im Hotel „Post“ I., Fleischmarkt 14, am 12. Jänner statt. Karten zu K 2.— und 1.— an der Abendkassa. Jaslo. Am 6. Dezember v. J. fand die vierte Generalversammlung im Vereine „Jeszurun“ stait. Bei derselben . referierte Gg. Dr. S y r o p aus Neu-Sandenz über das Thema „Der Zionismus und seine gegenwärtige Situation“. Er erntete für seine sachlichen Ausführungen lebhaften Beifall. Dem Berichte des Sekretärs Gg. Werner ist folgendes zu entnehmen: Verkauft wurden 87 Schkoiim, für den N. F. wurden K 315.27, für Herzl-Wald K 124.—, Parteifond K 135.-, Kulturfond K 100.- gesammelt. Verteilt wurden 95 N. F. Büchsen. Der Verein föderte auch den Ethrogim-Verkauf. In den Ausschuß wurden gewählt die Herren: cand. jur. Abr. Werner, Präsident;, J. Ze h n w i r t, Vizepräsident; Ch. F r i e d m a n n, I. Sekretär,; S. S c h m i d, II. Sekretär; B. K o r n f e I d, Kassier; Dr. Kornhäuser, S. Zucker, J. Reu de 1, F. Falek, H. Springer, N. Gans und M. S t i 1 I m a n n. Kulikow (Galizien). In den letzten Tagen ist es Dank der Bestrebungen, hier einen Verein unter dem Namen „Charath Zion“ zu gründen. Bei der Generalversammlung wurden folgende Mitglieder in den Ausschuß gewählt: D. Besen, Präsident; G r ü s s P„ Vizepräsidant; Umschweif B., Kassier; B. G rü s s, D. Grüner, J. G a m z e r, 5. K1 a h r f e 1 d. Troppau. Von einem schweren Verluste wurde unser Gg. Herr Karl L i n d n e r betroffen, dessen Vater Herr Leopold Lindner am 27. Dezember v. J. im 60. Lebensjahre nach kurzem, schweren Leiden zu Rapoio bei Genua verschied. Alle, die den Verblichenen kannten, werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Bolechow. Am 20 Dezember fand in Bolechow eine Makkabäerfeier, veranstaltet vom Damenvercin „Rachela“ und „Makkabäa“, statt. Unsere hochgeschätzte Gg. Frl. Regine Meller aus Stanislau, die Sekräterin des süd.-gal. D.-K., hielt eine glänzende Tendenzrede, Herr Rubin aus Stryj gab ein hübsches Konzert. Der Saal war überfüllt. Kossow. Der hiesige Verein „Zion“ feierte heuer außer dem alljährlichen Makkabäerfeste auch das Jubiläum seines zehnjährigen Bestehens. Diese Doppelfeier verlief außerordentlich glänzend. Zirka 300 Gäste, festlich gekleidet, waren erschienen. Zum Vereinsjubiläum sprach Herr S. A. Häusler, die Makkabäer-Festrede hielt Dr. N. Birnbaum. Häusler schilderte in beredten Worten die großen und schweren Aufgaben, die der Verein zur Zufriedenheit erfüllt hat. Die Festrede des Herrn Dr. Birnbaum war ein Meisterstück, nicht nur durch den historisch-philosophischen und zugleich populären Inhalt, sondern auch durch die Wärme und den Pathos des Vortrages. Der darauf folgende Kommers verlief sowohl feierlich als heiter. Schemenwen. Trautenau (Makkabäerfeier.) Sonntag den 20. Dezember I. J. feierte der Zionistische Volksverein Theodor HerzI in Trautenau zum erstenntaie während seines Bestandes das Makkabäerfest. Herr Dr. Hugo Rappaport begrüßte im Namen des Vereines die Festgäste. Frl. Hanna Schwarz sprach in feinsinniger Weise den „Traum“ von Boruchowitsch als Prolog, Herr Doktor Emil M a r g u 1 i e s als Festredner hob in begeisternden Worten die Bedeutung des Makkabäerfestes als Erinnerungsfeier an die Behauptung jüdischer Eigenart gegenüber der nivellierenden Assimilationsflut pseudohellenischer Fremdkultur - hervor. Herr Friedrich T a u s s i g, Kapellmeister des königl. deutschen Landestheaters in Prag, brachte mit virtuoser Technik den „Waldzauber“ und „Kinderreigen“ von Camillo de Saint Saens und eigene Kompositionen, Paraphrasen jüdischer Volksmelodien zum Vortrage. Das von den Herren Kapellmeister T a u s s i g und Phil. Stein vorgeführte Melodrama „Der arme Jude“ von Lenau vertiefte die Stimmung, der die von Herrn JUC. Leo Herrmann, Prag, rezitierten Gedichte jüdischer Autoren, weiteren Ausdruck verliehen haben. Die von Herrn Oskar Stein, Prag, vortrefflich zum Vortrage gebrachten und mit großem Beifall aufgenommenen satirischen Gedichte Bedas . bildeten den Abschluß des „Bunten heiteren Abends“ und leiteten zum Tanze über. Während des Festabends erfolgten zahlreiche Anmeldungen neuer Mitglieder zum Vereine. Liste der Ueberläufer (Vom 6. bis 13. Jänner 1909.) Mathilde Zwetschkenstiel, 1884, Budapest, ledig,. Private, XV., Goldschlagstraße 8. Josef Stieglitz, 1854, Tarnow, verh. I., Wollzeile 17.. Alfred Pollaczek, 1874, Prag, verh. Kaufmann, III.,. Engelsberggasse 4. Adele Hauser, 1886, Wieh, ledig, XIIL, Linzerstr. 400. Paula geb. Fehl Lukäcs, 1876, Wien, verw. Private,. IX., Servitengasse 5. Emma Kohn, 1877, Olmütz, Private, VII., Neubaugasse 48. Franziska Rakovszky, 1878, Wien, led., Modistin,. II., Gr. Mohrengasse 20. Adolf Czitron, 1844, Wien, ledig, Manipulant, V.,. Grüngasse 31. Bencyjon Beer r. Wassermann, 1888, Kalucz. (Gal.),. ledig. Kommis, II., Gr. Stadtgutgasse 17. Sopfie Rotstadt, 1880, Warschau, ledig, Lehrerin,. II., Klanggasse 7. Cäcilie Kranz, 1881, Niebyler (Gal.), ledig, Private,. XVI., Brunnengasse 40. Siegmund Weiß, 1884, Wien, Ingenieur Graz. Elvira Freund, 1S85, Wien, Gablonz a. M. Emma Benesch, 1886, Provorun, ledig, Dienstmädchen, XIV., Hüglgasse 7. Violetta geb. Platschek, Freifrau v. Waldberg,. 1877, Berlin, verh. I., Hotel Krantz. Arnold Wifikler, 1869, Wien, (verh., Fabrikant,. XIIL, Äuhofstraße 166. Ida geb. Tolatko, Winkler, 1879, Saaz Böhmen,, verh., Fabrikantensgattin, XIIL, Auhofstr. 166. An unsere Abonnenten! Der heutigen Postauflage Hegen Erlagscheine bei, welche zur Ueberweisung der fälligen Abonnementsbeträge benutzt werden mögen, damit die Zustellung der Zeitung keine Unterbrechung, erleidet. Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds. für Oesterreich Wien IX., Ttirkenstrasse 9. Der jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt,, palästinensischen Boden als Gesamteigentum jüdischen Volkes zu erwerben und auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom 5. Zionistenkongreß 1901 gegründet, besitzt er heute bereits ein Vermögen von 1'75 Millionen. Kronen. * * * Allgemeine Spenden. Jeder Jude soll bei allen Anlässen des jüdischen Nationalfonds gedenken. Biecz.,W. G. Per N.-F.-K. Dr.Ch. Hilfstein: Ges. anl. Verlob. Frl. Zucker-Steigbügel 2.—, ges. anl. Trauung Amalie Weinberger-E. Weinberger: J.W. 1.—, E. Weinberger 0.50, M. Weinberger, B. Eichorn ä 0.40, P. Wagschal 0.30, Amalia Blum, M. Weinberger, Margulies, J. Korzennik, J. Götz, J. Götz, O. Süßkind ä 0.20, 2 ä 0.10, ab Porto 0.13, Dr. H. Z. Syrop . . . .. 5.87 Bohorodczany, S. G. Per B. Melzer: Ges. d. B. Melzer:.. 4.13- Bursztyn, S. G. Per F. Rottenstreich:-Teil d. Reinertrag d. Makkabäerfeier 50.—, ges. d. W. Breiter: Dr. D. Malz 2.—, Dr. Pomeranz

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.