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Jüdische Zeitung · 1909-01-08 · 2 (8.1.1909) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
3 (1909)
Issue
2 (8.1.1909)
Date
1909-01-08
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2 die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina bildet, ■und namentlich für jenen großen Teil Heimatloser Aktualität bildet, die durch die barbarischen Maßregeln gewisser Regierungen von Land zu Land zu wandern gezwungen sind; widerlegt sodann die Verleumdungen, welche diese Bewegung als unpatriotisch hinstellen, ja sogar mit dem Stigma des Vaterlandsverrates belegen wollen und schloß mit einem Appell an die Anwesenden, sich dieser freiheitlichen Bewegung zum Wohle und zur Ehre des Judentums anzuschließen. Rauschender Beifall folgte der fast dreiviertelstündigen eindrucksvollen Rede. Nach der Festrede betrat Konzertsänger Don Fuchs R e n a r d i wieder das Podium, um zwei Soli unter stürmischem Applaus vorzutragen. Doch die höchste Begeisterung erzielte er unstreitig durch Morris Kosenfelds Gedicht „Der Thränemillionär“, zu dem Herr Arthur Wolf die Begleitung gab, und mit dessen Vortrag er die Zuhörer förmlich faszinierte. Einen wahren Kunstgenuß bildeten die Rezidationen der Herren Prof. Sebestyen, Sam. Strauß und des beliebten Komikers Heltal. Herr Prof. Sebestyen trug das dramatische Gedicht „Der alte Job“ von Josef K i s s voll packender Wirkung und mit geradezu künstlerischer Eleganz vor. Ebenso formvollendet waren die Vorträge des bekannten Rezitators Strauß, der unstreitig starkes dramatisches Talent besitzt, und dessen Darbietungen vom Publikum dankend quittiert wurden. Komiker Heltal sorgte für den gemütlichen Teil des Adends und -erzielte durch seinen unversiegbaren Humor wahre Lachsalven. — Nach der Feier fand ein Kommers statt, an welchem sich zirka 80 Personen beteiligten, welche bis 2 Uhr morgens in der animiertesten Stimmung beisammen blieben. Olmfltz. Für den diesjährigen mährisch-schlesischen Distriktstag, welcher am 17. d. M. in Olmütz (Böhmengasse 3) stattfindet, nimmt der hiesige Verein „Zion“ Bestellungen von Zimmern für Delegierte, bezw. Gäste entgegen. Diesfällige Korrespondenzen sind an Herrn Wilh. Spitzer, Olmütz, Elisabethgasse zu richten. Budapest. Am 19. Dezember veranstalteten die Vereine „Makkabäa“ und „Judäa“ in den Räumen des Elisabethstädter Klubs ein gemeinsames Makkabäerfest, welches zugleich als Demonstration gegen den gehässigen Angriff im Parlamente dienen sollte. Dieses Vorhaben ist den Veranstaltern gänzlich gelungen, da der Verlauf des Abends ein glänzender war. Die Eröffnungsrede hielt Herr Dr. Josef Schönfeld, .Präsident der „Makkabäa“. Ihm folgte der Festredner des Abends, Herr Ing. Benjamin Beregi, der, von der Schilderung der makkabäischen Freiheitskämpfc ausgehend, auf die heutigen Verhältnisse im Judentum zu sprechen kam und in feurigen Worten an die Anwesenden einen Appell richtete, die Tätigkeit des Zionismus zu unterstützen. Von den übrigen Mitwirkenden sind noch zu erwähnen Frl. Olga Heltai, Mitglied des Ungarischen Theaters, die einige Gedichte von Rosenfeld deklamierte, und die Herren Pref. S t r o k e und G o 111 i e b, die durch ihr Spiel viel zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen. Nach dem Schlußwort des Herrn Dr. Tomaschoff endete die Feier. Die Anwesenden versammelten sich dann zu einem fröhlichen Festessen. — Am 20. Dezember begann seine Tätigkeit mit einer gelungenen Makkabäerfeier eer neugegründete zionistische Verein „A k i b a“‘ Der neue Verein besteht aus den Schülern der Lehrerpräparandie und die niedrigen Klassen des Rabbinerseminars. Nach der Eröffnungsrede des Obmannstellvertreters G o 1 d s t e i n hielt uerr cand. theol. Pfeiffer, Obmann des Vereines, Sine schwungvolle Festrede, welche auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Dem „Akiba“, der hereits 40 Mitglieder zählt, unsere besten Glückwünsche. — Im Vereine der ungarischjüdischen Jünglinge (Magyar zsido ifjak egyesülete) hielt am“. 19. Dezember Herr Dr. B. Alexander, ordentlicher Professor an der hiesigen Universität, eine Festrede über den Makkabi-Becher des Vereines. Es ist ein Zeichen der Zeit, daß selbst Universitätsprofessoren, die sonst jeden Kontakt mit ihrem Volke möglichst zu meiden suchten, jetzt offen als Juden auftreten und sich als solche bekennen. Prof. Alexander sprach u. a. von der wirtscnaftlichen Lage der Juden, von den Vorzügen der jüdischen Rasse und wendete sich gegen die Taufen. B. Cnrzanow. Der Verein „Bnej-Zion“ veranstaltete am 19. v. M. einen Makkabäer-Abend, der, obwohl der hiesige Rabbiner im großen Bethause ausrufen ließ, ein jeder Vater möge seinen Kindern den Besuch des Abends verbieten, sehr zahlreich besucht war. Dr. Herr David Bulva aus Krakau betonte in der Festrede die Bedeutung und Wichtigkeit der Chanukah-Tage; Herr Hirsch Klein las Chanukah-Geld von Schalom Alleichem vor; Herr Heinrich Richter trug Violinstücke vor; Herr Josef JÜDISCHE ZEITUNG. Löwi aus Krakau deklamierte einige jüdische Gedichte. Mit einem Appell an die Besucher, dem Häuflein Zionisten in dem schweren Kampfe gegen die hiesigen Fanatiker beizustehen, schloß der Vizepräsident des Vereines Herr Klein den Abend. Dr. J. Fränkel gestorben. Warschau. Am 31. Dezember wurde zu Warschau Dr. J. Fränkel, ein bekannter jüdischer Publizist, zu Grabe getragen. Dr. Fränkel, welcher sich durch die Popolusierung medizinischer Werke und durch mannigfache Arbeiten im Dienste der jüdischen Volkshygiene unvergängliche Verdienste erworben, starb im Alter von 48 Jahren in Meran, wo er Heilung gesucht hat. In weiteren Kreisen ist Dr. Fränkel durch sein Sammelwerk populär — medizinischer Aufsätze „Schomer habrioth“, bekannt worden. _ Eingesendet. Geehrte Redaktion! Der in der vorletzten Nummer der „Jüdischen Zeitung“ veröffentlichte Artikel des gesch. Herrn B. B., welcher in der Rubrik „Eingesendet“ Aufnahmefand, ist wohl jedem aus der Seele gesprochen! Welcher bewußte Jude hätte nicht schon oft das empörende Gefühl empfunden, wenn er an jene „Gesellschaft“ erinnert, und die täglich unter dem Beifall ihrer in der Mehrzahl jüdischen Besucher sich in der beispiellosesten Weise in der Verspottung der Juden gefällt und dies mit den frivolsten Spässen begleitet. Christen, die sich einmal in die Taborstraße verirren, wenden sich bei einigem Reinlichkeitsgefühl mit tiefem Ekel ab; gewisse Juden fühlen sich aber in dieser Atmosphäre anscheinend sehr wohl. Diese überaus traurige Tatsache ist nur durch den Mangel jeglichen Selbstbewußtseins und Stolzes bei unseren Wiener Glaubensgenossen zu erklären. Es wäre sonst undenkbar, daß Juden, ohne vor Zorn und Scham zu erröten, „Possen“ anhören, welche ihre- Ehre, .sowie die,Ehre ihrer Frauen in den Kot zerren. Pflicht eines jeden ist es, auf das unsäglich Erniedrigende hinzuweisen, welches in dem Besuch der „Budapester“ liegt und gegen diesen Besuch überall Stellung zu nehmen. Die jüdischnationale [Presse muß dagegen die Aufgabe übernehmen, mit aller Energie gegen die Aufführung solcher Schaustücke aufzutreten. Nur dann wird es möglich sein, ein Ende dieses schmachvollen Zustandes herbeizuführen! Mit treujüdischem Gruß Ingenieur R. K. Liste der Ueberläufer (vom 30. Dezember 1908 bis 6. Jänner 1909.) Hugo Bergler, 1873, Wien, ledig, Handelsreisender, IX., Schubertgasse 15. Marie geb. Pollak Werchota, 1880, Boskowitz (Mähren) verh., XVI., Neumayergasse 19. Hermann Fein mann, 1882, Olmütz, ledig, Kaufmann, Hongkong (China). Dr.Ludwig Lichtenstern, 1865, Wien, ledig, Hof- und Gerichtsadvokat, XIX., Gebhardtgasse 6. Margarete Munk, 1873, Wien, ledig, Malerin, III., Veithgasse 3. Dr. Gustav Comell, 1847, Prag (Böhmen), ledig, Advokat, IX., Hahngasse 8. Marie geb. Galia Ta u s s, 1864, Ung. Ostrau (Mähren), verh., k. k. Polizeikommissärsgattin, IX., Fluchtgasse 2. Marie geb. Haslinger Löw, 1836, Degelhof, Pfarre Weilbach (Ob.-Oest.), verh., Private, IX., Hörigasse 18. Herr Robert Alt hat im XIX. Bezirk, eine Fleischhauerei eröffnet Wir verweisen auf die Ankündigung im Inseratenteil. Seite 7 Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Oesterreich. Wien IX., Türkenstrasse 9. Der jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, palästinensischen Boden als Gesamteigentum jüdischen Volkes zu erwerben und auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom 5. Zionistenkongreß 1901 gegründet, besitzt er heute bereits ein Vermögen von 175 Millionen Kronen. Allgemeine Spenden. Jeder Jude soll bei allen Anlässen des jüdischen Nationalfonds gedenken. Bielitz. M.: Per L. W.: Hasmonäa Grat. M. (Friedek) zum 10. semestr. Stiftuungsfest 1.—. 25. Semester der Hasmonäa - . 1.— Brody O. G.: Per J. Preczep: ges. a. Hochz. Porter-Kapise d. Teich, Akner u. Frl. Werbner.16. - Czernowitz. Bu.: Per M. Wender: Sammlung im Bethaus „Zion-Verein“ 43.02, Sammlung Hochz. Reinstein-Blechmann d. W. Gold 2.09, Zion-Verein Erez Israel 43.02 . 45.11 Per „Emunah“: Zur Ergänzung der Eintr. Jüd. a kad. Leseverein „Emunah“.30.— Chomiakowka S. G.: Per H. Liebmann: ges. anl. Makkabäerfeier d. M. Reiß: J. Lehrmann, M. Liebmann ä F. Brinstein, F.Gottfried, Fr. Ch. Liebmann, M. Neubeger ä 0.46, J. L. Akselrad, Fr. Blumenthal, Frl. Boltner, Feier, A. Ginsberg, Frl. L. Liebmann, Frl. K. Liebmann, Frl. F. Liebmann, Neuberger, M. Perlmutter, M. Reiß, Frl. Sch. Reiß, S. Rosenstock, Frl. H. Skolnik, S. Weisser ä 0.28, 1 ä 0.02. 6.92 Dorna Kandreny Bu.:Per D.-K.: ges. bei Brith. Milah: S. Schol 2.06, ges. bei Verlobung H. Glückstern- Anna Flohr 6.—, ges. bei Brith- . Milah: J. Pistiner 1.14 ..... 9.20 Dyczkow Pod.: N.-F.-K. Dr. N. Nußbaum: Mühlenverwaltung .... 3.— Drohobycz S. G.: Per N.-F.-K. Dr. N. Sußmann: Sammlung Klara Hororitz sen.: E. Budracka, Seemann, N. Witkower ä 0.50, Pineies, M. Kornhaber, Mendelssohn, Z. Kammermann, Spitzmann ä 0.40, Fischer, Mendelssohn, T. Stern ä O. 30, Klinghoffer, Hermann, Kammermann, Felsen, Horszowska ä 0.20, 5 ä 0.10, Sammlung J. Schutzmann, Roßberg u. Josefsberg ä 0.40, Sammlung Pinkas Schreiner: Dr. M. Pachtmann, L. Diamandstein ä 5.—, J. Seinfeld 2.—, Weiß, H. Bohrer, F. Halpern, Landesberg ä 1.—, A. Rosenberg, Saldörfer, S. Backenroth, Kreisberg, E. Turnschein, Hruszowski, Bern, Kurmann, Oberländer ä 0.50, Brummer Sternbach, Fränkel ä 0.30, E. Saldörfer, Hillebrand, Speier, J. Halpern, Friedländer, M. Rothenberg, A. Oberländer ä 9.20, 6 ä 0.10, Eisig Schmer . . . . ... . 30.90

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