Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 1 (1.1.1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 1 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 9 Kais. Rat Wilhelm Schwarz (Wien): „Export und Import des Orients (mit besonderer Berücksichtigung Palästinas)“. Dr. Karl Ullmann (Dozent an der k. k. Universität, Wien): „Die Krankheiten Palästinas und ihre Prophylaxe“. Hermann Vambery (Professor, Budapest): „Die Verhältnisse des Orients und der Zionismus“. Die übrigen Vortragenden werden demnächst bekanntgegeben. Die Inskriptionsgebühr für alle Vorlesungen beträgt für Studenten K 5—, für Nichtstudenten K 10.—. Die Vereinsleitung ersucht um vorherige baldige Anmeldung, da entsprechend den Vormerkungen der Vortragssaal gewählt wird. Anmeldungen sind an Adresse J. U. C. Leo Goldhammer, IX., Brünnlgasse 6, zu richten. Die Leitung ersucht alle Interessenten um Bekannt gäbe, von Adresse n, an welche die in einigen Tagen erscheinenden ausführlichen Prospekte mit Erfolg zu versenden wären. Mündliche Auskünfte täglich von 7—9 Uhr abends im Vereinslokal, VIII., Alserstrasse 7. Telephonische Auskünfte werden täglich erteilt. Telephonnummer 18451 und 4167 IV (Veremspräses Georg Weiner, IX., Bindergasse 6). . . Die Vereinsleitung. Vereins- und Versammlungs- Nachrichten. Voranzeigen. Wien. (Verein jüdisch-jugendlich e r A r b e i t e r.) Sonntag den 3. d. M. find st im Vereinjlokale II., Gr. Piarrgasse 12, ein Vortrag des Koll. Nagler über jüdische Geschichte statt. Beginn 3 Uhr nachmittags. Jeden Sonntag nachm. Vorträge. Mittwoch abends Geschichtskurse. Das Vere:nslokal ist täglich geöffnet und werden Anmeldungen in Rechtsschutzangelegenhe teil entgegengenommen. Wien. (Verein „Theodor Herz 1“.) Das Wochenprogramm des zionistischen - Seminars für die Zeit vom 4.—11. Jänner 1909 lautet folgendermassen: Dienstag den 5. Jänner: Ernst Stark: Palästinakunde II. Mittwoch den 6. Jänner: Leo Gold hammer: Judenwanderungen. Freitag den 8. Jänner: Jüdischer Leseabend. Samstag den 9. Jänner: Schr.ftsteller Heinrich York-Stelner: Zur Psychologie des modernen Judentums. Beginn der Vorträge präzise halb 8 Uhr abends. Ort: Vereinslokal VIII., Alserstrasse 7. Gäste stets willkommen. Wien. (Vortragszyklus aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kult u r.) Donnerstag den 7. Jänner 1909, präz'se lia'b 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Arch.tekten-Vereines, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Kustos Dr. S. Frankfurter statt. Thema: „Das altjüdische •Erziehungswesen im Licht? moderner Bestrebungen.*’ Eintritt frei, ohne Karten. Wien. (P o a I e Zion.) Samstag den 2. Jänner 1909 findet im Vereinslokale, II., Gr. Piarrgasse Nr. 42, eine Versammlung statt, in welcher Gen. S. Kap laus ky referieren w.rd. Beginn halb 8 Uhr. Gäste willkommen. Der Frauen-Wohltätigkeitsverein „Zuflucht"! veranstaltet Mittwoch den 6. Jänner im Grossen | Musikvereinssaale eine Akademie mit Ball, derei j Reinerträgnis, wie alUährlich, armen Gewerbetreibenden gewidmet wird. Balltoilette. Anfang i 9 Uhr. Mitwirkende: Frl. Selma Kurz, k. u. k. ‘ Kammeru. k. u. k. Hofopernsängerin. Das Beamtj Quartett. Die Herren Leopold Demuth, k. k. Hofj Opernsänger; Otto Tressler, k. u. k. Hofburgschau-! Spieler; Alfred Griinfeld, kk. Kammervirtuose; } Max Pallenberg, Mitglied des k. k. priv. Theaters I a. d. Wien; Hansi Niese, Frl. Kutschera. Musik der Kapelle des k. u. k. bosn.-herzeg. Infanterie-Reg:- mentes Nr. 1 unter persönl. Leitung des Kapellmeisters Herrn Ferd. Domansky. Karten (■numerierte Sitze) ä K 20—, 10.—, 6.—, 4.—, 3.—. Tänzerkarten ä K 2.— sind zu haben bei: Albert J. G u t m a n n. k. u. k. Hofmusikalienhandl„ im k. k. Hofoperntheater von 9—1 und von 3—7 Uhr, Frau Laura Goldschmidt, II-, Ob. Donaustr. Nr. 75, Telephon Nr. 18310. Frau Ida Figdor, - I-, Gonzagag. 3, Telephon Nr- 17568, sowie bei sämtlichen Vorstaudsdamen. — NB. Um Irrtümern vorzubeugen, wird darauf aufmerksam gemacht, dass Einladungskarten nicht als Eintrittskarten gelten. Wien. (Hebräischer Konversationsklub „Ivria“) Sanstag den 2. Jänner 1909 findet um halb 8 Uhr abends in der Lesehalle, IX., Grüne Torgasse 34. ein Diskussionsabend statt. Gäste willkommen. i r- Wien. Cand. Ing. Ernst Buchbinder, Obmann des Komitees für den Verband der jiid.- nat. Finken an den Wiener Hochschulen, IV.. Apielgasse 2, ersucht uns um die Veröffentlichung folgender Zeilen: Auf viele Anfragen teile ich mit, dass erst die Entscheidung der k. kniederösterr. Statthalterei in Angelegenheit der Statuten für den „Verband der jiid.-nat. Finken an den Wiener Hochschulen” abgewartet werden muss, ehe jene Schritte unternommen werden können, die uns die Anerkennung bei den akademischen Behörden sichern. Ich ersuche die Kollegen, sich um Auskünfte in Angelegenheit des Verbandes an mich zu wenden und fordere gleichzeitig die jiid.-nat. Finken an den Wiener Hochschulen auf. durch eigenhändige Unterschrift auf den zu diesem Zwecke zirkulierenden Bogen, sowie durch den Erlag von 60 h als Mitgliedsbeitrag für das Wintersemester des Studienjahres 1908/09, die Beitrittserklärung zum Verbände abzugeben. Jüdische Toynbee-Halle, Wien. XX-, Othmargasse 46. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Vortragsprogramm für die Zeit vom 2.—8. Jänner 1909: Samstag 2. Jänner: Konzert; Arrangement: Frau Dr. Stern. — Sonntag 3. Jänner: Oberlehrer Riesenfeld: „Mohammed und der Islam“. — Montag 4. Jänner: Dr. Jos. Jerusalem: „Wandlungen im Rechte“ (Zyklus. V- Abend). — Dienstag 5. Jänner: Dr. J. Samuely: „Ueber Hygiene“ (Zyklus, IV. Abend). — Mittwoch 6. Jänner: Rabbiner Dr. Lazarus. Göding: „Der ewige Jude in der Dichtung“. — Donnerstag 7. Jänner: Ingenieur und philos. Dr. Paul Rosenberg 1 „Ueber den Bau der Erde und des Erdinnern“ (I. Teil). — Freitag 8. Jänner: Religionslehrer Leopold Weiss: Bibe'- vortrag. Troppau. Am 20. Dezember 1908 fand in den Drei Hahnensälen die diesjährige Makkabäerfeierstatt. Sie wurde von einem au3 allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung zusammengesetzten Komitee veranstaltet, an dessen Spitze Herr Dr. Theodor Sonnenschein, der Vorsteher der Kultusgemeinde stand. Der grosse Festsaal war von einer vielhundertköpfigen Menge erfüllt. Aus der ganzen Umgebung waren die Gäste herbeigeeilt, um der vielversprechenden Feier beizuwohnen. Nach einigen Konzertpiecen der Militärkapelle entzündete Herr Oberkantor Singermann in weihevoller Weise die Menorahlichter. Die Festrede hielt Herr Felix Salten aus Wien; sie bildete den Glanzpunkt des Abends. Die Ausführungen des Redners, mit ihrer Fülle von Geist und unbezwinglicher Logik, waren ein machtvoller Hymnus auf das Volk, als der ältesten Kulturnation der Welt; sie gipfelten in dem Gedanken, dass dieses Volk auch in der fernsten Zukunft eine führende Rolle im Kulturleben der Völker zu spielen berufen sei, wenn es unerschütterlich an den Wurzeln seines ureigensten Volkstums festhalten und von da die Kraft zum ewigen Leben empfangen werde. Der tiefe Eindruck, den die Rede auf d e mit gespannter Aufmerksamkeit folgenden Zuhörer machte, löste sich in einem begeisterten Beifallssturm. Den übrigen Teil des Programmes bestritten Herr Hofachauspieler Koirad Löwe, welcher die „Chanukalichter“ von Rosenfeld, „Lieschen von der Linde“ von Herzl und den „Eisberg“ von Urban sprach und die Hofschauspielerin Lia Rosen, die das „Sehlaflied für Mirjam“ von Beer-Hoffmänn, „ln der Wildnis“ von Rosenfeld und Auerbachs „Das grosse Erwecken“ vortrug. Die beiden Künstler rissen durch ihre eminente Vortragskunst und grandiose Ausdrucksfähiekeit das Publikum zu tosendem Beifall hin. Sodann folgte der Tanz, der die Gäste in der fröhlichsten Stimmung bis in die Morgenstunden zusammenhielt. H-irvorzuheben ist, dass in einer Ecke des Saales der unermüdliche Gg. Heinrich Slaten eine Ausstellung von Bildwerken jüdischer Künstler veranstaltet hatte, welche durch den auserlesenen Geschmack und das prächtige Arrangement das Entzücken der Festgäste hervorrief. Alles in allem war die Feier ein ehrlicher Erfolg der zionistischen Sache in unserer Stadt, von dessen Nachwirkung wir uns die schönsten Früchte versprechen. Wien. Mittwoch den 16v. M. veranstaltete der „Zionist'sche Einzelverein f. d. westl. Bez. Wiens“ im Cafe Manahlli einen Vortragsabend, an dem Herr Dr. Mich. Feuerstein, der bekannte Verfasser der „Jünglinge" e'nen Vortrag über „Taufjuden“ hielt. Seine treffl eben ■ Ausführungen, denen eine grosse Zuhörerschaft mit Vergnügen folgte, wurden mit grossem Beiiall aufgenommen. Anschliessend daran 'as Herr Dr. Feuerstein seine schon aus dem „Jüd. Almanach“ rühmliehst bekannte Novelle „Hinüber”. In nächster Ze t beabsicht gt unser Verein mehrere Wanderversammlungen in den westlichen Bezirken abzuhalten. Brody. (Makkabäerfeier.) Am 24. Dezember veranstaltete hier der Verein „Tikwath Zion“ eine Makkabäerfeier, welche zahlreich besucht wrar. Der Präses des Vereines Herr Nathan Tartak o w e r eröifnete das Fest- Hierauf spielte Fräulein Salka Tartakower ein K'aviersolo, Herr Bogen deklamierte, Herr Tändler sang jüdische Lieder. Den Glanz des Abends bildete jedoch die Festrede des Reichsratsabgeordneten Prof. Dr. Artur Mahler. Die von edlem Pathos erfüllte Rede nahm das Publikum mit jubelndem Beifall auf. Hierauf folgte noch eine Deklamation von Herrn Bogen und Gesangsvorträge des Herrn Tändler. Daran schloss sich ein Kommers, durch den es uns vergönnt war. noch enige Zeit in der Gesellschaft des Herrn Reichsratsabgeordneten Mahler zu verweilen und begeisternde Worte von ihm zu vernehmen. K. Prossnitz. (Makkabäerieier.) Die denkende und kunstsinnige Judenschait von Prossnitz versammelte sich in festlicher Stimmung am 19. v. M„ um in würdigster Weise die Makkabäerfeier zu begehen. Gg. Dr. Fritz Löhner entflammte die Anwesenden mit seiner stilvollen, von edlem Pathos getragenen Festrede zu heller Begeisterung. Herr Fritz Z w e i g brillierte als glänzender Klaviervirtuose in Beethovens „C-moll-Konzert". Die Palme des Abends errang der Hoischauspieler Herr Konrad Löwe, der durch seine grosse Vortragskunst die Feistteilnehmer in seinem unbezwinglichen Bann schlug, indem er sie gleichzeitig erschütterte und erhob. Rosenields „Chanukalichter“, Heines „Belsazar“, die Ringerzählung aus „Nathan der Weise”, vor allem aber Herzls Märchen „Lieschen unter der Linde“ entfesselten Stürme von Beifall. Die abschliessenden Humoristika brachte der Künstler mit lachendem Humor zum Vortrage. Bis in die frühe Morgenstunde hielt das Fest die hiesige Gesellschaft vereint und erbrachte von neuem den Beweis, wie feste Wurzeln der Gedanke der nationalen Wiedergeburt in -Jen Herzen der hiesigen Juden gefasst hat und wie ohnmächtig die einst tonangebende Partei der Assimilation, die mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln gegen die Makkabäerfeier intrigierte, in unserer Stadt geworden ist. Liste der Überläufer vom 23- bis 30. Dezember. Emil Strakosch, 1859 Brünn, ledig. Privat, I., Stubenring 12. Leonore Flaschner, 1859 St. Georgen (Ungarn), ledig. Handarbeiterin, II., Franzensbrückenstrasse 13- Irma geb. Benedek Landsberger, 1876 St. Gotthard (Ungarn), geschied. Schneiderin, II., Grosse Mohrengasse 40. Maximilian Mayer, 1866 Neubydzow (Böhmen), verehelicht, Redakteur, IV., Goldeggasse 7. Richard Ezechiel Glogau, 1882 Nikolsburg (Mähren),!ed„ Redender, II., Rote Sterngasse 22- Ljuhica Klein, Private. VII.. Neustiitgasse 67/69. Hugo Bergler, 1873 Wien, ledig, Handelsreisender, IX-, Schubertgasse 15. Ich gratuliere meiner Cousine Matyide Schiii aus Boryslaw zu ihrer Verlobung mit Jakob Sicherniann aus Komancze. Sanok. Isaak Schiri jun. Den zahlre chen Bestellern von Bedas „Geturnte und Baldgetuuite” diene zur Kenntnis, dass nur gegen Voreinsendung des Betrages (K 1.2(0 versendet wird. Gegen Nachnahme wird nicht versandt. An unsere Abonnenten. Wir ersuchen diejenigen Abonnenten, deren Bezugszeit am 31. Dezember abgelaufen, um rechtzeitige Erneuerung des Abonnements, da sonst eine Unterbrechung in der Zustellung des Blattes unvermeidlich ist. Wir geben hiermit bekannt, dass die Radaktions- und Administrationslokalitäten sich jetzt Wien, IX! t7 Liechtensteinstrasse 11 (Parterre) befinden. 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