Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 1 (1.1.1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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□ - .=□ Redaktion, Administration und Inseratenaufnahme? IX., ]3iecbtcpsieinsil,. II. Telephon Nr. 14.199. Sprechstunden täglich von 10 —12 Uhr vormittags. □ ' —D Manuskripte werden nicht z* "ückgestcllt. Wochenschrift. Erscheint jeden Freitag. Verkaufsstellen in Wien ^Administration, Liechtensteinstr. 11. Zeitungsbureau Goldschmied t, I., Wollzeile Nr. 11. Einzelne Nummern 20 Heller. Vertretungen in der Provinz : Manuskripte werden nicht zurückgestellt. □- Abonnementspreise: In Oesterreich-Ungarn: Ganzjähr. K 10. — , halbjähr. K 5.—, v.erteljähr. K 3.—. ln Deutschland: Ganzjähr. Mk. 10.—, halbjähr. Mk. 5.—, Vierteljahr. Mk. 3.—. Im übrigen Ansland ganzj. Fros. 15.—. 1-1 — n =3 * ln Brünn : Z e i t u n g s ’-eau,' Ferdinandgasse. — ln Prag: Zeitunsverscbleiss VVlzek, Graben 33. — In Lemberg: Karl Baohstab. Buchhändlerische Vertretung für Deutschland: Otto Klemm in Leipzig. Nr. I Wien, Freitag, den 1. Jänner 1909. III- Jahrgang. Itas dett) lobalte: „Heil Liechtenstein!“ Ueber die BKilitärtanglichkeit der Juden. Jadenelend in Galizien. Her Beifall aller. Gedicht von Beda. Noble Gegner. Aus dem jüdischen Leben. Bndapester Brief. Jüdischer Theaterabend. Die jüdische Arbeiterschaft in Palästina. OeffentUche Sitzung des Kultusvorstandes. Liste der Ueberlänfer. Vereinsnachriohten. Innerösterreichischer Distriktstag. Der Distriktstag vom 13. Dezember 1908, der sich auf vier Wochen vertagt hatte, wird am 10. Jänner 1909 fortgesetzt. Die Herren Delegierten,.und- Vertrauensmänner werden - eingeladen, sich pünktlich lim halb 10 Uhr vormittags im Bureau des Zionistischen Zentralvereins, IX., Türkenstrasse 9, einzufinden. Die provisorische Leitung des D.-K-: Alfred Brecher, Siegfried Beer, Dr. Max Jerusalem. JmMMm italnnln HaiiaMit-Beiikau“. £ Makkabäerfeier Sonntag, den 10. Jänner 1909 im. Hotel Savoy, VI., Maria hilf erstr. 81. Festrede: Reichsratsabgeordneter Prof. Dr. Artur Mahler. Vorlesung eigener Dichtungen Beda (Dr. Löhner). Musikalisch-deklamatorische Vortriige und Tanz. . Beginn 8 Uhr abends. - Einzelkarten K 1.50, Familienkarten (giltig für 4 Personen) K 4.—. Für reservierte Plätze ist an der Kassa für Entreekarte K 1.—, für Familienkarte K 2.— zu entrichten. Karten zu haben bei allen Komiteemitgliedern und in folgenden Verkaufsstellen: Cafe Mariahilf, VI, Mariahilferstr. 89 Caf6 Westend, VII, Mariahilferstr. 126 Cafö Boulevard, VI., Mariahilferstr. 127 Caf4 Scliwenderhof. XIV., Mariahilferstrasse 189 Restaurant Reisz, VII., Mariahilferstrasse 124 Restaurant Epstein, VII., Zollergasse Cafe Marienbrücke, I., Rothenthurmstrasse 31 Gaf6 Jägerhof, IX , Porzellangasse 22. Das Exekutivkomitee. Ul P. T. Mit der heutigen Nummer tritt die _-Jüdische Zeitung“_ in ihren dritten Jahrgang. Durch die rückhaltlose Vertretung der Grundsätze des Zionismus der Forderungen der jüdischen Nationalpartei Oesterreichs, sowie aller jüdischen mteressen durcn ihren gediegenen Inhalt, denReichtum von Originalbeiträgen aus der Feder geschätzter jüdischer Autoren, Original- Korrespondenzen aus dem ln- und Auslande hat sich die _„Jüdische Zeitung“_ in der kurzen Zeit^ ihres V estandes einen hervorragenden Platz in der jüdischen Publizistik gesichert und eine grosse Verbreitung gewonnen. Die „Jüdische Zeitung“ wird auch im dritten Jahrgang ihrem Programm treu bleiben und nach allen Richtungen hin ausgebaut werden. Kein national gesinnter Jude, kein Zionist sollte es unterlassen, die _„Jüdische Zeitung“_ zu abonnieren und dieses wichtige Parteiunternehmen nach Kräften zu unterstützen. Die Verwaltung der „Jüdischen Zeitung“ „Heil Liechtenstein“! Von Dr. K. In Stambul. der Hauptstadt des türkischen Reiches, tagt das osmanische Parlament. Es ist von den Deputierten zweier Weltteile beschickt. Schwere Aufgaben harren seiner, denn in diesem Parlamente wird darüber entschieden werden, ob die Türkei zu einem modernen Völkerstaat gestaltet werden wird, zu einem Hort der Freiheit, der nationalen Gerechtigkeit für alle seine zahlreichen Völker und somit auch die Juden — oder ob der Halbmond für immer von den Zinnen der Aja Sophia veischwindet. Man möge sich nur keiner Täuschung hing.ben, trotzdem alle Mächte mit einander in Freundschaftsbezeugungen für die Türkei wetteifern; e c h t ist diese Freundschaft nicht und am allerwenigsten in Pete ns bürg. Dort hat man niemals darauf Verzicht geleistet, im geeigneten Momente das Testament Peter des Grossen zu vollstrecken und auf der Aja Sophia das Doppelkreuz aufzupflanzen. Konstantinopel im Besitze des Zaren wäre aber gleichbedeutend nicht nur mit der Erwürgung Oesterreichs, sondern auch der gesamten westeuropäischen Kultur und Demokratie, sowie aller Hoffnungen, speziell aber der des jüdischen Volkes, die dieses nun an eine national-förderative Jungtürkei und eine Autonomie Palästinas in deren Rahmen knüpft. Darum blicken gerade die Juden voll banger Sorge auf die Verhandlungen des türkischen Parlaments; denn dort wird entschieden werden, nicht nur über Sein oder Nichtsein der Türkei, sondern auch über die FEUILLETON. Abraham (Zu seinem 100. Geburtstage.) Von Dr. M. Berkowicz. Aus der kleinlichen, kindisch schwatzenden, mitunter ganz geschmacklosen „Haskala“ -Literatur aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts ragt er wie ein Riese hervor: Abraham M a p u, der Schöpfer des hebräischen Originalromanes. Die Zionsharfe, die der junge Micha Josef Lebe n s o h n mit in sein frühzeitiges Grab genommen zu haben schien, war verstummt, die liebliche zaubervolle Stimme Erters, des Prophetendichters, war verklungen, als Abraham Mapu (1852) sich entschloss, seinen ersten Roman „Ahawath Zion1an dem er fast 20 Jahre gearbeitet hatte, der Oeffentlichkeit zu übergeben. Das war eine Gabe, ein Geschenk, dessen Wert diejenigen allein zu schätzen wissen, die über iure düsterernsten Talmudfolianten hinweg in der idyllischen Träumerwelt Amnons und Thamars — so heissen die Haupthelden des „Ahawath-Zion“ — Erholung suchten und in reichem Masse fanden. „Ahawath-Zion“ war die Lektüre der Jugend. Wohl vergnügten sich auch die Alten an den schönen Klängen der Prophetensprache, die Mapu so meisterhaft zu handhaben verstanden, aber die Jugend sah in diesem Dichterwerke alles, wonach sie sich sehnte; nicht bloss eine künstliche Anreihung von biblischen Phrasen, wie sie bis dahinüblich war, sondern alles was zum Herzen der Jugend sprach: Schönheit, Unschuld, Liebe und Hoffnung sprachen sie aus jeder Zeile dieses Romanes an, den man mit Recht als den Grundstein der neuhebräischen schönen Literatur zu bezeichnen pflegt. „Ahawath-Zion“ gab der jüdischen Jugend ihre Welt wieder, befreite sie von einem Zwiespalt, in dem sie durch das bekannte Missverständnis der Beziehungen zwischen Judentum und Menschtum lebte; er machte sie zu ganzen Juden und ganzen Menschen. Das Saatkorn dieses Zwiespaltes war schon in die ersten Erzeugnisse der neuhebräischen Literatur gelegt. Die ersten „Wecker“, die Herausgeber des „Meassef“, hatten sich zwei Welten konstruiert, eine „jüdische“-religiöse und eine „weltliche“-kulturelle. So lautete das Programm dieser Zeitschrift, die von Freunden und Anhängern Mendelssohns herausgegeben wurde: Pflege der Prophetensprache, in der bloss historische und ethische Belehrung verbreitet werden mussten; alles weltliche müsse von der heiligen