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Jüdische Zeitung · 1908-10-16 · 42 (16.10.1908) · p. Seite 9

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
2 (1908)
Issue
42 (16.10.1908)
Date
1908-10-16
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 42 Seite 9 . Wer heute für den Bezalei oder für die praktische Tätigkeit in Palästina agitieren will, muss auf dieses tieft zurückgreifen. Da die Zeitschrift i nicht' allzu, viele freie Exemplare anfertigen lässt, j so empfiehlt es sich, baldigst Bestellungen aufzuj geben (portofreie Zustellung 1 Exemplar 50 Pfg., 10 Exemplare 4 Mark, bei 50 Exemplaren ä 30 Pfennig). Zum Schluss bemerken wir, dass „Palästina“ 1909 bedeutend verbessert und vergrössert erscheinen wird. D e zionistische Partei wird die Zeitschrift nicht übernehmen können, da die materielle Seite leider nicht so gut fundiert ist. Parteinachrichten. Distriktstag der westgaiizischen Zionisten, Am 1. November 1908 findet in Tarnöw der Distriktstag der zionistischen Organisation Westgalizier|s mit folgender Tagesordnung statt: 1. Begrüssung (Qg. Dr. H i i f s t e i n), Wahl des Bureaus etc.; 2. Rechenschaftsbericht: Referenten: Qg- Dr. Krengel und Gg. Dr. Wahrhaftig; 3. Feststellung des Budgets für das Jahr 5669; 4. Die fetzige Lage im Zion'snurs und unsere nächsten Aufgaben. Referent Qg, Dr. S. F e 1 d b 1 u m. — Aberrdls eine Volksversammlung. Für das D.-K.: Dr. H i 1 f s t e i n. Dr. F e 1 d b 1 u m. Liste der Überläufer. Vom 7. bis 14. Oktober 1908- Adolf .Rubinstein, 1883 Jassy (Rumänien), ledig, Ingenieur, IV., Schönbrunnerstrasse 7. Bruno Koffler, 1879 Wien, ledig, V1L, Bernardgasse 36. Betty Moschkovitz, recte Neuwirth, 1885 Wien, ledig, Private, X., Humboldtgasse 36- Moritz Zwergbaum, 1884 Wien, ledig, Kommis, XVII., Gschwandtnergasse 40. Lina Kreilesheim, 1882 Wien, ledig,; III., Untere Viaduktgasse 3. Elise Meitner, 1878 Wien, ledig, Privat, I., Esslinggasse 15. Sofie,Rode,. 1877 Czemowitz-(Bukowina), ledig. Private, VI., Theobaldgasse 7. Kamillo Brückner, 1883 Jaroslau (Galizien), ledig, Professor, VI., Getreklemarkt 15. Friedrich Saal, 1890 Wien, ledig, Student, I., Salzgries 16. Nuta (Natan) Kammyl, 1865 Peczenizyn (Gakiz.), verh., Hilfsarbeiter, XX-, Dresdenerstr. 62. Dr. Egon Josef WelJesz, 1885 Wien, verh., Privatbeamter, XIX., Reithlegasse 10. Emil Sinai, 1873 Floridsdorf, ledig, Prokurist, XXI., Hauptstrasse 20* Heinrich Seider, 1879 Humpoletz (Böhm-), ledig, Monteur, XVI., Ottakringerstrasse 149. Berta Krakauer, 1859 Budapest, geschied., Private, IX., Bleichergasse 20. Anna Trebitsch, 1878 Wien, verh., Private, XIII., Auhofstrasse 202.. Dr. Hugo Siegfried, 1872 Gablonz, verh., Assistent der I. med, Klinik, IX., Mariannengasse 14. Rudolf Kuhn, 1882 Brünn, ledig, Privatbeamter, IX., Berggasse 27- Karolina Singer, 1873 Budapest, ledig, Private, IX., Nussdorferstrasse 78. Ernst Steiner, 1874 Klösterle, ledig, Sclrlossergehilfe, IX., Schlagergasse 4- Gustav Winternitz, 1867 Tur (Böhm.), verh. Privatbeamter, IX., Servitengasse 1. Klara, geh. Wurmser, Winternitz, 175, Mannheim, verh., Beamtensgattin, IX., Servitengasse 1. Rosalia,^geb. Mekler, Kohn, 1856, Wien, verw., Bezirksarzts-Witwe, IX,, Alserstrasse 2. Irma Marie Leiner, 1880 Prag, ledig, Private, IX., Frankgasse 4. Ida Theodora EHissen, 1886 Wien, ledig, Privat, I., Opernring 17. Helene Medina, 1885 Wien (türk.-israel-), ledig, Kanzlistin, II-, Stuwerstrasse 18. Aufraf! Die elende wirtschaftliche Lage der jüdischen Juristen Oesterreichs erheischt unverzügliche und durchgreifende Massnahmen, um -ein katastrophales Intelligenz-Elend auf diesem Gebiete zu verhindern. JÜDISCHE ZEITUNG Als erster und wichtigster Schritt auf diesem Wege erscheint uns die schleunige Gründung eines Jüdisch-Akademischen Jurfsten-Vereins auf der W i e ne r Universität, der neben der be ruilieh-wässenschai tli chen Ausbildung' seiner Mitglieder die Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage und ihrer sozialen Zukunft anstreben soll. Dass gerade ein „jüdischer' Juristen- Veretn gegründet werden muss, und somit ein berufliches Interesse mit dem. nationalen verbunden wird, dürfte aus den folgenden Gründen jedermann entfeuchten: 1- Das wirtschaftliche Juristenelend (oft jahrelange Stellungslosigkeit, Hungerlöhne der Korzipienten infolge Ueberfül'ung dieses Standes etc.) trifft beinahe ausschliesslich den jüdischen Juristen, der zu 80 Prozent sich der advokatorischen Laufbahn zuwenden muss; denn während seine arischen Berufsgenossen auf dem geräumigen Gebiete der Staats beamten- Karriere jederzeit Unterkumt finden, ist dem jüdischen Juristen trotz Staatsgrundgesetz und papierener Gleichberechtigung die Beamtenstellung vollkommen verschlossen. Ja sogar bei Bahn-" und Bankanstellungen bildet se'n Volkstum einen Stein des Anstosses. 2. Es dürfte keineswegs unbekannt (sein, dass in den letzten Jahren von hervorragenden Rechtsgelehrten der erfolgreiche Versuch unternommen . wurde, jüdische und überhaupt semitische Rechtsquellen (Codex Hamurabbi, griechisch-syrisches Rechtsbuch, das umfangreiche juristische Material in Bibel, Talmud, in der jüdischen Responsenliteratnr etc.) in den Kreis wissenschaftlicher Bearbeitung zu ziehen und dass man auf diesem Gebiete zu hochinteressanten Ergebnissen bi^sonders in bezug auf die vergleichende Rechtswissenschaft gelangt ist. Unser Verein wird nun auch die schöne Aufgabe haben, einen Resonanzboden für diese Bestrebungen zu bilden und den Professoren, die sich mit Fragen jüdischer Jurisprüde n z befassen, die Möglichkeit geiwähren, dse Ergehnisse ihrer Forschungen einem Kreise sachkundiger und begeisterter Zuhörer vorzuführen. 3. Es existiert ati der Wiener Universität eine berufliche Juristenorganisation, der „Deutsche Juristenvereln“, der, obwohl von Juden begründet und moralisch sowie materiell unterstützt, nur Mitglieder aufnimmt, dre ehrenwörtlich erklären, da^s sie A r ier seien und nicht von Juden abstammen. Aus all diesen Gründen ist die Schaffung eines Jüdischen Juristenvereines eine unbedingte Notwendigkeit. Daher wenden wir uns an die jüdischen Professoren und Advokaten um moralische und materielle Förderung, und richten ferner an alle jüdischen Juristen der Wiener Universität che Aufforderung, dem Jüdischen Jurist enverein beizutreten und seine Tätigkeit aufs wirksamste zu unterstützen. Für das Proponentenkomitee: stud. iur. Paul Diamant, Dr. jur. Fritz Löh- . ner, cand. iur. Max Gold. Alle Zuschriften s:nd an cand. iur. Max Gold, Wien, I., Universität, zu adressieren. Vereins- und Versammlungs- Nachrichten. Wien. („Poale-Zion“.) Samstag, den 17. d, M. findet ein Vortrag Efraixn Blumenfeldsüber .Grundrichtungen unserer Arbeit in and für Palästina“ statt. Beginn präzise 8 Uhr abends. Die Parteigenossen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäste willkommen. - Wien. Der I. Wiener Jüdische Turnverein bat mit seinem regelmässigen WSntertumen bereits wieder begonnen und wurden die Turnzeiten wüe folgt festgesetzt: Männerturnen: Montag und Donnerstag, 7—9 Uhr abends; Frauen- und Mädchentufnen: Mittwoch und Samstag, 7—9 Uhr abends; ZögKngstumen: Sonntag halb 9—10 Uhr vormittags Kmdertumen, Fechtkurse. Die der modernsten HygSene entsprechende neu adaptierte Turnhalle befindet sich IX„ Liechtensteinstrasse 20. Anmeldungen werden in den oben angeführten Turnzeiten am Turnplatz entgegengenommen. Wien. (Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler.) Die 29. ordentliche Plenarversammlung der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler findet am Samstag den 17. Oktober a. c. um halb S Uhr abends im Vereinslokale, IX.. Grüne Torgasse 34. statt. Jene Herren, welche in der Generalversammlung Anträge stellen wollen, müssen diese statntengemäss drei Tage vorher dem Präses überre chen. Die Tagesordnung lautet: 1. Berichterstattung über das 29- Semester: 2. Neuwahlen; 3. Eventualia. Wtou.(Jsraelitiscber Waöler verein Ouakrn g.) Anlässlich dar im November d. J„ stattfindenctei< Kultuswahler, veranstaltet der Israelitische Wählerverein, Donnerstag den 22. Oktober d. J. in Leopold Müllers Gasthaus zum .goldenen Widder“, U., Taborstrasse 34, um 8 (Jbr abends eine Wählerversammlung. Um zablreiches Erscheinen wird gebeten. Prag. („Barissia“.) Die im A. C. vom 7. Oktober 1908 vorgenommene Chargenwahl für das laufende Wintersemester hatte folgendes Ergebnis: M. U. C. Walther Kohner X, phVL cand. Ernst Gütig XX, F X, ing. cand. Wilhelm Landmann XXX. Die Semesterantrittskneipe indet am 14. Oktober 9 Uhr abends auf unserer Bude statt Karlsbad. Der Jüdisch-akademische Klub Karlsbad hat 'das erste Jahr semes Bestandes beendet. Trotz dieser kurzen Zeit hat er sich bereits die Sympathien der Karlsbader Bevölkerung zu erwerben verstanden, was sich am glänzendsten bei dem feierlichen Eröiinungskommers im Dezember vorigen Jahres zeigte. Der Klub war immer am Platze, wenn es galt, jüdische Interessen zu fördern, wobei er seine Tätigkeit nicht allein auf Karlsbad beschränkte. So ermöglichte er im Verein mit seinem Ehrenmitglied Rabb. Dr. Ziegler einen Vortrag unseres bedeutendsten Jargondichters Morris Rosenfeld. Bei allen grösseren Veranstaltungen und Aktionen in Böhmen war der Klub teils korporativ, teils deputativ vertreten, ln den Hauptferien, auf die sich selbstverständlich die Hauptarbeit konzentrierte, wurden Seminare veranstaltet in denen alle Fragen des jüd sehen Lebens zur Erörterung gelangten. Schliesslich veranstaltete der Klub einige kle nere Tanzunterhaltungen und Ausflüge, um den gesellschaftlichen Pflichten zu genügen. H. Trzynletz (Oesterr.-Schl.) Vor einigen Tagen fand in der Restauration des Herrn Wilhelm Schanzer ein zionistischer Diskussionsabend statt, den unser Vertrauensmann Herr Gg. J. Borger einberief und bei dem stud. jur- Fritz Singer, Friedek, eine zionistische Agitationsrede hielt. Durch seinen glänzenden Vortrag verstand es der Redner, alle Erschienenen rür unsere Sache zu gewinnen. Dem jüdischen Nationalfonds wurden neue begeisterte Förderer gewonnen, da sofort eine Selbstbesteuerungsgruppe zugunsten des NationaAiomls gegründet wurde, welcher vorläufig folgende Herren angehören: J. Borger. S. Schanzer, Blumenfeld. Brauner, Fischgrund, Flach, Landeisberg. Roth, Steiner. Flach. Wilhelm Schanzer, Hecht und Simon Goldberg. Die Besteuerten bilden die Majorität der Trzynietzer Judenschait und ist daher dieser Erfolg als ein grosser zu bezeichnen. Die Bielitzer Kreisleitung muss an dieser Stelle die besonders eifrige Tätigkeit ihres Vertrauensmanneis Gg. Borger als nachahmenswertes Beispiel den übrigen Gg. und Mitarbeitern rühmend hervorheben. denn der erfolgreiche Abend ist nicht das erste Werk während seiner noch kurzen Tätigkeit. Gg. Borger ist es auch bereits gelungen, den dortigen israelitischen Betbausverein zu veranlassen, dass Spenden für den Nationalfonds beim Thoraaufruf entgegengenommen werden. Auch sind Nationalfondsbüchsen fast in allen jüdischen Häusern untergebracht und zeitigen schöne Resultate. Keine Gelegenhei t wVd versäumt, dem jüdischen Nationalfonds und den anderen zionistischen Institutionen neue Förderer zu gewinnen. Dieses glänzende Beispiel zielbewusster Tätigkeit einer einzelnen Personen zeigt deutlich, wfeviel in dieser Bezehung in grösseren und reicheren. Judengemeinden bei eifriger Agitation zu erreichen wäre. Budapest Die „Makkabäa“, jüd.-nat. akad. Verbindung hielt am 3. Oktober die erste Generalversammlung ab. bei welcher Gelegenheit die jüdischen Akademiker m grosser Zahl erschienen waren. Das Präsid um wurde wie iolgt g^lrldet: Präses Josef Schönfeld; Vizepräsidenten: Dr. Leo Lipos und Dr. Baruch Tomaschoif; Sekretär: Nändor Madaräsz; Notar: Hugo Kulka; Kassier: Rezsö Borsa; Nationalfondskommissär: Artur Fischer senior: Kontrollore: Sändor Törö'i und Marcell Radö; Majordomus Sarnu F r a n k L Tamopal. Wahl in der hebräischen Sehlde „Makabi“: Präsident Herr MaierWander; Vizepräsident Herr Leon Adler; Setrerär Herr Josef Koffler; Kassier -Herr Samuel Freud.

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