Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 2 (1908)
- Issue
- 40 (2.10.1908)
- Date
- 1908-10-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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/ Seite 6 unter dem Namen „Einigkeit“ ins Leben gerufen, welcher eine Fusionierung der sephardischen und aschkenasischen Juden anstrebt. Seinen Zweck will er durch Koedukation von sephardischen und aschkenasischen Kindern, denen im Hebräischen, Türkischen und Arabischen Unterricht erteilt werden soll, erreichen. Parteinachrichten. Sitzung des westösterreichischen Zentralkomitees. In dein vorwöchentlichen Berichte über die Sitzung des westösterreiohischen Zentralkomitees wurde in der Liste der anwesenden Komiteemitglieder der Name des Dr. Emil M argul i es (Trautenau) nicht angeführt Ferner tragen wir noch nach, dass das Zentralkomitee beschlossen hat d^e nächste Sitzung in Iglau asbzuhalten. * * * Bukowinaer Distriktskomitee. Die jüd.-akad- Verbindung „Hebroaia“ in Czernowitz ersucht um Veröifentl.chung der Mitteilung, dass das Bukowinaer -zionistische Distriktskomitee sich n ’i c h t a u f g e I ö s t h a t Es hat lediglich mit der Führung der administratrven Agenden die Verbindung „Hebronia“ betraut. * * * Distriktstag. Sonntag, den 25. Oktober findet in Czernowitz im Jüdischen Nationalhaus der Distriktstag der zionistischen Organisationen än der Bukowina statt. Beginn halb 10 Uhr vormittags. * * * Vom Verehr „Oelbaumspende“ erhalten w’ir folgende Zuschrift: An die Redaktion der ..Jüdischen Zeitung“ Wien. Sehr geehrte Redaktion! infolge eines redaktionellen Versehens seitens der „Weit“ ist in der Mitteilung 'des genannten Blattes wegen der bereits erfolgten Erlangung des Gegenwertes von 10.000 Bäumen die unrichtige Bemerkung enthalten, dass die Sammlung für dea Herzhvald geschlossen werden kann.- In der Tat ist aber von ehern Schl essen der Sammlung keine Rede, da bekanntlich Idter Gegenwert von 10.000 Bäumen nur das Minimum eines für einen Wald nötigen Betrages darstellt, und das für den Herzhvald vorläufig emvonbene Terrain „Hulda“ allein ungefähr die doppelte Zahl von Bäumen umfassen kann. 9 In der Wirklichkeit sollen diie Sammlungen für den Herzhvald mit noch grösserer Energie als bisher fortgesetzt werden, und wir sind fest davon überzeugt, dass die nach Tausenden zählenden Verehrer unseres Führers nicht ruhen werden, bis wir für den Herzlw’ald einen Gegenwert von 100.000 Bäumen erreicht haben w'erden, damit, wie es bekanntlich unsere Absicht ursprünglich war und auch heute ist, der Reinertrag des zukünftigen Herzlwaldes einen dauernden Kulturfonds zur Unterhaltung einer National-Jüdischen Hochschule bilden kann. Indem w’ir unser Bedauern über das Versehen der „Welt“ zum Ausdruok bringen, sprechen w'dr dje zuversichtliche Hoffnung aus, dass unsere Gesinnungsgenossen darin mit uns iibereinstimmen, dass der Herzlw’ald nur dann du würdiges Denkmal für den Mann, dessen Namen er trägt, sein wird, wrenn er 100.000 Bäume umfassen und Jahrhunderte und vielleicht Jahrtausende der Gesamtheit als Quell zur Befriedigung hoher kultureller Bedürfnisse dienen wird. Unsere Gesinnungsgenossen wenden den Beweis, dass sie mit uns eines Sinnes sind, am besten dadurch erbringen, dass sie W’ähnend der kommenden jüdischen Feiertage eine recht rege und umfassende Propaganda für den Herzhvald überall entfalten w’erden. Der Vorsitzende des Vereines „Oelbaumspende“ gez. Warburg. P. S. Sämtliche Parteiblätter w’erden um Abdruck dieser Richtigstellung au leicht bemerkbarer Stelle gebeten. D. 0. JÜDISCHE ZEITUNG Liste der Überläufer. Leo Jaffe, 1885 Posen (Preussen), verh., Privat, I-, Biberstrasse 10. ' Stefanie Krenbarger, 1S87 Wien, ledig, Hiifsarbeiterin, X., Geliertgasse 7. Margarete Weiser, 1SS2 Wien, ledig, Private, 1., Kohlmessergasse 6. Egon Strakosch, 1877 Prag, ledig, III., Münzgasse S. Dr. Robert Kronfeld, 1874 W'.en, verh., I., Bognergasse 7. . Viktor Grünwald, 1874 Wien, ledig, Verkäufer, III., Kollonitzgasse 6. Siegmund Weiss, 1864 Wien, ledig, Schriftsetzer, III-, Haidingergasse 24. Trieda Lemberger, 1880 Wien, ledig, VIII., Piaristengasse 1. Leo Freisinger, 1877 Pilsen, veilh., Privatbeamter, XII., Schönbrunnerstr. 140. Gertrude geb. Breslauer Freisinger, 1878 Lipine (Ob.-Schlesien), verh., XII., Schönbrunner- Strasse 140. Else Kapper, 1883 Wien, ledig, Kontoristin, XVII., Braung. 14. Karl Strasser, 1887 Wien, ledig, Lederfabrikant, XIV., Diefenbachgasse 33. Ludwig Schwarz, 18S3 Wien, ledig, ahsolv. Jurist, II., Taborstrasse, Hotel Continental. Zur Inskription S Kommilitonen! Nach jahrelangem Kampfe ist es uns endlccn gelungen, von den akademischen Behörden die Anerkennung der jüdischen Nationalität zu erlangen! Jeder jüdische Akademiker hat die Pflicht, die Errungenschaften des vorigen Semesters sich zunutze zu machen und der Rubrik „Muttersprache“ die Klausel-jüdischer Nationalität hinzuzufügen. Den Kommilitonen mit jüdischer Muttersprache bleibt das Recht unbenommen, die Rubrik mit jüdisch auszufütien und üb er - d i e s die Nationalitätenklausel beizusetzen. Kommilitonen! Es ist uns heuer zum erstenmale die Möglichkeit gegeben, uns frei und ofien zu unserem Volke zu bekennen. Wir dienen nicht mehr fremden Völkern, die uns mit ihrem Hasse verfolgen und die, gestützt auf unsere Zahl, andere Nationen zu unterdrücken versuchen. Es handelt sich nicht um eine leere Demonstration oder eine theoretische Spielerei. Auf Grund unserer Zahl sind wir berechtigt, nationale Forderungen zu erheben und der nächste Kampf gilt der Errichtung von Lehrkanzeln für jüdische Geschichte und Literatur an unseren Hochschulen. Verächtlich wäre es von jedem Kommilitonen, das errungene Recht nicht auszunützen! E s bekenne sich jeder frei und ofien zu seiner jüdischen Nation! Auskünfte erteilt das Exekutivkomitee (9. Bezirk, Porzellangasse 22, Cafe Jägerhof) täglich von 1—2 Uhr mittags. Die Gg. w'erden gebeten, sich >n den Dienst der Agitation zu stellen und sich beim Exekutivkomitee zu melden. Das Exekutivkomitee zur Anerkennung der jüdischen Nationalität an den österr. Hochschulen. Wir erhalten folgende Zuschrift: Erklärung. In Nr. 38 der „Neuen National-Zeitung ‘ findet sich unter dem Sehlagw’orte „Ein zionistischer Antisemit“ eine rnlich betreffende Notiz, welche mit ,Ein polnischer Jude“ gezeichnet ist. In derselben wird auf eine Gerichtsverhandlung Bezug genommen, bei der angeblich festgestellt wurde, ich hätte meinen Gegner mit den Worten „schäbiger polnischer Jude“ beschimpft. Der Inhalt diieser’Notiz ist vom Anfang bis zum fipde absichtlich entstellt. Es bedarf w’ohl keiner Versicherung, dass es mit meiner jüdisch-nationalen Gesinnung unvereinbar ist, eine solche Schmähung zu gebrauchen. Der tückische Angriff seitens der „Neuen National-Zeitung“ wird erklärlicher, wenn ich daran erinnere, dass detm Herausgeber des genannten Blattes eine seinerzeitige Begegnung mit mir in .begreiflich unangenehmer Erinnerung geblieben sein muss. Leopold Spitzmann.' Nr. 40 Vereins- und Versammlungs- Nachrichten. Wien. (Poale Zion.) Samstag den 3. ds. findet in unserem Vereinslokale, II., Stefaniestr. 2 (Cafe Stefanie), ein Vortrag des.Herrn Pierre Ramus über „Moderne Evolutiönsphasen in der sozialen Bewegung“ statt. Die Kollegen w’erden gebeten, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vortrag beginnt präzise S Uhr abends- Gäste willkommen. Budweis. (Morris Rosenfeld-Abend.) Am 11. Oktober 1. J. wird hier Morris RosenfeLd über Einladung des jüdischen Volksvereines „Zion“ seine Gedichte vorlesen. Die einleitende Ansprache hält Rabbiner Dr. Karl Thieberger. Die Veranstaltung w’ird von dem Kultusvorsteher Dr. J. Kohn gemeinschaftlich mit allen jüdischen Vereinen vorbereitet. Radautz. Xm 12. d. M. genoss unsere Stadt die Freude, den berühmten Dichter Morris Rosenfeld' in ihren Mauern zu beherbergen. Der Frauen- und Mädchen verein „Poalos Zion“ hatte den Radautzer Juden Gelegenheit gegeben, Rosenfeld in eigener Person zu sehen und seine Gedichte von ihm vortragen zu hören. Nach der Eröffnungsrede des Herrn Bautechnikers Josef Schw'arzmaiin, der das Leben und Wirken unseres Ghettodichters charakterisierte, betrat Morris Rosenfeld, von tosendem Beifall begriisst, die Bühne: er trug einige Gedichte vor, die einen fast endlosen Applaus hervorrieien. Hierauf deklamierte Herr studiur- Rotsp re eher in gelungener Weise den „Sturm“. Nach Schluss des festgesetzten Programmes folgte der Abschiedskommers, der bis in die späte Nacht dauerte. Tarnopol. (Blidungsverem „Jugend“.) Samstag den 5. ds. nachmittags fand eine grosse, von jugendlichen Arbeitern ur.d ‘ Handelsangestellten zahlreich besuchte Versammlung statt. Das Referat erstattete Ggn. K e n n e r, der über die Bedeutung der Jugendorganisation sprach. Am Abend fand ein Kommers statt, bei welchem die Genossen W e i s b a r t h und Altmann sprachen. Gesammelt wurden 20 K- Sonntag den 6. ds. wmrde eine Versammlung tibgehalten. in welcher Gen. Hitnik aus Lemberg über das Thema: „Die Regulierung der Gesundheit der Jugendlichen1 referierte. Bei d'eser Versammlung traten viele Mitglieder dein Vereine bei. Wien. Die akad. Verbindung „Kadimah“ gibt hiermit allen A. H. A. H., Bb. Bb., Freunden und Bekannten bekannt; dass sie ihre bisherige Bude: IX., Grüne Torgasse 19 a, aufgelassen und die neue in dem neuerbauten Hause. IX., Porzellangasse 36, bezogeir hat. Die offiziellen Budenstunden sind täglich von 6—8 Uhr abends. Wien. Bei 'der am 17. September 1908 statt- : gehabten Konstituierung des Vereinsausschnsses „Kesser-Malchus“ (Kaiserkrone) im 8. Bezirk wunden die naohgenannten Herren für. das Verwaltungsjahr 190S/09 gew’ählt: Obmann Herr Moniz Hirsch, Hausbesitzer; Obmann-Stellvertreter Dr. Adolf Hahn; Kassler Leopold B r odi, Restaurateur; Revisor Emanuel Hayek. Lederhändler; Rev.-Stellv. H. Feld mann. Kaufmann; Schriftführer Emil Sommer, Hausbesitzer; Schratf.-Stellv. Max Seih ulmann. Buchhalter; ferner: Dr. Max Hirsch, prakt. Arzt; Ph. Hihbscih, (Kaufmann; Emanuel Kelhl, Kaufmann; Bernhard Hescheles, Kaufmann; Hermann Eisner, Kaufmann; Ludwig 'Wertheimer', Kaufmann Die meisten dieser Herren gehören seit vier Perioden dem Vorstande.an. Personalnachrichten Gg. Adolf Böhm gibt hiemit bekannt, dass seine Trauung mit Frl. Olga Lemberger Donnerstag den 8. Oktober, halb 3 Uhr nachmittags,' jm Tempel, Wien, II., Tempelgasse, stattfindet. Sait)ff)e1ste11e des iJüdischet) läationalfoods \w ©«skmicb, Wien, IX., Türkenstrasse 9. Der ‘Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, 'palästinensischen Boden als Gesamteigentum des indischen Volkes zu erwerben und auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom 5. Zionistenkongress 1901 gegründet, besitzt er heute bereits ein Vermögen von über l*/4 Millionen Kronen. * * * Allgemeine Spenden: Jeder Jude soll bei allen Anlässen des Jüdischen Nalionalfonds gedenken. Beiz O. G.: Per J. Tolkes und J. Falk: Smlg. Eisek M. Krieger: Mader, Lasser