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Jüdische Zeitung · 1908-09-04 · 36 (4.9.1908) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
2 (1908)
Issue
36 (4.9.1908)
Date
1908-09-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 J Ü DISCHE Z EITUNG Nr. 36 ganisafianen. zur - Verfügung stelle. (Wird angenommen.) Cand. ph®. A. Singer .schlägt, die Qründu«g eines Preisfonds für die „2idovska Smotra“ vor. (Wird angenommen.) Hierauf wurden einige Resolutionen angenommen, deren Durchführung eine Verbreitung- und Vertiefung der zionistischen 4-dee und Kräftigung detr Organisation bezwecken. Löbliche Redaktion! Bezugnehmend auf die Ausführungen des anonymen Schreibers in der- „NationaLZeitung“ Nt. 32, worin die Veranstaltung von Studentenkongressen als einfache Komödie und Phrasend-resdhereä hingestellt wird, erklärt die Feriaflleitungdes Unterzeichneten Vereinesfolgendes: Die vom unterfertigten Vereine veranstalteten Kongresse haben -wirkliche Arbeitgeleistet, denn sie haben die Basis für den Ausbau der zionistischen Organisation in Kroatien, Slavonien,- Bosnien, Serbien .geschaffen. Die Erfolge des -I. -und II. Kongresses sind- -in der- - zionistischen Welt zur Genüge bekannt. -Nur-ihnen ist es zu verdanken, dass ein so grosser Verein wie der „Theodor. Herd“ gegründetworden, dass wir eine Sammelsteile für den N. F. haben, dass bereits am letzten Kongresse zwei Delegierte aus Kroatien teiilgenommen haben und. dajss eine Zeitschrift gegründet wurde, nänjlich die „Zidovska. Smotra“, die zu -den vornehmsten. Erscheinungen in der zionistischen Belletristik mit .Recht, gezählt werden kann. Ferner müssen , wir. es mit Entschiedenheit zuräckweisen, dass den Kongressen ein exklusiver studentischer Charakter angedichtet wird; gerade der letzte, in Zenam gehaltene, hat das Gegenteil bewiesen. Den Kongressberatungeo, die einen öfientiäehen Charakter fragen, wohnten nicht weniger als 200 Bürger aus jSemlin und Belgrad bei, ausserdem die hervorragendsten Zionisten .der südslawischen Länder. .Sohliesslich sei noch auf die bewirkte Einigung .zwischen Sefardta und Aschkenasim hingewiesen, _ ein Werk, _ das gewiss nicht gering geschätzt werden'^dajf. ,, :; : Mit bestem Ziangruss - Für den akad. Verein „Bar Giora“: stüd. phil- AKred- Singer, dz. Ferialleiter. Zionistische Jahreskonferenz in Köln. (Bericht des Palästina-Ressort^.) Das wichtigste Ereignis in dieser Beziehung ist die Errichtung der. Palestine .Land Development Company, einer englischen-Aktiengesellschaft, welche die Kolonisation des Landes auf geschäftsmässigem Wege entwickeln - 'will, ändern säe die Methoden der bisherigen Landansiedlungs- und Parzellierungstanken den ■ -palästinensischen Bedingungen anzupassen versucht. Obgleich die P. 'L. D; G. noch nicht formell in England eingetragen worden ist, da die gezeddhneten 'Beträge erst jetzt eingezogen werden, so hat die Gesellschaft doch -schon ihre Tätigkeit in Palästina aufgenommen, indem sie 'einen beträchtlichen Teil des Nationalfondsgutes Kinereth als provisorische Lefarlarm gepachtet hat, um sich die als Pächter'oder Rentengutsbesitzer in Betracht kommenden Leute wenigstens teilweise selbst heranzubilden, oder doch ihre Zuverlässigkeit zu erproben. Schon ist das Land dort vorgepflügt, und die dort beschäftigten jüdischen Arbeiter sind frohen Mutes. Auch eine Herzlfeier wunde auf dem Nationalfondsgute afogehaltenan der sich die umwohnenden Kolonien rege betefligten. Bisher sind etwa 4000 Aktien ä 1 Pfd. St, aber nur wenige Griinderafktien ä 50 Pfd. St gezeichnet Charakteristisch ist vor allem die grosse Zahl der Aktionäre; au den Zeichnungen and die verschiedenen Länder aber in sehr verschiedenem Verhältnis beteiligt Anstatt der gezeichneten 4000 Aktien müssen aber wenigstens 25.000 Aktien, also die Hälfte des nominellen Kapitals der Gesellschaft, untergebracht sein, wenn die kolonisatorische Arbeit wirklich allen sichtbar in Erscheinung treten soiL Wir haben ausführbare Projekte grossen Stils, an die wir aber leider aus. Mangel an Mitteln vorläufig nicht ernstroh heranzutreten wagen. Wir hoffen jedoch und erwarten es sogar bestimmt, dass jeder Palästinafreund, der es ernst mit der wirtschaftlichen Hebung unseres schönen Landes meint, dies auch durch weitere Uebernahme und Verbreitung der Aktien der P. L. D. C. beweist. Wir rechnen hierbei nicht nur auf die Wohlhabenden, sondern ebenso auf die wenig Bemittelten, denn die P. L. D. C. ist die einzige Organisation, bei der man auch kleine Mittel zur Hebung der jüdischen landwirtschaftlichen Kolonisation auf geschäftlicher Basis anlegen kann. Der Palestine Land Development Company isst aus diesem Grunde eine grosse Zukunft zu prognostizieren, wobei es nebensächlich ist, ob das Lehrgut an sich eine Dividende abwiriit oder jährlich kleine Zubussen beansprucht. Ebenso wie die „Palestine Land Development Co.“ hat auch der „Pflanzungsverein Palästina“, der ja gleichfalls aus der Initiative des Palästinaressorts resp. seiner Vorgängerin, der Palästinakommission, hervorgegangenist, ■ seine praktische Tätigkeit in Palästina schon eingeleitet, indem er in 'diesem -Winter mit Hilfe von Kolonisten in Redhoboth seine erste Pflanzung von 150 Dunam begonnen hat; die Mandel- und Otivenbäume sind ausgezeichnet aufgekommen und berechtigen zu den besten Hoffnungen; auch werden die Mitglieder des Vereins schon in diesem Herbst infolge spezieller Abmachung mit den Kolonisten ihre erste Palästinagabe erhalten. Die Oelbaumspende hat in dem Berichtsjahr eine besondere Verwaltung bekommen, indem sich hierfür ein eingetragener Verein mit dem Sitze in Berlin gebildet hat, dessen Mitglieder den Gegenwert von 2 Oeibäumen, also 12 Mark, als Jahresbeitrag zu zahlen haben. Aus technischen. Gründen wird dieser Verein erst vom Oktober an sein eigenes Bureau erhalten, und erst dann kann, eine wirkliche Propaganda dafür gemacht, werden. Bisher wurde die Leitung des Vereins vomPalästina-;jressort nebenher besorgt, undibei der. Lnainspnich-; (flahmei des Ressorts, dem Fehlen jeglicher Hilfs-. •kraft und der nötigen Räumlichkeiten ist es-kein Wunder, wenn ab und zu Klagen über die schleppende Geschäftsordnung einliefen; das ward aber vom Oktober an alles anders werden. Die.Haupttätigkejt Kies Ressorts bezüglich der. Oelbamn-' spende erstreckte sich natürlich auf die. Agitation für den Herziwald, und wenn -auch ein. regulärer Abschluss gemäss den Vereinsstatuten erst Ende Dezember gemacht werden wird, so kann doch festgestellt werden, dass für den Herziwald Ende Juni d. J. schon zirka 2200 Pfund Sterling bereit lagen, während die Eingänge des Juli und der bei den Föderationen liegenden Summen gewiss den Betrag schon auf 2500 Pund Sterling erhöht 'haben werden, da an dem Todestage Herzls überall besonders eifrig gesammelt wurde. Es wunden also nur noch 350 Pfund Sterling oder zirka 1000 Bäume fehlen, bis die Summe erreicht sein wird, bei der unser. Gesinnungsgenosse Moseruns die letzten 500 Bäume zugesagt hat, um den Herziwald voll zu machen. Bekanntlich ist ja das Land Hulda an der Eisenbahn Jaffa-Jerusalem, nahe Ramleh, für den Herziwald bestimmt; da dieses Land aber .die doppelte Anzahl Banane^ d. h, zirka 20.000, fassen kann, so sind wir der Ansicht, dass die Sammlung fortgesetzt werden muss, bis das ganze Landgut aufgeforstet ist; natürlich soll hier auch für die näheren Freunde Herzls, soweit sie darauf reflektieren, Land für Haine aui ihre Namen reserviert werden. Ausserdem liegen noch 13000 Pfund Sterling für Oelbaume bei dem Jewish Colonial Trust, die nicht speziell für den Herziwald bestimmt sind. Ein Weiner Teil des Geldes wird ziir Vollendung des Goldberghaines bei Chederah dienen, der sich prächtig entwickelt;: der andere Teil soll zu Neupflanzungen verwendet werden, wofür speziell der Teil von Beth Arif bei Lydda in Betracht kommt, der nicht an Kiriath Sefer verpachtet ist, sowie ferner Teile von Duleika-Umdjunc, welches Gut jetzt den Namen Kämereth erhalten' hat. Für die Oelbaumspende im allgemeinen und den Herziwald im speziellen ist in Beth Arif'bei Lydda im Winter eine grosse Baumschule angelegt, die sich gut entwickelt und auch später dazu dienen soll, stets kräftige und gut gepfropfte Bäume für die Oelbaumpflanzungen bereitzuhaiten. Wenn die Oelbaumspende sich in der gleichen Weise auch weiterhin des Wohlwollens der Zionisten erfreuen wird wie bisher, so wird sie dermaleinst eine wichtige Rolle zu spielen berufen sein* Die. Frage der Anlegung einer Versuchsstation. ist sofern einen Schritt weiter gekommen, als das Palästinaamt uns in den letzten Tagen berichtet hat, dass im Herbst Athlit aufgeteilt -wird und wir das für uns bestimmte Terrain erhalten werden. Wir hoffen dann gleich mit det Bearbeitung. des Landes beginnen und auch die: Baumschule und Obstplantage sofort anlegen zu können. Wir werden dann auch eine umiassenüe Agitation für die Versuchsstation beginnen müssen, denn die der Versuchsstation bisher zur Verfügung, stehenden Mittel .reichen ausser zum Land kam nur noch für die Errichtung der wichtigsten Wirtschaftsgebäude und Anschaffung des . Inventars, aber nicht -für den wissenschaftlichen Ausbau der. Station.; Wie wichtig, eine solche .Versuchsstation ist, hat wieder einmal der Besuch des Ianidwirtschaft7 liehen Sachverständigen Lothar 'Meyer . in Palästina erwiesen. Das Bedenken, dass Athlit zu sehr abseits von den grossen Zentren jüdischer Kolonisationstlitigkeit liege, ist insoiern nicht stichhältig, als ini'hige Versuchsarbeiten möglichst unbejemflusst von wohl- oder übelwollenden, durch ihre ständige Kontrolle -die ruhigen Versuclisaiistellungen störenden Nachbarn durchgeführt werden sollten. Hingegen ist es, wie auch Lothar Meyer-in seinem Gutachten mit Recht hervorhebt, durchaus wünschenswert. -dass in -den Hauptkolonien ein Bauernhof einem in Europa gut ausgebildeten Landwirte pachtfrei zur Verfügung gestellt werde, der dafür verpflichtet ist, die Ergebnisse der modernen. Landwirtschaft und die Resultate der Experimente der Versuchsstation in die Praxis überzuführen. (Scblusjs des Berichtes in nächster Nummer.) . v Lislei der Überläufer. - ' 'Vom 26. August bis 2. September 1908. . Arnold Strauss, 1883, Wien, ledig, Buchbindergehvife, III., Thongaisse 4. Emil Fuchs, 1880, Wien, ledig, UW.imacher, II. Afrikanergasse 1. Arthur Bröder, 1888, Wien, ledig, Privatbeamter, XIII. Hadi'kgasse 118. Richard Hoffmann, 1885., Wien, ledig, Ingenieur. XIII. Hauptstirässe 42. Henriette Lehr, 1S80. Odessa, ledig, Schauspielerin, . II., Praterstrasse 37. Julius Weisz, 1876, Budapest, ledig, V., Obere Afntsihausgasse 23. Karl Kalmar, 1883, Wien, ledig, Prokurist, II. Novaragatese 32. Piuches Müssen Hammel, 1872, Cz'ernrawitz (Buk.), ledig, Uhrmacher, MI. Vretiimgasse -26. Ella Bröder. 18S6, Temesvair, ledig, Private, XIII. Haldiikgasse 118. Siegfried Grünwald, 1870, Wien, ledig, VII. Riolitergasse 9. Josefine Pollak, 1877, Wien,. ledig, VII., Seiidengastee 44. Karoline Pisker, 1875, Znaim, ledig, X. .Davidsgasse 23. Oskar Samet, 1892, Wien, ledig, Handelsangestellter, VI., Magdalenenstrasse 12.' Josef Stromek, 1882, Wien, ledig, Kontorist, VI. Schmalzhofgasse 12. .. Sabine gelb. Schneider Skopal, 1882, Wien, verwitw. /Priv., VI. Theobaldgasse 12. Franz Plauer, 1886, Witen. leidig, Journalist, II- Körnengasse 5. - Vereins- und Versammlungs- Nachrichten. Voranzeigen. Wien. (P oa le-Zion.) SaimStag den 5. d. ‘findet um 8 Uhr abends'-' im Vereinslokale JL, Stephaniestrasse 2 (Cafe Stephanie) die Generalversammlung ides Vereines statt. . Tagesordnung: 1. Beliicht des Ausschusses. 2. Neuwahl|en. Alle Veneiusmitglieder werden ersucht, zu erscheinen! Wien. (Akademische .Ferialveg- ■b i n d u n g - „Z e p b i r a“.) Samstag den 5. d. findet im Lokale der Verbindung IX., Glasergässe Nr. 10, ein Vortrag über „die jungjüdische, diie. junigöstefrreich-iscihe und (die

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