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Jüdische Zeitung · 1908-07-31 · 31 (31.7.1908) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
2 (1908)
Issue
31 (31.7.1908)
Date
1908-07-31
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 A JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 31 Vereins- und Versammlungs- Nachrichten. Herzl-Gedenkfeiern. Wien. (Erster jüdischer Turnverei n.) Dienstag den 21. d. um 8 Uhr abends, fand im Turnsaale des Vereines eine interne Herzlveier statt. Herr Brecher trug einen von Hugo Zuokermann verfassten Prolog vor und erntete durch idle vornehme und glanzvolle Art des Vortrages reichlichen Beifall. Hierauf ergriff Dr. M. Berkowicz das Wort, um das Wirken und die Bedeutung Dr. Herzls in schlichter und eindringlicher Weise darzustellen. Namens des Vere-'es dankte Dr. Werner den beiden Vortragenden und erinnerte daran, dass Dr. H e r z 1 Mitglied des Vereines war und für denselben ein grosses Interesse bekundete. Um halb 10 Uhr war die stille und würdige Feier zu Ende. Trauienau. Der „Zionistische Volksverein Theodor Herzl in Trautenau“, veranstaltete anlässlich der Wiederkehr des Todestages Theodor Herzls am 16. Juli in Johannisbad im Restaurant, Parkschiössehen eine Trauerfeier, bei welcher Herr Dr. Emil Margulies aus Trautenau die Gedächtnisrede hielt. Zu dieser Festversammlung fanden sich viele der in Johannisbad weilenden Kurgäste und auch mehrere Herren des Vereinsvorstandes aus Trautenau. Die Versammlung wurde vom Vorstandsmitgliede Herrn Jakob Kraus aus Trautenau mit der Begrüssung der Erschienenen eröffnet, woranf Herr Dr. Emil Margulies nach einer kurzen Schilderung des Lebenslaufes Theodor Herzls, die grossen Verdienste dieses Mannes, um das jüdische’ Volk schilderte. Den Ausführungen dieses Redners folgte brausender Beifall. Rach einer kurzen Rede des Kantors Herrn Blitz aus Dessau, welcher seiner Freude darüber Ausdruck gab, dass sich Juden zusammen gefunden haben, welche ihre grossen Männer feiern und zur materiellen Unterstützung der zionistischen Idee aufforderte, wurde eine Sammlung für den Herzlwald eingeleitet. Aus demselben Anlasse wurde auch in Trautenau am 18. Juli 1. J. im .Hotel Union“ eine gleiche Feier veranstaltet, welcher ein Trauergottesdienst im hiesigen Temp?l voranging. Sowohl der Gottesdienst als auch die Festversammlung waren zahlreich besucht, obwohl sich natürlich auch hier gewisse -Kreise von beiden, Veranstaltungen, femhielteb* In Abwesenheit des Obmannes eröffnete der Kassier Herr Heinrich Pi ck diese Versammlung mit.einer Begrüssung der Erschienenen, worauf derselbe die eingelaufenen Bsgrüssungsdepeschen und Schreiben zurVerlesung brachte. Ebenso wurde auch ein Schreiben des abwesenden Obmannes des Herrn Dr. Hugo Rappapoit zur Verlesung gebracht, der dem Vereine anlässlich der Feier einen grösseren Geldbetrag spendete. Hierauf hielt Herr Dr. Margulieis dieGedächtnisrede, die dem Andenken Theodor Herzls gewidmet war und der ein enthusiastischer Applaus folgte. Nachdem der Nationalfondskommissär Herr Hugo Natscheradetz der Versammlung den Beschluss der Leitung, beiden Herzlfeiern-Sammlungen für dei^ Herzlwald zu veranstalten, mitgeteilt hat, wurde mit einer solchen -Sammlung die Feier geschlossen. Diese beiden Veranstaltungen waren die ersten des erst neu gegründeteten Vereines, welcher durch deren Gelingen der grossen Idee, neue Anhänger und Freunde gewonnen hat. Als Resultat der Sammlungen wird der Betrag für 10 Oelbäume abgeführt. Frindek- Die jüd. - akad. Ferial-Verbindung „Hasmonäa“ veranstaltete am, Samstag, den 18. Juli eine Trauerversumralung auf ihrer Bude, bei der cand. jur. Rudolf Trümer eine formvollendete Gedenkrede hielt. In einer folgenden Diskussionssitzung sprach jur. Artur Reik über das Thema,,Die jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen und ihr Verhältnis zum Zionismus“ und erntete für seine glänzenden Ausführungen Beifall. In der sich anschliessenden Diskussion sprachen unter anderen cand. jur-. Leopold Lecliuer und Herr Adolf Reik. Teschen. Welche hervorragenden Verdienste sich das Troppauer D. K. um die zionistische Bewegung bei uns in Schlesien und Nordmähren in der Zeit seines kurzen Bestandes erworben hat, das beweisen die fast allerorts entstandenen Vereine und die überaus rührige Tätigkeit dieser. So veranstaltete der hiesige zion. Frauen- und Mädchen verein .Ruth*' am 22. d. M. im Saale des Hotel .Zentralbahnhof“ eine Trauergedechtnisfeier für Theodor HerzL Die in allen Teilen überaus gelungene Feier fand auch in ausführlicher Weise ihre Würdigung in den hiesigen Lokalblättern. Die verdienstvolle Präsidentin des Vereines, FrJ. Grete Berster konnte in ihren Begrüssuhgsworten der Freude über die überaus zahlreiche Beteiligung sämtlicher jüdischer Kreise Tuschens und besonders der Umgehung Ausdruck geben. Namentlich nennen konnte sie den Veitreter des zuständigen D.-K, Herrn Slatner aus .Troppau, den Vertreter des isr. Freitischvereines H rrn Dr. Reichert und den Vertrauensmann für Dombrau und Umgebung Herrn WechsneT. Der Prolog, von Frl. Else Rübenstein innigschlicht gesprochen, verherrlichte das Wirken und Wesen Herzls. Die Gedenkrede hielt Herr phil. Gustav Kohn aus M.-Ostrau. Eine Sammlung für den Herzlwald, von Gg. Slattner geleitet, von den Damen des Vereines und der Studentenschaft lebhaft betrieben, zeitigte einen schönen Erfolg. Der zweite Teil der Feier machte die zum Teile nicht zionistischen Teilnehmer mit jungjüdischer Literatur bekannt. Gedichte und Prosastücke von Herzl selbst, Rosenfeld, Zlocisti und Zackermann wurden geradezu meisterhaft von einzelnen Damen des Vereines und Herrn stud. phil. Kupfermann wiedergegeben. Die Damen Rosenzweig, Baumring, Fischgrund, Korbblum und Müller fanden hiefür den lebhaftesten Beifall. Die hier nicht unansehnliche Gruppe der zionistisch organisierten Arbeiter unterstützte den veranstaltenden Verei-i in anerkennenswerter Weise. Die Präsidentin FrJ. Grete Berger, die sich für das Gelingen der Feier hervorragend ein setz tp, kann ob des vollen Erfolges stolz und des Dankes aller hiesigen Zionisten gewiss sein. Solka. Am 19. d. M. veranstaltete der .Herzlverein* unter zahlreicher Beteiligung -von grösstenteils aus Russland und Rumänien stammenden Kurgästen in der Synagoge eine Herzl-Gedenkfeier, bei der Herr Rabbiner B. Basseches die Gedenkrede hielt. Beifall belohnte die Ausführungen des Rabbiners. Sodann sangen die Schulkinder der hebräischen Schule das „Al mos Herzl* und mit einer Ansprache des Lehrers Jechiel Garfunkel schloss die würdige Feier. LuVatSihowitz. Anlässlich der "Wiederkehr des Todestages Herzls fand im Tempel eine Gedenkfeier statt, die einen zahlreichen Besuch aufwies. Herr Oberkantor Go z y p aus Aussig a. E. brachte in schwungvoller Weise einen Psalm zum Vortrage. Hierauf ergriff Sr. Ehrwürden Rabb. Dr. Frankl (Kremsier) das Wort zur Gedenkrede, die mit besonderem Verständnis und Begeisterung aufgenommen wurde. Tsrnow. .Sonntag,. am 26. Juli veranstalteten die zionistischen Vereine- Tarnows eine Herzlfeier, welche sehr zahlreich besucht war. Die Festrede hielt Herr Dr. S. F-e 1 db 1 um in polnischer Sprache, dann trug Herr Akademiker Tisch eine' schöne dichterische Vision im Jargon vor und zum Schlüsse hielt; Gg. Joachim N eiger in deutscher Sprache unserem unvergesslichen Führer einen warmen NaclirufraNätionale Lieder singendverliessenSie VersanOTClten in gehobener Stimmung den Saal. - -; fVi Chen. Ung.-Hradiscb. Auge Anlass des Todestages Dr. Herzls fand im hiesigen Tempel am 19. d. M. ein feierlicher -Trauergottesdienst statt. Nach den vom Herrn Obeikäntor W. Lustig empfindungsvoll ' vorgeträgenen Trauergesängen, hielt unser Herr Gg. Rabbiner Dr. J. Re ac h eine ergreifende Gedenkrede in der er die unsterblichen Verdienste" des grossen Toten in gewohnt glanzvo'ler Weise feierte und . die auf alle Anwesenden einen nachhaltigen Eindruck ausübte. Mit der Absingung des „Hatikwoh“, schloss die erhebende Feier. BröÜy. Am Sonntag, den 19. d. M., fand liier eine vom Verein „Tikwatli Zion“ veranstaltete Trauerandacbt statt, bei der Herr Dr. Marcus B r a u d e, Präsident des zionistischen Zentralkomitees für Galizien, ‘ die Trauerrede hielt. Dieselbe war ursprünglich für 10 Uhr vormittags angesetzt, jedoch war Dr. Braude mit dem Frühzug nicht aus Lemberg eingetrotfen, was selbstverständlich grosse Aufregung und Ratlosigkeit hervorgerufen hatte. Bald klärte sich jedoch der einliche Zwischenfall auf. Dr. Braude hatte onntag früh eine mit dem Namen des Präsidenten des Vereines gezeichnete selbstverständlich gefälschte Depesche erhalten, in der ihm angezeigt wurde, dass die Feier wegen unvorhergesehener Hindernisse abgesagt wurde. Auf die telephonische Verständigung hin, traf Dr. Braude am Nachmittag ein. und die Feier fand um 6 Uhr" abends statt. Trotz der mangelhaften Vorbereitung war die Synagoge mit Leuten aller Schichten der Bevölkerung dicht besetzt und die Andacht, an der sich auchder Oberkantor Drubitsch mit seinem Chor in anerkennenswerter Weise beteiligte, nahm einen äusserst würdevollen Verlauf. Selbstverständlich fehlten’ unsere offiziellen Vertreter und Versorger aus der Kultusstube. Die auf die erstattete Strafanzeige folgende gerichtliche Untersuchung wird wohl den Absender des Telegrammes — der unter den „Chassidim“ zu suchen ist — zutage fördern und ihn seiner woblverdienteu Strafe zuführen. - Karlsbad. Am 18. Juli veranstaltete, der Jüdisch-akademische Klub“ eine - Herzl- Gedenkfeier. Trotz des internen Charakters'versammelten sich im . Vereinslokale nebst den Mitgliedern eine stattliche Anzahl Fremder. Nach einigen einleitenden Worten des Herrn phil. Em. Pollitzer hielt Herr jur. Oswald L ö b 1 die Gedenkrede. Budzanow Sonntag, den 19. d. M. fand in Bethhamidraseh eine von der zionistischen Jugend veranstaltete imposante Trauerfeier anlässlich der Wiederkehr des Todestages Dr. Herzls statt. Die Gedenkrede hielt Gg. H a m m e r I• In seiner Rede, die wirkungsvoll und von echtem zionistischen Geiste durchweht war, gab er in’ausgezeichneter Weise ein klares Bild der Persönlichkeit Herzls und seiner Bedeutung für das jüdische Volk. Hierauf sang der Kantor aus Buczacz mit seinem Chöre das El-mole Rachmim. Die Feier nahm einen würdigen Verlauf. ' Ben-Daboi. Orlaü. (Oest.-Schlesien.) Unter’ 'zahlreicher Beteiligung der Juden aus Orlau, Dombra und Lazy fand am 18. d. M. eine .Herzl-Gedenkfeier statt. Nach dem Abendgottesdienst trug Herr Kantor David Kratka in überaus ergreifender Weise einige Trauerpsalmen vor. Hierauf hielt Herr Paul Berger aus Teschen die Tendenzrede. ‘ Für den Herzl-Wald wurde mit Erfolg gesammelt. Tari obrz»c. Am 19. d. M. veranstaltete der Verein „Kadimah“ eine Herzl-Gedenkfeier, beider Herr B. Honig wachs die Begrüssungsrede und Herr-B. Fett aus Rzeszow die Gedenkrede hielt. Herr Federbusch brachte einige Gedichte zum Vortrag, Herr Borgst ein las aus den AVerken Herzls vor. Die Gedenkfeier schloss mit einer Sammlung für den Herzl-Wald. Gaya., Samstag den 24. Juli veranstaltete die jüd.-akad. Ferialverbindung „Hamonial /eine Herzl-Gedenkfeier, die stark besucht war. Die Gedenkrede hielt Gg. Emil Stein. Wien. („Poale Zion.*) Samstag, den 18. d. M. veranstal'.ete der Verein „Poale Zion“ anlässlich des Scheidens seines verdienstvollen Mitgliedes Natban Gross eine Abschiedsfeier, an welcher alle in Wien anwesenden Vereinsmitglieder teilnahmen. Alle Redner hoben die .Verdienste des scheidenden Mitgliedes um den Verein und am die Bewegung hervor. Nachdem'Herr G ross in einer längeren Ansprache für die Ehrung gedankt hatte, folgte eine gemütliche Unterhaltung, die bis Mitternacht währte. V/ifn. (TlieologischerVereih.)DieFerialleitung befindet sich in den Händen des Vereinspräsidenten'A. Z i f r i n o w i t s c h, II., Tandelmarktgasse 18. Dorthin sind alle Zuschriften zu richten. W.en.(J üii.-ukad.Fanal ver bi nd ung .Zephyra“). Ergebnis der Chargenwahlen für das V. Semester: M. N. C. Albert BaumXt M. N. C. Bernhard Kohn XX. M. N. C. Emil Gahlberg XXX- M. N. C. Albert Baum, dz. X* TrUsch. (Mähren ) Sonntag, den 26/ Juli fand hier eine von unserem' Gg. Walter Meissner einberufene Versammlung statt, welche über Verlangen der Kreisleitung des Kreises Iglau ver- . anstaltet . wurde. Von ilglauiywaren : die-- Herren' Dr. Siegmund Werner, Gustav Glaser und Arthur P achter., delegiert/ worden. Fast die gesamte Triesclier Judenschaft, mit dem Kultusvorstand Fabrikanten Berthold Münch uhd deni Rabbiner Dr. Stern an der Spitze, nahm an dieseT Ansammlung teil. Dr. Werner, der das' Referat über das Thema: „Das AVesen des Zionismus“ erstattete, wusste die Versammlung so sehr, zu begeistern, dass sie. sich einmütig für den Anschluss an die zionistische Organisation aussprach. Herr Kultusvorstand M ü h eh erklärte sich bereit, die Stellung eines Vertrauensmannes und Nationalfpnd- Kommissärs für Triesch zu übernehmen. Anlässlich der ‘ Ansammlung spendeten für den N. -F. Fabrikant B. Münch, Fabrikant Ignaz Meissner .und Herr Berger grössere Beiträge. Ausserdem konstituierte sich sofort eine Selbstbesteuerungsgruppe. In herzlichen AVorten. dankte Herr Rabbiner Dr. Stern dem Vortragenden' für sein Referat, durch das er dem Zionismus viele neue Freunde gewonnen habe. — Herrn Dr. Meissner, der die Versammlung mit einer kurzen, warmen Ansprache eröffnet hatte, und Herrn Gg. AV »lterMeissner sei namens dei Kreisleitung Iglau besonderer Dank ausgedrückt. Mitteilungen der Sämmelstelle des Jüdischen Nationälfonds für Oesterreich. Die Philatelieabteilung hat drei grössere Aufträge bekommen: ■ A. Jubiläumsmafkea: 200 Stück zu 1 h, 4Ö0 zu 2 h, 200 zu 6 h, 200 zu 12 h, 500 zu 20 h, 300 zu 25 h, 200 zu 30 h, 100 zu 50 h, 100 zu 60 h, 50 zu 1 K. Jubiläumsnach pö r tömarken: Alle AVerle ausser zu 10 Hellern. B. Bosnien: Je -1030 Stück zu 5 und 10 li, von den anderen AVerten bis zu 50 Heller exklusive, je 2Q0 Stück, die übrigen Werte je 100 Stück. C. 500 kg Mischung: Dazu mögen die Gesinnungsgenossen sortieren:- von Oesterreich Jubiläum, die zu 3, 5 und 10 Hellern, andere Oesterreich mit Ausnahme der zu 12 und über 50 Hellern; Ungarn, Deutsches Reich, Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, 'Grossbritannien, Italien, Spanien, Rumänien, Serbien, Bulgarien,' Schweden, Norwegen, Dänemark und Russland (jetzige Emissionen). ' Die Sendungen mögen sortiert sein und als Zeichen den Buchstaben des Auftrages, für den sie gehören, tragen.

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