Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 2 (1908)
- Issue
- 26 (26.6.1908)
- Date
- 1908-06-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2438141-2438167-2438192--0610-2440138- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Redaktion, Administration und :. Inseratenaufnahme: IX., ^üpl<cosbassc 9. Telephon Nr. 14.199. Sprechstunden täglich von 10—12 Uhr vormittags. Q^- - n Wochenschrift. Erscheint jeden Freitag. Verkaufstellen in Wien: Administrator Türkenstrasse Nr. 9. Z eitungsbur e au Goldschmiedt, I., Wollzeile Nr. 11. Einzelne Nummern ^0 Heller. ü — ~;. □ Abonnementspreise: ln Oesterreich-Ungarn: Ganzjähr. K 10.— halbjäbr. K 5.—, Vierteljahr. E 3.—. In Deutschland: Ganzjähr. Mk. 10.—, halbjähr. Mk. 5.—. Vierteljahr. Mk. 3.—. _Im übrigen Ansland ganzj. Frcs. 15.—._ Vertretunsen tn der .Provinz In Brünn : Zeitungsbureau, Ferdinandgasse. — In Prag: Zeitnngsversehieiss Wlozek, Graben 33. — In Lemberg: Karl Bachstab. Buchhändlerische Vertretung für Deutschland: Otto Klemm in Leipzig. Nr. 26. Wien, Freitag, den 26. Juni 1908. II. Jahrgang. Aas den) {obalte: Zum westösterr. Parteitag. Noch, einmal der Huldignngsfestzug. Hoch der Zar, Hoch Lueger! Antisemiten im Frack und an der Arbeit. Unerbetene Hilfe. Aus der Budgetrede des Abg. Dr. Straucher. Antwort an Herrn Dr. Block. Hin jüdisches Studentenheim. Von Beda. Zum rV. österr. Foalezionistentage. Von Dr. H. K a d i s c h. ^Feuilleton: Der jüdische Nationalrnf. Der spanische Kronprinz — ein Judenstämmling. Liste der Ueb erlauf er. Korrespondenzen, Vereinsuachrichteu und Parteinachrickten. Zionisten! Es ist unbedingte Pflicht jedes Gesinnungsgenossen, die »Jüdische Zeitung« zu abonnieren und für sie unablässig Werbearbeit zu leisten! FEUILLETON. Der jüdische Nationalruf. Bei den meisten Nationen gibt es einen gewissen kurzen Ausruf in Momenten besonderer Erregung. Lange Zeit hindurch war das lateinische „Vivat!“ eine Art internationaler Ausruf. In neuerer Zeit haben durch die Entwicklung des Nationalitätenprinzipes, besonders bei temperamentvollen Nationen, solche Ausrufe eine nicht zu unterschätzende Wichtigkeit erlangt. So manches grosse Ereignis hat von einem solchen Ausruf seinen Ausgang genommen. Wer kennt nicht die Bedeutung des deutschen „Hurrah!“ des ungarischen, „Eljenin neuester Zeit auch des japanischen ■„Banzai!“ etc. Der Zionismus hat das jüdische Nationalbewusstsein neu erweckt und alsbald stellte sich das Bedürfnis nach einem nationalen Ausrufe bei passenden Gelegenheiten ein. Bis jetzt wurde hiefür der aus der Bibel bekannte Ruf „Hedad!“ (i-pn) -angewendet. Untersuchen wir dessen Berechtigung hiezu. Dieses Wort kommt bloss im Jescbajah und Jeremijah vor. In ersterem (Kap. 16) zweimal, nur in bezug auf Moab. In letzterem fünfmal •(Kap. 25, 48, 51), darunter dreimal in bezug auf Moab. Wie deutlich gesagt ist, war es der Ruf Parteitag der westösterreichischen Zionisten in Brünn. Sonntag den 28. und Montag den 29. Juni 1908, 9 Uhr vormittags, Sitzung des vorbereitenden Ausschusses. 2 Uhr nachmittags: Erötiimug des Parteitages. Tagesordnung: . 1. Referat über Organisationsfragen. 2. Wahlen. 3. Referat über Nationalfonds. 4. Referat „Palästinairagen“. 5. Referat „Wirtschaftliche Gegenwartsarbeit“. Die Delegiertenkarten werden von den betreffenden Distriktskomitees ausgegeben. Die ,Tagung findet im städtischen„ Redoutengebäude, 'Krautmarkr, statt, w von -Sonntag 7 Uhr fruu' aü ein Bureau errichtet wird, bei dem alle näheren Details erfragt werden können. Zum westösterreichischen Parteitag. , Sonntag-, den 28. und Montag den 29. d. M. wird in Brünn der erste westösterreichische Zionistentag abgehalten. Der wichtigste Punkt der Verhandlungen wird die Frage der Neuorganisation sein. Fernerstehende mag es befremden, dass die Organisationsformen der zionistischen der Winzer beim Keltern des Weines. Die nähere Herkunft dieses Ausrufes wird in der Bibel nicht angegeben. Nun haben in letzterer Zeit archäologische Forschungen und Ausgrabungen ergeben, dass eine Gottheit namens Hadad — Hedad Adad, je nach dem Dialekt des Landes, in ganz Vorderasien verehrt wurde. In einem vor einigen Jahren in der ,Neuen Freien Presse“ erschienenen Aufsatze von Prof. David Heinrich Müller über archäologische Ausgrabungen in Sendschirli in Syrien, heisst es in einer Inschrift auf einem Stein von einem Könige des Reiches Ja’di, namens Bar-Rekub, Sohn des Panammu, welch letzterer als Vasall des Königs Tiglat-Pileser von Asciiur, demselben Heeresfolge leistete und im Lager bei Damaskus starb: ,.Da sprach der Gott Hadad: Weil Ihr verübt habt Krieg gegen mein Haus (Tempel) und etc.“ An einer anderen Stelle heisst es: „. Und dies ist ein Denkmal auf Befehl des Hadad und El und Rakubel, den Patronen des Hauses und Schlemesch und aller Götter in Ja’di.“ In einem anderen Berichte über archäologische Ausgrabungen („Münchner Allgem. Zeitung“, 7. .Juli 1905) wird eine Inschrift des babylonischen Königs Nabunalid, Vater des Königs Belschazar, bei Wiederherstellung eines von Naramsin, Sohn des Sargon, erbauten Tempels erwähnt: ,.Im günstigen Monat Tischri, an einem günstigen Tage, den mir in einer Vision Schamasch und Adad kundgetan Partei In Oesterreich immer wieder geändert werden müssen. Und doch sind diese häufigen Aenderungen nur ein Zeichen der fortschreitenden Entwicklung der Idee, welche der Parteibildung zugrunde liegt, sowie des Wachstums der Organisation, durch welches eine immer differenziertere Anpassung- an die praktischen lokalen Bedürfnissein unserem vielgestaltigen Oesterreich bedingt wird. Die bisherige Entwicklung der Organisation ist also nichts anderes, als der äussere Ausdruck der inneren Entwicklung der Partei. Wollen wir daher über die zu schaffende Neuorganisation ein richtiges Urteil gewinnen, so genügt es nicht, nur die Formen zu betrachten and die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der westösterreichischen Distrikte (Innerösterreich, Böhmen, Mähren- Schlesien) aus der vorläufigen, durch die Selbstständigmachung Galiziens verursachten Ausscnaitimg ' ües gesämtösterreichischen Landeskomitees zu deduzieren, sondern wir müssen auf die innere Entwicklung der Partei näher eingehen, welche diese Situation verursacht hat Der hauptsächlichste Grund, welcher zu einer vorläufigen Separierung Galiziens und zur Bildung eines galizischen Zentralkomitees in Lemberg geführt hat, war die Betätigung der Zionisten in derinneren Politik. Obzwar die Wahlkampagne von Wien aus eingeleitet und die zu befolgende Politik und Taktik, welche auch zum Siege geführt haben, von den Wiener Führern bestimmt wurde, obzwar ferner die nationaljüdische Politik die Interessen der hatten, legte ich unter Freude und Jubel das Fundament dieses Tempels etc.“ In einem Bericht über Ausgrabungen der Deutschen Orientgesellschalt in Assur (Frankfurter Zeitung, 6. Oktober) wird ein Tempel erwähnt, der laut Inschrift den Göttern Anu und Adad — letzterer als Gewittergott in ganz Vorderasien bis in späte Zeit, hinein verehrt — gewidmet und 858 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung renoviert wurde. Ohne Zweifel stammten auch die aus der Bibel bekannten aramäischen Königsnamen „Ben- Hadad“ von dieser Gottheit ab. In Moab scheint dieser Gott besonders geräuschvolle Verehrung genossen zu haben, etwa wie Bacchus in Griechenland und Rom. Als eigentlich jüdischer Ruf wird Hedad nirgends erwähnt, obwohl in der Bibel oft genug von Wein und allem, was damit in Verbindung steht, die Rede ist. Er würde in diesem Falle auch nicht so leicht verschwunden sein. Von' spezifisch jüdischen Ausrufen hat sich das altbiblische „Jechi“ rn-) im Judentum nicht recht eingebürgert Die anderen bei verschiedenen Gelegenheiten üblichen jüdischen Rufe: „lechajim (C'*nb), Masel-tow (2m bra), Chasak <p;n), Jejascher -Koach (ns -rar”) etc. sind weder expressiv national noch besonders wohlklingend, noch auch überall passend. Ein wirkungsvoller Nationalruf muss kurz und wohlklingend, dem Sinne nach ausdrucksvoll und für alle Gelegenheiten passend sein.