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Jüdische Zeitung · 1908-06-04 · 23 (4.6.1908) · p. Seite 9

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
2 (1908)
Issue
23 (4.6.1908)
Date
1908-06-04
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Seite 9 Nr. 23 JÜDISCHE ZEITUNG scheinlich bis zur'Eröffnung des.neuen Landtages fertiggestellt sein, obwohl er gegenwärtig nicht bestimmt sagen könne, wie weit die Vorbereitungsf arbeiten vorgeschritten seien. .Was die befürchtete Intervention der russischen Regierung anbetrifft, so sprach. Mechelin seine Meinung dahin aus, dass die Frage, der Gleichberecfhtigung der Juden eine innere Angelegenheit Finnlands. sei, die Finnland auch nach seinem eigenen. Ermessen entscheiden v könne. Ungarn. Russisch-jüdische Flüchtlinge. Budapest, 31. Mal. Wie aus Szatmar gemeldet wird, suchen jetzt viele russisch-jüdische Flüchtlinge.aus Galizien die ungarische Grenze zu überschreiten. Auchgesten) nachts wollten 12 Flücht-; linge die Grenze überschreiten, Wurden jedoch an ihrem Vorhaben -verhindert. Vereins- und Versammlungs- Nachrichten. Wien. Freitag den 29. . Mai d. J, fand die Konstituierung des S e n i o ren r ates der;jüd.- ■ a'kad. Vereine in Wien statt, bei dersämtliche Vereine vertreten waren.' Hierbei, wurden folgende Herren in den Ausschuss gewählt: Herr T. Wexner, Obmann; Herr Gustav Kohn, Obmann- Stellvertreter; Herr Ab'r. Singer, Schriftführer. •; Wien. Der Verein .Kesser Malchus“ {Kaiserkrone) hat den einstimmigen Befchluss gefasst, gegen die Entscheidung der hohen k. k.. n.-ö. Statthaltern -vom 13. Mai 1908, Z, 2666. int. 21,. Mai 1908; welche der Beschwerde in puncto der Verweigerung der Zustimmung der. Kultusgemeinde zur Errichtung eines orthodoxen Bethauses. VIII. Bezirk; keine Folge gegeben hat, in der offenen, dem Vereine erteilten Frist , den Rekurs an das k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht zu ergreifen. Wien. (Die Zulassung ungarischer Hausierer nach Oesterreich.) Der „Erste österreichische Rechtsschutzverein für Hausierer* in Wien, fordert ^.alle, ungarische. Hausierer, ...welche ,auf österreichischem Gebiete wohnhaft sind und vor dem 31. Dezember 1907 um Verlängerung ihrer Hausierbewilligung angesucht haben, auf, sich zu melden beziehungsweise den abweis- Jichen Bescheid einzusenden. Diese Meldungen und Zuschriften sind zu richten an den Sekretär dieses Vereines: Herrn S. A. Freund, Wien, II., Tabörstrasse 66. . Wien. (Zentralstelle für das jüdische Armen wesen.) Am Dienstag, den 9. Juni 1. J., präzise 6 Uhr abends, findet im Silzüngssaale der israelitischen Kultusgemeinde, l. , Seitenstettengasse 4, II. Stock, die konstituierende Versammlung der Zentralstelle für das jüdische Armenwesen statt.- Tagesordnung: 1. Mitteilung der Beitrittserklärungen. 2. Genehmigung des Regulativs. 4. Wahl des Kuratoriums- 4. Beschlussfassung über den Zeitpunkt des Beginnes der Tätigkeit der Zentralstelle. Die israelitischen Wohltätigkeits- und Humanitätsinstitute werden ersucht ihre Delegierten zuverlässig zu entsenden. Dauer der Versammlung zirka eine Stunde. Storozynetz. In den letzten Tagen hielt Herr Dr. Elieser Rokeach aus Jerusalem in unserer Stadt mehrere Vorträge über Palästina und den Zionismus. Schon der erste Vortrag rief bei den ,Moschkou-,Juden unserer Stadt Unwillen hervor. Er behandelte nämlich das Thema „Nationalfond“ und kam bei dieser Gelegenheit auf die Ungehörigkeiten in der Verwaltung der Chalukan-Sammlungen zu sprechen. Die Moschkos wollten daher die weiteren Vorträge stören. Dies gelang ihnen nicht und Doktor Rokeach fprach noch dreimal, und zwar über die Lage der Juden in den Golusländern und über Palästina. Die Vorträge wurden mit Interesse angehört und beifällig ausgenommen. Der Besuch war ein ziemlich reger. Es waren der Kultuspräsident und Stadtvorsteher Herr Dr. Katz, die gesamte jüdische Intelligenz, die Vereine „Ruth“, „Poale Zion“ und der hebräische Sprachen verein „Safah B’rurah“ anwesend. ' Jar Schoischanem. Karlsbad. Der Karlsbader zionistische Verein „Einzelverein Zion in Karlsbad“ hat im Einvernehmen mit den derzeit hier weilenden zionistischen Kurgästen folgenden Beschluss gefasst: Iu Anbetracht dessen, dass Karlsbad ein Weltkurort ist, wo jährlich eine Menge Juden und Zionisten der ganzen Welt verkehren und somit für die Agitation im Interesse des Zionismus von unschätzbarem Werte ist, ferner in Anbetracht dessen, dass die hiesigen Zionisten eben •n der Kursäison, wo am meisten für den Zionismus geleistet werden kann, meist anderwärts beschäftigt sind, wird ein aus Kurgästen bestehendes Komitee gegründet,. welches, während der Kursäison die Agitation für den Zionismus besorgt und sich kontinuierlich aus neuaokommenden Kurgästen ergänzt. Das Komitee arrangiert mit Hilfe des hiesigen Vereines Ausflüge, Vorträge und Vorlesungen.; Ern Mitglied des Komitees hält iäglich im Restaurant „Lincoln“, Egerstrasse, mittags von 12—2 Uhr Amtsstunden und werden die hier ankommenden Zionisten ersucht, nach ihrer Ankunft sich bei demselben zu melden. Jeden Mittwoch, abends um 8 Uhr, wird im Restaurant „Lincoln“ eine grössere Versammlung mit Vortrag veranstaltet und machen wir es jedem hier weilenden Zionisten zur Pflicht, bei denselben zu erscheinen und Gäste mitzubringen. Jeder Jude hat hier Gelegenheit, mit den Verhältnissen der Juden anderer Länder bekannt zu werden, bald angenehma Gesellschaft zu finden und auch ohne viel Mühe für den Zionismus und das Judentum etwas zu leisten. Wir erwarten die weitgehende Unterstützung aller Zionisten. Für den „Einztlverein Zion“: Der Vorstand. Bücher- und Zeitungsschau. Der Weg der Jugend. II.: Knabenalter. Roman von Hermann Blumenthal (Marquard & Cot, Verlagsanstalt, Berlin W 50). — Der erste Band „des Weges der Jugend", wurde von der Kritik und dein Publikum beifällig auigenomrnen. Im zweiten Bartde Enden wir die gleichen Vorzüge. Das Buch ist wahr, so wahr, dass es den. Eindruck des Erlebten hervorruit. Es liest sich wie eine Beichte. Deshalb wirkt es auch. Der Mut, die geheimsten Empfindungen und Gedanken hüllenlos den Mitmenschen mitzuteilen, imponiert Das Buch ist jüdisch. Denn der Heid ist ein Judeivjunge voller Sehnsucht und. Bangigkeit. Er ist ein Typus. Der Nachkomme eines hochkultivierten, adeligen ‘Geschlechtes. Weil in seiner Familie Generationen hindurch Durchgeistigung und Bildung heimisch waren, darum ist sein Empfindungsleben reich, diarum ist sein Sinn träumerisch. Die Unentschlossenheit, das Zagen des jüdischen Knaben, all das haben . wir selbst durchgamacht, all das hat auch uns durchs Leben begleitet und uns frühreif und resigniert werden lassen. Die Durchführung ist skizzenhaft. Einzelne Stimmungsbilder sind aneinandergereiht. Auch das ist e'n Kennzeichen des jüdischen Künstlers: viel Empfindung und \v$nig.ige%ta!temle Kraft._ Wir wünschen dem jungen Künstler viel Erioig: er verdient ihn. Knesses Isroel b’zaar. Von Mayer Chartiuer, Verlag L. Eisenstein; Lemberg: (Zu beziehen durch das Lemberger „Tagblatt“.) 12 Reden an das Volk Juda. Mit den Vorzügen und Fehlern von Volksreden. Viel Pathos und Sentimentalität. Eine glühende Sprache, ein ungeheurer Bilderreichtum. Sie sind in einer sturmbewegten Zeit entstanden und wurden im „Tagblatt“ abgedruckt. Sie wirkten damals wie Bomben. Auch jetzt sind sie noch imstande, zu fesseln. Wenn auch die meisten dieser Reden für den Moment geschrieben waren und nur der Tagesgeschichte Rechnung trugen, so birgt diese. Sammlung zwei Kapitel, denen dauernder Wert zukommt, nämlich das zweite und elfte Kapitel. Das erste führt dem Volke seine Verirrungen vor Augen und das zweite bespricht das Verhältnis zwischen der alten und jungen Generation. Das ist das beste, was ich je über den Gegensatz zwischen dem alten und neuen Judentum gelesen habe. Um dieser zwei Kapitel wegen ist des Buch wert, gekauft und verbreitet zu werden. W. Das ukrainische „Djilo“, das Organ der ukrainischen Partei, veröffentlicht in der Nummer vom 18. Mai eine ausgezeichnete Uebersetzung von Morris Rosenfelds „Der jüdische Mai“ von Mykola Kurceba. In einer Fussnote wird auf die Bedeutung Rosenfelds für die jiidiche und allgemeine Literatur hingewiesen. Aufruf! Die jüdisch-akademische Verbindung „Kadimah“ hat vor kurzem ihr 50semestriges Stiftungsfest gefeiert Da'mit der Gründung dieser Verbindung der Beginn der nationalen Bewegung im modernen Judentum zu verzeichnen ist und ihre Geschichte parallel läuft mit der Entwicklung dex jüdischnationalen Idee, hält es die „Kadimah“ für angezeigt, zur Erinnerung an ihr Jubiläum eine Denkschrift heräuszugeben, die als ein gross angelegtes Sammelwerk unter dem Titel: „25 Jahre Nationaljudentum“ ain Bild des Schaffens und Strebens jüdischen Geistes während der letzten zweieinhalb Dezennien entwickeln soll. Demgemäss muss das Werk politische und wissenschaftliche Artikel ebenso wie literarische und künstlerische Beiträge enthalten: es muss in jüdischer Dichtung und jüdi- .sche Politik, in jüdische Kunst und Nationaljudentum, in jüdische Wissenschaft und Zionismus Einblick gewähren. Die Kadimah hat sich zu diesem Zweck mit den hervorragendsten jüdischen Männern in Verbindung gesetzt uml es ist ihr gelungen, eine grosse Reihe berühmtester Mitarbeiter tiir die Denkschrift zu gewinnen. Unter anderen: Dr. M. Braude, Dr. Berkbwitz, M. Dubnow. Dr. D. Feuchtwang, Dr. M. Gaster. R.-A. Dr. H. Gabel, Professor Dr. S. Kellner, Dr. H. Kadisch. Dr. J. Klausner, Dr. Fritz Löhner, R.-A. Dr. A. Mahler, Dr. M. Nordiau, Dr. F. Oppenheimer. Dr. D. Pasrrranik, Dr. D. Rotblum, Felix Salten, Prozessor Dr. Siousch. N. Sokolow, Dr. O. Thon, Ing. M. Ussischkin, Dr. J. Weissenberg, Dr. P. Weisengrün, Präs. David Wolisohn usw. usw. Da es aber der „Kadimah“ nicht möglich ist, mit allen jenen- Männern in Verkehr zu treten, welche für die Herausgabe des Sammelwerkes von Bedeutung sein können, so bitten wir auf diesem Wege alle jüdischen Gelehrten, Dichter, Politiker und Künstler, die sich an der Mitarbeiterschaft für unsere Denkschrift zu beteiligen wünschen, sich diesbezüglich an uns wenden zu wollen und eventuelle Zuschriften, Artikel und künstlerische Beiträge an das Festschriftkomitee der „Kadimah“ Wien, 9. Bez.. Grüne Torgasse 19a, einzuseinlen. Im voraus bestensdankend, zeichnet mit Zionsgruss für das Festschriftkomitee' Dr. Fritz Löhner. ing. Emil Kugel. Studentenkomitee zur Errichtung eines Herzl-Denkmals in Mozo bei Jerusalem. Wir hatten die Absicht, an der Stelle, wo Herzl eine Zypresse gepilanzt. zur Ehrung unseres verewigten Führers einen Denkstein zu errichten. Nun hat Herr Direktor Levontin. der Leiter des Unternehmens zur Errichtung eines Waisenhauses an gleicher Stelle, das Ansuchen an uns gestellt, die vorhandenen Geldmittel diesem Zwecke zuzufiihren. Mit Rücksicht darauf. ■ dass dieser Plan gleichfalls mit dem Namen Herzls verbunden ist, halten wir es für selbstverständlich, diesem Ansuchen zu willfahren, da hierdurch eine Zersplitterung der vorhandenen Mittel vermieden und unserem Gedanken gleichfalls Genüge getan wäre. Aus formellen Gründen jedoch wenden wir uns an diejenigen Gg. Gg.. wetche sich an den Sammlungen beteiligt haben, um ihre Zustimmung, die wir als gegeben amiehmen, wenn wir innerhalb einer Woche nicht im Besitze einer gegenteiligen Erklärung sind. Für das Studentenkomitee zur Errichtung eines Herzl- Genkmais in Moso bei Jerusalem. Wir ersuchen die Besitzer der noch aussenständigen Samrr.elbogen auf das energischeste, diese sowie das darauf gesammelte Geld unverzüglich an die unten angegebene Adresse abiieiern zu wollen und machen darauf aufmerksam, dass in der zweitnächsten Nummer der „Jüdischen Zeitung“ die Namen der Säumigen veröffentlichen werden. Im Aufträge: car,d. ing. Otto K r a s n y, Wien. I. Johannesgasse 3. Zionistischer Ausilug in die Wachau. Der Emzdverei» „Zion“. Krems, veranstaltet am 7. Juni (Pvlingstsonntag) eine Fahrt in die Wachau und hat die Wiener Gesinnungsgenossen durch das D.-K.zu reger Beteiligung höflich eingeladen. Zufolge dieser Einladung haben bereits viele Wiener Zionisten ihre bestimmte Beteiligung zugesagt Das Programm ist folgendes: Abfahrt vom Franz Josefs-Bahnhof, Wien, mit dem Personenzug 7 Uhr 10 Min. früh, Ankunft in Krems 9 U’nr 23 Minuten. Begriissung seitens der (durch blauweisse Kokarden kenntlich gemachten) Kremser Zionisten. Abfahrt mit dem Dampfer von Krems um 10 Uhr und Ankunft in Melk l Uhr 30 Minuten mittags. Garneinsames Mittagmahl. Humor, und deklamatorische Vorträge. Sodann Besichtigung der Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und. Ausflug über Spieiberg—Pielach—Ruine Albrechtsberg. nach Loosdorf. Rückfahrt mit dem Personenzug S Uhr, Ankunft Wien 10 Uhr 40 Minuten nachts. Ermässigte. Rundreisekarten (Bahn und Schiff): Wien—'Krems—Melk—St. Pölten—Wien sind an den Schaltern um 4 K 30 h erhältlich. Die Gg., welche sich dieser Pfingstfahrt noch auschliessen. werden ersucht, dies unter Angabe ihrer Adresse Herrn Dr. Egon Zweig. Advokat, Wien i, Schuierstrasse 18, bekanntzugeben. Das innerösterr. D.-K-

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