Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 2 (1908)
- Issue
- 22 (29.5.1908)
- Date
- 1908-05-29
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 22 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 9 werden,- ura Gedeihliches schaffen-zu können. Die gefertigte Vereinsleitang erlaubt sich nun an alle Wohltäter die Bitte zu richten, zur Unterstützung seiner Zwecke einen entsprechenden Beiträg widmen zü wollen, welcher zur Vermehrung dieser Stiftung dienen soll und ist jeder, auch der kleinste Beitrag willkommen. Spenden werden vbn den gefertigten Vorstandsmitgliedern "entgegengenommen und durch den Verein ■quittiert. Der Verein zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studierender in Wien versendet folgenden Aufruf: Der im Jahre 1862 vom Prediger J. N. Mannheimer gegründetle „Verein-zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studierender in Wien“ hat sich zur Aufgaibe gesetzt, den unbemittelten israelitischen Studierenden der Wiener .Hochschulen die Vollendung ihrer Studiten durch Gewährung von Beiträgen zur Zählung der Rigorosen- und Promotionstaxen, sowie.anderer Gelbühren, bezüglich welcher eine Befreiung nicht erlangt werden kann, zu ermöglichen und hat hierdurch in der bisherigen Zeit seines Bestandes eilte äusserst segensreiche Tätigkeit entfaltet.- Tausende von israelitischen Studierenden, welche andernfalls trotz ihres eifrigen Studiums aus materieller Notlage die Fortsetzung der Studien hätten unterlassen müssen, wurden durch den Verein m den Stand gesetzt, dieselben zu vollenden und haben sich von denjenigen, welche seinerzeit vom Verbirre unterstützt wurden, nicht wenige hohes Ansehen erworben, so dass sie dem gesamten Judentum zur Ehre gereichen. Leider haben sich die Mittel des Vereines in den ‘letzten Jahren gegenüber den Erfordernissen als durchaus unzureichend erwiesen und war das Entstehen eines nicht unbedeutenden Defizites nicht zu vermeiden, wenn nicht die Unterstützungen auf am Mass reduziert wenden sollten, welches geradezu der Würde der akademischen Jugend Hohn spricht. Einerseits hat sich die Mitgliederzahl dieses segensreich wirkenden Vereines'm den letzten Jahren 'geradezu verringert, anstatt sich zu steigern und andererseits müssen wir die betrübende Wahrnehmung machen, dass von seiten derjenigen, welche vor Jahren vorn Vereine unterstützt wurden, nicht genügend daran gedacht wind, die vom Verein erwiesenen Wohltaten, durch Rückzahlung der erhaltenen Beträge imd durch Beitritt als' Mitglied zu vergelten. Während seines nunmehr 46jährigi:n Bestandes ■hat 'der Verein bei~Kr 400.000 an Uriterstützungen' ausbezählt. Im Vorjahre betrugen die ausbezaihlten- Unterstützungen K 13.582, welchen im Ganzen Rückzahlungen im 'Betrage von K 400 entgegenstanderi. Wir glauben, dass die Erinnerung an die ehemals vom Vereine erwiesenen Wohltaten diejenigen unserer einstigen Schützlinge, welche es zu Ansehen und Stellung gebracht haben, veranlassen sollte, dem Vereine in seiner heutigen schwierigen 'Lage hilfreich zur Seite zu stehen. .Wir hoffen keine Fehlbitte zu tun, wenn wir alle Freunde und Gönner dfer israelitischen Studierenden ersuchen, dein Vereine als Mitglieder beizutreten. Der Vorstand des Vereines zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studierender in Wien. Dr. Hermann Wolf, .Hof- und Gerichtsadvokat. Fritz Singer, Schriftsteller. Kais. Rat Leopold Langer, Börserat, Bankier. Dr. Richard Grün-r ieid. Dr. Julius Bermann, k. k. Notar. Hofrat Dr. Emil Zuekerkandl, k. k. Universitätsprofessor. Dr. L. Königstein', k. k. Universitätsprofessor, Hofrat Siegmund Taussig; In.den nächsten Tagen gelaugt im. Vertage des zionistischen Kreiskomitees in Buczaoz die vom Aög. Dr. Heinrich Gabel und Leon Wechsler verfasste Broschüre „Der Jüdische K1 ub“ (130 Seiten stark) in jüdischer. Sprache.zur Ausgabe. Im ersten Teile wird von Leon Wechsler die Geschichte des Anteiles der Juden in den österreichischen Politik vom Jahre 1867 bis zum Jahre 1907 dargestellt, wie auch, die Folgen der Assimilationspofiitik. Die Entwicklung und das Grundprogramm der jüdischnationalen Partei ,und der Wahl rechtskampf fänden dort ihre genaue Schilderung. »' Der vom Abg. Dr. Gabel verfasste zweite Teil enthält sämtliche. Reden, Anträge, Interpellationen •etc. des Jüdischen Klubs. Die Bemühungen des Jüdischen K'lubsi, die Notlage der jüdischen Bevölkerung in Oesterreich zu •lindern, wie auch die Pertraktationen desselben mit den Regierungsorganen finden dort eine authentische Darstellung. Wir brauchen wohl nicht zu betonen, dass die Broschüre „Der Jüdische Klub“ eine ausgezeichnete Propagandaschrift darstellt, die in zionistischen Kreisen über die Tätigkeit des Jüdischen Klubs wahres Licht bringt und geeignet ist, in allen jüdischen Kreisen Interesse für den Zionismus und die jüdischnationale Politik hervbrzurufen. Wir berechnen 1, ^Exemplar exkl. Porto mit K 0.30, je 10 Exemplare portofrei mit K 3.—. Bestellungen (gegen Voreinsendung des Betrages oder Nachnahme) sind zu richten an J. L. Schreier, Buczacz. Zionistischer Ausflug in die Wachau. Der Einzelvarein „Zion“, Krems, veranstaltet ani 7. Juni (Pfingstsonntag) eine Fahrt in die Wachau und hat die Wiener Gesinnungsgenossen durch das iimerösterreichische D.-K. zu reger Beteiligung höflich eingeladen. Zufolge dieser Einladung haben bereits "viele Wiener' Zionisten ihre bestimmte Beteiligung zugesagt. Das Programm ist folgendes: Abfahrt vom Franz Josefs-Bahnhof, Wien, mit dem Personenzug 7 Uhr 10 Min.- früh, Ankunft in Krems 9 Uhr 23 Minuten. Begrüssung durch die (durch blauweiss e Kokarden kenntlich gemachten) Kremser Zionisten. Abfahrt mit dem Dampfer von Krems um 10 Uhr und Ankunft in Melk 1 Uhr 30 Minuten mittags. Gemeinsames. Mittagmahl. Sodann Beb sichtigung der Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und Ausflug über Spiefberg—Pielach—Ruine Albrechtsberg nach Loosdorf. Rückfahrt mit dem Personenzug 8‘ Uhr, Ankunft Wien 10 Uhr 40 Min. nachts. Ermässigte Rundreisekarten III. Klasse: Wien —Krems—Melk—St. Pölten—Wien sind an den Schaltern um 4 K 30 h erhältlich. Die Gg., welche sich dieser Pfingstiahrt anschliessen, werden ersucht, dies unter Angabe ihrer Adresse Herrn Dr. Egon. Zweig, Advokat. VVien. I., Schulerstrasse iS. bekannt zu geben. Das ionerösterr. D.-K. Bücher- und Zeitungsschau. WestöstUche Miszellen von Samuel 'Meiseis. Xenien-Verlag zu Leipzig: Vornehm brosch. Mk. 3. gebunden Mk. 4.50. Im Vorworte sagt der Verfasser, dass die Sairimüyis „einzelne'Aehren darstelle, die auf dem Felde der jüdischen Literatur gepflückt sind“. Hierauf -entschuldigt er sich, dass die Ernte so unergiebig ist, denn zum „Erntehalten gehört 'ein Erntetag. ein sonniger Tag“. Wir wollen es ihm gerne glauben, dass er an einem regnerischen Tage geerntet hat. Der Erfolg lässt darauf schliessen. Der Verfasser tat gut daran, die Sammlung als Miszellen zu bezeichnen. Denn um als Essays oder sagen wfr bloss als geistvolle Notizen zu gelten, fehlt den 'meisten Kapiteln an Stil urid Inhalt. Ausgenommen 'das Gedenkblatt „Theodor Herzl“, „Elise Orzeszko“ und „Moderne Jargonlyrik“, die mittelmässigen Tagesartikeln an Wert nicht viel .nachstehen ist, ist alles andere in diesem Buche weder neu noch gut. Das Judentum am Scheidewege von Dr. Max Joseph, Rabb. in Stolp i. P. (Ein Wort zur Schicksalsfrage an die Starken und Edlen des jüdischen Volkes. Verlag von M. Popelauer, Berlin 1908. Brosch. 'Mk. 3; gefb. Mk. 4.) — 'Man war gewöhnt, fast in jedem Rabbiner einen Protestrabbmer zu sehen. Die wenigen bewunderungswerten Ausnahmen bestätigten nur die Regel. Es mutet daher besonders angenehm an. wenn man einen Seelsorger kennen lernt, der in kräftigen und edlen Worten sich an die Starken, seines Volkes wendet. Er untersucht idas Judenproblem vom philosophischen, religiösien und historischen Standpunkte aus urid kommt zum Schlüsse: „Das I u d e. n t u m w i r d z i am i s t i s ch s ein, oder es wird nicht sein.“ dn 'einer edlen glutvollen Sprache weist er die „logische und .reale Unhaltbarkeit des entnationalisierien Judentums“ nach'. Unzweideutig überzeugt er von der Haltlosigkeit eines blossen Religionsjudentums. Er analysiert das Wesen dar Assimilation und deckt schonungslos die kalten egoistischen Motive und die Unzulänglichkeit der Bestrebungen: aller bewussten Assimilanten auf, denen er die positiven zionistischen Jungjuden entgegenstellt. Im Schlussworte weist er den Zusammenhang 'des Judenproblems in allen Go'usländem nach. Das 'Buch ist flott geschrieben. Es stellt einen gelungenen Versuch dar. eine — wenn auch ekeeitige •—. Theorie des Zionismus zu schaffen,. Es wäre^nur zu wünschen, das Bücher ähnlicher Art geschrieben wurden, die den Zionismus ebenso lichtvoll vom wirtschaftlichen urid sozialen Standpunkte aus behandeln. Der Autor des Buches „Das | Judentum am -Scheidewege“ verdient den Dank, i weil er den Anfang -gemacht hat. 1 . .... . .W. Wegen -des gestrigen Feiertages konnte diese Nummer erst Freitag den 39. d. auegegeben werden. Bitte. Eine arme Witwe, Frau Jenty S c e n d e l aus Zmigrod, deren Mann am 7. d. M. ermordet wurde, ist mit ihren sechs unmündigen Kindern der grössten Not preisgegeben. Sie wendet sich daher an edle Mitmenschen mit der Bitte, ihre elende Lage durch Unterstützungen lindern zu helfen. Spenden werden von dem Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Zmigrod, Galizien und der »Jüdischen Zeitung“ entgegengenommen und ihrem Zwecke zugeführt. Herr MÜ Dr. Philipp Sch an w al d hat sich in Wien, L. Graben 16als ärztlicher Spezialist, fiir künstliche Augen etabliert Dieses Atelier ui'daKXSjjnzige in seiner Art in Europa und fertigt Dr.sScbönwald in Gegenwart der Patienten nach der Natur Prothesen an, dis das Vollkommenste darstellen, das auf diesem Gebiete geleistet wird. fffflBf'Ör. Benno Schallinger hat seine ärztüehe Praxis IH., Rasumofskygasse 13, eröffnet Achtung! Gesinnungsgenossen! Unter dein neuen 35 Heller-Jubiläumsmaricen kamen Fehldrucke vor, auf weichen rechts über •dem Bilde des Kaisers statt der Inschrift „Franciscus Josephus“ — „Eranciscus Josephus“ steht. Da die Marken eänen hohen Wert haben, bitten wir alle Gesinnungsgenossen, diese Fehldrucke gegen Ersatz des Wertes auTzukaufen und uns umgehend einzusenden. Die Marken ‘haben sowohl ungestempelt als auch gestempelt grossen Wert. Mit Zionsgruss Die Sanunelstelle. HaiDiqelstelk des ^Jüdisch«) ^atfoi)a1foi)ds täi* $estenräctt, Wien, IX., Türkenstrassa 9. Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, ‘palästinensischen Boden als Gesamteigentum des indischen Volkes zu erwerben und auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom 5. Zionistenkongress 1901 gegründet, besitzt, er. heute bereits ein Vermögen von über 13U Millionen Kronen. Allgemeine Spenden : Jeder Jude soll bei allen Anlässen des Jüdischen Nationalfonds gedenken. Brünn. M.: Jüd.-akad. Bede- und Lesehalle . .. *.40 Chrzandw. W. G : Per Sal. Gatter N.-F.-K.: Verein „Buei Zion* Erlös von Coupons der J.C.T. 25.80, Dr. Isidor Krengel: gesammelt bei Cbannkahfeier 12.30. „Bnei Zion*: gesammelt beim Vortrage des Herrn Dr. Biesel 2.—. M. Stern bei Kartenspiel, SaJamon Stapler anlässlich der Hochzeit seiner Schwester ä 0.50, Zwi Barbar gesammelt auf Hochzeit Grubner-Neumann 1.10. Juda Brenner, Lipmann Bernstein, Seiften ' Schneider durch Dr; Nehmer Zywiec ä 1.—, Sal. Richter gefundene 0.30. -Dr. Isidor Krengel.45.50 Friedek. M.: Zionistische Mittelschüler gratulieren zur Konstituierung der .Ruth“ Teschen.1.— Mähr.-Ostrau. M.: Zionistische Mittelschüler statt Glückwunschtelegramm für .Ruth“ Taschen ... 0.60 Rozniatöw. S. G.: Dr. Wassermann bei Vergleich Rothmann-Hermann.5.-— tryj. S. G.: Die in Nr. 10 ansgewiesenen K 38 50 waren nicht der Endsnmma zugezählt Dies wird hiermit naebgetragen' .; 38.50 Ung.-Brod. M.: Per Leo Smetana bei Verlobung Smetana-Rado. S u 11 an . . . 3.—. Wien. I.-Oe.: Die in Nr. 19 ausgewiesenen, doch in der Summe nicht enthaltenen ,Besen“ ••••■••«. •••« .. i— A. Brennholz, Dioszeg. . . . . . 0.22 Hanns Fischer. Sonnenschein .;. : 5.—