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Jüdische Zeitung · 1908-05-08 · 19 (8.5.1908) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
2 (1908)
Issue
19 (8.5.1908)
Date
1908-05-08
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 19 Wien. Der Ivria- Ausflug. Sonntag den 9. Mai veranstaltet der hebräische Konversationsklub einen Ausflug nach Klosterneuburg- Weidling. Die an demselben teilnehmen wolleD, mögen sich .um 3 Uhr nachmittags im Maximiliangarten, bei der Votivkirche, einfinden. Teilnehmer herzlich willkommen. Wen. Hebräischer Kon versati onsklub. Samstag, den 8. Mai findet wie gewöhnlich um 7 Ubr abends im Cafe Brammer IX., Liechtensteinstraese 1 eine .hebräische Konversationszusammenkunft statt Thema: „Die galizische Ivriakon ferenz“. Gaste herzlich willkommen. Wies. (Verein „Poale Zion*, Wien, IL, Stefaniestrass« 2.) Der Vortrag des Gg. Blumenfeld aber „Die Poale Zion und ihr Anteil an dem Autonomisierungsprozess in Palästina“ wurde verschoben und findet nunmehr Samstag, den 9. ds. um 8 Uhr abends statt. — Alle Parteigenossen, die noch keinen Schekel genommen haben, werden ersucht bestimmt zu erscheinen, um ihren Scheckei rechtzeitig für den Parteitag zu entrichten. Wen. (Sektion „Jnng-.Iuda“ des L Wr. jüdischen Turnvereines.) Dienstag, den 12. Mai 8 Uhr abends wird Herr Adolf Böhmim Saale des Zentralvereines IX.. Türkens rasse 9 über Palästinaarbeit sprechen. Gäste herzlichst willkommen! Brünn. Die jüdisch-akademische Verbindung „Veritas“ veranstaltet Samstag, den 9. ds. im Gewerbevereinssaale (Deutsches Haus) einen Vortragsabend. Thema: Jüdische Realpolitik in Palästina. Referent: Fabrikant Adolf Böhm aus Wien. Beginn 8’/* Uhr abends. Regiebeitrag 20 h. Frslumldaii. Anlässl ch des Purimfestes fand hier im Saale des Herrn A. Lichtenstern eine Akademie verhonden mit Tanzkränzcben statt Die Feier wurde durch eine kurze Ansprache des Veranstalters, Knltusvorstand S. Braun eröffnet. Der nächstfolgende Tendenzredner des Abends, 6g. Ing. Schlesinger machte mit seiner gediegenen Aede, in der er den ' Entwicklungsgang des Zionismus schilderte und mit einer Fülle von Argumenten dem versumpftem Assimilantentum an den Leib rückte, tiefen Eindruck anf die Anwesenden. Es sprachen noch die Herren Dr. Max Wasservogel und Herz. Die musikalischen Leistungen der Frau Ing. Heda Schlesinger und des Kantors Herrn Jelenko, sowie die Vorträge der Fräulein Zeinecke, Held und Hamlisch, von der hiesigen Theatergesellscbaft, die sich würdig dem Torangegangenenen anreihten, trugen des weiteren viel zur Heiterkeit des Abends bei. Trotz des kleinen Entrees und der nicht geringen Auslagen, Ist ein kleiner Ueberschuss geblieben, welcher von seiten des verehrten Herrn Kultusvorstande Braun dem Hationalfond gewidmet wurde. Laibach. Am 24. d. M. verschied hier Herr Lszar Landau, ein Bruder des hiesigen Herrn A. Landau, dessen Familienangehörige Mitglieder des Vereines „B’nei Zion* sind. Der Verstorbene wurde, da hier kein jüdischer Friedhof ist, auf Veranlassung der Familie, mit gütiger Zustimmung des Herrn Pastor Dr. H eggem an n, auf dem evangelischen Friedhofe, auf einem der schönsten Plätze bestattet. Die Mitglieder des Vereines „B’nei Zion“ übten an dem Leichname und dem Begräbnisse, die nach dem jüdischen Ritus voigeschriebenen Gebräuche aus. Gesinnungsgenosse ' Baruch Feller-Sekl er hat in uneigennützigster Weise die Veremonien verrichtet. Am Abend wurde im Hause Landau ein Minjan abgehalten, bei dem die Kinder des Verstorbenen dem Vereine den Dank anssprachen und ein Spende von K 50.— für zionistische Zwecke spendeten. Sadegira. Die Mitglieder des Vereines „Hadana“ gratulieren Frau und Herrn Weigl zu Ihrer Vermählung und danken für die Spende von 5 K. Buczacz. (Bar-Kochba.) Ergebnis der Chargenwahl für das Sommersemester: stud. iur. Schaje H e ch t X, stud. iur. Eijasz Nacht XX vmd stud. iur. Nehemiasz D r a 11 e r XXX- Jaroslau. (Akad. Verb. „Swil“.) Die Chargen - wählen für das Sommersemester ergaben folgendes Resultat: camLiur. Maurycy Rager, Präsident; stud. iur. Hersch Abend, Vizepräsident; David BergthaL Sekretär. Traatenau i. B. Am 29. April d. J. veranstaltete hier das Rayonkomitee eine. Versammlung, in der Herr Dr. Emil Marguües einen aufklärenden Vortrag über das Thema :; Was will der Zionismus?“ hielt Der grösste Teil der jüdischen Bevölkerung Trautenaus, über 150 Personen-waren der Einladung gefolgt, und folgte den Ausführungen des Referenten mit sichtlichem. immer wärmer werdenden Interesse, welches sich zum Schlüsse in stürmischem Beifell kundgab. In der Debatte sprach Herr Dr. Friedrich L au er, welcher in anerkennenswerter Objektivität viel Rühmliches und Verdienstvolles an der zionistischen Organisation hervorhob, insbesondere die. -Hebung des jüdischen Selbstbewusstseins rühmte,: um aber zum Schluss doch für seine.-.Persona das . zionistische .Programm als utopisch und undurchführbar und als in der Richtung der Entwicklung* welche den Juden zum Kosmopoliten bestimmt habe, liegend, ablehnte.;! In seiner.Erwiderung widerlegte der Referent diese Einwendungen-unter dem Beifall der Versammlung, welche in unzweideutiger - Weise für die zionistische Idee Partei nahm. Der Eindruck der Versammlung war ein ausserordentlich starker und dürfte in Kürze zur Konstituierung einer Ortsgruppe führen für welche die Vorarbeiten schon in Angriff genommen wurden. Den Vorsitz führten die Herren Ernst Popper und Heinrich Pick. Weitere Versammlungen in Höhenelbe und Königshof a. E. sind projektiert. T. Gesinnungsgenossen! Die Sammelstelle des Jüdischen Nationälfonds für Oesterreich fordert die Zionisten der ganzen Monarchie auf, eifrig die zum Verkaufe für den Jüdischen Nationalfonds geeigneten Materialien zu sammeln. Wir erzielten in einer verhältnismässig kurzen Zeit durch systematische Arbeit die nette Summe von K 170.—- die in der vorwöchentlichen Nummer d. J. Z. ausgewiesen war. Wir wollen uns jedoch nicht damit genügen lassen, sondern müssen trachten die Einnahmsquellen unseres Gesamtvermögens, das der Nationalfonds doch darstellt, immer wieder zu erhöhen. Auf leichteste Art kann z. B. seine Einnahme aus dem Verkaufe der Materialien, die bloss in der Monarchie gesammelt werden, auf den Betrag von 500 Kronen monatlich gebracht werden, falls die zionistischen Sammler fleissig sammeln und die jeweilig nach dem Bedarf ihnen durch die Presse zugehenden Instruktionen genau befolgen. Die zu sammelnden Materialien sind: a) Briefmarken, b) Staniolpapier und Flaschenhülsen, c) Zigarrenspitzen und d) Posterlagscheine. Die .Briefmarken werden von uns an Markenhändler, von denen wir auch einige im Ausland wohnende als Kundschaft besitzen und an Privatsammler verkauft Für das Staniol haben wir jetzt eine feste Kundschaft die uns unseren ganzen Vorrat abnimmt. Wegen der Zigarenspitzen stehen wir noch in Unterhandlungen, die bald einem gedeihlichen Ende zugeführt. werden. Auch die uns zugesandten Posterlagscheine werden in kurzer Zeit verwertet werden. Beim Sammeln der Materialien sind nun folgende Instruktionen besonders zu beachten, da uns ihr Befolgen viel unnütze Arbeit erspart, ihre Ausserachtlassung jedoch für den Nationalfonds besser zu verwertende Zeit wegnimmt. A. Der Sammler soll Briefmarken und Ganzsachen (d. i. Korrespondenzkarten, Kartenbriefe, Adressscbleifen und Kuverts mit eingedruckter Marke) auseinanderhalten; letztere sollen nie ausgeschnitten werden, da sie ihren Wert verlieren. Die Briefmarken selbst sollen wie folgt sortiert werden: a) österreichische Jubiläumsmarken (auch nach den Werten zu sortieren), b) Marken von Oesterreich (Hellerwährung), Deutschland und Ungarn, jedoch nur bis 50 Heller respektive Pfennig, dabei sind die violetten 12-Hellermarken als wertvoll besonders zu legen; c) die sub. b) benannten von über 50 Heller respektive Pfennig; d) Marken von Oesterreich und Ungarn, wo der Wert in alter Währung angegeben ist; e) Marken aller europäischen Länder und der Vereinigten Staaten von Nordamerika (jetzige Emissionen); f) die sub e) genannten der früheren Emissionen; g) alle aussereuropäischen Marken . mit Ausnahme derer von den vereingten Staaten von Nordamerika, jetzige- Emissionen-; h) die - sub g) - genannten {frühere Emissionen) . und schliesslich alle Provisorien d. h. Märken auf deren ursprünglichen Wertziffer von der betreffenden Postverwaltung eine andereaufgedruckt wurde. Im allgemeinen hatte man—rieh—noch, an folgendes: Beschädigte und beschmutzte Markenhaben keinen Wert. Bei aufgeklebten Marken wolle man nie die ganzen Kuverts schicken, sonderndie Marken entweder vorsichtig ablösen oder einen Ausschnitt machen. Die Marken sollen auch nie geknittert werden. Die Gesinnungsgenossen werden gebeten,"an ihre in aussereuropäischen Ländernwohnenden Bekannten die Aufforderung zu richten, uns direkt gebrauchte Briefmarken zu senden. B. Staniol: Dasselbe soll in möglichst grossen Mengen gesammelt werden; da wir nur den Materialwert bezahlt bekommen,, ist der Zustand des gesammelten Materials gleichgiltig. Hauptsache ist, dass es folgendermassen sortiert und verpackt wird:: 1. Flaschenhülsen von Wein und Bier, sowie alte Tuben; 2. Staniolpapier von Schokolade und Seife; Staniol von Käse soll nicht beigelegt werden. Das Staniol muss,, wie oben angegeben, deshalb sortiert werden,, weil wir für die verschiedenen Sorten zweierlei Preise bezahlt bekommen. G. Zigarrenspitzen (d. h. Abschnitte von Zigarren): Dieselben sollen von allem Beiwerk frei sein; D. Posterlagscheine: Dieselben sollen bei der Perforierung einmal gefaltet sein und nach der laufenden Nummer des Kontos geordnet werden, da wir bei den tausenden, einlaofenden Stücken nicht selbst die Arbeit des Sortierens übernehmen können. Wir rechnen auf die Mitwirkung aller Gesinnungsgenossen, denen der Nationalfonds etwas bedeutet. Mit Zionsgruss Sammelstelle des jüdischen Nationalfonds für Oesterreich - - -' Wien, -IiXif Türkeristrasse' 9. §ati)H)e1stel1e des <0ädiscbei) föfatioDalfoods täi* ©estemicbj Wien, |X., Türkenstrasse 9. Allgemeine Spenden: Bielitz. M.: Max Pollak:. 'statt Besuches eines Kirchenkonzertes . . . . -. . . . 1.— Julius Nichtenhauser . . . : . . ... 3.— Bojan. Bu.: Sammlung „Judith“ und „Ohawe Zion* 5.40, Kelim er ü. Schmul 3.—. Herrn. Gottesmann ..... 8.40 Borczow. Pod: Rosa Konrad und Ida Blumenthal. Ad. Böhm . .. 4.— Bröka. I -Oe.: Per Camilla Winterstein aus Budapest: „Kartenpartie Naschek“ 5.42 Budweis. B.: Israelitische Kultusgemeinde (auf Zirkular). Sultan abd ul Hamid...... ..10.— Bursztyn. S. G.: F. Rottenstreich 6 J.C.T.- Coupons. Sultan abd ul Hamid . 3.80 Czernowitz. Bu.: Per Dr. Schärf: K. Merlaub, S. Rosenheck ä 5.—, P. Hofmann 3.-, Dawid 2.—. Dr. M. Diamand und Dr. M. KinsbrunnerJ. . . . . 15.— Sammlung Kiarfeld bei Hochzeit Welt- Halpern. „Dawidia“ . .;.. 10.60 Czortkow. Pod.: O. M. Schorr: Sammlung unter Handelsschülern in Czernowitz. Reichsratsabgeordneter Dr. A. Mahler 3.88, Mendel Rosenzweig 3.87 ...- . . 7.75 Dubkowa. O. G.: Chaje Hefter. Sultan abd ul Hamid ........... 1-— Fiume. I.-Oe.: Szigo Neumann . ... . . -7.— Jamnitz. M.: Dr. H. Wertheimer J.C.T.- Coupon. Sultan abd.ul Hamid. . 0.80 Kalaflndestie. Bu.: Isidor Stier. Gzernowitzer D.-K.. . ..... . . . . . 2.— Luzän. Bu.: Sammlung FrL Anna Feiler bei Verlobg. Seidmänn-Löbel 2.—, Josefine Rubinger. 1.12. C.zerno.witzer D.-K. .......... 3.12 Mähr.- Ostrau. M.: Erwin Zweigerithal gratuliert zur Hochzeit Slattner-Sillein 0.60 Maschau. fi.: Israelitische Kultusgemeinde (auf ’ Zirkular): Sultan .a.b.d.. ul Hairiid . . ..• 5.—

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