Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 2 (1908)
- Issue
- 13 (27.3.1908)
- Date
- 1908-03-27
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 13 Wieft. (Verein ,P oale Zion*.) Sonntag, ,den 28. d. M. spricht Gg. S. Kaplanski, Kaplan um 8 Uhr abends im Cafe Stefanie- IL, Stefaniestrasse 2, über. .Karl Marx und' seine Bedeutung für das jüdische Proletariat". Gäste willkommen. Wien. (Jüdisch - akademische Veriindung .Maccabäa“) Montag, den 30. d. M. hält im Caf6 Gartenbau Herr Dr. Hermann Kadisch einen Vortrag über das Thema: „Der jüdische Student unddie Moderne*. Beginn 9 Uhr abends. Bielitz. (Zionistischer Verein -Haschachar“.) Samstag, den28. d. hält Herr Professor Dr. JuUub Werner im Saale des jüdischen Gemeindehauses einen Vortrag über „Mn dern e jüdische Mittelschulen*. Anfang 8 Uhr abends. Freier Zutritt! Wien. (.Jüdischer Mädchenverein Mir j am*.) Sonntag, den 14. d. M. hielt Herr Moritz Ehrlich im .Verein Mirjam* einen Vortrag über „Megilla Esther*. Herr Ehrlich entrollte auf historischer Grundlage ein Bild der Purimgeschichte und fand bei dem zahlreich erschienen Publikum vielen Beifall. Wien. (Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler.) Das Ergebnis der Ausschusswahlen für das laufende Sommer-Semester ist folgendes: Med. Albert Baum, Präses; iur. Jos. Rufeis en,L Vizepräses; iur. Siegfried Milch, H. Vizepräses; phil. Emil E. Holzmann, L Schriftführer; iur. Otto Herzka, IL Schriftführer; med. Emil Gahlberg, L Kassier; iur. Adolf Ungar, IL Kassier; phil. Karl T.e 11 er, Bibliothekar; phiL Leo Finkeistein, Zeitungsverweser; nhil. Artur Donath, Hausverweser. Wien. (Akademischer Verein „Jüdische Kultur*-) Die Chargenwahlen für das laufende Sommersemester ergaben folgendes Resultat: cand. techn. A. Singer (Präses), cand. phil. M. Schor (Vizepräses), cand. ing. J. Gottlieb '(Schriftführer), cand. ing. B. Schajowicz (Bibliothekar), cand. ing. J. Diamant (Kassier). Wien- (Jüd.-akad. Ferial-Verbindung „Zepbyra“.) Herr Dr. Hermann Kadisch hat seinen Vortrag über .Unsere nächsten und weiteren Ziele" Freitag, den 20. März 1908. */,7 Uhr abends auf der Verbindungsbade, IX., Servitengasse 10 fortgesetzt. Winn. Samstag, den 21. ds. wurden die Gedichte unseres Mitarbeiters B e d a in der jüdischen Toynbeehalle in Fünfhaus zum Vortrag gebracht. Die Gedichte errangen einen Heiterkeitserfolg und das Auditorium jubelte speziell den unseren Lesern bekannten politisch-satyrischen Gedichten unaufnörlich zu. Im Anschluss an die Rezitationen würdigte Herr Oberlehrer Riesenfeld in kurzer sachlicher Rede den bedeutenden literarischen und agitatorischen Wert der Werke Bedas. Wien. Wie alljährlich, veranstaltete der Brigittenauer Israel. Unterstützungsverein, der gegenwärtig unter der Aegide der Herrn Juwelier Jakob K o h n als Obmann und Herrn Berthold Kaiser als Obmannstellvertreter steht, auch heüer am 17. d. M ein Purimfest in den Räumen des Rursalons. Der Zuspruch war ungewöhnlich rege, durch die Säle wagte eine frohbewegte Menge; die Jugend tanzte. Der Verein verzeichnet durch diese Veranstaltung ein recht erfreulichen, moralischen und materiellen Erfolg, was den zahlreichen jüd. Armen in der Brigittenau zu Nutzen kommen wird, ln dem grossen Eifer, den der sehr rührige Ausschuss entfaltete, wobei Herr Kafetier lg. Körner, als der langjährige Ballvater des Vereines und Herr Isidor Pol itzer als langjähriger Kassier besonders hervorgehoben werden müssen, standen ihm die Damen Fr. Dr. Emilie Weiss, Frau Sekretär Marie Koks und Frau Juwelier K o hn sehr werktätig zur Seite. Wim. Die am 17. März L J. im Hotel Central stattgefundene Purimfeier des Vereines der Kolomeaer nahm einen glänzenden Verlauf der olle Erwartungen der Veranstalter übertraf. Der hübsche Saal des Hotel Central und dessen Nebenräume waren eicht gefüllt UDd eine freudige Stimmung herrschte insbesondere unter der Jugend, die zahlreich vertreten war. Insbesondere war der bürgerliche Mittelstand s-hr stark verireteu, was als Zeichen der Lebensfähigkeit des Vereines der Kolom»aer angesehen werden kann. Von den studentischen Vereinigungen erschienen die Vertreter der „Jüdischen Kultur", der „Bar Giora*, „Bar Kochba“, „E^peranza* und des Mädcbenvereines „Mirjam". Die Festrede hielt Herr Friedrich Kruh, die er in schwungvoller Weise in dem Wunsche ausklingen liess, dass die in der Diaspora lebenden Juden recht bald nur Feiertage und keine Trauertage begehen mögen. Entzückend waren die- Vorträge der Herren Basser und Perlmann und der Damen Grab und Perlmann. Die Piece de resistance bildete der Einakter „Die Purim-Sudeh“ welche von einer polnisch-jüdischen Schauspielertruppe unter Leitung des H. S t e p p 1 e r gespielt und vom Publikum beifällig aufgenommen wurde. Hierauf folgte der Tanz der bis zum Morgengrauen währte. An dem Feste nahm aucn der,Obmann des zionistischen D. C. Herr Max Markus und Herr Dr. Josef Zisper, Ehrenpräsident des Vereines der Kolomeaer teiL Um das Gelingen das Festes machten sich besonders verdient: Herr Friedrich Kruh, Herr S. Weininger, das Vergnügungskomitee und die Mitglieder des Vereines „Jüdische Kultur*. Die Musik besorgte die aus 10 Mann bestehende jüdische Kapelle Wagner, welche jüdische Weisen in künstlerisch vollendeter Form zum Vor trage braente. Czernowitz. (Jüd.-nat. akad. Verbindung „Zephirah".) Die Chargenwahlen für das laufende XXII. Sommersemester hatten folgendes Ergebnis: cand.iur.Kalman Schapira (X) Präses, cand. iur. Juda Ebner (XX) Vizepräses, stud. iur Markus Krämer (XXX) Schriftführer. Lemberg. (Verbindung „Jude a“.) Die Wahlen für das Sommersemesier haben folgendes Resultat ergeben: Steche Barchasch, cand. iur. Senior; Heinrich Stern er, cand. iur. Cosenior; Julius Kieinmann, cand. iur. Schriftführer. Das zehnjährige Jubiläum dss Vereines Przedswit-Haschachar in Krakau. Krakau. Die Jubiläumsfestlichkeiten des Vereines „Przedswit-Haschacharin Krakau, die eine Uebersicht aller Richtungen der gegenwärtigen zionistischen Arbeit geben sollten, wurden am 8. März 1908 mit einer grossen Volksversammlung, die die Erörterung der Prinzipien und Wege unserer umerpölitischen Beteiligung bezweckte, eingeleitet. — Die Versammlung, an der eine tausendköpüge Menge teilnahm, während Hunderte stundenlang vergebens um Eintritt bittend vor dem Saale standen, eröffnete mit einer kurzen Ansprache der Obmann des Jubiläumskomitees Gg. Doktor Feldblum, zum Vorsitzenden wurde Gg. Dr. Hilfstein gewählt. Als erster nahm das Wort mit grossem Jubel empfangen Gg. Abg. Dr. Gabel. In einer längeren, schönen Rede schilderte er die Entwicklung des zionistischen Gedankens, unsere Bestrebungen, durch die Regenerierung des Ghettojuden zum modernen selbstbewussten Nationaljuden einerseits, durch Vorbereitung des Landes anderseits unser Ziel, die Schaffung eines jüdischen Staates in Palästina zu erreichen. In schwungvollen Worten gedaehte er der Verdienste der akademischen Verbindungen, von denen eine der ältesten eben das Jubiläum ihren, aufopfernden zionistischen Arbeit feiert- Gg. Abg. Stand befasste sich mit der eingehenden Besprechung der bisherigen Arbeiten des jüdischen Klubs. Er wieB darauf hin, dass die wahrhaftig jüdischen Abgeordneten keine Gelegenheit voi übergehen lassen, lim ihrem Volke zu dienen. Zorn erstenmal erscholl das Judenwort im Parlament; wo bisher die jüdischen Abgeordneten in allen, nur nicht in jüdischen Angelegenheiten das Wort ergreifen durften. Frenetischer Beifall belohnte die glänzenden Ausführungen der beiden Referenten und mit grossem Jubel wurde eine Resolution angenommen, in der dem jüdischen Klub das Vertrauen und Dank ausgedrückt wurde, ln der Diskussion nahm zuerst das Wort der Vertreter der „Poale Zion“-Partei Gg. Meller der zwar dem jüdischen Klub Vorwürfe machte, ihm aber als dem einzigen Vertreter der jüdischen Interessen, das Vertrauen ausspracb. Allbekannte Phrasen über Programm verrat u. dgl. tischten nochmals zwei Separatisten auf, worauf ihnen Gg. Dr. F e 1 d b 1 u m, trefflich antwortete. Im Namen des Vereines „Przedswit“ nahm zuletzt das Wort Gg,. Bienenzucht, hob die vielen Verdienste des jüdischen Klubs hervor und dankte ihm speziell für seine Haltung in der Uuiversitätadebatte und in der Aktion wegen Anerkennung der jüdischen Nationalität. Darauf schloss der Vorsitzende die Versammlung, die einen höchst würdigen Verlauf genommen hatte. Personalnachrichten. Unser Gg. Herr Chaim Tartakower (Verein „Theodor Herzl“) wurde am Montag, deu 23. zum Doktor der Rechte und Gg. Herr Heinrich Lilien (Verein „Tneodor Herzl“) Donnerstag, den 26. d. M. zum Doktor der Philosophie promoviert. Berichtigung. Herr Emil Reich wünscht zu konstatieren, dass er auf dem Distriktistage vom i. März, um den Angriffen auf Herrn Baurat Marmorek entgegenzutreten, folgendes gesagt hat: - „Man kann ja der Ansicht sein, dass Herr Marmorek sich in Wien als Führer unmöglich gemacht habe; es ist aber anderseits Tatsache, dass diese Ansicht von der ganzen Welt nicht geteilt werde. Man konnte dies anlässlich des letzten Zionistenkongresses im Haag und - erst jüngst in Galizien sehen. Auen ich halte Herrn Marmorek noch immer für einen guten Juden und Zionisten und bedauere daher die heutigen Angriffe lebhaft, umsomehr,, als Herr Marmorek nicht anwesend ist und sich nicht, zur Wehr setzen kann.“ Briefkasten der Redaktion. > L. L., Tarnopol. Boris Schatz, per Adresse .Bezalel*, Jerusalem.; lag. Sehinfsld, Brünn. Wenden Sie sich direkt an die Sammelstelle des N.-F. A. R. Bielitz. .Jüdische Rundschau“, Berlin,. Nr. 54, Augustatr. 49 a, Jüdischer Verlag; Köln, Karolinger ring 6. Das andere geht die Sammelstelle des N.-F. an An mehrere Einsender: Anonymes wandert in den Papierkorb. Neues aus der Textilbranche. Es gibt wenige Erzeugnisse, an die so höbe Ansprüche betreffs Haltbarkeit und Gediegenheit gestellt werden, wie dies bei den Teppichen der Fall ist. Ein; kostbarer Teppich wird, meistens nur einmal angesebafft und soll Öen Käufer durch das ganze Leben befriedigen. Mit Recht werden deshalb die höchsten Ansprüche an die: vorzügliche Auswahl des zur Verwendung gelangenden Rohmaterials sowie an die Farbeneeffitheit, Farbenschönheit pnd Farbendauerhaftigkeit sowie an die Gediegen-, heit der Arbeit, die gleiehmässige, feste Ausführung der Knoten gestellt. Der Laie ist aber miei|stemteils nicht imstande, beuftejilen ■ zu können, ob diese Grundbedingungen erfüllt sind, und wenn er sich lediglich durch billigen Preis zum Kaufe verleiten, lässt, so rächt’sich dies gewöhnlich durch schlimme Erfahrungen. Oft schon in den ersten Monaten ihres Gebrauches zeigen die Teppiche ihre Minderwertigkeit düxeh Verlieren an Aussehen, Verblassen der Farben und vorzeitige Abnützung. Jeder Teppiehkauf ist deshalb Vertrauenssaehe. und wer bei Teppichen nur der Billigkeit nach kauft, kauft sicher zu teuer, denn das. besteist hier auf alle Fälle auch das BiUfdstte. Es kann daher nicht dringend' genug dazu geraten wenden; nur hei jener Firma zu kaufen, die durch ihr Renommee die' grösste und umfassendste Garantie dafür bietet, deren Ruf für beste Ware und reellste Bedienung bürgte Die- Firma S. Schein; Wien, I., Bauernmarkt 12, deren Ohef k. u. fc. österr.-ung. Hoflieferant, Kammerlieferant Seiner Majestät des Kaisers unldi Sachverständiger nnd Schatzmeister des k. k. Wiener Handelsgerichtes ist, welche zur Bequemlichkeit ihrer Kunden nebst Musterlägem in Karlsbad, Mariembad, Franzensbad und Abbazia eine ständige Filiale in Lemberg, Hetmanska 8, errichtet hat, bietet in ihren prachtvollen orientalischen Teppichen eine in ganz Oesterreich-Ungarn einzig dastehende Kkufge'legenheit. Das Lager der Firma, welche so in der Zentrale Wien, I., Bauernmarkt 12, wie in der Filiale in Lemberg, Hetmanska 8, eine ständige Ausstellung unterhält, bildet da wie dort eine 'Sehenswürdigkeit, eine Hauptanziehungskraft für Fremde. Es kann auch nicht unerwähnt bleiben, .dass der Leiter der Lemberger Filiale soeben nach einem längeren Aufenthalte in der Zentrale in Wien wie auch in den Fabriken der Firma, wo er seine Wahl nicht nur in den feinsten Spitzenartikeln, konfektionierten -Portieren, Vorhängen, Bett-, ■ Tischnnd Klavierdecken, orientalischen Teppichen und verschiedenen Kunststickereien, wie auch in, einfacheren und feineren Möbelstoffen, Zimmer- und Wandteppichen, Bettvorlegern, Laufnnd Spannteppichen, Vorhängen und Deeken aus eigenen Fabriken der Firma getroffen, um zu jeder Zeit den Anforderungen der P.T. Kunden aus Galizien und Bukowina gerecht zu sein, nach Lemberg aurückgekdhxt ist. Ausserdem ibereist dieser Filialleiter jedes Jahr einige Male alle grösseren Städte Galiziens und der Bukowina, um den P. T. Kunden; welche den brieflichen Verkehr und die grösseren Transportkosten aus Wien vermeiden wollen, Gelegenheit zur persönlichen Rücksprache zu geben.