Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 2 (1908)
- Issue
- 8 (21.2.1908)
- Date
- 1908-02-21
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2438141-2438167-2438175--0388-2439899- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 8 Nr. 8 JÜDISCHE ZEITUNG sacht, welche Tatsache zur Genüge beweisst, dass der Verein immer mehr Anklang findet, und bereits zur Notwendigkeit für den IX. Bezirk wurde. Nachdem nun durch die stets zunehmende Schülerzahl dem Vereine grössere . Auslagen, erwachsen, wäre : es dringend nötig, dass zahlreiche edle Glaubensgenossen, die’für das wahrhafte Judentum Interesse haben; die gemeinnützigen .Bestrebungen des Vereines, durch Beitritt oder Spenden zu unterstützen. Kimpoincg. . Am 1. Februar 1. J. fand im Rat- - haussaale ein vom hiesigen Vereine junger Juden „Theodor Herzl* veranstalteter jungjüdischer Abend, verbunden mit e nem Tanzkränzcben statt. Nach der Begrüssnng durch den Obmann des Vereines'Doktor M. Niederhotfer ergriff das Wort Dr. Z a 1 m an zn seinem Vortrage über .das Blutmärchen im Lichte" der Zivilisation“. Die' Feslgäste, unter denen sieb die meisien Honorationen unserer Stadt-befanden, hörten mit Interesse den'Ausführungen des -Redners zn; Nachdem Herr N. Lu wisch einige humoristische Erzählungen des Jargonschriffstellers ■ „Schnlem Aleichem“ vbrtrug, hielt Herr Doktor Huttmänn die Tendenzrede, in der er in interessanter Weise den Ausgangspunkt, die Entwicklung ■ und die-jetzige Lage des Zionismus einer eingehenden Erörternag unterzog. Nach Mitternacht begann ' die Tanzunterhaltung, die bis znm grauen Morgen dauerte! Brünn. (Jüdischer Knltuswählerv er ein.) Bei der am 12. d. M. stattgefundenen Generalversammlung worden folgende Herren in den Ausschnssgewählt: Obmann : AdolfSchallinger, Obmannstellvertreter: Dr. Tb. Haas, Leopold Fischhof, Schriftführer: Redakteur Max Hickl, 'Max Lustig, Kassier: Kornelius Strach! B. Tistner. Ausschuss: Sigm. H i c k 1. Max Singe r,,A. Singer, Revisoren: Leo Baumgarten, Mor. Wellisch. Liizan. Das von der Lnzaner zionistischen Jugend den 8. Februar zn Gunsten unseres Parteifondes veranstaltete Kränzchen ist ungünstigen Wetters wegen nicht so ausgefallen wie zn erwarten war. Trotzdem gelang es uns, ein Reinerträgnis zu erzielen. Den Kartenverkant besorgte in liebenswürdiger Weise Herr J. R ab inger. Das Kränzchen dauerte bis 4 Uhr morgens. Ueberzahlnngen leisteten die Herren: J. Rnbinger, Alfred M e h 1 e r, M. S c h w a r z, Isak B r e i e r, Feiler, Weisseiberg, wofür -ihnen der 'Dank ausgesprochen wird. Wiznitz. In der am. 11. Dezember 1907. sfatt- -gefnndenen Generalversammlung und bei der. am 1. Jänner 1908 erfolgten Konstituierung des zionistischen Frauen-. nud MädchepvereiOfcS.j1D£bofah“-.rin j-Wiznitz wurden nachstehende Funktionärinnen gewählt: FrL Anna H a s e n f r a t z, Präsidentii); ,Frl.' Chane" Schärf, Vizepräsidentin Fri. Hene Lauter,’ Kassierin; FrL Mirl Kami!, I. Schrift- .führerin; Sabine Hasenfratz,. II. Schriftführerin, FrL Clara S.urkis und Bertha Berman, Bibliothekarinnen; ohne Funktion: FiL Sara L e k e r, Fani P i s t i n e r, Gittel Sch w a r z und Sime Fie'derer; EVI. Ester Haber nud Jetti Hirsch, Revisorinnen; Frau Chaje F r i e d, Sara Soifer und Frl. Chaje L e k e r, Schiedsrichterinnen. Zaieszczyki. Der Kranken- und Unterstützungsverein in Zaieszczyki, welcher 192 Mitglieder zählt nnd sich dnreh sein humanes Wirken wie auch durch geistige nnd materielle Hilfeleistungen verdient gemacht hat nnd in unserer Stadt sehr populär ist. hat übet Wunsch der Mitglieder den Herrn Reichs- -ratsabgeordneten Dr. G a b e 1 einstimmig zu seinem Ebrenmitgliede ernannt.. Die. anfrichüge Frende, welche alle Mitglieder nach der Aufnahme bekundeten, unterscheidet sich von den Gefühlen, mit denen die von „oben* erzwungene Ernennung des ■ Reichsratsabgeordneten M,o y s a. in Bnczacz begleitet war. Die Ernennung Dr. G a h e 1 s hingegen - ist der spontane Ansdruck des F ankes für seine -eifrige Täügkeit und seine erworbenen Verdienste. Rzsszöw. Anlässlich des 20jährigen Jubiläums des Vereines „Chowewe-Zion* wurde Gg. Kalman Kurzmail, Sekretär der Jüdischen Kultusgemeinde, seiner Verdienste um die hiesige zionistische Organisation wegen zum Ebrenmitgliede des Vereines ernannt. Semi-Email Je - Porträts. Echte Emaille-Porträts Elfenbein-Porträts nach jeder Photographie unter G*rautte sprechender I AehnÜchkeit za billigen Preisen in der bekannt vor- | zflgliehen Aualttbrong., Reizender Geschenk artikel. rertreter gesucht Verlangen Sie Katalog 17 gratis nnd franko. Comspondehce: Deutsch, FrantSsiseb, Englisch. | W. A. DERRICK, GmbH., Berlin W., Lfltzowstr. 4 Bücher- und Zeitungsschau. Jüdischer Kalender $668. Unter diesem Titel ist in Lemberg ein!'jüdiaches (Jargon) Jahrbuch, redigiertvon M. Frostig er-', schienen, welches «folgende Artikel enthält: M. Kleinmann: Das vergangene Jahr;: Morris R o s e n f e 1 d : Die Sukkah (Gedicht); Mathias Archer: Ein Kulturkongress; J. Schipper: Die Entwicklung des jüdischen Theaters und Drama; S. Im her: Gedichte (übersetzt aus dem polnischen); M. Chartine r: „Arendarskie zmirds“ (Humoreske); A.Böhm: .Zionistische Arbeit in Palästina; R. Breinin: .Meine Mutter- (Novelle); M. Chmielnicki: Gedichte; J. Schiller: Zionismus und Sozialismus; M. He bisch: „Eli Fojgel“ (Novelle). — Der Preis'eines Kaleoders: 60 Heller (samt Porto 70 Heller in Briefmarken). Zu bestellen: „Jüdischer Kalender“, Lemberg, Rzeznickagasse 9.r’ In der „O e st er r ei c hi b ch en Zukunft* finden war folgende treffende Bemerkungen;. . „Die tschechische Sozialdemokratie hat sich auf den Standpnnkf. des tschechischen Staatsrechts gestellt. Die Wiener .Arbeiterzeitung“ nimmt'hierzu Stellung wie folgt: „„Wir müssen ausdrücklich erklären, dass nach unserer Ueherzeugung die deutsche Sozialdemokratie' allen in dieser Kundgebung aufgestellten Prinzipien nicht zustimmen kann. Insbesondere glauben wir nicht, dass die .Einheit und Unteilbarkeit“ der Kronländer einen Bestandteil unseres Programms, welches, über die Rechte der Länder die Rechte der Nationen setzt,'za bilden vermag. So ganz wir damit einverstanden sind, dass der tschechischen Näfüon und ihren Gliedern ihr Recht nirgends verkümmert wird, so sehr stehen wir auch' für das Recht der Deutschen ein. Und zu diesem Rechte gehört,- wie wir meinen, auch das Recht auf nationale Selbstverwaltung und Selbstregierung. Dass die Erfüllung der nationalen Autonomie die Lösung sämtlicher Streitfragen bedingt, ist nicht zu bezweifeln; aber, innerhalb dieser Fragen steht die Forderung nach Verwirklichung, der Selbständigkeit und Unabhängigkeit jeder Nation .in erster.Reihe.““ Von unserem r. Standpunkte kann diesen Ausf&hrungen'-nur völlig -zugestimmt werden. Aber auch die- „Arbeiter-Zeitung* und die österreichische .Sozialdemokratie vergisst, dass zur nationaleoi Alitoupmie auch ,die Auer-; -rken.n.up g de«, jü„djisXpJtfe-fcgoals N a t i o D.fldie Etablierung der Autonomie derselben und dessen Ausscheidung aus den übrigen Autonomien gehört.“ Gregori P e Dr o w, der bekannte liberale Geistliche, der vqm heiligen Synod seiner 'Priesterwürde für yerlustig erklärt wurde, hat unlängst ein „Bach über die Juden“ veröffentlicht, dem wir folgende interessante Stellen entnehmen": ..... ihnen (den. Juden), ist es enge, sie leiden unter beständiger Not und da ist es begreiflich, wenn sie vor Weh aufschreien und ' unruhig sind“ . . . Sich an die Russen wendend schreibt er: „Wenn man , euch . in einen engen Kasten pferchen oder in einen schmalen Sack ein- . schnüren würde — so würdet ihr darin nicht ruhig bleiben, ihr -würdet euch vielmehr be- . mühen, die Freiheit zu erlangen.“ „Die Juden sind nicht darum aufrührerisch, weil sie eine unruhige Natur haben, sondern weil ihr Leben unruhig ist.'* Den Schwarzen-Hundert-Männern“ sagt er: „Wer im Warmen sitzt und sattgefressen auf einem weichen Lager ruht, den kann man nicht einmal mit Kanonen aufscheuchen. Wer aber auf einer schmalen Pritsche, oder auf harten und gebrochenen Brettern liegt und von Ungeziefer gepeinigt wird, der muss sich beständig bewegen und unruhig sein.“ Auf die Behauptung, die Andersnationalen (lies Juden) hassen Russland und wollen seinen Untergang, entgegnet er ..die Andersnationalen hassen nur die veraltete Ordnung, und die kann doch'geändert werden.“ Warum wird den Juden die Schuld an allen Unruhen unterschoben weil man einen Ableiter für den Hass braucht;' so tat es Nero in Rom mit, den Christen,' dasselbe geschieht jetzt in Russland in bezug auf die Juden.“ ..... das ganze Land seufzt unter dem veralteten Regime; man versuchte das Volk durch einen Krieg von seinen Interessen abzulenken, nun hetzt man Bie gegen die Juden“. Das Buch ist äusserst interessant; ein wahrhaft freiheitlicher Mann spricht darin mit .dichterischer Kraft Wahiheiten aus, die an deu .Freimut eines Tolstoi erinnern. „März“! Halbmonatsschrift für deutsche Kultur. Herausgeber:Ludwig rhoms,Hermann Hesse, Alnert Langen,Kurt Ar am. Zweites Februarheft 1908. Preis M 1.20, im Abonnement: das Quartal (6 Hefte) M 6.—. Verlag von Albert Langen in München. Das vorliegende zweite Februarheft der vortrefflichen Halbmonatsschrift „März“ enthält wieder eine Reihe wertvoller Beiträge, .die in weiten Kreisen besondere Beachtung finden dürften. Der bekannte Turiner Professor Guglielmo Perrero geht in seinem geistvollen und tiefgründigen Aufsatz „Die wirtschaftliche Krise und die Fortschritte des Luxus“ den Ursachen der gegenwärtigen Krise nach. Ueber die „Ausstellung älterer englischer Kunst in der Königlichen-Akademie der Künste zu Berlin“! schreibt Sabine Lepsius und unterstützt ihre Ausführungen durch die Reproduktion mehrerer Porträtwerke der englischen Meister. Kurt Aram spricht über „Münchens Niedergang als Theaterstadt*. Jakob Schaff ner steuert einen neuen köstlichen, von Naturfrische durchwehten „Märzbrief* bei, der diesmal vom Sport und von Berlin handelt. Eine freisinnige Erzählung „Der Tod des Bruders Antonia*, wird die zälreichen Freunde und Verehrer Herrftiann Hesses erfreuen. Ein Aufsatz von Frank A. Vanderlip „Streifzügeeines Amerikaners durch die politischen Probleme des europäischen Kontinents* wird sehr interessieren, besonders die Ausführungen des Verfassers über die Sozialdemokratie in Deutschland und über die liberalen Entwicklungen, in Europa überhaupt. Fr. E r h ar d, vergleicht in seinem Artikel „Nahrung, - Kleidung, Liebe - und die Rechte der Natur*, in geistreicher Weise unsern heutigen Kalturzustand mit den ursprünglichen, für den Menschen natürlichen Verhältnissen. Otto Erich Deutsch veröffentlicht zwei Briefe Ferdinand . Kurnbergers. Weiter bringt das Heft die. Fortsetzung des Romanes „Zwölf aus der Steiermark“ von Rudolf Hans Bartsch. In den Rubriken Rundschau und Glossen finden wir eine grosse Anzahl aktueller Themata behandelt. Georg Brandes Erinnerungen. Kindheit und Jagend. (Gesammelte Schriften Band XX. '3t5 Seiten L-xikonformat. Preis geheftet 8 Mark 50 Pfennig. In Halbfranz, gebunden 10 Mark. Verlag von Albert Langen in München. Dr. Theodor Haas, „Die Juden in Mähren*. Jüd. Buch- und Kunstverlag, Brünn (M. Hiekel). Aufruf! Goldfaden-Preis. Anlässlich des jüngst erfolgten Todes des Begründers des jüdischen Theaters Abraham Goldfaden ,_ist £oa .seiten,;des gefertigten akademischen' Vereines °’die,5Öiregung zur Er- . riehtung eines G o 1 df a d e n - Pr eis e s für die besten dramatischen Werke in jüdischer Sprache ausgegangen. Auf die Bedeutung und den national-kulturellen Wert einer derartigen Institution braucht nicht erst näher hin gewiesen zu werden. Jeder moderne, bewusste Jude sieht die grosse Rolle, welche das jüdische Theater im jüdischen Volksleben spielt und noch zu spielen berufen ist, ein. Es gilt den aüfstreben- ' den Talenten Förderung angedeihen zu lassen und sie'in einen regen Wetteifer zu bringen. Der gefertigte akademische Verein richtet deshalb an alle Gönner des jüdischen Theaters und der kulturellen Renaissance des Judentums dis Bitte, sich an der von ihm eingeleiteten Sammlung, für diesen Zweck — sei es auch mit den geringsten Beiträgen — beteiligen zu wollen. Zuschriften sind an die Vereinsadresse: II., Flossgasse 9. Geldsendungen an die Adresse: Akademischer Verein „Jüdische Kultur“ p. A. cand. ing. Bruno Meisner, H.,Negerlegasse t zu richten. Akad. Verein „Jüdische Kultur“ I. A. d. A. J. Weiesinann DavidBir ab ä u m dz. Präses. dz. Schriftführer. Die „Jüdische Zeitung“ liegt in folgenden Kaffeehäusern, Hotels und Restaurants auf: Borszozow: Ruthenisches Kasino. Buozacz: Restaurant Andermann. Banjaluka (Bosnien): Hotel Bosna. Brünn: CafA Royal. Czemowitz: Lemberger Milchhalle, Baar’s Cafe. Hotel Central, CafA Oehlgiesser. Dorna-Watra: Hotel Bronstein. Braz: CafA Thonethof. Hnsiatyn Kaufmännisches Kasino. Kal usz:Jüdisches Kasino. Lemberg: CafA Museum. Laibach CafA Elefant. Oesterr.-Nowosielilza: Kaufmännisches Kasino. Oderberg: Hotel Adolf Huppert. Prag: Cafe Corsö. Prossnitz: Hotel Drbal. Snobs: Bahnhofsrestaurant. Strassnitz: Hotel Weiner. Ung.-Hradiscb: CafA Braun.