Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 2 (1908)
- Issue
- 2 (10.1.1908)
- Date
- 1908-01-10
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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jrüDisöH'E Leitung Seite 9 ■Juden und zogen angeführt von sieben Kultusräten ■zur, iKultüskaiizleL v Der Kultüsrat' trat sofort zu einefS. Sitzung:zusammen, erklärte sich mit den von" der Deputation in Wien im -Interesse' der jüdischen Gemeinde unternommenen Schritte einverstanden und dankte ihr, dem jüdischen und ruthenischen.Klub des .Reichsrates, insbesondere den Herren Abgeordneten .-Stand, Gabel, T r yiowski, Romanczuk und Wassilka für ihre Intervention. Von diesem Beschlüsse wurden die .Abgeordneten verständigt. Ein ertappter Plagiator. Lemberg. Herr Dr. Bertold M e r w i n, Redakteur des „Jednosc“ ersucht uns mit Bezugnahme auf die in der vorigen Nummer unseres. Blattes unter obigem Titel _ erschienene Notiz festzustellen, dass er mit der Autorschaft des von uns .als Plagiat bezeichneten Aufsatzes nichts zu tun habe, dass diese vielmehr eine Korrespondenz aus Tarnopol sei, die dem Herausgeber der .Jednosc“ Dr. Aschkenaze zugeschickt worden war. Dass Herr Dr. Merwin mit der Autorschaft des Aufsatzes nichts gemeinsam hat, wollen wir gerne glauben, denn der Autor derselben ist ja der bekannte Literarhistoriker Feld mann. Wirhaben auch nichts anderes behauptet, als dass der. Redakteur der „Jednosc“ das Plagiat in seinem Blatte habe erscheinen lassen. Wenn der Redakteur diese Blamage auf den' Herausgeber abwälzen will, so ist das seine Sache. Ungarn. Budapest. Seit einigen Wochen wird in den jüdischen Zeitungen Ungarns über die Frage des orthodoxen und neologen Judentums eine heftige Pressfehde geführt. Die Orthodoxen sind für die Beibehaltung der alten Organisationsform, Landeskanzlei usw., die Neologen für eine Aenderung derselben und für eine Reform des Judentums. Wir geben zu, dass manches „faul ist im Staate Dänemark“, eine Reform aber, die nichts anderes als einen weiteren Schritt auf dem Wege der Entnationalisierung und Assimilierung der ohnehin so wenig nationalbewussten ungarischen Judenheit, bedeutet, kann von unserem Standpunkte aus nicht gebilligt werden. Trotz der Diskussion beider Parteien, in die auch die Regierung durch den Mund des Kultusministers A p p o n y i in diplomatischer, dass heisst, nichtssagender Weise eingegriffen hat, sich um die Kernfrage — die jüdische-ZJ^lignalität herumdrückt, besteht für uns kein Zweifel, dass da^ zwei Anschauungen einander gegenüberstehen, die innerhalb der Judenheit des Westens bereits seit Jahren ringen: neues nationales Judentum und Assimilation. Vorläufig sind die Orthodoxen nicht konsequent, die Neologen überhaupt nicht national; der Kampf aber ist zu begrüssen, denn er zeugt nur von der Wirkung, die die moderne Judenbewegung auf alle jüdischen Kreise ausübt. Sieg der Zionisten. Pressburg. (Telegramm). Bei der letzten Wahl in den Kultusrat wurden sechs Zionisten gewählt. Dr. Weitzmann in Wien. Wien. Am Freitag, den 3. Jänner, fand hier eine Zusammenkunft statt, bei welcher Herr Dr. Weitzmann. aus Manchester, der soeben i eine Studienreise durch Palästina absolviert hatte, anwesend war. Dr. Schalit begrüsste den Gast | welcher über Palästina berichtete. Wir werden lin den nächsten Nummern unseres Blattes auf [die interessanten Ausführungen des Herrn Dr. IW e i t z m a n n zurückkommen. [Vereins- und Versammlungs- Nachrichten. Teplitz-Schönau. (Volksverein „Zion*.) Für Ben Parteifonds des A.-K. würden weiter ge- |ammelt: (HI. Verzeichnis.) Julius Kohner JO.—, Dr. Schneeweiße, Aussig, V. Freud . 5—• Teplitzer Studenten 50.—, Wilhelm pchwabach, Chodau 1.—, Ludwig Löwv, Hein- B< h Grab, Alfred Pollak Emil Schmoll it 5.—, Auguste Grünberger 10.—, Dr. GoblUb Stern i~> Hermine Kohn 2.—, Julius Lederer, S. Borges ä 5.—, Gabriel Lederer, Doktor & Oeder- %icher ä 10.—, Wilhelm Flusser, J. L. ä 5.—, ■L—» Pauline Rindskopf 10.—, Ein guter Jude -, Emil Neugasser 4.—, Ein Förderer der pten Sache 50,—, Dr. Julius Glässner, Heinrich Tiger leid er k 10.-, Alfred Urbach 30.—, Herann Bloch tO.—. Hierzu kommm die bereits ■^gewiesenen Kl 185; Summa K 1456. Hiervon wden dem Palästinareasort zug*wiesen K 253.— r iTa*äatinaresßort widmete ausserdem .Frau. Perutz, Teplitz-Schönauneuerdings- *500.—. Ferner, spendete Frau Elisäb th Perutz dem Volkaverein „Zion“ in Teplitz-Schönau K 150. , Ein.Dunam Land iiaPalä-ü a K 100.—. Endlich für Shares der Palästina Land D-v-lopement Company K 250.—; zn-amaien K 1000-. — Am 19. Jänner veranstaltet der Verein ein Fritz Richard-Abend mit anschliessendem Tanzkränzchen. Whn. (Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein „Poale .Zion“ in Wien, II.. St-fanie-trasse Nr. 5.) Sonntag. den 19. Jänner 1908_ findet im Fe^tsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architektenvereinpg. I. E-ichei bachgasseNr 9, eine Man nee statt. Mitwirkende: Frl. Lia Rosen, Mitgii-d des k. k. Hofbufgiheaters, Frl. Helene Oberländer, Mitglied der Volksoper, Frl. Rosa Horowitz, Opernsäntt-rin.JFeJ x Satter», Don Fuchs, Konzertsänger. Raoul Ruhikov, Mi-glie-l des Theaters und Kabarets „Fledermaus“- u. a. m. Beginn 3 Uhr nachmittgs. DosR-inerträenis fliesst dem ArbeitsloSeüfonds de« Vereines zu, Karteu ä5.—, 3.—, 2.—, 1.50 und 1 K sind zu haben: Cafd Stefanie. II., Stefamestrasse 2, C«f6 Braminer, IX., Lichtensteinstiasse 1 und Cafä Jägerhof, IX., Porzeliangasse 22. Wien. (Vortragszyklus aus jüdischer Geschichte, Li pratur und Kultur.) Donnerstag, den 16 Jänner 1908, präzise 7*8 Uhr abends, findet im Festsaale des 1genieur- und Architektenvereines, I., Eschenbachgasse 9. ein Vortrag des Herrn Rabb. Dr» Max Grün wähl statt. Thema: „Aus dem inne>en Leben der Juden.“ Mit Vorfhnrung von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karten. Wien. (Akademischer Verein „Jüdische Kultur*.) Samstag,iden 11 d. M., hält H-rr Dr. Hermann K a d i s c h im Vereinslokale (II., Flossgasse 9, Tür 6) einen Vortrag über „Die neuen Aufgaben im Judentum“. Beginn 3 Uhr abends. Gäste willkommen! Wien. Am 4. Jänner d. J. fand die KonstituierULg des hebräischen Konversationsklubs statt. Derselbe wird an jedem Samstag, abends um 7 Uhr, im C»fe Brammer, IX, Lechtensteinstrasse 1, seine Zusammenkünfte abhatten. Die Damen und Herren, welche sich für hebräische Konversation interessieren, w-rden höflich-t eingeladen, an den Zusammenkünften des Klubs teilzunehmen. Wien. Das Komitee des hebräischen Sprachverein es, das mit der Abfassung der Vareinsstatuten betraut war, hat dieselben bereits fertigge-tellt. Samstav, den 11. d. M., findet im Cafö Matienbrücke (I. Bezirk), um 9 Uhr abends, eine Versammlung statt, tu welcher das Komitee die Sia'uten vorJegön ’wird^ Di janigen, die d-m Vereine beitr*tenJ wollen, werden hcjfli h-<t eing laden, , zur Versammlung zu erscheinen. Einladungen werden:nicht versendet. Bielitz. Die jüdisch-akademische Verbindung „Emunati“ veranstaltete Sonntag, den 29. Dezember 1907, eine Makkabäerfeier in Dzieditz, die einen ausserordentlichen Erfolg für unsere Sache bedeutet. Die Tendenzrede hielt Herr phil. Fink, der die Prinzipien des Zionismus und die Bestrebungen der jüdischen Nationalpartei in gediegener Weise äuseinamtersetzte. Oer Vertreter der Dziediizer Judenschaft, Herr Ziegler, dankte dem Redner. Mit eine Akademie und eineu Tanzkränzchen schloss die Feier. Sireth. Am 14. Janer fand hier die erste konstituierende Generalversammlung des neugegrüi.deten j idischnationalen Flauen- und Mädchenvereines „Rutil* s att. Es wurden in den Ausschuss gewählt die Damen: Frl. Klara Lhkner, Präsidentin; Fr. Klara Goldschmidt, I. Vizepräsidentin; Fr. Malcia Singer, II. Vizepräsidentin; Frl. Sali Schächter, I. Schriftführerin; Frl. Erna Klein, II. Schriftführerin; Fr. Lenzer, Kas-derin; Frl. Rosa Fuhrmann, Bibliothekarin; Fr. L’icie Wallach, O konomin und Ldtungsverweserin; Fr. Babt Lakner und Fr. Klara Schaffer ohne Funktion. Ausserdem wurde noch eine Kontrollkommission und ein Schiedsgericht gewählt. Der neue Ausschuss hat seine Tätigkeit bereits aufgenommeD. Werte Gesinnungsgenossen! Ab 1. Jänner 1908 gelangen die österreichischen Jubiläums marken zur Ausgabe. Da diese Marken jetzt sehr gesucht sind und wir von vielen Markenhändlern. grosse Bestellungen erhalten haben, bitten, wir, ’ diese Marken eitrigst zu sammeln und .so bald ais möglich an uns einzuschicken. Je früher wir diese Bestellungen-ausfuhren, desto höhere Preise können wir erzielen. Unsere Gg. in den Balkanländern bitten wir, uns möglichst grosse Posten von Marken (bosnische, rumänische, serbische) einzusenden, da auch diese Marken sehr g e s u c h t sind. Für die Philatelie-Abt ' A. Taglieht Briefkasten der Redaktion. „Dortcbei Zion“, Kotzmann: Sarah Bernhard ist Jüdin. 0.1. Lemberg : Bericht für uns nicht mehr verwendbar. E. W. Sereth: Für die ausführliche Behandlung derart lokaler Fragen fehlt'uns leider der Raum. M Cb. Lemberg: Kommt nächstens. W. Baazion Bandlar, Munasterzyska: Solche Anstalten existieren unseres Wissens in Galizien nicht. Agin: L»ider n'cht verwendbar. Phil. Sacher, Wien: Antwort folgt brieflich. §ait>n)e1ste11e des Düdiscbei) J^atioi>alfoi>ds fup ©«stipp«ich, Wien, IX., Türkenstrasse 9. Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, palästinensischen Boden als Gesamteigentum des jüdischen Volkes zu erwerben und auf ewije Zeiten zu erhalten. Vom 5. Zionistenkongress 1901 gegründet, besitzt er heute bereits ein Vermögen von über J'/z Millionen Kronen. * * * Allgemeine Spenden: Jeder Jude soll bei allen Anlässen des Jüdischen Nalionalfonds gedenken. Bausch. M.: S Schnab l. 2.— Bielitz. M.: Ing. H. Baumgarter. Rosa tsaumgarten.10.— Graz. I. Oe.: Per Jul. Schwarz: Jüd. Mittelschüler vom Disku-sionsabend340, Jüd- Turnv reinskneipe 2.14, Z. M. V. „Makkabäa“ 1.44. 6.98 Nadworna. S. G.: Sammlung Isr. Burstyn am Ere'w Jomkippur. Ehepaar Leiser Förster. 1.80 Karlsbad. B.: Makkehäerfeier der zion. Stude. ton Laj oe Nasch- Barissia 15.— Kopyczynce. Pod.: Per Daw. Seidner. Sammlung Morgenstern & Katz bei Hochzeit March-Frl. Rothmann 3.93. Sammlung Eisenberg & Kohn bei Verlobung Mehlberg-Frl. Weissberg: A. Mehlb rg 0.4u, M. M-hlbe g, H. Wei-sberg h, 0.30, L. Mehlberg 0.20. Noch M. W., A. D., J. S. ü 0.10.4.53 Kojetein. AI: Kantor Grünstem zur Bärin zma'i s-ine- Sohnes.. . 2.— Kossöw. S. G : Sammlung Eogler auf Hochzeit Kreiner-Gotifned 5.60, bei Toraaufruf auf Beispiel Kreirer: dieser 1.—, S. ». Häusler Ü.36, A. J. Hoffer 0.20, S. S. 0.18, M. G O.lti, statt Telegramm zu Hochzeit Premin «er-Sobel J. S. Hausier 0.50, ab Porto 0,10. J ü d. K1 u b . . . . 7.84 Mistek. M.: Leo Singer. 2.40 Prag. B.: Rob. Guumann für verkaufte Ansichtskarten 0.50 und 0.50. derselbe E lös t'iu icios.uierte Posterlagscheine 5.08, derselbe aus Dankbarkeit für genossene Gastfreundschaft bei Dr. Bergmann, Pardubiiz 1.20, Friedr. Mautner für Besichtiru.g den Reisebuchea Rob. Guttmann 1.—, S. Frankfurter 0 70, Rob. Guttma n 0.60 statt Telegramm an Familie Herzt, Temp-L-penden : Dir. Dr. H. Brody 1.—, im Kaiserj ibiläimstempel Ludw. Ganz 2.—, Sieufr. Fantl 3 —, He nrich Stross 2.—, Boruch Scheomerverein dieses Tempels Ad. Fischei 2.—, in MeiseNynagoge Leop. Buchbinder 4.—, im Tempel Geistgasee L-op. Mahler?0.—, Jüd. Volkaverein Zion-Prag 50.—, derselbe bei Generalversammlung 4.57, derselbe bei Makkabäerfeier 25.—, Nachtrag hierzu 6.—, Dir. Dr. H. Brody statt Telegramm zu Hochzeit Fleischer- Eisner Nachod 0.6ü, Dr. Berthold So ger-Prag 120, Heinr. Planer-Pilsen 2.10, Spielpartie H. Bergmann 1.40, L*0 Pick-Aussig l.—,Porge8, Bergmann Kartenpartie I. —» Jüd. Volksver-in Herzi-Komotau 1.80, Heinr Bondy, Zuspruch von gerichtlicher Intervention 5.—. Ertrag <ter Makkabäerfeier Budweis 5.— , Zion. Mitte Schüler Reichenberg 19.—, S. L i eaaa-Prag vom Jüd. Volksverein Zion-Prag .167.25 E. H., A. B. Oak. Kohu-BarKochb ä ‘ .3.— Fr. Emilie Loewy als Dank an Fr. Roubitschek für Aufmerksamkeit 1.—, Wette Fr. Dr. Kohn-Fr. Bergmann 6.40, Damdngesellschaft Cafä „Wien* als Anerkennung des Artikels in „Seibstwehr*