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Jüdische Zeitung · 1907-12-20 · 23 (20.12.1907) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
1 (1907)
Issue
23 (20.12.1907)
Date
1907-12-20
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 23 >■- r~' .V k •. ■t;. :-!L. ■ - ' Seite 8 Professorenkollegiums der philosophischen Fatultät vorbehaltene Angelegenheit die Missbilligung auszuspreehen." Der Poale-Zionismus vor Gericht. Odessa. Unlängst verurteilte das Odessaer Kriegs-Kreisgerleht einen gewissen Sos- * o w s k i wegen Zugehörigkeit zur Poale- Zion-Partei und Verbreitung von Parteiproäklamationen zur Verschickung mit vollständigen Verlusten aller Rechte. Der Verteidiger des Sosnowski überreichte nun an den Hauptkommandanten von Odessa, General Kaulbars, eine Nichtigkeitsbeschwerde gegen dieses Urteil. Kaulbars konferierte mit dem Odessaer Rabbiner und anderen hervorragenden Juden, denen es im Vereine mit dem Verteidiger gelang, zu beweisen, dass die Poale-Zion eine eigene Heimat auf sozialistischer Grundlage erstreben, nicht aber die russische Staatsordnungin eine sozialistische umgestalten wollen. Kaulbars nahm dies zur Kenntnis und übergab nun die Prozessakten dem militärischen Hauptgericht zum Zwecke der nochmaligen Prüfung des Sachverhaltes. Gemeinderatswanl in Brody. Brody. Am 10., 11. und 12. d. M. fanden in Brody Ergänzungswahlen in den Gemeinderat statt. Die Jüdisehnationalen letteten eine rege Agitation ein, zum erstenmal wurden mehrere gut besuchte AVählerversammlungen ahgehalten, während bisher die Kandidaten bei Teeabenden nominiert und ohne irgend welche Beteiligung der Wählerschaft von der entsprechend zusammengefügten Wahlkommission zu Gemeinderäten . ernannt wurden. — Die Clique sah nun auf einmal eine organisierte Opposition gegen sieh und konnte daher, da jedes Kompromiss, welches uns die Clique anbot, unserseits verworfen wurde, nur durch Anwendung ihrer altbewährten Wahlkünste ihre Kandidaten durehbringen, obwohl tatsächlich unsere Kandidaten die Majorität der Wählerschaft für sich hatten. Auf Verlangen unseres Vertrauensmannes wurde im Wahlprotokoll vorgemerkt, dass ein Mitglied der Wahlkommission die Namen der Kandidaten von den Stimmzetetln unrichtig gelesen hatte. — Auf Grund dieses Vorganges und anderer Unregelmässigkeiten wurde ein mit vielen Unterschriften versehener, begründeter Protest überreicht — die Rathauspartei wird sich deshalb nicht lange ihres Pyrrhussieges erfreuen. Vereins- und Versammlungs- Nachrichten. Eine Versammlung des demokratischen Zentralvereines. Dienstag, den 17. d. fand im Hotel zur Post eine vom demokratischen Zentralvereine einberufene Versammlung statt, die zum grossen Teil von Jüdischnationalen und Ruthenen besucht war. Der Obmann, Herr Lucian Brunner, entwickelte das Programm des Vereines, das den Grundsätzen seines Begründers Adolf Fisch hoff getreu darin bestehe, die Demokratie in ihrer Reinheit zu erhalten und alle feindseligen Nationen zu versöhnen. Leider seien die Verhältnisse diesen Prinzipien bisher nicht günstig gewesen. Gegenwärtig beginne jedoch die Jugend sich ihnen bereits zuzuwenden. Redner wendet sich hierauf der Charakterisierung der vom Baron Hock geleiteten deutsch-demokratischen Partei zu. Das Schlagwort vom „bedrohten Deutschtum* musste wiederum herhalten, um die demokratische Gesinnung deutsch zu drapieren. Mit dem Freisinn sei es nicht weith er, was die Deutsch-Demokraten bei verschiedenen Anlässen in der letzten Zeit bewiesen haben. Im Gegensatz zu dieser Partei wolle der demokratische Zentral verein nicht einseitig für die Interessen eines Volkes eintreten, sondern die Rechte aller Völker Oesterreichs, auch der bisher unterdrückten wahren. Zum Schlüsse zitierte Redner eine Reihe von Programmpunkten des demokratischen Zentralvereines und forderte die anwesenden Abgeordneten auf, für dieselben im Parlamente einzutreten. Der ruthenische Abgeordnete Herr Dr. Trylowski schilderte die Entwicklung des nationalen Gedankens bei den Ruthenen und führt Klage gegen die Bedrückungen, denen Ruthenen und Juden seitens der polnischen .Schlacbta ausgesetz seien. Der nächste Redner Dr. S c h a 1 i t illustriert die von Dr. Trylowski erwähnten Bedrückungen durch einige krasse Tatsachen und übt an der deuisch-demokratischen Hock-Partei eine scharfe Kritik und wirft ihr Unaufiichtigkeit vor, da sie sich mit Unrecht deutsch nennt, trotzdem die Mehrzahl ihrer Anhänger Juden sind. Er fordert zum Schluss die Juden auf, dem Beispiele der Ruthenen zu folgen und sich national zu organisieren. Dr. S c h n e p f versucht Hock gegen die erfolgten Angriffe in Schutz zu nehmen, indem er auf die Verdienste hinweist, die sich Hock durch die Begründung der freien Schule und durch die Erweckung des freiheitlichen Gedankens erworben hat. Er erhebt gegen die Jüdischnationalen Angriffe, die von den folgenden Rednern Dr. Schalit, Dr. Weisengrün und Löhner unter Zustimmung und Beifall der Versammlung zurückgewiesen wurden. Mit der einstimmigen Annahme einer Resolution, welche die nationale Autonomie für alle Völker verlangt, wird die Versammlung geschlossen. Wien. (Verein jüd. jugendlicher Arbeiter.) Die am 7. d. M. abgehaltene Makkabäerfeier, erfreute sich eines starken Besuches. Koil. M. Klingenberger begrüsste die erschienenen Gäste. Die Festrede hielt Gg. K aplan-Kaplansky. In trefflicher Weise schilderte er die geschichtliche Episode der Juden, unter der Herrschaft Antiochs und den Heldenkampf der Makkabäer. Das reichhaltige Programm ei öffnete Kantor S.c.,Grob der einige jüdische Lieder voitrug. Besonders erwähnenswert waren die ausgezeichneten Klaviervorträge des Fräulein Mariha Fanf,er und die änssersi gelungenen, humoristischen Rezitationen des Fräulein Franzi RoseDstein. Den grössten Erfolg des Abends hatte H rr Samuel Strauss, durch einen meisterhaft vorgetragenen sei bst verfassten Prolog, sowie durch mehrere RoseDfeldsche Gedichte und ein neues Gedicht „Nikolo* von Beda. Erwähnenswert waren die Gesangsvorträge des H-rm Berl und die Reziiationen des Herrn Josef Torcziner. Darauf folgte ein Tanzkränzchen. Wien. Die hebräischen Kurse, die hier vor kurzem errichtet wurden, entwickeln sich unter der Leitung vorzüglicher Lehrkräfte in ungeahnter Weise zur Freude und Genugtuung aller Freunde der hebräischen Sprache. Man muss einer solchen Unterrichtssiunde (Sonntasr vormittags 11 Uhr. Montag und Mittwoch 8 Uhr abends) im Bethauslokale „Liwias Cnen‘. II., Stefaniestrasse 2, beiwohnen und die in verhältnismässig kurzer Zeit von bloss 10 Lektionen erreichten Erfolge sehen, um sich ein Bild von der fruchtbaren erzieherischen Arbeit zu machen, die hier in aller Stille bereits geleistet wurde. Es ist erfreulich, dass sich Mä< ner gefunden haben, die für die Erhal'une und Ausgestaltung dieser Kurse, sowie für die Errichtung neu-r Kurse, zu denen bereits eine Anzahl von Schülern gemeldet wurde, zu sorgen bereit sind. Zu diesem Zwecke hat sich ein vorbereitendes Komitee konstituiert, um einen der Grösse und Bedeutung der Aufgabe entsprecnend-n Verein ins Leben zu rufen. Samstag, den 91. d. M. 9 Uhr abe> ds, findet im Cafd Marienbrücke (I. Bez) eine Vorbesprechung statt, an der alle Fr-unde und Anhänger der hebräischen Sprache teilnehmen können. Dorna Kandreny. Am 7. Dezemher feierte unser Verein „Zetrei Zion“ einen Makkabäerabend. Der Besuch war sehr zahlreich. Nach der Begrüssung des Obmanneshielt Frl. Katz die Tendenzrede, die mit grossem Beifalle aufgenommen wu-de. Beim Kommers wurde eine bedeutende Summe für den Nationlfond gesammelt. Jaroslau. („Swit“, jüdischakadem. Verei n). Ausschusswahien: Ma>kus Spiegel cnnd. iur. X. Aron S c h n e eb a u m. cand. iur. XX- David B e r gt h al stud. iur. S-kretär. Die A iresse des Vereines: Markus Spiegel, Jaroslau, Grodzkagasse. szamtsmM1 fmmm Voranzeigen. Nr Wien. (Akad. Verein „Jüdische Kultur.“) Samstag den 21. d. M. hält Herr S. Abraham im Vereinslokale des genannten Vereines, IT., Flosßgasse 9, Tür 6, einen Vortrag üoer.D asJiddisch e.E inetheoretische Betrachtung.“ Beginn 8 Uhr abends. Gästewillkommen. Teschen. Die jüdisch-akademische Verbindung „Ivria‘-Wien veranstaltet hier am 29. Dezember eine Makkabäerfeier mit nachfolgendem Tanzkränzchen. Wien. (P oa 1 e - Zion.) Samstag, den 21. d. M. findet im Versammlungssaale des Cafe Stefanie, II., Stefaniestrasse 2. ein zwangloser Unterhaltungsabend mit humoristischen Vorträgen statt. Gäste willkommen. — Am 19. Jänner 1908 veranstaltet unser Verein im Festsaale des Ingenieur- und Architekten Vereines e'ne Matinee unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte. Wien, (ErsterWienerJüdischer Turnverein.) Samstag den 21 d. M. findet wie alljähr- 'lich die Makkabäerfeier des Turnvereines in den Sälen des Verbandsheims, VL, Königseggasse Nr. 10, statt. Es ist dem Verein gelungen, eine Anzahl namhafter Künstler für die Akademie zu gewinnen und ist die Erwartung berech'igt, dass der Verlauf der Feier auch in künstlerischer Beziehung sich glänzend gestalten wird. Ihr ganz bestimmtes Erscheinen haben bisher in uneigennütziger Weise zugesagt: Herr Konzertmeister Josef Zin.bler, Herr Josef schwarz, Mitglied der Volksoper, Herr Heinrich de Carro, Mitglied des Deutschen Völkstheaters, und Herr Schaffner, Klav ervirtuos. Die Festrede wird Herr Ingenieur Emil Fried halten. Nach Schluss der Akademie findet ein Tanzkränzchen statt.1 Eintrittskarten ä K 5— für Familien (drei Personen), K 2.— für Einzelpersonen und K 1.— für Vereinsmitglieder und Studenten sind im Vereinslokale während d-r Turnstunden (Herrenturnen Montag und Donnerstag zwischen 7-9, Damenturnen Mittwoch und Samstag zwischen 7—*/a9) und bei särnt'ichen Vereinsmitgliedern sowie am ZI. d. M. abends bei der Kassa erhältlich. Wien. Das Komiteekränzchen des Kadimahballes, der am 2t. Jänner in den Sophiensälen stattfi det. wird am 28. Dpzember im Weis-sen Saale des Hotels Metropole im Stile einer Damenkneipe abgehalten. Karten für den Ball ä 20, 8 und 2 Kronen (Tänzerkarten) sind im Cafe Marienbrüeke und im Sekretariat IX., Grünetorgasse 19 a zu haben. Nach Schluss des Blattes. Wien, 19. Dez. 1907, 3 Uhr nachm. Auf Einladung des Abg Breiter sind eine Reihe von Abgeordneten verschiedener Parteien im Parlamente soeben zu einer Konferenz zusammengetreten, welche über eine parlamentarische Aktion in der Hilsneräffaire beraten sollen Abg. Adolf Stand hat in der Budgetdebatte eine glänzende Hede gehalten, in welcher er das Programm der jüdischen Nationalpartei entwickelt, die passive Haltung der Regierung in Bezug auf die Zustände in Galizien in schaifer Weise angegriffen und erklärt hat, dass der ,.Jüdische Klub“ gegen die Budgetvorlage stimmen werde. Den Wortlaut der bedeutsamen Rede bringen wir in der nächsten Nummer. Noch ive dagewesen! Ilafurell Chiffon, beste Marke, per Meter v. 2u kr. aufw. Leintücher. LeinwandobneNaht „ . 37 9 ßradl, Beste, Damastu.gestreift. „23 9 Kanafas=Reste L nge 2— 11 m „ „ 16 Engliiche Flanelle für Blusen , „ 18 9 niode.Htlas-Bardiente, 80 cm br. „ , 30 Velour. 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