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Jüdische Zeitung · 1907-12-13 · 22 (13.12.1907) · p. Seite 10

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
1 (1907)
Issue
22 (13.12.1907)
Date
1907-12-13
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 J Ü DI S C;H;E . Z EIT TJ. N Gi. Nr. 22 den half, Dr. Leopold Padawer, Advokat in Bielitz, istunter tragischen Umständen, erst 33 Jahre alt, plötzlich-aus dem Leben geschieden. Dr. Padawer war eines der eifrigsten und tätigsten Mitglieder der Bielitzer Organisation. Seine Hingebung für unsere Sache und sein organisatorisches Talent haben sieh erst kürzlich bei den Kultuswahlen, deren-günstiges Ergebnis in erster Beihe ihm zu danken ist, in glänzendstem Lichte gezeigt. Die Ächtung unddie Sympathien, deren er sich in allen Bevölkerungskreisen durch seinen stahlscharfen Verstand, sein liebenswürdiges Wesen, seinen aufrechten Charakter, sein unerschrockenes, mannhaftes Eintreten für seine Ueberzeugung; erfreute, zeigte siehin - der überaus zahlreichen Teilnahme an seinem Leichenbegängnisse. Namens der zionistischen Organisation sprach am Grabe Herr Dr. Werner. Bücher- und Zeitungsschau. Protest gegen die Wahl des Dr. Wladislaw Dulemba. Ein Appell an das zivilisierte Europa. (Herausgegeben von den vereinigten ruthenisch- (ukrainisch -) sozialdemokratischen, ruthenischen (ukrainischen) Stadt- und jüdischnationalen Wahlkomitees in Brzezany, Galizien.) Ein sehr reichhaltiges Quellenbuch für eine Geschichte der galizischen Wahlen. Sein Studium befestigt die durch die Debatte über die Wahlmissbräuche in Galizien im österreichischen Parlamente gewonnene Ueberzeugung, dass der galizische Wahlschwindel durch lange Uebung zu einem System sich ausgebildet hat Es ist ein System der grenzenlosesten Brutalität Die russischen Tschinowniks und „regierenden“ Parteien werden wahrscheinlich diesen Prozess als Lehrbuch benützen, denn Russland ist noch nicht soweit „fortgeschritten. Besamelle lijderrinn Jehoiosch. New-York 1907. A.'M. Evalenköi Pij})lißcher,i;-jj'• ' 7 - Schon lange enregt Jehoiosch — er heisst mit seinem bürgerlichen Namen Blumgarten — mit seinen Gedichten, die er in den verschiedenen jüdischen Zeitungen, namentlich Amerikas, veröffentlicht, besondere Aufmerksamkeit, fast Aufsehen. Doch fehlte - es bisher an einer Gesamtausgabe seiner Dichtungen. Nun liegt eine solche vor, das.Urteil ist erleichtert und daher um so sicherer in der Anerkennung. Jehoiosch meistert die verschiedenen Arten gebundener Rede: Die lyrische Dichtung, das Gedankengedicht, die Ballade und die Legende. Man sollte es fast nicht glauben, dass er das alles kann: sowohl singen-als sagen, und auch noch in Akkorden donnern obendrein. Letzteres gefällt ja den Doktrinären des Lyrismus nicht Sie finden es als Pathos unlyrisch. Aber das ist eben nicht das vulgäre Stelzenpathos, sondern das prophetische Pathos unseres Stammes, ich habe das schon bei einer Besprechung Morris Rosenfelds hervorgehoben. Das. Gefühl eines ganzen Volkes tönt aus jeder Verszeile, und das muss ja donnern, und ist nicht Theaterdonner kleiner Reimspieler, sondern Gefühlsdonner einer ganzen Welt. Solches Pathos ist lyrisch so echt, wie die Einfachheit irgend eines Ltebesliedleins. Von Liebesliedern bringt uns übrigens Jehoiosch eine ganze Menge — scherzende, rührende, erschütternde. Viel« sind in Form und Inhalt gleich edel — trotzdem er sich über die Schwierigkeiten beklagt, die angeblich der Liebesdichter in der jidisehen Sprache findet. Und man hört diesen Liedern auch an, dass ein Mensch der heuen Zeit, ein innerlich Entfesselter. ein Bekenner sie gedichtet hat. Was die Sprache betrifft, so wiederholt sich auch hier dieselbe Erscheinung wie bei Rosenfeld, die satyrischen Gedichte, Balladen und Legenden sind in reinstem Jüdisch geschrieben, während auf die Lyrik, auch die pathetische, der Superlativ nicht mehr - anzuwenden ist. Es ist ja klar. Hier findet der Dichter die Strasse der jungen Literaturfprache hoch nicht so gebahnt — und er pflastert sie mit BUdungselementen aus anderen Sprachen: Dort hat das Volk selbst die Bahnungsarbeit schon geleistet: Im ganzen aber — das kann man getrost sagen — hat sich Jehoiosch und mit ihm die Sprache, in der er schreibt, auch .den schwierigsten Situationen gewachsen erwiesen. Man bat oft genug Gelegenheit, die Formvollendung, den Guss und Fluss der Verse zu bewundern .... Es ist doch ein merkwürdiger — Jargon, dieses Jiddische. -m. a.S Einsames Land. Erzählungen und Stimmungsbilder von Dr. Wilhelm Münz, Rabbiner in Gleiwitz. Frankfurt a. M. Verlag von J" Kauff mann. 1907. Der Titel des Büches ist anspruchsvoll. lAber wenn man es gelesen hat, so; muss man dem Verfasser das Recht auf ihn zubilligen. Es ist wirklich einsames Land des Dichters. Wenige der seiner seelischen Pflegschaft Anvertrauten dürften ihm Gesellschaft leisten. Es ist das Land ' eines' Menschen —von tiefer, echter Religiosität. Münz hat auch jenen starken historischen Sinn, wie er bei jenen Westjuden ausgebildet ist, die mit sittlichem Ernst die Sehnsucht nach mehr Judentum entwickeln, als ihnen die Gegenwart schenkt. Auch eine ausgesprochen jüdische Empfindungsnote zeichnet ihn aus. Von einem ausgesprochenen jüdischen Volkszng in seinen Dichtungen kann man allerdings nicht sprechen. Woher sollte er ihn auch haben. Die Stimmung der einzelnen Stimmungsbilder — eigentliche Erzählungen sind es.ja nicht — ist für robustere Leser zu sehr Filigran. Die Sprache zuweilen ein wenig kindlich, die Technik etwas überholt. Im ganzen vereinigen sich Form und Inhalt, um den Effekt erhebender Reinheit und reifender Zartheit hervorzubringen. Pantarbei. Vereins- und Versammlungs- Nachrichten. Wien. Der G. C. der akademischen Verbindung „Kadimah“ hat den Termin für ihr 50-Sem- Stiftungsfest schon. festgesetzt. Der Kadimah- Ball findet am 21. Jänner und der Festkommers am 25. Jänner 1908 in. den Sofiensälen statt. In der Zwischenzeit fallen die anderen Festlichkeiten. Festkonvent, Fahrt zum Grabe Herzls u. a. Die studentischen Korporationen ausBerlin.München, Prag,- Brünn, .Czernöwitz, Bern u. a. haben bereits ihre Teilnahme zügesagt, ebenso die führenden Persönlichkeiten der national-jüdischen Bewegung. Das akademische Protektorat haben die Professoren Ehrmann, Freud, Klein, Königstein, Lieben, Mandl, Schnitzler u. a. übernommen, DemEhrenkomitee gehören an: die Abgeordneten des jüdischen Klubs, Kais. Rat R. W. Anninger, Luzian Brunner, G. Hirsch, Kom.-Rat Jerusalem, Baürat Marmorek. Kais. Rat Sachs, Abg. Doktor Weidenfeld, David:Wolfsohn u. a. Zuschriften und Anfragen sind:'nach’wie vor an das Sekretariat der „Kadimah? IX., Grüne Torgasse 19a, mit dem Vermerk '„dadSem*, zu richten. jur. .RosenhedüT v ring.:«J.: Baltinester.„. dz. X. dz. XXx. Wisn. (Lese- und Redehalle Jüdischer Hochschüler.) Herrphil.IMdor Thorz wird in der Lese- und Redebälle jüdischer Höchschüler, IX.. Grünetorgasse 34, am 14. Dezember 19u7, 8 Uhr. abends, einen Vortrag halten unter dem Titel: „Die theologischen Disputationen; ihre Bedeutung für das-jüdische Volk“. Wien. (Jüdische Abende. Veranstaltungen und VortTäge aus dem Gebiete der Literatur der ostjüdischen Volkssprache.) Der akad. Verein „Jüdische Kultur“ veranstaltet Samstag, den 14.' Dezember 1907 im Lokale des Cafä Dohan, II., Untere ÄÜRartenstrasse 26 eine Gedenkfeier für den verstorbenen jüdischen Volksdichter und Volkssänger M. M. Warschaws k i. Beginn 81/, Uhr abends. Programm: Gedenkrede Dr. N. B i rh bäum: „Ueber jiddische Lyrik*; Kantor J.;Gr o b: „Vortrag einiger Lieder von Warschawski“; N. Lubetzky: „Warscbawski als Dichter und Musiker“; Konzertsänger U r i c h: '„Vortrag einiger Lieder von Warschawski“. Entree frei. Gäste willkommen.' Kuty. Am 15. v. M. wurde hier ein Zionverein eröffaet, welcher bereits zirka 100 Mitglieder zählt. In das provisorisches Komitee wurden gewählt: die Herren Thau O s i a s als Obmann, Elieser Krumholz als Sekretär, Berl G u t h e r z als Administrator, Jupiter als Kassier, Schächter als Bibliothekar, G e- 1 ernter und Wolf Steinbrecher. Dieses Komitee entfaltet eine sehr rege Aktion in allen ‘ zionistischen Angelegenheiten, — insbesondere auch für den Nationalfonds durch Verteilung von Nationalfondsbüchsen, Bildung, Selbstbesteuerungskreisen etc. Auch hat das provisorische Komitee die Bildung eines „Iwriah“- Vereines in Angriffe genommen, da sehr viele Mitglieder schon hebräisch sprechen, viele andere Schüler der hebräischen Schule sind. Rymanöw. - Der vor beinahe 5 Jahren hier gegründete zionistische Verein „Achwah“ entwickelt sich trotz mannigfacher Gegnerschaft sehr gut und nimmt an allen zionistischen Institutionen regen Anteil. Der Verein zählt heute beinahe .65 Mitglieder und ebensoviel anderweitige Schekelzahler, er besitzt eine Bibliothek von 600 Bänden in4Sprachen (hebr., jud.,poln. u. deutsch). Unlängst wurde er ins goldene Buch des N.-F. eingetragen und jetzt ist zur Eintragung des Präsidenten H. S. Seelenfreund bereits wieder eine ansehnliche Summe gesammelt. Im vorigen Jahre wurde, auch für einen Fonds zur Errichtung eines (.eigenen zionistischen Heims; zu sammeln begonnen und eine ganz hübsche [Summe zusammengebracht. Als die eifrigsten ‘Sammler sind zu bemerken die Gg.: Fass, J!Wolf, D. Gold, Wein ber ger, M. W olf Die Vortragskommission unter der Leitung der Gg. Schächner, Chili arbeitet eifrig und jeden Samstag finden Vorträge von allen Gebieten des jüdischen und allgemeinen Wissens statt. Auf der unlängst abgehaltenen Generalversammlung wurde Kultuspräsident Gg. Salomon Seelenfreund zu vierten Male, einstimmig zum Präsidenten des Vereines gewählt. Buczacz. Dank den unermüdlichen Bestrebungen unserer Gg. Weisserundiur. Weinrebist es gelungen, eine hebräische Schule nach der anerkannten Methode „Iwrith biwrith“ zu gründen, welche sich der Sympathie aller Schichten der jüdischen Bevölkerung erfreut und von 200 Schülern und Schülerinnen unter der Leitung des Gg. Beresvite besucht wird. Leider hat sich unsere Gymnasialjügend nicht in so grosser Zahl einschreiben lassen, wie es geschehen sollte. Auf der Generalversammlung des hebräischen Schulvereines „Sofa Berura* wurde folgender Ausschuss gewällt: E. Ehre, Obmann, J. H. Weisser, Stellvertreter, iur. M. Weinreb, Schriftführer, P.Hirschhorn, Z. Hersas, L. Fried, L. Silberscheinv S. Honig, D. Neu mann, Isr. Stern und J. Stern. Als Inspektoren wurden gewählt: Gg. Weisser, Weinreb und Silberschein. Laibach. Am 7. Dezember veranstaltete der Verein „Bn ei-Zion* ein Makkabäerfest, bei welchem Herr J. T e 11 e r aus St. Gallen (Schweiz) einen zionistischen Vortrag hielt, der grossen. Beifall fand. Auch die Festrede des Herrn B. Fell er-S ekl er wurde mit stürmischen Beifall aufgenommen. Zum Schluss wurde eine Sammlung eingeleitet, aus deren Ergebnis auf Namen des Obmannes Herrn Ferdinand Freund und Herrn S. Kollmann je ein Oelbaum im Herzlwalde gewidmet wurde. Bötling. Die jüd.-akad. Ferialverbindung „Gamala“ in Göding, veranstaltet am 22. Dezember 1. J. im grossen Saal des Hötel Europa in Göding eine Makkabäerfeier. Pressbarg. (Makkabäerfeier.) Samstag abend? 6 Uhr, fand im grossen Festsaal „Bellevue* eine imposante Makkabäerfeier statt, welchean 1000 Personen beiwohnten. Der Vizepräsident des Pressburger Zion Vereines Herr A. We.iss. eröffaete die: Feier mit einer kurzen Ansprache und erteilte dann Herrn Dr. Paul Weisengrün (Wien) das Wort, der in einer dreiviertelstündigen Rede nicht nur die grossen Heldengestalten unserer Geschichte feierte, sondern auchiaunter, neuartigen v. soziologischen Streiflichtern; die ganze Grösse der nationalen Bewegung;hervorhob. Er geisselte hierbei das. moderne .assimilatorische Judentum, das nicht einmal die Entschuldigungsgründe, die man den hellenisierten Juden der Makkabäerzeit zubilligen kann,, für sich geltend machen kann. Er streiftedie politische Lage und zeigte, wie tief die assimilatorischen Juden nicht nur kulturell,, sondern auch politisch gesunken sind. Der Redner besprach dann die Palästinaarbeit; durch welche das jüdische Volk sich das wirtschaftliche Schwert selbst schmiede, und schloss unter stürmischen Beifall mit den Worten: „Das Judentum der Zukunft wird das Judentum des Schwertes und des Geistes zugleich' sein“. Auf die Festrede folgten Vorträge, darunter hervorragende Darbietungen des zwölfjährigen Wunderknaben Mirski. Mit einem Bankette in animiertester Stimmung, schloss um 2 Uhr die Feier. Ung.-Hradisch. („A chiwah“). Die jüdischakademische Ferialverbindung „Achiwah“ veranstaltet am 15. Dezember a. c. im Saale des Hotels „Koruna“ eine Makkabäerfeier mit nachfolgendem Tanzkränzchen, bei der Herr Reicbsratsabgeordneter Adolf Stand die Tendenzrede halten wird. Noch nie dagewesen! naturell Chiffon,, beste Marke, per Meter v. 2u kr. aufw. Leintücher,LeinwandobneNaht „ , 37 Gradl, Reste, Damast u. gestreift „ „23 kanafas=Reste. L*rige 2—11 m „ „16 Englifche Flanelle für Blusen „ TT 18 Ülode-Hflas-Bardienfe, 80 cm br. „ „ 30 Pelour-Bardienfe ech farbig „ Ülode-Kasan und •Flanelle für 9 „ 22 » ,a- Blusen und Schlafröcke , „ Uiroler Loden für Kostüme, 7» » 00 o a ry 120 cm breit.„ Engl. Stoffe für Kostüme, a „42 9> n 120 cm breit . . . . . „ Orig. Engl. Stoffe für Kostüme, a „ 53 X » 140 cm breit.„ „ 85 Seidenstoffe für FuUerzwecke „ „ 38 Seidenstoffe für Blusen . . „ » » 85 » , *- - — •- 77 77 B ~ ~ 7> . *• PartiewareDgeschäft G. Weinstock Wien, 1I|3, Unt Augartenstr. 13, Ecke Förstergasse T. Persand nur gegen nadinahme und nur an Händler Muster werden kein“ versendet.

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