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Jüdische Zeitung · 1907-11-08 · 17 (8.11.1907) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
1 (1907)
Issue
17 (8.11.1907)
Date
1907-11-08
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 17 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 7 wöchentlich abgehalteD. Der erste Kurs wird jedoch nur dann stattfindeD, wenn sich eine entsprechende Anzahl von Schülern gemeldet haben weruen. Anmeldungen wei den entweder schriftlich oder mündlich im VereinBlokale während der Zeit von 7—8 Uhr abends, jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag angenommen, wo auch alle näheren Auskünfte erteilt werden. An alle diejenigen, welche das Leben unserer östlichen Brüder kennen lernen wollen, ergeht die Aufforderung, sich an diesen Kursen recht zahlreich zu beteiligen. Wien. (P o a 1 e Zion.) Samstag den 9. Noxember, 8 Uhr abends, findet im Vereinslokale, Cafe Stefanie, I., Stefaniestrasse 2, eine Vereinsversammlung statt. Genosse Kaplansky referiert über die Parteikonferenz in Krakau. Mitglieder, erscheint vollzählig. Wien. (.Theodor Herzl.“ Verein zion. Hoch schüler, IX., Grünetorgasse 33.) Zionistisches Seminar. Montag, II. November: Assimilation. Referent A. L ö wy. Dienstag, 12. November: Geschichte des Territorialismus. Referent J. U11 m a n n. Mittwoch, 13. November: Ruppin. Referent M. G o 1 d. .Samstag 16. November: Ueber Genie und Geist der Juden. Referent J. Wertheim. Wien. (.Verein jüdischer Hochschüler für Bodenkultur in Wie n.“) Am 2. November 1907 fand eine Generalversammlung statt, in der der Verein jüdischer Hochschüler für Bodenkultur mit folgendem Ausschüsse in Wien kreiert wurde : I. Präsident: J. K o p p e 1; II. Präsident: A. Werber; Schriftführer : L. Wurzel; Kassier: Pickholz; Bibliothekar : J. K w a s t e 1. Iglau. Der jüdische Völksverein .Theodor Herzl“ für Iglau und Umgebung veranstaltet am Sonntag den 10. November d. J. im Bräuhaussaale eine öffentliche Vereins Versammlung. In dieser Versammlung erstattet der Delegierte des Vereines auf dem VIII. Zionistenkongress im Haag, Herr Dr. Emil Margulies aus Trautenau, den Bericht über den Kongress und spricht „über das Thema: „Was bedeutet der Zionismus für Juden und Nichtjuden.“ Die Versammlung beginnt präzise um */48 Uhr abends. Wien. Am 9. November l/,S Uhr wird der Delegierte A. B. R o s en st ein in den Räumen der Lese- und Redeballe jüdischer Hochschüler den Bericht über den lwriakongress in Haag erstatten, wobei ein Komitee sich konstituieren wird, das an die Gründung eines hebräischen Sprachklubvereines gehen wird. Gäste herzlichst willkommen. Skala!. Samstag, den 19. Oktober 1907, veranstaltete der hiesige, erst jüngst gegründete zionistische Verein . Jehudea“ eine Versammlung im hiesigen Gemeindesaale, in der stud. jur. H. Hirschkorn über „Die Lage der Juden in Europa“ referierte. Die Mittel, welcher sich der Referent bediente, um die jüdische Lage zu schildern, waren nichts anderes als eine Elektion historischer Tatsachen, die, zum System organisiert, an sich so mächtig reden und in das jüdisch-menschlich fühlende Herz so tief und erschütternd greifen, dass man es herzlich bedauern muss, wenn das Skalater assimilatorische und chassidische Judentum es aus Unduldsamkeit nicht über sich bringen kann, in diese Sphäre der ernsteren Jugend bei solcher Gelegenheit einmal hineinzublicken und auf ihre redlichen Aeusserungen objektiv zu lauschen. Täten sie es, sie würden wahrlich bald umgewandelt werden in ein wahrhaft jüdisches Geschlecht, während sie es jetzt bezüglich der Intoleranz dem Staate gleichtun wollen, an dessen Grenze sie leben, indem sie als Juden jüdisches Kulturleben mit allen Mitteln zu unterdrücken suchen. Jakob Ziering. Radautz, (Jüdische Volksversammlung.) Samstag, den 26. Oktober tagte im Radautzer Gemeinderatssaale eine massenhaft besuchte jüdische Volksversammlung, die sich mit der Interpellationsbeantwortung des Landespräsidenten in der Affäre des Gymnasialsupplenten Oskar Lieben befasste. Der Einberufer und Vorsitzende Dr. Leon Luttinger, eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, in der er mit kräftigen Worten auf die grundlose Enthebung des Herrn Lieben hinwies. Herr Kultus- und Gemeinderat Israel Menschei besprach die segensreiche jüdische Tätigkeit des Herrn Lieben, der sich in kurzer Zeit bei der jüdischen Bevölkerung beliebt zu machen wusste. Als aber die Wahlen kamen und Herr Lieben für den .jüdischnationalen, der Kultusvorsteher aber für den deutschfreisinnigen Kandidaten eintrat, da wusste man, dass Herr Lieben nicht mehr lange in Radautz bleiben werde. Der Kultusvorsteher erklärte öffentlich, dass er für sein Verschwinden Sorge tragen werde. Und er hat sein Wort in rücksichtslosester Weise erfüllt. Der Mann lief fortwährend zur politischen Behörde, die sich auch für die Enthebung des Gymnasialsupplenten -Oskar Liehen eingesetzt haben soll. Denn wie anders wäre die Antwort des Landespräsidenten zu erklären, dass sich jüdische und christliche Kinder beim Gymnasialdirektor Gabriel von Moor über Herrn Lieben beschwert haben und dass er sich daher gegen seine Weiterbelassung am Radautzer Gymnasium aussprechen müsse. Hat ja doch der Radautzer Gymnasialdirektor Gabriel v. Moor Herrn Menschei ermächtigt, in öffentlicher Versammlung zu erklären, dass sich bei ihm weder jüdische noch christliche Kinder über Lieben beschwert haben und dass er in keiner Weise Gelegenheit hatte, sich in dieser Angelegenheit zu äussern, somit die Informationen des Landespräsidenten, nicht wie angegeben aus der Gymnasialdirektion, sondern aus anderer Quelle stammen müssen. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Resolution an : „Die heute am 26. d. M. im hierortigen Gemeinderatssaale massenhaft besuchte jüdische Volksversammlung spricht ihr Bedauern darüber aus, dass der Landeschef auf Grund falscher Informationen die Interpellation der Abgeordneten Dr. Weidenfeld und Genossen vom 5. Oktober 1. J. betreffend die gänzlich ungerechtfertigte Enthebung des Gymnasialsupplenten Oskar Lieben vom Lehramte am Staatsgymnasium, in Radautz, in der Landtagssitzung am 8. Oktober 1. J. beantwortet hat und verlangt, überzeugt von seiner loyalen Gesinnung und seinem Gerechtigkeitsgefühle, streDge objektive Untersuchung und öffentliche Klarstellung dieses Falles. Gleichzeitig fordert die heutige Versammlung den jüdischen Reichsratsklub als legale Vertretung der jüdischen Interessen auf, die Regierung betreffs der wegen ihrer jüdischnationalen Tätigkeit verfolgten Herren Professor Dr. Engel und Gymnasialsupplent Lieben energisch zu interpellieren und deren Rehabilitierung anzustreben.“ Hierauf wurde eine Deputation, bestehend aus den Herren Dr. Luttinger, J. Menschei und Dr. Bierer gewählt um diese Resolution den Landespräsidenten zu überreichen. Nach Schluss der Versammlung erfuhr man, dass Gerichtsadjunkt F. Rachmut vom Oberlandesgerichtspräsidium aufgefordert worden war, sofort die Obmannstellvertreterstelle im Radautzer,Dorsche-Zion"-Vereine niederzulegen. So geschehen in der glücklichen Bukowina. Wien. Der erste Vortragsabend des Vereines „Mirjam“ findet Montag, den 11. November d. J. um 3/48 Uhr abends im Saale des zionistischen Zentralvereines, IX., Türkenstrasse 9 statt. Referent Herr Adolf Böhm, Mitglied des grossen A.-G. Thema: „Palästina“ Gäste, besonders Damen, herzlich willkommen. Für den Parteifonds des A.-C. Der Volksverein „Zion“ in Teplitz- Schönau hat die Agitation für den Parteifonds mit grosser Energie in Angriff genommen und gleich bei der ersten Zeichnung der Beiträge bemerkenswerte Erfolge erzielt. Die erste Liste lautet: Herr Berth und Frau Elisabeth Perutz K 100.—. Herr Ludwig Steiner, Felix Bruck, Frau Antonie Rindskopf, Emilie Stein je K 50.—. Herr Julius Hahn, Ernst Steinwald Frau Ernst Bechert je K 30.—. Herr Siegfried Falk, Ein Förderer, Frau Fanny Rindskopf, Herr Samuel Lippmann, Frl. Adolf Kahn, Herr Ischlwri, S. K. je K 20.—. Herr Adolf Ehrlich, Robert Ha6n, Mehlgeschäft, J.U.Dr. Max Löwy. Ein Palästinafreund, Ein Freund der Sache, Frau Katti Stein, Herr Prof. Dr. A. Kurrein, Adoli Maier, Med.- Dr. Klein, J.U.Dr. Grünhut, Frau Helene Birnbaum je K 10.—. Herr Dr. Berka, Reichenberg, Ein guter Jude, Frau Dr. Regina Weil, S. K., Herr Felix Reichmann, Dr. Sigmund Hahn, R. Stein, Leopold Kusiener. Heinr. Schütz, Karl Bloch, D. M. Rosenberg u. Frau, Gust. Taussig, Daniel Eisner, Ludwig Heller, Sigm. Felix, Rieh. Neumann, Gustav Kaun, Robert Adler, Poldi Adler je K 5.—. A. L.. Herr Max Kohn, Hugo Löbl, Mark. Weiss, Ad. Karpeles je K 3.—. Frau Sigm. Beer, Herr Sigm. Kohorn, Frau Josefine Stein, Herr Ign. Buchsbaum je K 2.—. Herr Adolf Herzog K 1.—. Summe K 759.—. Die Wiener jüdische Toynbee-Halle. Samstag, den 3. d. M. wurde die diesjährige Vortragssaison der Toynbee-Halle mit einem dem Andenken Ignaz B r ü 11 s gewidmeten Konzertabende eröffnet. Der Obmann Dr. J. Samuelv wies einleitend auf die Verdienste Brülls um diese Institution hin, in deren Dienst sich der Verblichene stets bereitwilligst gestellt hat. Sodann wurden von den Brüdern Specht (Klavier Violine und Cello), von der Pianistin Frl. Wera Schapira und von der Nichte Brülls Frl. Schwarz, (Gesang), Schöpfungen des dahingeschiedenen Meisters in künstlerischer Vollendung wiedergegeben. Stürmischer Beifall folgte jeder einzelnen Darbietung. Die Besucher der Toynbee-Halle nahmen Anlass, vor Beginn des Abends dem verdienstvollen Obmann Herrn Dr. J. Samuely, sowie dem Obmannstellvertreter Henri Karl Freund herzliche Ovationen darzubringen. Vortrags-Programm vom 9. bis 15. November 1907. Samstag den 9. Konzert Arrangement: Frau Else Freund-Funk. Sonntag den 10. „Das spanische Marannen. tum, seine Entstehung und sein Schicksal“ Rabb. Dr. M. R o s e n m a n n. Montag den 11. „Bilder aus dem Rechtsleben“. Dr. Josef J erusalem. Dienstag den 12. „Schul- und Elternfragen“. Oberlehrer M. G r ü n s p ann. Mittwoch den 13. „Die Entwicklung der Heilkunde und des Kurpfuschertums“ (II). Doktor Heinrich Grün. Donnerstag den 14. „Die Unzulänglichkeit unserer Schule“. Fachlehrer Georg Schmied]. Freitag den 15. Bibelvortrag. Beginn der Vorträge an Wochentagen 7,8 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. J. Samuely, Wien, I Bez., Fischersliege 6, gelangen lassen. Reichtum oder wenigstens Wohlstand kann jeder Geschäftsmann erwerben, wenn er seine Geschäftsbücher genau führt. Für die Lieferung bester und billigster Bücher und aller Bureaurequisiten empfiehlt sich Qeschäjisbücher-Fabrik §. Biünsfeld & io., wi®. l, go«. 21. Eingesendet. Wir erhalten folgende Zuschrift: Von seiten unserer Kommilitonen sind vielfach klagen laut geworden, dass vom Philosophenunterstützungsverein, Wien, I., Universität jüdische Petenten ohne Angabe eines Grundes abgewiesen werden. Es liegt die Vermutung nahe, dass diese zahlreichen Abweisungen auf ein System zurückzuführen sind, das seinen Grund in der antisemitischen Zusammensetzung des Ausschusses hat. Es ist selbstverständlich, dass ein derartiges Vorgehen eines Vereines, der zum grossen Teil auch von jüdischen Förderern erhalten wird, nicht ohne weiteres hingenommen werden kann. Wir haben daher die Absicht, im Vereine mit den anderen jüdischen Korporationen dagegen energisch Stellung zu nehmen und die geeigneten Schritte zur Abschaffung dieses Uebelslandes zu unternehmen. Um aber sicher und erfolgreich vorgehen zu können, müssen wir über genügendes, unanfechtbares Material verfügen. Es ergeht daher an alle Kollegen und Kolleginnen, die uns diesbezüglich Wesentliches mitteilen können, die dringende Aufforderung, dies schriftlich unter genauer Angabe der Adresse und des Studienjahres oder mündlich bei einem Ausschussmitgliede ehebaldigst vorzubringen. Der 1 usschuss der Leseu. Redehalle jüd. Hochschüler Wien, IX., Grünetorgasse 34. §afi)n)«lsivlJe des üüdiscbei) ßlnrionalfoods fäp ©eshiFi v’icb, Wien, IX., Türkenstrasse 9. Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, palästinensischen Boden als Gesamteigentum des jüdischen Volkes zu erwerben und auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom 5. Zionistenkongress 1901 gegründet, besitzt er heute bereits ein Vermögen von über 1'/., Millionen Kronen. * * * Allgemeine Spenden: Jeder Jude soll bei allen Anlässen des Jüdischen Nalioualfonds gedenken. K.) Bohorodczany S. G.: Hersch Rapoport „Neder“.. 1.— Broszczow W. G. : Spende eines ruthenischen Staatsbeamten per M. M. Karmin ab Porto 0.13. 1.87 Kolomea S. G.: Per N.-F.-K. L. Scharf: D. Hoffmann anlässlich Jahrzeit seiner Mutter 2.—, L. Eifermann anlässlich

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