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Jüdische Zeitung · 1907-11-01 · 16 (1.11.1907) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
1 (1907)
Issue
16 (1.11.1907)
Date
1907-11-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. lü JÜDISCHE ZEITUNG Seite 7 Kochba“, VIII., Lan g egass e 5—7.) Für das XXI. Semester wurde folgender Ausschuss gewählt: Präses: jur. Möses Stöckel. Vizepräses : Josef Frau z o s. I. Schriftführer: jur. -Josef H a e n d e 1. n. Schriftführer: jur. Pinkas A d 1 e r s b e r g. Kassier: med. Viktor Kreisberg. Brünn. (.Jüdisch - akademische Lese- und Redehalle.“) Das Ergebnis der Ausschusswahl für das Wintersemester 1907/8 ist: Präses: stud. ing. Paul B ramm er. Vize-;präses: ehern. Richard B a r d a c h. I. Schriftführer : ing. Heinrich Sommer. II. Schriftführer : ehern. Leo N e u m a n n. I. Kassier: ing. S. O. Klein. II. Kassier: ing. Heinrich Weber. Bibliothekar: ing. Artur Eisler. -Zeitungswart: ing. Karl Waldmann. Prag. (Verein jüdischer Hochschüler ,B a r K o c h b a‘, Prag.) In der am 19. Oktober abgehaltenen Generalversammlung wurde folgender Ausschuss gewählt: Obmann : phil. Viktor Kellner. Obmannstellvertreter: jur. Fritz Dellner. I. Schriftführer: .jur. Friedrich Steiner. II. Schriftführer: tech. Viktor P o 11 a k. Kassier: ehern. Erwin Schwarzkopf. Bibliothekar: jur. Leo Herrman n. Zeitungsverweser: jur. Max ß enisch. Innsbruck. Auch bei uns in Tirol beginnt .jüdisches Leben sich zu regen. So fand am 12. d. M. eine von den Herren Karl Bauer und Wilhelm Adler einberufene allgemeine Versammlung statt, welche einen sehr schönen Verlauf nahm und den Beginn einer jüdischen Bewegung in erfreulichster Weise kennzeichnete. Den Vorsitz führte Herr Hugo Schwarz. .Nach dem Referate des Herrn Karl Bauer über die Wichtigkeit des Turnens und Stärkung des Geselligkeitslebens der hiesigen Juden entspann sich eine längere Debatte, an welcher sich der Vorsitzende, Rabbiner Sagher, die Herren Steiner, Popper, Fuchs und Frau Anna Bauer beteiligten, von welchen die ersteren für den Anschluss an die bereits bestehenden .jüdischen Turnvereine plaidierten. Nachdem die Gründung eines Turnvereines einstimmig beschlossen worden war, wählte die Versammlung ins Komitee die Herren Wilhelm Adler, Karl Bauer, Steiner, Fuchs, Marx, Kalder -und Schindler jun. Brüx. Die Wintersaison des jüdischen Volksvereines „Zion“ wurde am 13. d. M. mit einer Versammlung eröffnet, bei der der Obmann des zionistischen Rayonkomitees in Teplitz-Schönau, Herr Emst Bechert, einen sehr gelungenen Vortrag über den VIR. Zionistenkongress im Haag hielt. Der Vortrag fand reichen Beifall und entfesselte eine lebhafte Diskussion, an der sich auch ein Antizionist beteiligte, dessen Ansichten jedoch mehrfach in glänzendster Weise widerlegt wurden. Im weiteren Verlaufe wurde ein Antrag des Obmannes Herrn Heinrich Heller, dem neugewählten engeren Aktionskomitee und insbesondere dessen Präsidenten Herrn David W olffsohn das Vertrauen auszusprechen, einstimmig angenommen und diese Kundgebung an den Präsidenten Wolffsohn in Köln telegraphisch weitergeleitet. In später Stunde schloss der Vorsitzende unter Dankesworten an den Referenten und die Erschienenen die gut besuchte Versammlung. Boskowltz. (Ehrung eines Schul- ■mannes.) Dem vor zwei Jahren in den Ruhestand getretenen Oberkantor und Lehrer Herrn Adolf Hatschek wurde das Ehrenbürgerrecht in der Israelitengemeinde Boskowitz verliehen. Bei den letzten Gemeinderatswahlen wurde Herr Hatschek einstimmig zum Gemeinderat gewählt Czernowitz. (J ü d. - n a t. a k a d. Verb. „Zephirah*.) Die Chargen wählen für das -XXI. Semester hatten folgendes Ergebnis: cand. jur. Wolf Herzberg, Präses - cand. jur. Hermann Bar dach, Vizepräses; cand. jur. Juda Ebner, Schriftführer. Czernowitz. (Jüd.- nationale akademische Verbindung „Hebronia“.) Die am 14. Oktober vorgenommenen Chargenwahlen, für das laufende Wintersemester 1907/8 ergaben folgendes Resultat: cand. jur. J.LazarowiczX - (Senior), cand. phil. M. Roll XX (Konsenior). stud. jur. D. Geller XXX (Schriftführer). Czernowitz. (Jüdisch-akademischer .Leseverein „Emunah“.) Das Ergebnis der Chargenwahl für das laufende Wintersemester 1907/8 ist: cand. jur. David Tau b es Xcand. jur. Moses Do 11b erg XX* stud jur. .Mendel Wagschal XXX Czernowitz. (Privat-Lehrer- und ^Kranken - Unterstützung sverein.) Diese Organisation ist gewiss sehr beachtenswert, denn die Unterdrückung und das Elend der Privatlehrer ist zum Sprichworte geworden. .Nun aber heisst es: „Hilf dir selbst!* Der Verein stellt sich zur Aufgabe „Gegenseitige Unterstützung“ und die Herausgabe einer - Jargon-Zeitschrift. Als Obmann fungiert Herr Efraim D irp 1 e r, als Sekretär Herr Hermann Margules. Ausschussmitglieder sind die ^Herren: F. Gr-os s, S. Rosental und B. -Ungar. Lemberg. Wir benachrichtigen alle zionistischen Vereine und Verbindungen von der Gründung der zionistisch-akademischen Verbindung „Hasmonea“ in Lemberg und ersuchen zugleich alle Zuschriften an die Adresse: „Hasmonea*, Kieparowska 4, zu richten, stud. med. David Brendel X; stud. jur. Moritz Katzinel XX; stud. med. Josef Gerstmann XXX- Sadowa Wisznia (bei Lemberg). Wie den Lesern der „Jüdischen Zeitung* bekannt ist, hat im hiesigen Städtchen am 26. und 27. August eine Rabbinerversammlung getagt, die an Stelle des verstorbenen Nassi (Oberverwalter der Chaluka) einen neuen wählen sollte. Gewählt wurde, wie vorauszusehen war, zum Naesi mit sechsjähriger Funktionsdauer der Sohn des verstorbenen Nassi Herrn David Schreiber aus Drohobycz und als Vizenassi die Herren Eisig Popper aus Brody und Samuel Schenker aus Krakau, so dass der Nassi nicht mehr wie bisher allein die Macht in Händen haben wird, sondern alle drei die Verwaltung zn führen haben. Es wurde auch eine Resolution angenommen, eine Kommission nach Palästina zu entsenden, um die seit Jahren erhobenen und berechtigten Klagen und Vorwürfe der Armen Palästinas gegen die in Palästina eingesetzten Beamten auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen. Denn es war schon seit langem klar, dass diese Beamten Geld zur Verteilung der Chaluka veruntreuen und noch andere Ungerechtigkeiten begehen. Um nun die Palästinakommission zu wählen und einen neuen Sekretär zu ernennen, versammelten sich die Rabbiner Galiziens in der vorigen Woche zum zweitenmale in unserer Stadt. Dem Geheimsekretär des Nassi Josef Friedmann, den man des Einverständnisses mit den Jerusalemer Herren beschuldigte, traute man gleichfalls nieht und wollte auch noch andere Fragen der Verwaltung regeln. Kurz, gründliche Reformen erwiesen sich als unumgänglich notwendig. Auf der Tagesordnung stand zunächst die Wahl der Palästinakommission. Es wurden gewählt ein Rabbiner und zwei Verwalter der Chaluka. Die Kommission wird erst im kommenden Frühlinge die Reise nach Palästina antreten. Wie es heisst, soll auch der Nassi selbst die Reise mitmachen. Dann wurde ein Sekretär ernannt Der berüchtigte Josef Friedmann wurde auf ein Jahr beurlaubt, oder richtiger gesagt, dauernd pensioniert. Die Sitzungen waren geheim. Ob es dem Nassi mit diesen Reformen ernst ist, wird erst die Zukunft lehren. Mittwoch früh versammelten sich sämtliche Rabbiner und die hiesige jüdische Gemeinde in der Synagoge zu einem Gottesdienste, bei welchem für die baldige Genesung unseres Kaisers gebetet wurde. Der Oberrabbiner von Brzezany hielt eine kurze Rede, in der er unsem Kaiser als einen toleranten und edlen Herrscher feierte. Es wurde ein Huldigungstelegramm an den Kaiser abgeschickt, auf welches noch am selben Tage folgende Antwort telegraphisch einlangte: „Herrn Oberrabbiner Schwadron Sadowa Wisznia. Seine k. u. k. Apostolische kaiserliche Majestät haben die durch Euer Hochwolgeboren in so begeisterter Weise zum Ausdrucke gebrachten Loyalitätskundgebung sämtlicher in Sadowa Wiznia versammelten orthodoxen Rabbiner Galiziens mit Befriedigung zur Allerhöchsten Kenntnis genommen und danken allergnädigst für die frommen Gebete und die guten Wünsche. Kabinettskanzlei“. Wolf Steiner Kossow. Kaum wischten sich unsere hiesigen Zionisten den Schweiss ab, den die Reichsratswahlen ihrer Stirne erpresste, so gaben sie sich wieder, und zwar mit frisch gestärktem Mute der eigenen zionistischen Arbeit hin. Sie wendeten sich mit einem begeisterten Aufrufe an die für Nationalbewusstsein geweckten Mitbrüder aus aUen Volksschichten, erwarben eine beträchtliche Anzahl von neuen Mitgliedern für den Verein, sie rüttelten die eiugeschlummerten Zionsgefühle der alten Mitglieder wieder auf und der Verein fängt an, sich einer lebhaften Frequenz zu erfreuen, die von ständigen Vorlesungen und Vorträgen immer mehr angelockt wird. Auch unsere Nationalfondskommission betätigt sich sehr rege; sie eifert überall für Seibstbesteuerung an. Die durch sie in einigen Bethäusem aufgestellten Jom Kipur - Kaaroth brachten für den Herzl-Wald K 28.— ein. Die fünf Minjonim mit dem Hauptminjan im Vereinslokal am Simchas Thora ergaben Thoraspenden mehr als K 100.— für den Herzl-Wald. Die in voriger Woche entleerten Büchsen wiesen den Betrag von K 40.— auf. Es wird auch gesammelt für die Nationalbibliothek in Jerusalem und für den Parteifonds im Sinne des Kongressbeschlusses. Nun steht uns eine Wahl für den Kultusvorstand bevor, welche uns gewiss auf dem Gebiete jüdisch-nationaler Aufklärungs-? und Agitationsarbeit viel zu schaffen geben wird. Mit Zionsgruss Sam. Häusler. Stryj. So intag, den 20. Oktober fand im hiesigen Vereine „Zion* unter äusserst zahlreicher Beteiligung der Vereinsmitglieder die diesjährige Generalversammlung statt. Vizepräses Dr. Buxbaum leitete die Generalversammlung mit einer kurzen Ansprache ein. Sodann erstattete Schriftführer Gesinnungsgenosse Rubin den-Rechenschaftsbericht, aus dem zu ersehen ist, dass der hiesige Verein im vergangenen Jahre an allen zionistischen Angelegenheiten regen Anteil genommen hatte. Natürlich wurde des Nationalfonds nicht vergessen. Im letzten Jahre wurde auch eine reichhaltige hebräisch-deutsche Bibliothek errichtet. Dank der Bemühung des wackeren Gesinnungsgenossen H. W. Die sendruck wurde auch ein „Ibriah‘-Klub im Vereine „Zion* gegründet, dem eine grosse Anzahl von Mitgliedernjangehört. Es werden an jedem Samstage verschiedene hebräische Vorträge und Vorlesungen aus der neuhebräischen Literatur abgehalten. An den Rechenschaftsbericht schloss sich eine längere Debatte, an welcher sich die Gesinnungsgenossen Widrich, Katz, Elias und Schmorak beteiligten. Herr Jäkel erstattete den Kassenbericht. Unter Eventualia wurden dem neuen Ausschüsse viele Anregungen gegeben, deren Ausführung Sache des neuen Ausschusses sein wird. Die Neuwahl ergab: Präses Dr. Jul. Wurzel, 1. Vizepräses Abner Katz. 2. Vizepräses Abr. Apfel grün, I. Schriftführer H. Rubin, 2. Schriftführer B. Klein, 1. Kassier Lasar E11 n e r, 2. Kassier Leon Gottesmann. Beiräte: Dr: H. Byk, Sch. Stern, A. Hauptmann, A. Eigenmacht. „Ben Efraim*. Zlocziw. Dieser Tage konstituierte sich der neugegründete akademische Verein „Bar- Kochba*. In den Ausschuss wurden gewählt: Adv.-Kand. Dr. Jakob Grosskopf, cand. jur. Mathias Grub er, stud. jur. Isidor Lidechower, cand. jur. Rubin Sch wag er und stud. jur. Moses Schachtel. Rzeszsw. Sonntag am 6. d. M. fand hier eine Morris Rosenfel d-F e i e r unter Mitwirkung der bekannten Klavierspieler Brüder Schwanen fei d und Las chkowitz statt. Nach Begrüssung des zahlreich erschienenen Publikums durch den Obmann des Komitees Herrn B. Fett brachten Brüder Schwanenfeld und Laschkowitz ein wunderschönes Violinquartett zum Vortrage. Nach einer hebräischen Deklamation des F. Hauser hielt Dr. Waldmann aus Tarnopol die Festrede. In fast zweistündiger Rede wusste er die Zuhörer zu fesseln. Er hob die Bedeutung Morris Rosenfelds für das jüdische Proletariat wie auch für die jüdische Literatur im allgemeinen hervor und besprach in ausführlicher, sachlicher Weise das Leben des Dichters. Es folgte eine Deklamation Rosenfelds „Poet* (polnisch), rezitiert von Fräulein Fischbein und eine des F. Neger, die reichen Beifad ernteten. Das Reinerträgnis der gelungenen Feier wird Morris R o Senfe 1 d zugewendet. Josef Puchmann. Guraiiumora. (Jüdisch - nationaler Verein „Makkabea*. Bei der am 6. d. M. statgefundenen Versammlung und erfolgten Konstituierung wurden in den Ausschuss gewählt : Apotheker Leo Harth als Obnann, M. S charf stein als Obmannstellveitreter, Jakob Scheuermann als Kassier, Jakob Abraham als Schriftführer, Hersch Blumenfeld als Zeitungsverweser, Salamon Weingarten als Bibliothekar; ohne Funktion Chaim Schieber, Isak M e r d 1 e r, Samuel K o 1 b e r und J. F. Th au. Zugleich wurde ein Bildungskomitee gewählt, das aus folgenden Herren besteht : Jakob Scheuermann, Obmann; David Weinstein, Obmannstellvertreter; ohne Funktion Hersch Blumen feld, Jakob Abraham, Salomon Weingarten. Bei der ersten Sitzung wurde der Beschluss gefasst, eine hebräische Schule zu errichten, die schon am 13. d. M. ins Leben treten wird. Personalnachrichten. Danksagung. Seitens meiner Freunde und Kollegen sind mir anlässlich meines Abganges von Ottynia soviel Sympathiebeweise zuteil geworden, dass ich kaum Worte fl ade, um ihnen allen zu danken. Ihr Angedenken wird immer in meiner Erinnerung bleiben. S. W. Sirate Briefkasten deF Redaktion. Dr. Karl H., Wien. Es ist vollkommen unrichtig, dass die „Jüdische Zeitung* kein offiziell zionistisches Organ ist. Im Gegenteil: sie ist von der ersten Nummer an und ganz offen zionistisch und offiziell, da sie einer zionistischen Parteiinstanz direkt untersteht Die Motive jener Behauptung und Nebeneinanderstellung sind übrigens sehr durchsichtig. \

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