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Israelitische Rundschau · 1901-05-31 · Heft 21 (31.5.1901) · page 4

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Journal
Israelitische Rundschau
Volume
1901
Issue
Heft 21 (31.5.1901)
Date
1901-05-31
Page
– (sequence 4)
Language
German
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fli'ldjrteu-tu'* Jiihiuii», bio doch bereite* nach der Ierftbrung des zweiten iahten, haben sie ^c^laiilvt, daß wir gilben nur noch eine reli^ioie (^emeinidiait bilbeny vber haben die U)iiui\u analen 11einer dev DJüttelalter* dies ^e^fanbtV .^a, haben selbst die jüdischen h\eiiaianenbiloioabeii, die doch eine Bermittelung dev Iudenlums mit der Ieitphiloiophie herbei^iirithren traehteien, naben sie den nationalen hVnont'en lallen labeny Dlher wir können lo^ar bis in die bien zeit hinabitenu'H nnd wir werden dieselbe 'Boahr nehmung machen. Vererben nicht norb Nünidelsfohn, zfunz. Munk, ('»ran nnd niete andere mit der grossen Unbelannenljeit non der jüdischen 'Ration y Und wie bellen sich noch beule gebildete bücht jnben ,)\\ dieser ^ra^eV Mb der größten Selbstverständlichkeit reden sie non der jüdischen D-atum, auch wenn sie uns durchaus wobt wollend gegcnubcrstebcu. Ludwig 'Büchner spricht in einem seiner letzten Merke ohne XU ra non der indischen 'Ration in demselben Augenblick, in welchem e" warm für uns eiutritt nnd die 'Rarr beit dev AntUcmiusmus belampst. l^cnviß würden auch olle anderen, die uns woBunulcn. mit derselben Arglosigkeit und Sei btt neruaub l ichlett non der jübihheit Nation sprechen, wenn sie nicht inübten. dach gewibe nmnderlicbe Rätrze unter uns diesen Dlusdrucl nun einmal nicht nertragen können. Also genau be trachtet, nerehrter .aerr s oktor, liegt die ^ache gemde umgekehrt. Mir tb-oniben haben die jüdische 'Rationalität nicht entdeckt, sondern wie niid Pn'e lüesiminng-genoben haben sie n er deckt, niclu in böser Absicht, wie wir gern glauben mallen, sondern in einer eitlen, nergeblirhen welnbianschnng besangen, Ts ist sonderbar genug, aber wie bähen allen Truftes geglaubt, das; eine alte kräftige Nation mit einem so schart anvgepragten Dcaeen Charakter, mir die jüdische, fiel) ohne alle Schmierigkeiten in eine mosaische Monnmion werde mnbilden laben. Tan aber in nicht gelungen, tonnte ans mmdert aniinden Nicht gelingett. schon dev - j)a1b nicht, weil die jiiditche bceligiou non nationalen Elementen ganz durchsetzt nt und die Rabbiner oom religiösen Standpunkte anv eine Blutmifchnng ooedec zugeben wollten noch kvnntcm. Mir 'bannten weil ich sind tum Herzen yron, Hits; dies für nnv wenig ehren00Ile Troerimew tiieht gelungeti ist, denn in unseren Angeit ist das Wrwachen der jüdischen Nation, die Mieder besimunng dev jübnehen Bolkos auf teilten nationalen Tbaraker kein hiiidfchritt, wie wie wunderlich genug, meinen, sondern ein üvevtfchritt, die nnerlär,liehe Vorbedingung für eine gedeihliche Tut nncklnng dev Judentums in der j-nknnst. Tom religiote Veben ist ja nur die höchste nnd zarte«m Blüte dev gesamten Seelenlebens emev Bolles. wo wenig aber eine Blüte atme die sie tragende und etzzengende Pflanze möglich ist, ebenso wenig oermag dav religiöse ‘beben ohne ein Bo Ml eben zu gedeihen, oon hem eo ge tragen wird und anv dem er immer wieder neue Säfte zieht. Ttes aber haben adle Tomnnrabhiner, auch der grobe irriger, iiberselren. weil sie das (^efep, oon der Tinlzeit dev weelenlebenv. dav auch eine nVuieimchait beherrscht, zu wenig beriickfichtigleu. Tte Tinlzett den weelenlebenv einem Balken in aber gleichbedeutend mit beinern nationalen ment, der unangetastet bleiben mich, wenn eine TntnmUung oon innen heraus möglich fein soll. Menu das Indemum die Mnlinr der Umgebung nicht, wie dien in Aheran drien und Spanien genbebeu ni, sich assimiliert, sondern in der selben mit seinen innersten rneben ansgeht, dann wird en auch sein religiösen Venen retnmgnlon dahingeben müssen. Nüt dem übrigen Eigenleben wird en notwendig auch sein religiösen ein hüben, nie Trfahrnng, die wir seit Mcmdelswlm gemacht haben, redet hierin io deutlich, das) für jeden, der der Mabrbeit inn Auge blicken kann, alle;>)meifel gan zlich aungeschlosseu sind. wie werden, nerehrter Herr Tottor, liunmehr begreifen, mit welchem Rechte wir in der Miederbesinnting den jüdischen Balken auf seinen nationalen Thai aller einen bedeutsamen chorUchritt er blicken wollten Pu.ien die oon nun gemachten Andentungen nicht ganz, genügen, io find mir gern bereit, einen annsnhrlicheren Diach krag egi liefern. Tn wird nun aufrichrig treuen, ,^huen und Ihren Gesinnungsgenossen uni der .Nanzel neue Anregungen zu weiterem Diachdenken zu chielen. Tin Theologe. Der Schekel. B!an kann so hantig im heben erkennen, das; der Fortschritt die Mräüe ernhlaiten macht. Mer sich seinen fielen nähert, ist nur zu oft geneigt, sic!) auf feinen Lorbeeren auszuruizem Uns Zionijten darf diese Bhilüterichwäche nicht anfalleit. Mtr sind in diesem Jahre ein ehrliches Stück weiter gekontnten. Tie Iahl miierer Getreuen ist gewachsen: aber auch in den Preisen unserer ruütigsten Gegner ist zwar noch nicht besondere Begeisterung für unsere Ideale, so doch offene Anerkennung unseres heiligen Idealismus heimisch geworden. Tie alten lächerlichen Allklagen oon nuferer Baterlrntdslvfigkeil sind verstummt an ben eMeit wmnpathieen, die wo. oDfaicftat unser Kaiser der getreueste Hüter deutscher Gesinnung und der vewständnisvotlste Beurteiler oaterlandischcr Treue — uns wiederholt eindeutig mtd laut vor aller Mett entgegengebracht hat. Und weiterhin: in diesem Jahre nt es gelungen, dem weisen Monarchen Abdul Hamid tläherzuticuen und ihm ohne Iwischeuträger unsere Müuühe oorzutrageu. Mir sind an einem eudscheideudeu Meudepunkt itt unserer Betoegtntg angelaugt. Ta heißt es demt, siel) nicht am Trreichten zu begnügen. Deicht erlahmen darf unsereRraft und unfere Vpfer sreudigkeit. bevor nur dav Tttdziet erreicht habem: unserem bedrängten. geistig tttld körperlich leidenden Bolke eine Heimstätte ,zu schasfeit auf dem verlassenen Bodeit unserer Ahnen. Mie friedlich immer unsere 'Bewegung ist in thron wahrhaft kulturellen Strebungen, so lebt ihr ein kriegerischer Geist inne. Ts ist ein heiliger Nrieg. ben wir im Dünnen lebendiger Humanität, getreuer Blutvbrüderlichkeit gegen die Berelendung nuferes jüdischen Bolkev, gegen die Heimatlojigkeit der erdrückenden DRehrheit unserer wtammcvgemeinsclzast führen. Tv ist ein heiliger .Urieg! Aber mrieg führen kann man nicht mit tonenden Xhorteu allein — und kämen sie anv denn reinsten 'Busen: nicht mit idealer 'Begeisterung allein - und flösse sie aus der lautersten b>)esinnnng! pger >!rieg führuug gehört T>elb unb wieder l^eld. Treilich unter Gewassert ist nicht oon Stahl unb Trz. "hoir brauchen das Geld, um inner Bolk zu Organismen, damit es wieder einen eignen Millen habe und verkünde. Tie Dcationen. die uns gern oder gezwungen das Gastesrecht gewähren, sollen von unseren Verden hören und uns helfen. Und jener Herrscher, in denen Hände wir vertrauensvoll unser Schicksal legen, soll es erkennen, daß die Heimat, die er den Bedrohten unseres Stammes zu bieten vermag, ihm selbst nie geahnte Trüchte bringen wird. Aber dazu gehört üoelb' lind dieses Geld für Berwaltung, Vrgartiscttion, Agitation nach allem Züchtungen l)in, darf nicht von einigen iDenossen geopfert werden. Ts geht nicht an. daß manche .I-ehutaufeude hingeben und andere ihre Hand aus den Geldbeutel legen. Tas widerwricht dem (Reifte unserer Bewegung! Mir sind im edelsten Sinne — eine demokratische Partei. Mir hadert mrser Palarrre, zrr der gleichberechtigte Irrderr gleichberechtigte Telegirte mahlen. vVber einzelne vermag Tirnlnß zu nehmen auf die Tutscheidrtngen unserer I-ührer, die ans nuferer freien Mahl hervorgegarrgen sind. Anderes als in politischert Veben der Boiler steht es bei rrrrs. Tort hat die (Gleichheit der Pflichterr die (Gleichheit der Ücechte ertrotzt. Pt innere Nethen soll die Gleich neu der Rechte dav drängende und zwingende niefühl oon der Gleichmaszigkeit der Berpslichtungen erzeugen. Ts bedarf sicherlich mir dieses erneuten Hinweises, um in jedem Iioniuen spornendes Pflichtgefühl zu wecken. Mir werden unfern Tnibnt entrichten, mit derselben bedmgnugslosen Selbst Verständlichkeit, mit der ein verständiger Bürger rür dre Iwecke derschützenden Staates seine Stenern zahlt. Ten Prderr, zumal, derr deutfchländischen. fehlt leider dafür das rechte Berständnis. Sie geben für jüdische jßvecke immer nur um der Nüene der befriedigten Philanthropen. Tas ist ein trübes Zeichen der Erstarrung, der Biorschheit. Ts muß überwunden werden. Menigftens von jedem;-)ioitiften, der fein Prdeutum nicht als eine ver erbte, tote Vast scßleppt. fonbern es mit stolzer Besitzsrendigkeit sein Tiaren nennt. Uns muß es in Ileisch und Blut übergehen, daß V vser für Brüder, für Bolk nnd^Staat keine „Mohlthatewg sondern selbstverständliche Berpslichtungen sind. Unsere Parteisteuer ist der Schekel -- ein Miederausleben des ' »ä hl u ngs und Besteuerungsrnodns unserer A lzuen auf der Mandern ng ins Heimatland. Ans dem ersten Baseler .Kongreß ist festgelegt worden, daß jeder Iirde, der das Programm des I)ionismus anerkennt, seinen Schekel entrichte. Auel) alle diejenigen fiub dazu verpflichtet, die sich aus persönlichen oder irgendwie sachliccheu Gründen der städtischen oder Valtdesorganisatimt nicht eigetts angeschlossen haben. Schekelblocks sind bei unserem Tcntralbnreau in .Vbln, Batunstr. IV erhältlich. So ergeht denn an alle Bertrauensmänner — man fasse diesen Begriff nicht etwa büreatlkratifech ans! — bte Bitte, mit aller Tuergie für die Trhebung des Schekels Sorge zu trägem. Ts , tvird ihnen hoffentlich eine mühelose Arbeit sein, weil jeder Zionist sich freiwillig melden wird.

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