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Israelitische Rundschau · 1902-09-26 · Heft 39 (26.9.1902) · page 5

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Journal
Israelitische Rundschau
Volume
1902
Issue
Heft 39 (26.9.1902)
Date
1902-09-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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£0raettti|dK £tmt&|djau nius: Erstens, das Verhalten der russischen *Regierune, | der man vor wenigen Jahren die Erlaubnis zu einem solchen ׳allgemeinen Kongresse schwerlich, zugetraut hätte, und zweitens die Stellungnahme des bekannten | Odessaer Komitees. Dieses Komitee, das die Zentrale der russischen Chowewe Zion Ist und eine ausgebreitete Organisation von Palästinavereinen hinter sich hat, erklärte durch offizielle Vertreter, dass es sich nunmehr als Teil der zionistischen Organisation betrachte. Der Gewinn für den Zionismus, der in seiner Angliederung liegt, ist um so grösser, als er In Zukunft eine doppelte Arbeit der vereinten Kräfte ermöglicht. Herauszuheben aus den Beschlüssen des Kongresses ist besonders die Bclkind’schc Resolution wegen des Nationalfonds, die dem Baseler Kongresse vorgelegt werden wird. Es gilt die Bedeutung dieses Vorschlages in allen seinen Konsequenzen zu ermessen. Das Geld des Nationalfonds soll nicht aufgespeichcrt, sondern Jeweils nach Möglichkeit sofort zum Landankauf in Palästina verwandt werden. Das erworbene Land bleibt im Besitz des jüdischen Volkes, keines Einzelnen. Die türkischen Gesetze machen es notwendig, dass es verpachtet und bebaut wird; es wird daher, wie auch Beikind betonte, zunächst die Aufgabe zionistischer Thätigkeit in Palästina sein dici einheimischen Juden, besonders yemenitische, landsässig zu machen, eine Forderung, die wir seit Jahren mehrfach vertreten haben. Das wird für den Zionismus, zumal wenn erst die Bankfiliale in Jafia eröffnet sein wird, ein Feld ״praktischer Thätigkeit“ sein, das vielen unserer Feinde den Wind aus den Segeln nehmen wird. Man wird im zionistischen ״Schmoll- Winkel“ nicht versäumen, an dem Minsker Beschluss solange herumzudeuteln, bis er in die Logik der ״praktischen“ Zionisten passt; darum betonen wir im Sinne des Antragstellers ausdrücklich, dass dieser Schritt keinen Modus der Lösung des zionistischen Problems, sondern lediglich eine Sicherung für zukünftige Aktion be- »deutet. ׳ * Endlich noch einige Worte über die zionistischen Richtungen und ihre Haltung auf dem Kongress. Wir machen kein Hehl daraus, dass wir der Bildung von Parteien im Zionismus mit Bedauern und Misstrauen gegenüberstehen. Dennoch müssen wir anerkennen, dass bei beiden Fraktionen, der ״orthodoxen“ und der ״demokratischen“, der gemeinsame Wunsch, den Ge- Samtzionismus nicht zu schädigen, übermächtig genug war, um trotz des heftigsten Meinungsstreites eine gedeihliche Arbeit möglich zu machen. In diesem Falle aber — war die Bildung der Fraktionen überflüssig; die ״Orthodoxen“ hätten ohne Sonderorganisation die Interessen wahren können, die sie gewahrt wissen wollen, die ״Demokraten“ diejenigen Fragmente in die Bewegung tragen können, die sie ihr zuführen wollen. Wir bleiben der Ueberzeugung, dass Gefahr und Schaden der Fraktionierung zu gross sind, um durch ihren geringen Nutzen aufgew׳ogen zu werden. Als Ganzes betrachtet, ist dieser Kongress eine grandiose Etappe auf dem Wege des Zionismus. Maarabi. Köln. Das Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung f. D. teilt mit: Bei Veröffentlichung der Beschlüsse des Zentralkomitees wurde übersehen, bekannt zu geben, dass Herr M. Moses in Kattowltz mit der Gründung einer Nationalfondkommission betraut wurde. . Mitteilungen des Distriktbureaus Mannheim: 1. Das Distriktbureau bittet diejenigen Herren, welche bereit wären, im Laufe des Winters in unserm Distrikt zu sprechen, um Mitteilung ihrer Adressen und des Ihnen passenden Zeitpunktes. 2. Diejenigen Gesinnungsgenossen, welche an Orten unseres Bezirks wohnen, an denen bisher weder ein Zionistischer Verein noch ein Vertrauensmann der Zionistischen Vereinigung* besteht, werden gebeten, ihre Adressen hierher rnltzu teilen und eine kurze Mitteilung. über die. Aussichten in Jenen Orten betzufügen. ' ‘ V Mannheim.;Julius Simon, Rheinstras^e^NolfC St. Petersburg. In einer von Professor Dr. .Gregor Bl eikowsky geleiteten Versammlung jüdischer ’ Akadtndk^lr' St. Petersburgs sprach,am 20. d. M. unser Freund.Dr. Alfred Klee-Berlin über ״Das Programm des Zionismus“. AVir behalten uns vor, auf diese bedeutsame •Versammlung ־ausführ-, licher zurückzukommen. — Berlin. Am Montag, dem 22. September 1902, hielt .die nationaljüdische Frauenvereinigung ihre erste Versammlung für das Wintersemester ab. Herr Dr. Heinrich Loewe hielt einen Vortrag ״Aus der Vorgeschichte des Zionismus“, der in einen warmen Nachruf auf unsern soeben geschiedenen Führer Dr. Rülf ausklang. . , ’ Berlin. Mittwoch, den 24. September 1902, hielt die Bertincr Zionistische Vereinigung im Augustgarten eine Mitglieder- Versammlung ab. in der Herr Rechtsanwalt Hantke über die neuesten Vorgänge im Zionismus referierte. R&Iösiuig von'fieuisl)r$grat1!!atl0nen. Alljährlich wird eine ungezählte Summe ausgegeben, um Freunde und Bekannte, Verwandte und Geschwister zum Neuen Jahr zu beglückwünschen. Diese Unsitte hat •sich von aussen her in das Judentum hereingestohlen und sich bei uns um so heimischer gemacht, als der Familiensinn bei uns ausgeprägter als bei andern ist. Aber man bedenke, welche Unsummen alljährlich für Gratulationen verausgabt werden, von denen niemand einen Vorteil hat. Was könnte alles mit diesem Gelde Gutes gethan werden, wenn es nicht auf Gratulationskarten und Post- Wertzeichen ausgegeben würde. Wir glauben daher unendlich vielen aus der Seele zu sprechen, wenn wir den Vorschlag machen, die Glückwünsche zum diesjährigen Rosch-hasch-schanah- Feste durch Gaben für den Nationalfond abzulösen. Wir werden die Spender für den Nationalfond ln nächster Nummer in einer besonderen Rubrik mit der Ucberschrift: ״Die Unterzeichneten . gratulieren allen Verwandten, Angehörigen, Freunden und Bekannten nur auf diesem Wege zum Neuen Jahre und wünschen ihnen eine *‘טזבה nsvri 4‘התיבה anfzählcn und über die Gaben für den Nationalrond quittieren. Auch werden wir nach Möglichkeit über den grossen Kreis unserer Abonnenten hinaus auf Wunsch Nummern mit dieser Quittung an verlangte Adressen versenden. Wir wünschen Im allgemeinen jüdischen Interesse, dass von dieser Einrichtung recht ausgiebiger Gebrauch gemacht wird. . Chronik.; London. Die ״Welt1' kritisiert die hn ״Jewish Express“ erschienene Bilanz der Ica. Infolge dieser Kritik, die in der ״Welt“ und noch viel weniger im ״Jcwish Express“ schmeichclhaft ausficl, musste ״Jcwish Express“ eine Reihe von Angriffen über sich ergehen lassen, die darin gipfelten, dass die Bilanz eine apokryphe, vom Redakteur des Jewish Express aus seinen Redaktionsfingern gesogene sei. Es ist daher von Intcrcsse zu sehen, wie Herr Dalidansky, der Redakteur und Herausgeber dieses Blattes an den Londoner ״Jewish World" eine Zuschrift richtet, in der er für die Wahrheit seiner Behauptungen eintritt. Er erklärt, dass er selbst gleichzeitig mit dem Jahresberichte und einer Einführung ln dieselbe (in französischer Sprache)־ Einsicht genommen und bietet 25 Pfund (500. Mk.) ׳für ein beliebiges Wohlthätigkeltslnstitut zahlen zu •wollen,־ wenn Mr. A. L. Cohen oder Mr. Claude Montcfiore öffentlich־ erklären, dass die'Bilanz nicht im Druck existiere und an die Mitglieder des Vorstandes als streng privat und vertraulich nicht versendet worden ist. Wir werden demnächst Gelegenheit nehmen, auf diese Bilanz und den Jahresbericht ansführlieh zurückzukommen. ' ‘; ׳........ ־ Berlin. Die antisemitischen' Organe,' allen ׳voran’die' Berliner Staatsbürgerzeitung und das Yergäniblatt ht Wien Urnen-

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