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Jüdisches Volksblatt · 1905-12-22 · 51 (22.12.1905) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1905)
Issue
51 (22.12.1905)
Date
1905-12-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Jüdisches Volks Watt Nr. 51 S.'ite 6 Karlsbad 658 — (zusammen Kr. 7673 60), Freistadt 751*50, Spalato 524*40, Bursztyn 400*—, Laun 345*—(zusammen 765*—), Czernowih 265*—, Chotebör 261*—, Goltsch- Jenrkau 232*—, Marisnbad 230*— (zusammen Kr. 764 60), Damboritz 227*48, Schaffa 220*—, Skotschau 207*90, Lomnitz 206 60, Przemysl 2O0 —. Ferner kamen der „Israelitischen Allianz zu Wien" noch aus einer Reihe anderer Gemeinden kleinere Betrage zu. Das Gesamtergebnis betrug am 19. d. zirka Kr. 720.000. Verschiedene Mitteilungen. Irrr grfülligen KermLrrisuahme! Meineneueste Agitationsbroschüre „Warum?" üderlasse ich sämtlichen verehrlichen zionistischen Organisationen, Vereinen, Schekelgruppen rc. zum Zwecke der Verteilung und Versendung vorzüglich an N i ch t z i o n i sten um den Selbstkostenpreis von Kr. 3.5O pro 100 Stück. Einzelexemplare an jüdische Vereins- und Kultusvorstände werden gegen genaue Angabe der Adresse gratis zugeschickt. Dr. Leopold Kahn Hof- und Gcrichtsadvokat Wien. VII., Neubaugasse 11. Mährisch-Ostrau. (Makkabäerfeier.) Die jüdisch-akademische Verbindung „Jvria" in Wien und die jüdisch-akademische Ferialverbindung „Hessiana" in Mährisch-Ostrau ^veranstalten am 30. Dezember d. I. im. Festsaale des „Deutschen Hauses" in Mährisch-Ostrau eine Makkabäerfeier, deren Neinerlrägnis den Opfern der Judenverfolgungen in Rußland gewidmet wibd. Entree für eine Person 2 K., Familienkarten (3 Personen) 6 K. Dombrau. (Makkabäerfeier.) D'-e jüd.- akad. Verbindung „Jvria" in Wien veranstaltet am 26. Dezember d. I. im Restaurant Königstetten in Dombrau (Bahnhof) eine Makkabäerfeier mit Tanzkränzchen, _ dessen Reingewinn den Opfern der Judenverfolgungen in Rußland gewidmet ist. Entrce 1 K. 60 Heller. Familienkarte (3 Personen) 4 K. Bielitz-Biala. (Stiftungsfest.) Der Bielitz- Bialaer Jüdische Turnverein veranstaltet anr 31. Dezember d. I. in den Saal-Lokalitäten des Hotel Kaiserhof in Bielitz sein siebentes Stiftungsfest. Das Reinerträgnis ist für die Opfer der russischen: Judew- Verfolgungen bestimmt. Entree 2 K. Familienkarten nur für Mitglieder (3 Personen) 5 K. Oderfurt. (Jüdischer Turnverein.) Sonntag den 17. abends veranstaltete der genannte rührige Verein einen Theater- und Vortragsabend, der außer zwei flott gespielten Einaktern viele gelungene Einzelvorträge heiteren und ernsten Genres zum Programm hatte. Herr Kommissär Max F ö r st e r erwarb sich um die Einstudierung viele Verdienste. Die Palme des Abends aber gebührt entschieden Herrn Ingenieur P o m p a n, der mit aller Hingebung und Opferfreudigkeit den! Abend zu dem inachte, was er ivar: eine glänzende Veranstaltung. Das Reinerträgnis fällt den russischen Juden zu. Der Brigittenauer isr. Frauen-Wohltcftigkeitsverein veranstaltet Sonntag den 7. Jänner 1666 zugunsten armer Witwen und Waisen des 20. Bezirkes im Ballsaale Ronacher eine Woliltätig'keitsakademie. In Anbetracht des humanitären Zweckes haben in liebenswürdigster, uneigennützigster Weise ihre Mitwirkung zngesagt: Frl. Charlotte v. See böck, k. k. Hofopernsängerin, Frau Baronin Olga Türk-Rohn mit den von ihr geleiteten Kinderchören, Frl. Gerda Walde, .Herr Willy Hesch, k. k. Kammersänger, Herr Arnold Korff, k. k. Hofburgschauspieler, Herr Joses S u l z e r, k. k. 'Hofmusiker. Den Vorträgen schließt sich ein Tanzkränzchen an. Die Musik besorgt die Kapelle «des k. u. k. Infanterieregimentes Freiherr von Appel Nr. 60 unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters. Karten zu 8 K bei der Präsidentin Frau Dr. Weiß, 20. Bez.. Klosterneuburgerstratze 13, sowie bei allen Vorstandsdamen zu haben. Wien. Der Mädchenverein „M o r i a" veranstaltet Sonntag den 24. ds. eine intimeEhanukahseier, bei der Herr Dr. Viktor Kurrein über das Thema „Der Eintritt der Juden in die abendländische Geschichte" sprechen wird. Beginn halb 4 Uhr nachmittags im Kongreßsaale 0. Bez.. Dürkenstraße 9. Gäste herzlich willkommen. Der „Humanitäre Frauenverein Krankenpflege" veranstaltet, wie alljährlich, unter Mitwirkung hervorragender Kmrstkräste am 13. Jänmr 1906 im Prachtsaale des Hotel Eontinental eine Wohltätigkeitsakademie mit darauffolgendem Tanzkränzchen. Die Musik wird von der Militärkapelle des k. k. Jnfanterie-3tegirnentes Nr. 6 besorgt. Karten sind 3it haben bei der Präsidentin Frau Dr. Amalie Blech, 2. Bez., Rembrandlstraße 9, Komiteevbmann Herrn I. R'ofenberg, 2. Bez., Borgartenstraßc 196, Cafe Augartenbrücke, 2. Bezirk, Obere Donaustraße 47 mid bei sämtlichen Komitcemitgliedern. Wien. (Promotion.) I. II. C. Otto Abeles, Mitglied der jüdisch-akademischen Verbindung „Veritas" in Brünn, wird heute, Freitag den 22. Dezember, l Uhr mittags, im großen FZtsaale der Wiener Universität zum Doktor beider Rechte promoviert werden. Unsere herzlichste Gratulation! Banrat Fleischer gestorben. Nach langem schweren Leiden ist am 19. d. Baurat Max Fleischer im Alter von 64 Jahren gestorben. Seinen Namen hat er in die Geschichte der baulichen Entwicklung Wiens eingeschrieben, denn er hat am Nathanse mitgearbeitet und selbst große öffentliche Bauten ansgeführt. Was ihn als Architekten anszeichnetc, war das Streben nach Stilreinheit und die Erkenntnis, das; der Zweck des Baues stets auch durch die Form zum Ausdruck gebracht werden sollte. Deshalb waren seine Entwürfe immer von größter Klarheit und die Ausführung gab Zeugnis dafür, daß er für den Gedanken auch die richtige Form anznwenden wußte. Die Treue, die er seiner Kunst widmete, hat er auch als Mensch bewährt. Friedrich Schmidt hatte ihn als jungen talentierten Architekten im Jahre .1808 in sein Atelier ausgenommen, als er den Rathausbau übernahm, und während alle anderen Mitarbeiter Schmidts später in selbständige Stellungeir zogen, blieb Fleischer so lange, bis Schmidt mit dem Rathausbau fertia war. Gerade in der schwierigsten Zeit, als die Abrechnungen zu pflegen waren und Schmidt mit vielen Unannehmlichkeiten zu kämpfen hatte, war Fleischer an seiner Seite. Erst als sich der Meister, verstimmt über vielen Undank, ganz zurückzog, dachte Fleischer an sich selbst und schuf sich eine bescheidene Existenz als selbständiger Architekt. Noch während seiner Arbeit an; Nathanse war ihm Gelegenheit geboten, andere öffentliche Bauten auszuftthren, Hauptsächlich Tempelbauten. Er hat sich als Gotiker eitlen Namen gemacht, nicht bloß weil er aus der Schmidt-Schule hervorgegangen war, sondern weil er namentlich fiir gottesdienstliche Zwecke den: goktschen...Stile, auch in Wort und Schrift, den Borgiug gab vor allen anderen 'Stilarten. In der Gotik wird, wie er sagte, der Blick am wenigsten durch Formenreichtum von dem alleinigen Ziele abgelenkt, von der Richtung nach oben. So hat er die drei Tempel, in Mariahilf, in der Roßatt und jn der Josefstadt, geschaffen, die Tempel in BnöweB, Pilgram und LUndenburg. Auch bei den vielen Mausoleen auf dem Zentralfriedhofe, die nach Zeinen Entwürfen ausgeführt wurden, hat er zumeist den gotischen Stil angervenöet. Bei Profanbauten mußte er sich natürlich dem Zwecke und der Bestellung fügen. Bei diesen Bauten war er bemüht, die Zweckmäßigkeit und die praktische Verwendbarkeit in den Vordergrund zu stellen, aber auch hier der stilreinen Dekoration ihre berechtigte Wellung zu geben. Zahlreiche Privathäuser, reich ausgestattete Villen und große Geschäftshäuser, ferner das Ritter von Guttmamlsche Schloß Tobitschau sind nach feinen PläNen in Wien und in der Provinz gebaut worden, und die Sammlung der Aquarelle und Pläne, die er gemalt und entworfen hat, füllen stattliche Bände. Er hat dafür Sorge getragen, daß sie für albe Zukunft erhalten bleiben. Cr hat sie zu einer Stiftung bestimmt,.-die der Dempelverein in Maricchilf und Neubau angenommen hat, der eine Reihe von Zimmern in dem an den Tempel angrenzenden Hause dazu verwendet, um eiu „Fleischer-Museum" einzurichten. Die reichen künstlerischen und technischen Sammlungen, die er während seiner nahezu 36jährigen Laufbahn angelegt hat und die von seinem großen Verständnis und seiner Opferwilligkeit für künstlerische Zwecke Zeugnis geben, hak er gleichfalls diesem Museum zngedacht. Zn seinen Werken ist auch die Arbeit zu zählen, die er geleistet hat, als er Friedhofsreferent der jüdischen «Gemeinde «war. Nicht minder eifrig nahm er an den Arbeiten des vom Banrat Stiaßny ins Leben gerufenen „Museum für die Denkmäler und die Geschichte der Juden" teil. Insbesondere dankt ihm das Institut die Reproduktion der ,>Hagadah" von Sarajevo, die er besorgt und die ein ZMoen dem Museum zum Geschenk gemacht hat. Im Interesse des Museums^ dessen Schriftführer er war, hat er auch viele öffentliche VorträgL gehalten. Als Vorstatldsmitglied der israelitischen «(Gemeinde und als Präsident des Mariahilf-Neubauer Tempelveretnes hat er sich durch mannigfache Referate Verdienst« erworben. Sein« «vielfache Tätigkeit im öffentlichen Dienste verhinderte ihn nicht, auch in privaten Vereinen anf dem»Gebiete der Wohltätigkeit und der Kundgebung «Her Gesinnungen sich zu bewähren. Nur sein« Kränklichkeit machte es ihm unmöglich, in den Freundeskreisen zu erscheinen, in denen ihm die größte Verehrung entgegengebracht wurde. Solange feine erste Frau lebte, wollte er um ihrer Kränklichkeit willen keine freie Stunde fern von ihr verbringen und später warf ihn ein schweres Leiden, das er früher zu verbergen und zu unterdrücken bemüht gewesen war, nieder, und er entzog sich ganz dem Verkehr. Die treue Pflegerin, die feinen Lebensabend freundlicher zu-gestalten bemüht war, hat er als zweite Gattin heimgefiihrt, aber nicht lange war es ihm vergönnt, sich des glücklichen Familienlebens zu erfreuen. Der Kaiser hat ihm das goldene Verdieustkreuz und den Vanratstitel verliehen, die Gemeinde Wien hat ihm das Bürgerrecht znerkannt. An einem der Eingänge zur Volkshalle des Rathauses ist sein Porträt in Stein ansgcftihrt. Seine letzte Ruhestätte, eine gotische Gruft, hat er sich bei Lebzeiten noch bauen lassen. Fleischer ist in Proßnitz in Mähren am 29. März 1841 geboren und hat in Wien seine technischen Studien absolviert. Er war ein Schüler Van der Nulls, Siccardsburgs und Friedrich Schmidts. Keiner seiner Lehrer hat so tiefen Eindruck mtf ihn gemacht wie Schmidt, und zwar nicht bloß als Lehrer, sondern ebensosehr als Mensch. Sie standen «wie Vater und Sohn zueinander und später wie zwei innig verbundene Freunde. — Die Leiche Fleischers wurde am 21. d. nnl halb 11 Uhr vormittags von der Zeremonienhalle der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes aus zur Ruhe bestattet. Eingesendet. Enthält beste Alpenmilch. I enthält beste Alpenmilch. altbewährt [ stels zuverlässig ftirSäu^lin^eAMagenkranke Jährliche Production 39 Millionen Büchsen, Heinrich Neugebauer <.—vormals lYlo.'när NM- Optiker Wien, I. Schottsngasse 8, Eckhaus Schottenring 1 =_== Gegründet 1865. Reichhaltiges I.ar'.or in allerbester uud bewährtester Qualität von Brillen, Zwickern, Oporngläsern, Feldstechern, Fernrohren, Thermometern, Reissr.^ugen und allen optischen Artikeln. ~ flÖBEL Grösste Okkassionl Wegen gänzlicher Räumung meiner Souterrainabteilung gelangen durch 14 Tage 140 komplette Zimmer unter dem Erzeugungspreise zum Verkaufe. 40 reichgeschnitze Schlafzimmer.fl. 90.— bis fl. f.QO 20 . 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