Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1905)
- Issue
- 40 (6.10.1905)
- Date
- 1905-10-06
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdisches Volksblatt Nr. 40 ab aufwärts'. Punkt 2 und 3 imtcvlici]cn einer I)cft;flcn Diskussion. Man wird fnjjeit hülfen, das; Punkt - i die Wohlbereclpiguug auf Grund der Geiverbcüeuer > der Regierung, Punkt 3 « die Wahlberechtigung auf Grund Der Mietssreuer) dein Publikum mißliebig ist. Bekanntlich hatte der Autor dev WaillgesetzeS, Bulygiu, uriprüngl^ch dir Absieht, die Juden dom aktiven und passiven Wahlreckt auszusehliegeu. Tie Gesamtzahl der in Petersburg wohnenden Personen, die Das Recht haben, an den Wahlen teilzuuehmeu. beträgt zirka 0500; 5700 von diesen gehören zu den Steuerzahlern der zehmen Mietssteuerkategvrie, ungefähr 3000 zu den Grundbesitzern. Ter Pest in Höhe von ungefähr 300 Personen loird von den Zahlern der Gewerbesteuer gestellt. Nein beträgt die Zahl d e r w ahlb e r e eh t i gt e n I u d e it Peters b u r g s nach den Erhebungen des Stadtauites ungefähr 800 Personen, von denen etwa 73 Prozent auf Grund des Gewerbeunaws Ivahlen. Fast die sämtlichen Wähler letztgenannter Kategorie oder mindestens der grösste Teil von ihnen wird also von den Juden gestellt. Tie beiden anderen Kategorien der Grundbesitzer und Mieter stellen hiergegen nur ein verschwindend jüdisches Kontingent. In Kiew beispielsweise gibt es 372 Kaufleute erster Gilde, von denen 365 Juden sind; in der zweiten Gilde findet sich ein Drittel jüdischer Kaufleute. Hätte die Negierung also ihre ursprüngliche Absicht, die Juden von der Anteilnahme an den Wahlen auszuschließen, durchgesctzt, so wäre die zweite Kategorie der Wähler numerisch bis auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Gerade die Wähler dieser Kategorie aber sind dazu prädestiniert, von seiten der Städte liberale Abgeordnete in die Duma zu schicken. Der anormal hohe Mietzensus garantierte der Regierung ebenso wie der Grundbesitz Wahlen im konservativen Geiste. Derselbe Gesichtspunkt veranlaßt natürlich das Publikum, sich von der Regierung das Recht zu erbitten, nicht nur die Leute zu den Wahlen zuzulassen, die den Kreisen der Reichen bezw. Wohlhabenden zugehören, sondern auch die Wohnungsst'euerzahler der 9. und 8. Kategorie. Es darf nämlich nicht übersehen werden, daß die Wahlberechtigung auf Grund des Mietzensus erst vpr.liegt, wenn, die Steuer bereits drei Jahre, hindurch gezahlt ist. In Petersburg z. B. bedeutet das für die dritte Klasse de.r Wähler einen Ausfall von 3300 Personen unter 57ÖQ, bt hi von 57,9 -Prozent. Infolgedessen haben sich in Petersburg die Wohnungsmieter der 9. und 8. Kategorie zusammengetan und wollen u)n. die. Verleihung des Wahlrechtes nachsuchen. Henn mast bedenkt, daß noch in. dm Städten dritter Klasse (Mitau, Libäu, Dorpat) erst die Zahhmg einer Wohnüngsnfiete. von. 70P. dis 800 Pudel das Wahlrecht aihh' sh wird man" das, Verlangen gerechtfertigt finden. Während, nach den gePMvürtigen. Bestimmungen' in ganz, Rußland nur. 30 200 Personen auf Grund der Mietssteuerzahlung wählberechlistö sind, würde die Einschließüng der. 9-. und 8. Kategorie diese Zahlauf beinahe das doppelte, nämlich äu/ 66 000 erhöhen. Nach: Ausfall der zirka 60. Prozent für diejemgen, die nicht drei Jahre lang die Steuer, bezahlt haben, bsiebe!dann immer Nloch ejn Konttngehitübrig, das, indein es weiteren Müssen des'Volkes, die Teilnahme an den Wghstn gestattet^ sicherer den. Willen der NatiM zum. Ausdrucke brächte. Freilich liegt das MM und gar Mt , im Sinne der russischen Rechmrng. " Und schließlich, der arbeitende Stand. Mw.. Mst bei dieser l Erweiterung sticht zup HMchk,, VielleiMiwäre ein liberales MinjsterkKhjnM imstandegleich, zu Beginn der TgguM. dkL- Reichsdumg ein vernünftiges MhlgM.au/WMen. Die Idee eines. MiaMrkahimtts gchärti ttnew Achnm.. der . längst. nM mchL am Ruder ist» dem.FüMn Swjatck pMMchki.. Delitzfchttn BabylpNi ünd.Assur. Aus Berlin wird.'uns. berichtet': Professor'A. Delitzsch, der vielgenannte Verfasser her Schriften über „HMund. PiW". hat, sich. nach. der. Stätte dar. W^gMUUgen. vdst, Hghtzlpnbegeben, ljgt. M mm mmt Rtpeilt. Ustd.ist. von da. nach, MLhtztemMk, m Nisich.seit Heng A». JulihUMW UW "an den Aus.gpfihungsqrbeiten e;ftigkst, Anteil nimmt. Die rttjjische Berfasiuna und die rumäuischen 7;ndc«. Aus Liuaia lvird mitaewilt, dop einer der liberalsten Minister des jetzigen Kabinetts sich bei Besprechnna der letzten ckreianisse und besonders der Gewähnum der Berück nna in Rntzland dabin geäußert habe, das; es anaesichis der den dortigen Juden aennihrten Rechte siir Rmnänien fortan sehr schwer sein ivird, die neuen seine .Juden bestehenden gesetzlichen tliefirittionen weiter anfrecht zu erhalten. Tie rumänischen Pvlililer iverdeit sich au den Gedanten t'ic;i-ohucn miifjcit, das; früher oder später die die rnnuint'jchen Juden betreuenden (besetze abgeändert loeroen müssen. Eine (deine im Werte von 26 Obi) Kronen ist in; Lokale des Herrn Jgnatz Lutz, k. k. beeideter Lchätzuneister nnd Hvsgeigeninacher, J. Bezirk, Rvtenturmstrafze 23, im Schaufenster znr Besichtigung ausgesrettt. Tieselbe ist das Meisterstück des Wiener Altmeisters Ruprecht, welcher das .St unftiuerf anno!M9 sch ns nnd dessen Rainen in Mosaik ans der (deine ersichtlich ist. Tie Bioline wurde von Sachverständigen auf 20OM K geschätzt und gehört dem jüdischen ckanfmanne Michael Stern aus RvSivsch bei RenhanS in Böhmen. Sie ist sowohl für Künstler. als auch für .Kunstliebhaber itnö Museen von großem Werte. Th. B. Briefkasten. Forscher, Leipnik. In London Sir SninriA Markus. Ns>v Pork hatte bisher noch keinen Citymajor. CH. Lessert. Die Neuregelung der Sonntagsruhe erfolgte mittelst des am 1. August l. I. publizierten Gesetzes vom 18. Juli 1905, welches drei Monate später, also am 1. November l. I. in Wirksamkeit tritt. In diesem Gesetze sind bloß allgemeine Grundgesetze gegeben, die Ausführung und ^Anwendung obliegt den Landesbehörden. Im Sinne des Gesetzes vom 28. April 1895 haben die jeweiligen Vorschriften über die Sonntagsruhe auch auf den Betrieb des Hausierhandels Anwendung zu finden. 2. In dieser Angelegenheit müssen Sie den Rat eines Rechtsanwaltes einholen. Ktesmee, Lemberg. Wir glauben kaum, daß Ihr Sohn wegen seines jüdischen Glaubens nicht in die Militärmusikkapelle ausgenommen wurde, vorausgesetzt, daß er wirklich tüchtiger Musiker ist. Er muß das 17. Lebensjahr erreicht haben und Ihre Zustimmung zum freiwilligen Dienst haben. Körperliche Eignung ist natürlich erforderlich, da er ja eine achtwöchentliche Abrichtung durchzumachen hat. Militärpflichtig. Ohne Paß werden Sie nicht hineingelassen und einen Auslandspaß erhalten Sie nur, wenn Ihr Vater oder Vormund dafür Hafter, daß Sie rechtzeitig Ihrer Stellung-pflicht Nachkommen werden. Dr. Phil. Die Nostrifikation erfolgt nicht „von selbst-. Es steht dem Dekanate der philosophischen Fakultät derjenigen inländischen Universität, an welcher S.ie die Nostrifikation anstxeben, daß Recht zu, Si.e einer besondere,; Prüfung, zu unt-etwerfiy. Sfci* Zion Die „drei Punkte^ fctö; Frankfurter „Pereins, der Resormsreunde", die. ich Jahre 18*3 herochs gegeben wurden, lautsten : „1. W,r glauben an die Möglichkeit einer unbegrenzten Entwicklung mosaischer Religion. 2. Die gemeinhin mit dem Kollektivnamen „Talmud" bezeichnete Sammlung von Kontroversen, Dissertationen und. Vorschriften besitzt für uns weder dogmatische, noch, prqftische Autorität. 3. Ein Messias, dep bi». Israeliten inS HlN.V Palästina zurückfnhxen. soltz wjrd vopi uM w.eder erwartet, noch gewMcht'j wir kennen kejn Vaterland außer dem Lande, in dem wir gehören und deffen Bürger wir sind." Moderner Historiker. 1. In New §)qrl besteht ein, jüdisches Polytechnikum, dessen Gründung Herrn Adolf tz e v i s o h n zu, verdanken ist, der im Jg.hre. >906 zu genanntem. Zwecke, 12H.900. stzoyqxS spendete. Später spendete Lechsqtzw 7^,060» Dollars. östlAWtuyg. einer Technik Mische MdcheZ. 2, Dex Bater des. Zhomponifthn Ästeuerheer hieß Davih Herz Beer, der in BerlinKebhe.und ist den Vierziger-Jahren des vorigen, Jahrhunderts, an der jüdischen Rrformhechegung, aktiv teilnahch. M gefMdeqe Handschrift. G«.« Vahr« Ueschich.te von Oskyr T. S ch.w.erlner. (Fortsetzung.) n: Dann hatte sich eimnal, im Sommer, tüp.. j Mmes mjtten. am sst. U l schwarz ünhsftWp gewachen, uMbaH.darqp/ hatte, nran. einen, eigenmmljchen. Stern, — einen! Kometen sesehen, aw HsiWel-. Und in Eow stqnijyppel' (PyKlstz) hatt< ein. ÄMv söniü. cinMqa^ qW FeuW in. Herr WolM Daran/ wurde ein großes^ Fasten und Mmostn- S" m. im gaNzstr Lande qnMpdnet, usih die^ estep stchpyezejteß, ' dqtz, di« PM werhe Hrhchen. unö^ die ganze., menschliche Rasse vernichten. Die Ackevbauev aber schi'lttelten ihre Kösife und' sagten: „Rpvoluttms \“ Uich mi AckerbWex hsttttn rech/ Es: war. im letzten Maua/ des Jahres 796 — wie die Christen es rechnen. Und. Nacht wqr A Mandchar. anfMgng'en. jenseM der Wolga und erleuchtete die gaNG Mgppie ringß» umher und machte sie silberweiß ausseheu. Weit in der Ferne waren zu sehen eigeillümliehe Gestalieu nutz hin und lvieder lruirde der Mond verdunkelt durch eine kleine Rauchwolke. Die Gestalten bei realen sieh langsam vorwärts, bis sie sieh ganz verloren hatten in der Ferne. Gin scharfer Wind pfiff herüber von der Wolga, cs klang lu e ein Rlagelied und die vertrockneten Disteln beugten sieh luic in Augst und Ghrfurcht. Und als der Mond, der einen Moment verschwunden war hinter einer Wolke, tzoieder hervortrat, da konnte mau einen Reitersmaun sehen, der Wacht hielt auf einem kleinen Hügel. Ilud als er noch so stand rrnd seine Blocke hinanSschlveifen lies; über die Steppe, da ließ die Kraft des Windes einige Minuten nach und lautlose Stille herrschte. Und daun ertönte ganz plötzlich, so Plötzlich, das; der Reiteismann sehr erschreckte in seinem Sattel, ein schwerer, greller Pfiff. Und viele verworrene Laute lvareu zu hören und dann riefen Menschen durcheinander: Jesus Christ! Allah! Allah! Hilfe, Mord! Und Pferdegetrampel wurde vernehmbar, und vermischte sich mit dem Rasseln von Speeren und Schildern. Neue Neitcrsleute erschienen, als seien sie plötzlich hervorgezaubert ar>s der Erde. ES lvar, als ob ein Sturm wäre hereingebrochen über die ruhige Wildnis. Und daun konnte man ganz deutlich hören über den Lärm hinaus das Stöhnen von Männern, Schließlich aber wurde alles ruhig, der KamjF war vorüber. Die Ncitersleute versammelten sich auf dem Hügel, einer von ihnen stieg vom Pferde und sah genau hin auf etwas, das da lag auf dem Boden. Dann konnte man hören durch die Finsternis eine kräftige befehlende Stimme: „Hch! Ihr da! Macht Licht!" Gleich darauf flogen Funken durch die Luft, und eine Flamme sprang von den trockenen Wurzeln und dem Feuerstein, die die Leute immer mit sich tragen, welche reisen über die Steppe. Dann legte ein Mann die brennende Wurzel in einen Topf und hängte den Topf an einen Pfahl, den er vorher fest gemacht hatte in der. Erde. Das Helle Licht zeigte jetzt deutlich die Gruppen von Männern, die gebeugt standen über eine Gestalt, die bewegungslos am Boden lag. Es waren chazarische Soldaten, kernige große Gestalien, mit langen, wallenden Bärten. Ihre. Kettenpanzer blitzten im Mondschein, die breiten Schwerter, die sie hemusgezogen hatten aus der Scheide beim ersten Lärm, waren jetzt zu Boden gesenkt. Auf der Erde aber lag ein Mann, auch ein Soldat, in der glänzenden Tracht der byzantinischen Reitersleute. Seine Arme waren festgebuuiden an seinem Leib und. aich seinem Kopfe strömte das Blut unaufhaltsam. „Schnell, loset seine Fesseln und. flößt ihm. Wem ein," befahl dev.Kommandeur, der Chazarentruppe. Er selbst löste seinen «Hynzer ünh riß. von dpnp Hemde, aus feinstem Linnen, das er. darunter trug, einen Streifen ah, uW per«, band damit die Wunde des Byzantiners NaKdern> Idje Fesseln gelöst, waren, nahmen die Soldaten den Verwunideten in ihre Dtttte» urch, irrigen ihn! himibey.zpm Feueychpst Dann fläßtep. sie„ ihm Wein ein, — ein^n. Schlauch. vM, und Mri, bis MlichMMÄch. VeivMj^isi. kam. „Wa. bin, ich?" fragte er. die. AuM a# Ifci- DyM schiM er sich^ plöMG chch etMs'zu eMihnM, chsM UuHes pstrsüM ex, anWfprinM, fiel atzen sofoch mk «rs». Ahf. eiM MW dH; ÄhctMMfldyisK ttzatm. die-Soldattn. etwas.'M S^» wcchrM ichtzp. M VeMlnhet^ NÄML. „Wie W es MM ftagie eKint W —*■' vm BllzanL «Enwfir^^ rz,?" 4„iA«.^ M üWallem wMey,. uch MM MH euch WM eMwrdch wMil- Wlp MM M fäMg ist, der'Me.. gewßM. ünft, M GschM gehört hätten. Und, tzMp. feil Äoih Dtznf," (Fortsetzung folgt. )