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Jüdisches Volksblatt · 1905-10-06 · 40 (6.10.1905) · page 9

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1905)
Issue
40 (6.10.1905)
Date
1905-10-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage px Nr. 40 des „Ittdischrn Volksblatt". Grlcditzle Stiftungen bü der WLeuee KrüurSAemruide E. M. Klinnerfche Widmung für jüdische mittellose Wöchnerinnen. Am l(>. November d. I. gelarmen die Ertröiiuiise der von Herrn Lamuel >Uinner .'>>r>n Andenien nn seine lonUüt tyrau Pnniine MliitiKi' errichtete» Stifinua nn vier nrme israelitische Wöchnerinnen im Betrage von je K 85?,nr Berleihun-',. Tie Ben. erberinnen haben die mit ihrem G e b n r t sn » b T r a u n n g s s ch eine u n d d e in A r m u t s e n g n i s s e versehenen Gesuche bis 15. Oktober 1005 im Einreichsprvtvtvlie der israelitischen Knltrtsgemeinde, Wien, 1. Be?,., Leitenstettengasse 4, 1. Stock, ivo selb st auch Gesnchsblautette unentgeltlich behoben rverden können, mährend der Amtssrnn'den zivischeu 0 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Allszüge ans den Matrilen der israelitischen Knltnsgemeinde Wien sind als Gesnchsbclege nicht erforderlich,- es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Alls verspätet überreichte oder mit den oben geforderten Beilagen nicht versehene Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Dr. Adolf Sackssche Stiftung für Techniker. Ans den Erträgnissen des Stiftungskapitales gelangen 14 Stipendien, jedes im Betrage von K 600, jährlich an Studierende der technischen Hochschulen der im Neichsrate vertretenen Königreichen und Länder zur Verteilung. Kompetenzberechtigt sind ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses solche Studierende der Technik, welche ihre Vermögenslosigkeit und die Armut ihrer Eltern nachznlveisen vermögen. Die ungestempelten Gesuche sind bis 31. O kt ob er 1006 im Einreichsprotokvlle der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch Gefnchsblankctte unentgeltlich behoben rverden können, während der AmtsstNliden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen und müssen mit nachstehenden Beilagen versehen sein: 1. Mit Geburts-^und Zuständigkeits-Dokumenten,- 2. mit einem glaubhasten Nachweise der Armüt der Eltern und der Vermögenslosigkeit des Bewerbers,- hierbei ist auch der etwaige Genuß eines Stipendiums anzuführen; 3. mit einem Freguentationszeugnisse und den Stndienzengnisfen. In dem Gesuch ist ferner anzugeben, ob der Bewerber sich im Genüsse eines Stipendiums befindet, bezw. ans welchen Betrag dieses Stipendium sich beläuft. Bewerber, welche bereits in* G en >u f s e dieses Stipendiums stehen, haben in der Regel den Vorzug. Auszliige aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die g enaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Fonas Freiherr von Königsrvartersche Stiperrbie« für Theologen. An* 11. Tebeth dieses Jahres (das ist am 8. Jänner 1006) gelangen zwei JonaH v-o.n K-önigswarter-Stipenbien von je L'888.— a.n .Hörer jüdischer Theologie, we.bHe, gl ei.chz e'i.ti g pH i l o s o pH if.ch e n> Mtn dli e n a.n der k. t U n.i v e r s it ü t W4 en o.b läegon, zur Verleihung. Die Bemerbllngsgesnche sind mit. den nachfolgend angeführten Belegen, und zwar: 1> dem Gebürtsscheinc, 2. üemNächweise derösterreichischen oder ungarischen Staatsangehörigkeit, 9. dem Maturitätszeugnisse, 4. dem. Matriken scheine der k. f. philosophischen Fakultät in Men, 5, den Kok. laquienzeug nissen und Yi den Zen an ifsenüber den dermaligen Betrieb theologischer Studien, vvtseHen. bislängstens 31. Oktober 1006 im, iUnrieichsmotokoNe der israelitischen Kultus-, gemeinde, Wien. 1. Bez.« SMnsteMugaA 4, l, Mock, wöselhst. auch ÄesuchManleite unentgeltlich, byhMen werden Wunen, mährend der rlMMmden. zwsschen O, und 13 Uhr vormittags M. MrreMen. In den Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in. dem Bezüge e,iM StivenWmg steht, ip. auf Welchen. Betrag' sich. tzWS Wyeudistm. WäM. ' «NM. entsprechend. beleZte oder verspätet übe*> reichte Gesuche wc.r.deu n.icht berüMWgt. Dr. Adolf; Sackssche. Stiftung. Me UM Aortgkrayke. den. OtMngserträgnifieu de.p « c. pro, A 8öO0v— werdest o) WhreMistxr- In ftir das Jahr 100g tm Betrage von, - für Herz-, und Aortakranke zur Betgejlangen und. b) der nach g). unper^, W der SMungsintevchen^ von. Fall? zu, m ebensolche. Kranke.- verteilt, tnspruch. ans. diese, StMstg' haben hchüMge ^eplouen ohne lMrMch M GMlechM, M ^taüW uM,-er Religion, welche mit hochamdi-. gen Herz; unh AprtakrqriWeiKi bchastiff stn-,, an Kongestionen gegen den Köpf leiden und infolgedessen ihren Beruf anfgeben müssen. Ledige Männer haben den Vorzug. Die ungestempelten Gesuche sind bis 31. Oktober 1005 im Einreichsprocoloüe her israelitischen unitnsgemeinde, Wien, 1. Vh\v, Seilenitettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch Gesnchsblantette unentgelllich behoben iverden lönnen, während der Amloj'.'ttlwen zroischen 0 und 12 Uhr vormittags zu überreichen und müssen mit uachstehen-den Beilagen versehen sein: 1. einem amtsärztlichen Zjeilgnisse über das mit Kvngeslivn-en gegen den Kopf verbundene Herz- und Aorta leiben des tbefuchstellevs und über den Einflug, ivelchen dieses Leiden ans die Bernfssähigteit des Krauten ansübt; 2. einem glaubhasten Nachiveise über die Armut des Beiverbers, worin auch das Alter und das Einkommen der Eltern, Geschwister, eventuell der Kinder wahrheitsgetreu! anzngeben ist; 3. mit Dvinmenten über Geburt und Znständigtelt. Die Unterstützung von K 600.— wird auf das Jahr 1006 verliehen und in vierteljährigen gleichen Tol'nrsivraten, deren erste am 1. April 1006 fällig wird, nnsbezahlt, gegen Beibringung entsprechender Belege, dag die Bedürftigteie und Bernfsnlifähigteit des Ltiftlings fortdauert. >B e i unverändert bleibenden B e r h ä t t n i s s e u h a b e u Bewerbe r, w e l che bereits i in G e u n s s e dieser S t i f t n n g st e h e ir, in der Regel den B o r z n g. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultnsgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden n i ch t berücksichtigt. Dr. Ignaz Lembergersche Heirats-Ansstattnngs- Stiftnng für ein armes verwaistes Mädchen. Die Zinsen der genannten Stiftung pro K 260 — sind an die arme Waise nach einem M i t g l i e d e der Wiener israelitischen 5k it ltnsge m e i n ö e, die sich zu verehelichen im Begriffe ist, als Ausstattnngsöeitrag zu verleihen. Die Bewerberinnen haben ihre mit einem G eb u rts -, einem A r muts - und einem Silke n z e u g n i s s e, sowie dem Nachweise ihres B r a u t st a n ö e s versehenen Gesuche bis 31. Oktober 1905 im Einreichsprotokolle der israelitischen Kultusgemcinde, Wien, 1. Bez., Seitenftettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch Gcsuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsst'unden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Diejenigen Bewerberinneu, welche eine Verwandtschaft oder S ch.w ä g e r s ch a f.t mit dem seligen Herrn Dr. Ignaz L e m b e r g e r oder ihre Z u ft ä n d i q f e i t n a ch W i e n nachzuweifen imstande sind, genießen den Vorzug. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die g e-- n a n e Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt, Dr. Jakob Goldenthalsche Stiftung. Aus den Zinsen obiger Stiftung werden K 100 an einen Rabbinats- und Lehramtskandidaten, welcher sich an der hiesigen k. f; Univevsitä'i wissenschaftlich ausbildet, für das Schuljahr 1905/06 zur Verleihung gelangen. Bewerber um dieses Stipendium haben die Gesuche bis 31. O k t o b e r 1905 im Ginreichsprotokolle der israelitischen Kultusgemeiüde, Wien, 1. Bez., Seitenstettengaffe 4, 1. Stock, woselbst auch Gefuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Aintsstündep zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Iw dom Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber tm Bezüge eines Stipendiums steht, bezw. aus welchen Betrag dieses Stipendium sich beläuft. Als? Gesuchsbelege sind erforderlich: 1. der Nachweis der österreichischen- oder ungarischen^ Staatsangchörigkeit,' 2. ein Zeugnis von einem bei eister israelitischen Gemeinde Oesterreichs oder Ungarns, wirklich fungierenden Rabbiner über den. moralischen Lebenswandel des BomerberS ry4?e.> üO-er. des se n tü ch tri g es B e wq n der tse in im der hebräischen und rab,bini.schen L i t e r at n r; 3. ein Armutszeugnis; 4, der. Index. oder der Matrikensche-in über die Inskription, als. ordentlicher oder außerordentlicher Hörer der philosophischen' Fakultät an der kc kr Universität^ Wien4 5. die Bestätigung, dreier Professoren die-fer Fakultät; überden fleißigen Besuch der Borlesun-- aet*. durch den Ginschreiter. Mcht entsprechend belegte oder verspätet über» reichte, Gesuche werden nichtberücksichtigt. Seit 2b Jahren besteHt, in Jerusalemein, pom- ObervaMiper I. L- Dis rin s. A, gesWetes Waisenhaus, in, welchem sich gegenwärtig Ger LÄ) Waisen besinden. Hunderte von armen, und .verlassenejl. Wajsen haben seither die Wohltaten' dieser Anstatt inreich«« Maße genossen, isto.e.msie nicht allem in den Mischen Lehrfächern unterwiesen, sondern auch je gack) ihrer Anlage und UefäHiguna etnem ernährerchen Handwerkezu.gesührt würden. Aüs AnreMna des dortigen Lehrers Herrn Israel N'u b i n ste t n< der für das Institut in den gtöße'ren Städten Mröpas Förderung und Unterslützung sucht, ist auch in Men unter Lettuitct des Gefertigten eilt Komitee in Bildung begrisseu, das die Aufgabe haben soll, das Waisenhaus stabil zu nnterstützeu und dessen segensreiches Wirken zu fördern. Im Ehvl-ham o e d, des bevorstehenden L n i k vthf e st e s, wird die Kvnstitniernng stattfinden und es haben bereits viele angesehene jiioische Bürger ihr Interesse lnndgegeben und ihre Teilnahme versprochen. Im Namen dieses zu gründenden Kvinitees ergeht vorläufig die Bitte au alle unsere Brüder, die für unser heiliges Land und dessen Institutionen warm fühlen, in den bevorstehenden Feiertagen deiin Aufrufen zur Thora dieses wichtigen Institutes zu gedenken und für dasselbe nach Kräften zu spenden. Anmeldnugeu und Auskünfte beim Leiter des Komitees: Rabbiner Dr. D. Feuchtwang, Wien, 18. Bez. Die literarische Veretnigung der jüdischen Mittelschüler hielt am 10. September jeme erste Versammlung in diesem Jaore und tritt somit ins achte Jahr ihres Bestandes. Znm Präsidenten wurde Gott lieb, zum V^zepräsideuteu Stern gewählt. — Die Lehrerin der Handarbeit Frau Hermine K ü r s ch n e r feiert dieses Jahr ihr 50jähriges Lehrerinjubiläum. Die Ätgramer jüoischen Frauen — die zum großen Teil einst ihre Schülerinnen waren, machen Vorbereitungen, um das Fest glänzend zu begehen. — Während des Aufenthaltes des Banns Grasen P e j a c s e o t ch in Warasdin (Kroatien) wurde von ihm auch eine Deputation der dortigen jüdischen Kultusgemeinde empfangen. — Hier hat sich eine neue Partei, die sogenannte „Bauernpartei", konstituiert. Was ihre Stellung zur Judensrage betrifft, so kann man noch nichts Bcstlmmtes sagen. Nur so viel ist bekannt, daß der Führer der Partei, Rad ich ein fanatischer Anbeter des russischen Zarismus ist und sein Bruder bisher ein Bauernblatt im antisemitischen Geiste herausgab. Doch was kann man wissen? Die Parteiinteressen können eventuell eine Aenderung fordern. Doch scheint es, daß der Partei keine Bedeutung beizulegen ist. — Um so beachtenswerter ist es, daß sich die klerikale Partei unter der Leitung eines beim Wiener „Vaterland" ausgebildeten Geistlichen energisch zu organisieren beginnt. Es könnte da geschehen. wie'S in Ungarn geschehen, daß. sich andere oppositionelle Parteien mit ihr koalieren. Sie stehen sich ziePlich nahe. —7-a. CI.—- Zur Nachoder Bürgermeister- Wahl. Nachod, 3. Oktober, Nachod erdröhnt von gewaltigen Böllerschüffen; diese rühren jedoch nicht von der Sprengung der Felsen für die Bahn Cudowa- .Reinerz her; nein! sie haben eine größere Be» deutung. Die Stadtväter haben, trotzdem sie in ihrer Mitte sechs Juden haben, ihre Gesinnung wieder offen an den Tag gelegt. An Stelle des: bei seiner Resigniernng beharrenden Bürgermeisters, wurde der enrangierteste Antisemit und Rädelsführer der 1897er Exzesse, Dr. Ei Le kr. mit 28 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Wahrscheinlich ist dies der Dankfür semn> Mühen und Strapaze«. (!) Und die hiesigen Jürden? Abgesehen von den- 6- Mandaten, dir sie innehaben, und welche, fk wohl, auchznm- Bwblaihen vonder Wahl. MechstsMA hatten, erschjenM hi-ss mitdewEhr-q-«tary. versehenen Mitglieder dochi hei-, her- Wahl- und gaheu, ihre Stimmzettel ab* Ob mit Wryris leer —ist Heheinniis. Von hknW Stimm«* wählten 28 den BüvgermeiststZ, - enjfi-Len, «M einzelne und h waren,leer; jedochhgt M weitlichi ein Ehrift selbst des letzteren Mittels b-dissnt. so dqß, es wahrscheinlich isst Hatz d.'w Bürgermeister zur 28. Stimme ein Jjud» ver-. Holsen hat. Trotz, dieser unzweiftlh-ftstR: Haltung Stadtuäter, «erden doch, dia hiesigen- Juden mim um die Gunst, um einen freundlichen^ Blick der Ezechen betteln und trauen sich nichst mannhaft und stolz ihre- Wische Nationalität und Selksthewußtsein herauLz^kehron, um nich^ wieder die Ereigniffe von 18ß7 — die nebrnf. beji bemertz, damals nicht so sehr dem. Fanatismus, als durch die Hunger leidende« Axbeiter, welche damals streikten, hervorgerufen wurden — heraufzubeschwören. Ja

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