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Jüdisches Volksblatt · 1905-07-07 · 27 (7.7.1905) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1905)
Issue
27 (7.7.1905)
Date
1905-07-07
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Jüdisches Volksblatt Nr. 27 Der israelitische LandeSlehrerverein für Ungar« hielt am 18. o, unter dem Präsidium Julius Kornfelds eine Ausfchußsitzung, in welcher außer den laufenden Angelegenheiten auch die Gesuche um Unterstützungen und Stipendien erledigt wurden. Es wurden an 22 Lehrer Unterstützungen im Betrage von 1210 K erteilt. Außerdem wurden zur Unterstützung von Witwen nnd Waisen von Lehrern im verflossenen Jahre 3521 K verwendet. Zum Schlüsse hielt Direktor Abraham Stern einen Bortrag über den auf dem Tapet befindlichen Religions-Unterrichtsplan, der zu einem lebhaften Meinungsaustausche Anlaß gab. Verein zur Beschränkung deS Wanderbettels i« Mainz. Dem zehnten Jahresberichte des Vereines zur Beschränkung des Wanderbettels in Mainz entnehmen wir : Die in unserem früheren Bericht ausgesprochene Befürchtung ist leider zur Wahrheit geworden. Der russisch-japanische Krieg mit seinen Greueln hat Handel und Industrie lahmgelegt, viele Familien find ihrer Ernährer beraubt, tausende von Existenzen sind brot- und obdachlos geworden und rdte Auswanderung hat in furchtbarer Weise überhand genommen. Lausende »on armen Juden verließen ihr Vaterland und auch unsere Stadt haben nahezu 5000 Auswanderer auf der Durchreise berührt. Der Hilfsverein für osteuropäische Juden in Frankfurt a. M. hat in überaus anerkennenswerter Weise die Mittel bereitgestellt, um den Aermsten der Armen die nötige Pflege und Unterstützung zu leisten, und wir können den Herren vom Komitee für diese Bereitwilligkeit nicht genug Anerkennung zollen, denn unser verein mit feinen schwachen Mitteln wäre nicht in der Lage gewesen, eine ausreichende Hilfe zu gewähren. Aber nicht allein Geld war erforderlich, um den Unglücklichen zu helfen, tätig« und ausdanernde Arbeit war nötig, um den täglich zweimal hier Durchreisenden mit Rat und Tat beizustehe«. Unser Vereinsdiener Gustav David und seine Frau haben Großartiges geleistet. Am frühen Morgen, in später Nachtstunde waren sie täglich an der Bahn, um die Armen mit Speise und Trank zu sättigen und ihnen bei der Beförderung und Abreise behilflich zu sein. Auch unser Kollege im Vorstande, Herr I. Metzler, war unermüdlich bei dem Rettungswerke beteiligt und hat sich hierbei sowohl wie bei Anwerbung neuer Vereinsmitgliedrr große Verdienste erworben. Es sei ihnen hiermit unser wärmster Dank ausgesprochen. Der Verein zählt 402 Mitglieder, hatte eine Einnahme von 12 684 Mark, von denen 11.554 Mark verausgabt wurden. Amsterdam. Statistik der jüdischen Bevölkerung. Es zählen jüdische Seelen: Amsterdam 54.166, Arnhem 1261, 'sGravenhage 5362, Groningen 2628, Rotterdam 8903. Almelo 475, Assen 507, Deventer 482, Enscheds 757, Haarlem 7S8, 'sHertogenbosch 480, Hilversum 535, Leeuwarden 880. Maastricht 405, Meppel 542, Nijmwegen 423, Utrecht 839, Beendam en Wildervank 474, Winschoton 691, Zutfen 558, Zwolle 691. Alkmaar 2*9, Amersfoort 373, Apeldoorn 103, Appingadam 168, Borculo 135, Borne 159, Breda 230, Delfzyl 180, Doentinchem 190, Dordrecht 297, Eibergen 100, Eindhoven 225, Elburg 104, Emmen 142, Goor 126, Gorrinchen 200, Gonda 380, Groenlo 115, Harlingen 197, Helder 254, Hengelo (O.) 162, Hoogeveen 391, Hoozezand 147, Hoorn 190, Kämpen 247, Koevorden 210, Knilenburg 127,L»ek 138, Leiden 399, Lochern 149, Middelburg 212, Nijkerk 149, Oldenzaal 207, Osch 193, Pekola 293, Roermond 104, Ryssen 122, Sittard 174. Sveek 132, Stee'nwijk 215, Tiel 136, Tilburg 136, Benlo 101, Blagtwedde 140, Vlifsingen 125, Winterwijk 181, Zalt-Bommel 114. Eine große Anzahl Orte haben weniger wie 100 jüdische Einwohner. In Summa wohnen fast 95.000 Juden in den Niederlanden. Frankfurta.M. (Wohltätigkeitssoirve russischer Studenten.) Die literarischmusikalische Soiree, die von russischen Studenten in der Frankfurt-Loge gestern zugunsten der Opfer der Judenverfolgungen veranstaltet wurde, war auffallend schlecht besucht. Das war recht schade. Der gute Zweck wie die Darbietungen selbst Hätten ein volleres Haus verdient. Eingeleitet wurde der Abend durch einen Vortrag von Max Würzburger über die Lage der Juden in Rußland. Es folgten Violinvorträge der Herren Koch und Kogan-Petersbnrg, Deklamationen von Alfred Auerbach vom Schauspielhaus und Frl. Martha Schames, Gesangsvorträge von Herrn König vom Theater des Westens in Berlin und Frl. Franziska Vogel. Die Klavierbegleitung hatten Siegfried Würzburger und K. Butzbach übernommen. Stryj. Vor kurzem fand eine Generalversammlung des Einzelvereines ,/Stryj" des ..Zion"-Berbandes statt, bei welchem an Stelle des rücktretenden Ausschusses ein neuer Ausschuß gewählt wurde. In den neuen Ausschuß wurden gewählt die Herren: Dr. Byk Heinrich als Präses, Dr. Wurzel Julius als 1. Bizepräses, Schmorak Wolf als 2. Vizepräses, Patrach Isidor als Schriftführer der Landessprachen, G r ü n b e r g Jakob als Schriftführer der hebräischen Sprache, Schwarzberg Leon als 1. Kassier, Hauptmann Aron als 2. Kassier, Kotz Abner, Stern Bernhard, Teite l b a u m Nuchim und Zwilling Selig als Beiräte. Der neue Ausschuß bekundete schon zu Beginn seiner Amtstätigkeit eine rührige Arbeitslust. Dank seinen Bemühungen wurden im laufenden Jahre in Stryj 140 Schekel gesammelt. Ueber Veranlassung des Ausschusses hielt ein russischer Redner namens Chatm Katz aus Grodno am 23. und 27. April im Veveinslokale und am 26. April in der Synagoge drei Agitationsreden, die ihre Wirkung auf das zahlreich er^ schienene Publikum nicht versohlt haben. Am 22. Mai l. I. am Lag B'omer veranstaltete der Ausschuß im Vereinslokale eine Bar Kochba- Feier. Das zahlreich er schiene ne Publikum füllte den Saal bis an den Rand aus. Das Programm bildeten unter anderem: Einleitungsrede des Herrn Dr. Heinrich B^y k und Tendenzrede des Herrn Abraham Ringel und hebräische Deklamationen der Schülerinnen der hiesigen hebräischen Schule „SafahiVernrah". Hierbei finden wir uns veranlaßt, den Herren W e i tz als Leiter und W u n d e r m a n n als Lehrer dieser Schule für ihre Bemühungen bei der Aufführung dieses Punktes an dieser Stelle den besten Dank auszudrücken. Zwickau. (E i n w e i h u n g der Synagoge.) Die Einweihung der Andachtsstätte der hiesigen neugegründeten israelitischen Reltgionsgemeinde fand dieser Tage unter starker Beteiligung statt. Von der evangelischen Kirche war Herr Superintendent Kirchen rat D. Meyer, von der katholischen Kirche Herr Kaplan Wenke erschienen. Die israelitischen lSchwestergemeinden Dresden, Leipzig, Planen, Chemnitz und Annaberg hatten Delegierte geschickt. Die Weiherede Hielt der Rabbiner Dr. Winter aus Dresden, der in halbstündigen, geistvollen Ausführungen sich über die Bedeutung der Feier, über die Entstehung der israelitischen Synagogen und des! israelitischen Gottesdienstes überhaupt verbrettete. Bei dem abends 7 Uhr beginnenden Festmahle im Hotel „zur grünen Tanne" wurde an Seine Majestät den König ein Telegramm abgesandt, worauf aus Baden-Baden ein DaNkteleqramm einging. Berlin. Eine Expedition zur Erforschung und Aufnahme der Synagogen rinnen Galiläas ist als erste Frucht der Rekognoszierungsreise der Herren Dr. Thiersch und Dr. Hölscher im Frühling und Sommer 1903 von der Deutschen Orientgesellschaft in der letzten Vorstandssitzung beschlossen worden. Die Expedition besteht aus dem Negierungsbauführer Kohl aus Hannover, der bereits früher unter Professor Puchsteins Leitung in Baalbek und an anderen Orten Syriens tätig gewesen ist, aus den Privatdozcnten an der Universität Berlin und Direktorialassistentcn bei den dortigen königlichen Museen Dr. Watzinger nnd Diplomingenieur Hiller. Die Herren sind in den ersten Tagen des März von Berlin abgereist, haben sich in Konstantinopel mit den maßgebenden Stellen in Verbindung gesetzt ubd sind nach Erledigung der notwendigen Vorbereitungen in Beirut, wo sie am 13. März erntrafen, in Damaskus, Baalbek und Haifa am 23. März mit ihrer Karawane vorn letztgenannten Oiste aus ins Innere aufgebrochen. Die Reise ist durch die Freigebigkeit eines bekannten Vorstarrdsmitgliedes der Deutschen Orientgesellschast ermöglicht worden. Paris. (T r e n n u n g von Staat und K i r ch e.) Das Nabbincrfeminar, welches bis zum Jahre 1885 vom Staate insofern subventioniert wurde, als letzterer die Lehrer bezahlte und die Schüler ...r^rstützte, wuvde seit 1885's eyr gekürzt. Die staatliche Subvention betrug von da ab nur 22 000 Francs, welcher Betrag nur für das Gehalt der Lehrer, nicht aber zur Unterstützung der Schüler ausreichte. Das neue Gesetz strich auch diese Summe, während die Lehrer der protestantischen Seminare von jetzt ab eine Pension erhalten. In bezug auf die Synagogen hat die Deputierstenkammer eine für die Gemeinden günstige Aenderung getroffen. Nach der Negierungsvorlage hat die Neligionsgemeinde zwei Jahve nach Inkrafttreten des Gesetzes für ihre Synagogen und Bethäuser Miete zu zahlen. Die Depntiertenkanrmer beschloß mtw mit einer erdrückenden Majorität, daß Bethäuser den Neligionsgemeinden für alle Zeiten gratis zur Verfügung stehen. Geschästsnotyen Meyers Großes Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen aus über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf -über 1400 Jllustrationstaseln (darunter etwa 190 Farbendrucktafeln und 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) Der 10. Band von Meyers Großem Konversations-Lexikon, mit dem die -erste Hälfte dieses fundamentalen Werkes würdig abschließt, enthält auch für die Techniker wiederum eine groß-e Reihe der interessantesten Artikel, Bilder und Kartenbeilagen, daß es eine angenehme Pflicht ist, auf dieselben hier hinzuweisen, zumal unter ihnen mehrere neue hervorzuheben sind, die diesen Band bereichert haben. So wird der Maschinenbauer aus den Artikeln „Kalander", ,Mlt>eerzeugnngsmaschinen", „Kartoffelpflanz- und Erntemaschinen". „Kesselstein", „Kette" manches Wissenswerte schöpfen, für die Industrie sind die Artikel „Jute". „Kalisalze", „Kalk", „Kampfer", „Kartonnagen", „Kautschuk", ,-Kerzen" von Wichtigkeit, der Bautechniker wird sich gern in die äußerst instruttiv illustrierten Artikel ,-Kaufhaus", „Kanalisation", //Jungfvaubahn" sowie in die trefflichen Karten des Kaiser Wilhelm-Kanals, des Kieler Hafens und des Plänchens von Tsingtau bei der Karte von Ktautschou vertiefen; dem Bergmann bieten die Artikel „Katisalzbergbau" (mit Tafeln) und die von einer Textbeilage begleitete Karte der nutzbaren Mineralien Südafrikas Anregung. Bei der enormen Wichtigkeit, die der telegraphische Weltverkehr für jedermann hat, dürfte der Artikel „Kabel" und die Tafel „Kabellegung" sehr viel Interesse finden, ebenso wie es auch wichtig ist, sich über die unser tägliches Leben berührenden materiellen Dinge, wie den Kaffee, den Kakao u. a. zu orientieren. Eine ganze Reihe, nicht weniger a-IS 21 treffliche Karten, begleiten den Band, da die alphabetische Anordnung zufällig die Aufnahnre mehrerer großer geographischer Gebiete verlangte. So erhalten wir in Wort und Btld nicht nur über die Kolonien Kiautschou, Kamerun, Karolinen Aufschluß, sondern -haben auch Gelegenheit, uns eingehend über das jetzt so in den Vordergrund getretene Japan zu orientieren, dessen Kunst und Literatur auch größere Sonderarttkel gewidmet sind, die vielen gewiß höchst willkommen sein werden. Auch Irland, Kanada und Kaplanö sind eingehend behandelt, vor allem aber verdient der sehr instruktive, umfassende Artikel „Italien" Beachtung, eine Monographie, die in jeder Hinsicht mnstcrgiltig genannt werden kann. Unter den Stadtplänen sind die von Kairo und Kassel als neu zu erwähnen. Technisch ganz vortrefflich hergestellte Tafeln sind die Chromotaseln der „Japanischen Kunst", der „Keramik" nnd der „Käfer". Ein schönes, gediegenes Werk, an dem jeder seine Freude haben muß. MT Allen Reisenden bestens empfohlen! "WU Hotel Nordwestbahn WIEN, II. TABORSTRASSE 74 - 1 ' (beim Nordwestbabnhof) - - Modern und elegant eingerichtetes, reines Haus mit mäsaigen Preisen. Mluvy se desky. Magyarul beszt.'nek I AMERIKA A b r eise aus HAVRE jeden Samstag Französische Link Bequeme, rasche Fahrt, ausgezeichnete Verpflegung samt Wein und Likör. Fahrkarten nach allen Stationen sämtl. amerikanischer Bahnlinien zu Originalpreisen. 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