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Jüdisches Volksblatt · 1905-05-19 · 20 (19.5.1905) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1905)
Issue
20 (19.5.1905)
Date
1905-05-19
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Jüdisches Volksblatt Nr. 20 abgeht, tritt der Gemeindcbund der israelitischett Kultusgemeinden Böhmens im kleinen Saale der Produktenbörse in Prag zusammen. Die Tagesordnung umfaßt: 1. Erstattung des Geschäftsberichtes und Beschlußfassung hierüber. 2. Erstattung des Kassaberichtes. 3. Feststellung des Präliminars für die Jahre 11905 und 1906. 4. Wahl des Ausschusses. 5. Bericht desselben, betreffend die Pensionsversicherung der Gemeindebeamten. 6. Antrag auf Ueberreichung einer Petition an das Justizministerium um Abänderung des Z 129 a) b) G.-B. anläßlich der Revision desselben. —ax. Gemeinden. Dereiilsilchrichtkil. Kuratorium der Stiftung „Waisenhaus für israel. Mädchen Charlotte Merores-Jtzeles" in Wien. Im „Waisenhause für israelitische Mädchen Charlotte Merores-Jtzeles" in Wien werden ab September 1905 ausgenommen: a) zehn mittellose, ganz oder halb verwaiste oder verlassene, gesunde israelitische Mädchen im Alter von 6 bis 12 Jahren,' b) zwei mittellose, ganz oder halb verwaiste oder verlassene, gesunde israelitische Mädchen im Alter von 14 Jahren. Die Zöglinge besuchen, solange sie im schulpflichtigen Alter stehen, die öffentliche Volks- oder Bürgerschule, erhalten vom vollendeten 14. bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres den Unterricht in allen Zweigen der Hauswirtschaft, werden sodann zu allen häuslichen Verrichtungen in der Anstalt verwendet und bis zur erlangten Erwerbsfähigkeit, spätestens aber bis zum vollendeten 17. Lebensjahre, in der Anstalt erhalten. Aufnahmsgesuche sind namens der Bewerberinnen von deren gesetzlicher Vertretung unter Beilegung des Geburtsscheines, des Heimatsscheines, des Nachweises der Verwaisung oder der Verlassenheit, des Mittellosigkeitszeugnisscs und eventuell Schulausweises, des Jmpfzengnisses sowie im Falle der überstandenen natürlichen Blattern eines besonderen ärztlichen Zeugnisses hierüber, bis 25. Juni 1905 an das gefertigte Kuratorium zuhanden des Herrn Doktor Felix Katzau, Wien, 1. Bez., Schottenbastei 3, zn richten. Unter den Bewerberinnen werden jene, welche nach Wien zuständig sind oder deren Eltern durch längere Zeit im Wiener Gemeindegebiete gewohnt Haben, in erster Linie berücksichtigt. Der Eintritt in die Anstalt kann nur gegen Beibringung eitles vom Gemeindearzte ausgestellten, gemeindeämtlich bestätigten Zeugnisses erfolgen, laut dessen in dm letzten vier Wochen vor dem Eintrittstermine im Hausstande des Mädchens kein Fall einer infektiösen Erkrankung vor'gekommen ist. Wien, Mai 1905. Das Kuratorium der Stiftung „Waisenhaus für israel. Mädchen Charlotte Merores- Jtzeles" in Wien. Kreditinstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte (registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Wien, 2. Bez., Gr. Mohreng. 25). Wien, im Mai 1905. . Einladung zu der am Dienstag den 6. Juni uni halb 8 Uhr abends im Gremialsaale der Wiener Kaufmannschaft 4. Bez., Heu gaffe (Ecke Schwarzenbergplatz) stattfindenden Vierten ordentlichen General- Vers a m m l u n g. Tagesordnung: 1. Vorlage desNechenschaftsberichtes pro 1904. 2. Bericht des Aufsichtsrates. 3. Ergänzungswahlen in die Direktion und den Aufsichtsrat. 4. Statutenänderung. 5. Anträge der Mitglieder. Die Direktion. Theologischer Verein der Hörer an der isr. theol. Lehranstalt in Wien. Bei der am 11. ds. stattgefundenen Neuwahl wurden folgende Herren in den Ausschuss gewählt: H. Sch wen g er, Präses; G. Sicher, Mzepräses; H. Alp er in, Kassier; M. K o h n, erster Schriftführer; E. Deutsch, zweiter Schriftführer. Oberhollabrunn. lV o r st a n d s w a h l.) Bei der am ll. d. M. stattgefundenen Vorstandswahl wurde Herr Max Wallisch in Anerkennung seiner Verdienste um die Gemeinde zum Vorsteher wieder- und Herr Dr. Em. Ritter, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes, zu dessen Stellvertreter neugewählt. Ferner wurden gewählt: Zu Beiräten die Herren: Johann Ranzenhoser und Theodor König, Retz; zu Ausschußmitgliedern die Herren: Max Herzog, Ober-Hollabrunn, Herm. Wechsler, Tierarzt, Oberhvllabrnnn, Wilhelm Hallser, Oberhvllabrnnn, Hermann Seidl, Alberndorf, Josef Neuspiel, Jmmendorf; als Ersatzmänner die Herren: Mathias Pöschl, Oberhvllabrunn, Julius Spitzer, Retz, und Alois Wallisch, Oberhollabrunn. Budapester jüdische Krankenhäuser. Die Budapester Killtnsgemeinde veröffentlicht soeben den Jahresbericht über ihre zwei öffeMlichen Krankenhäuser pro 1904. Im „Allgemeinen israelitischen Spital" wurden im Vorjahre 2141 liegende Kranke behandelt, von denen 327 nichtjüdischer Konfession waren. Sterbefülle kamen 141, d. h. 8,9 Prozent des Gesamtkrankenstandes vor. Ambulante Kranke wurden 20 079 in 129 677 Fällen behandelt. Unter den ambulanten Kranken waren 16 170 oder sechzig Prozent n i ch t j ü d i s ch e r K o u f e s s i o n. Mit Einrechnung der Gesamtausgaben kostete ein Verpflegstag 3 X 76 h, die ausschließlich den Kranken betreffenden Kosten, nämlich für Verpflegung, Medikametüe und Verbandstoffe betrugen per Verpflegstag 1 K 77 h, die Verpflegung allein 97,3 ll per Verpflcgstag. Endlich betrugen die Kosten des außerhalb des Rahmens des Spitals stehenden armenürztlichen Instituts 16 417 X. — Im Adelc- Brody-Kinderspital erhielten im Vorjahre 17 701 kranke Kinder ärztliche Hilfe, und zwar 15 041 Budapester, 2659 aus der Provinz und aus dem Auslande, davon waren 5485 — 31 Prozent jüdischer, 12 216 — 69 Prozent anderer Konfession. Von den Kranken waren 15 889 ambulante. Im Spitale wurden 1357 liegende Kranke behandelt, von denen 708 jüdischer, 649 anderer Konfession waren. Von den 1357 bettlägerigen Kranken waren 523 — 38 Prozent zahlende 1294 israelitischer, 229 anderer Konfession) und 834 — 62 Prozent Grat ist ranke (414 israelitischer, 420 anderer Konfession). An Krankiinpflegegeldern wurden 25 913 X 10 h eingenommen. Tie liegenden Kranken nahmen insgesamt 31 593 Pflegetage in Anspruch. Es entfielen durchschnittlich ans einen Kranken 23 Tage. Sterbesälle kamen insgesamt 148 — 8'A Prozent vor. Die Gesamtausgaben des Spitals betrugen 112 425 X 53 h, d. i. per Kopf 81 X 40 ll und per Tag und Kops 3 X 32 h. Konknrs ans israelitische Noisestipendien. Ter ungarische israelitische Landesfonds schreibt die folgenden zwei Neiscstipendien zu je 2000 X ans, und zwar: 1. für Beflissene der jüdischen Wissenschaft. Konkurrieren können ungarische Staatsbürger israelitischer Konfession im Alter von nicht über 30 Jahren, die das Diplom eines Doktors der Philosophie besitzen imb beabsichtigen, in einem Zweige der bezeichneten Wissenschaft an einer ausländischen' Universität oder in Bibliotheken Studien zn unternehmen. 2. Für- Musiker. Konkurrieren können ungarische Staatsbürger israelitischer Konfession im Alter von nicht über 30 Jahren, welche die kön. ungarische Landes-Musikakaüemie oder den betrefsendei: Kurs des National-Konservatorinms erfolgreich absolviert haben. Die Bewerber können einerseits Vortragende Musiker, die an einem der drei Hanpt- 'instrumente (Klavier, Violine, Violvneello) ihre Kunst zu vervollkommnen wünschen, andrerseits Komponisten sein, die bereits Proben ihres. Talentes und ihrer Kenntnisse boten. Alle Jene, die um diese Reifestipendien zu konkurrieren beabnchtlgen, werden aufgefvrdert, ihre dokumentarisch belegten (besuche bis spätestens 15. Juni l. I. beim Präsidium der Kommission des ungarischen israelitischen Landesfonds (Budapest, 6.' Bezirk. Landon-uteza 3) einzureichen. Der Genuß der Stipendien beginnt im September 1906. Troppau. Samstag den 29. April hielt Herr Max Nach er (Wien) vor einem zahlreichen Auditorium des Vereines „Jeschurnn" einen Vortrag über „Jnngjüöische Poesie". Nachdem der Vortragende in der Einleitung der: Unterschied zwischen den Ghettogeschichten eines K o mve r t und F r a n z v s und den bewußt jüdischen Dichtungen zionistischen Genres klarlegte, ließ er die Dichter selbst sprechen: Reisen, Werner, Z l o e i st i, Mel s ch i n, L i n ö n e r kamen zum Worte. Nachdem der Vortragende einige eigene satirische Skizzen gelesen, folgte als Schluß drc große „Jtzig-Szene" aus Richard Beer- Hvsfmanns Trauerspiel „Der Graf von Charolaiö'. Stürmischer Beifall lohnte dem Vortragenden. Zagreb. (Z n s a m m e n k n n f t der S ii dslawen.) Anfangs Mai besuchten die Hauptstadt Kroatiens Gäste aus Serbien und Bulgarien, zumeist Künstler und Schriftsteller, ans Anlaß des 26jährigen Bestehens des kroatischen Künstlervereines und feierten hier ein schönes lüdslawisches Verbrüderungssest. Die Feier bot Gelegenheit zur abfälligen Beurteilung einzelner exklllsiv-national-chauvinistrscbor Parteien und ein Belgrader fortschrittliches Blatt sali sich veranlaßt, zn konstatieren, daß sich diese exklusiven Partecen sowohl in Kroatien als auch irr Serbien um indische Führer gruppieren und bloß die Interessen der Inden vertreten. Letzteres ist wohl nicht wahr (außer daß diese Inder: als Einzelindividuen sich selbst nützen), aber es ist leider in den südslawischen Ländern der Jude der intoleranteste Chauvin, wenn er Assimilant ist, ebenso wie im Nachbarlande Ungarn, von wo die Chauvinisten importiert sind. Wie unliebsam dieser „Ultra- Patriotismus" den freidenkendett Patrioten ist, erhellt aus dieser Notiz so ziemlich. Für die Jude» in Marokko. In diesen Tagen, da zwischen Frankreich und England ein Uebereinkvtnmen betreffs der Unabhängigkeit Marokkos zustande kam, wurde in Paris ein Verein ins Lebert gerufen, der es sich zur Ausgabe stellt, den marokkanischen Juden das Vekanniwerden mit der europäischen Zivtlisation zu erleichtern. Die marokkanischen Juden können Frankreich in ‘feiner Mission, Marokko zu zivilisieren, große Dienste leisten. Liegt es doch in ihrem eigenen Interesse, daß das Land, in dem sie wohnen und Handel treiben, besseren Zeiten entgegengeh'. Wenn sich hie ökonomische und moralische Lage Marokkos bessert, darrn können auch die Juden! mehr Freiheit und Sicherheit errvartcn. Bis nnn hatten die Juden in Marokko große Miderwärtigkoiken zu bestehen. Der Verein hofft, daß durch Verbreitung von Bildung und Anfklürung int Lande die Verfolgung und Unterdrückung der marokkanischen Juden ein Ende nimmt. Fortsetzmrg ans der Beilage. Geschäftsnotsten. „Atlas." Lebens-, Militärdienst- und Rentenversicherungs-Aktiengesellschaft „Atlas", Wien, l. Bezirk, Franz Josefs-Quai Nr. 1 („Atlashof"). In der am 11. d. abgehaltenen fünften ordetrt-- lichen Generalversammlung wurde der Jahresbericht pro 1904 vvrgelegt. Ans demselben geht hervor, daß 6689 Anträge über eine Bersicherungsstmtme von 14 944 840 X eingereicht wurden, 6074 Polizzen über 12 243 152 X Versicherungssumme zur Ausstellung gelangten. Der Versicherungsbestanö am 31. Dezember 1904 hat sich von 9999 Polizzen über 24 042 597 X Versicherungssumme ans 12 316 Polizzen über 27 296 738 X Versicherungssumme erhöht; außerdem wäret: noch 11 877 X Leibrente und 21119 X Jnvaliditütsrenten mit versichert. Die Prämieneingänge stellten sich ans 1 014 067 X und siird speziell in der Lebensversicherung gegen das Vorjahr tun 234 581 X gestiegen. Die Prämienreserve ist gegen das Vorjahr um 578 814 X auf 2 242 922 K gestiegen. Der vorhandene Betriebsüberschutz per 6637 X wurde auf neue Rechnung vorgetragetr. Jt: den Verwaltungsrat wurde der ausgeschiedene Herr Ministerialrat Doktor Nikolaus von S z m r e csanpi wiedergewählt, die kooptierten Herren Direktor Dr. Reiuhold S ch n l tz und K vmmerzienrat Gustav Schwa n h ä u s s e r in ihre Funktion eingesetzt. In der Leopoldstadt, Stefanicstraße Nr. 3, woselbst ein reger Verkehr herrscht, wäre für einen strebsamer:, strenggläubigen Inden eine günstige Gelegenheit, sich ein gutgehendes Geschäft zu errichten. Besitzer dieses Hauses ist der bestbekannte Juwelier Nabin v witsch, Stefaniestratze 1, der selbst ein orthodoxer Jude ist. Derselbe würde denr Mieter in der weitgehendsten Weise an die Hand gehet:. Das Lokal ist für jeder: Geschäftsbetrieb bestens geeignet. kör meine Erziehungs -Anstalt einen der womöglich qualifiziert ist, oder doch die Qualifikation anstrebt. Offerte sind direkt an mich zu richten und Zeugnisse beizulegen. Direktor Dr. 8 Kronberger, Wien, Xlll/S, Auhofstr. 222 Telephon Interurban 1527.Telephon Interurban 1527 Kartonnagewaren - Fabrik mit elektrischen Betrieb Emil Biermoritz Wien, VII., Kandlgasse 32 Spezialität: Kartons aus Wellpappe für Elektriker, Weinhändler, Glasfabriken u. für Tuben, Kartons in. Blechkanti-u zum Versand von heiklen und zerbrechlichen Gegenständen, Postrollen zum Versand von Oeldruekbildern, Kalendern etc. Apothokerkartonnagen, Lagerkartons aas Holz für Modewarenhäuser sowie alle in dieses Fach einschlägigen Artikel. Alle bisherigen Erzeugnisse der Tischler an Preis und Schönheit weit Ubertreffend. Provinzaufträge promptest. SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS estau rant Wien, I., Seilergassel4—Telephon 1276 Erstklassiges geräumiges Lokal mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet. Anerkannt vorzügliche Küche, Biere aus den renommiertesten Brauereien, Bouteiilenweine, sowie Schankweine in jeder Preislage. 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