Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1905-05-12 · 19 (12.5.1905) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1905)
Issue
19 (12.5.1905)
Date
1905-05-12
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2432763-2433077-2433096--2971-2436885
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 6 Jüdisches Voll« bla tt Nr. 13 Bericht aus Kolomea. Auf Initiative des hiesigen Arbeitskonventes der vereinigten zionistischen Vereine („Beth Israel", „Zire Zion", „Nachela" und „Sasa Ehajah") Ivurde ani 23. d. Mts. im hiesigen Sparkassensaale eine Gedenkfeier zur Ehrung des Altdenkens des berühinten Hebräischen Schriftstellers und Vorkämpfers der Zionsidee, P. Lmolensky, veranstaltet. Dank den Mitgliedern des Vereines „Zire Zion", die mit der Zusaminenstellung und Durchführung des Programines betraut wurden, nahm die Feier einen glänzenden Verlauf. Herr Tr. Rosenheck, Präses des Vereines „Zire Zion" und zugleich Präses des Konventes, begrüßte zunächst die Erschienen. Auf eine Musiknummer, vorgetragen von den Herren Hiram und Zeiger, folgte die schöne, formvollendete Festrede des Herrn Prof. Brenner aus Czernowitz. Redner verstand es, in kurzen Umrissen das Leben imb Wirken Smolenskys für die neuhebräische Literatur sowohl als auch für den jüdischuationalcn Gedanken zu schildern. Nach Schluß der Rede, die mit Applaus belohnt wurde, folgte eine wundervolle polnische Deklamation von Frl. Sternberg, sodann auch eine hebräische von Frl. Rath. Nach der darauffolgenden Musiknummer wurde ein Einakter in polnischer Sprache aufgeführt. Dieses Stück trägt den Namen „Ktoredy droga" und ist rein zionistischer Tendenz. An der Aufführung beteiligten sich aktiv Frl. Sternberg und Frl. Rath und auch die Herren Jwanier, Milgram, Blitz und Bauer. Am ausgezeichnetsten spielten ihre Rollen: Frl. Sternberg, Herr Jwanier und Herr Bauer. Auch die übrigen gaben ihre Rollen gut. Für die vortreffliche Regissierung gebührt Frau Hausknecht und Herrn Doktor Rosenheck Dank.. Die glänzende Feier schloß ein lebendes Bild, aufgeführt von Herrn St., Herrn Br. und Frl. Preminger. Um 12 Uhr nachts verließen die Teilnehmer und Veranstalter vergnügt den Saal, erstere ob des gelungenen Abends, letztere ob des moralischen Erfolges, dessen sie sich bewußt waren. Das Reinerträgnis, das eine " sehr ansehnliche Summe ausmacht, wurde, nach Abzug eines gewissen Betrages für den Nationalfonds unter allen Vereinen verteilt. Der Vereine „Zire Zion" veranstaltet vom 27. April bis zum 7. Mai im eigenen Vereinslokale einen Zyklus von literarischen Vorträgen.- Diese finden wie folgt statt: 1. Donnerstag den 27. ds.. stud. phil. Herr Rottenstreich über: „Nosmersholnr" von Ibsen. 2. Samstag den 29. ds. stud. jur. Herr Hucznecker üller: „Die sozialen Probleme im Judentums bei I. L. Perez". 3. Sonntag den 30. ds, Herr stud. phil. Markus Sacher über: „Die leitenden Ideen in der gegenwärtigen hebräischen Literatur." 4. Montag den 1. Mai stud: phil. Herr Rottenstreich über: „Frau vom Meere" von Ibsen. 5. Samstag den 6. Mai Herr Meier Hcnisch über: „Eh. N. Vialik und die junghebräische Dichtung." 6. Sonntag den 7. Mai Herr Sch. Jwanier über „Jferna" von Strindberg. Zioni. Brief ans Am 6. d. M. fand hier eine sehr gut besuchte Versamnllung zur Gründung eines jüdischen Damenturnvereines statt. Es ist sehr erfreulich, daß es auch zivischen den mächtigen Bergen der Alpen zu dämmern beginnt und daß auch hier die Juden zu erkennen anfangeu, wie notwendig eS ist, ihre Kräfte für die eigene Sache zu entfalten. Noch erfreulicher ist es aber, daß der Gedanke zur Gründung dieses Vereines nur von der Jugend ausging, die noch einen schweren Kampf gegen manche geblendete sogenannte Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinde zu führen hat. Der Verlauf der Versammlung war ein recht interessanter, da eine rege Beteiligung an den Debatten, besonders von seiteil der Damen ftattfaub. Herr sind. med. Seiest hielt die Eröffnungsrede, in welcher er den Wert des Damenturnens von verschiedeiren Seiten recht interessant schilderte. Nachdem iioch über manche Angelegenheiten in der Turnsache gesprochen ivurde schritt man zlir Wahl der teitenbeu Personen. Einstimmig ivurde die in Graz sehr geachtete itnb allgemein beliebte Lehrerin Emma Mlisch el als Präsidentin gewählt. Sie nahm die Ehreiistelle all und ergriff dailil das Wort. In einer längereil, sehr interessanten nitb formvollendeten Rede beleuchtete sie ill recht siilllreicher, feiner aber sarkastischer Weise die Schattenseiten der Grazer Juden, des jüdischen Gemeindeivesens unb der hier mißlichen jüdischeil Verhältnisse, illdem sie sehr anschaulich nachivies, daß die hiesigeil Jilderi all manchen Uebel selbst schuld siild. Sie beglückwünschte das Wiedererivachen des jüdischeil Geistes, die Sehilsucht nach eiilem brüderlichen und schivesterlicherl jüdischeil Zilsaminenleben und forderte — wie eine echte Debora — mit zündenden Worteil die jüdische Jugend auf, mutig öen Kampf gegen unsere ilichtjüdischeil uild jüdischeil Neider uiid Hasser aufzunehmen uild so lange auszuharren, bis sich auch die ivailkelmütigen Judeil der jüdischen Sache mit Leib und Seele allschließen. Die Nedileriil, die ans der Seele der hiesigen Judeil sprach, ivurde voil der sehr aufmerksam lauscheildeil Versammlung niehrmals durch Bravorufe uilterbrochen uild als sie zu Ende ivar, schien es, als wollteil die Beifallsbezeuguilgeil fast gar kein Ende nehmeil. Es ivurde allgemein beschlossen, die süßen, doch beißenden aber treuherzigen, wahreil und warmen Worte der beredten Lehrerin als Denkschrift druckeil zu lassen und imter den hiesigeil Jlldeil zu verteilen. Wir können es nicht uiiterlasseii, ivenigsteils den letzten Teil des Schlusses dieser'Rede hier folgen zu lasseil. Er lautet: „Die Stimme ist die Stimme Jakobs und die Hände sind die Hände Esaus", so lalltet ein Satz iil der heiligen Schrift. Auf unser Unternehmen angemendet, müßten wir sagen: Die bloßen, rauheil Turilerhäilde, die sind nicht jüdisch, [ouberit es muß auch die Stimme der Belehrung hillzutreteii, dailil erst kaml die Sache einen echt jüdisch eil Anstrich, und Glailz bekommeil. Belehret durch geschmackvoll gehaltene Vorträge unsere Jugend insbesoildere uilsere jüdischen Damen über den Wert der Juden, machet sie vertraut mit der Vergangenheit der Juden und rüstet sie aus für unsere Zukunft!" — Das Ergebnis der Wahl ist: Präsidelltin Fräulein Emma Muschel; Kassierül FräilleiuElsa Leicht; Schriftführerin Fräuleiil Hilda Schreiber. Jesaias. Vereinsnachrichten. Generalversammlung des Vereines zionistischer Frauen und Mädchen in Flinfhans. Am 4. Mai hielt der genannte Verein seine diesjährige Generalversannnlung. Es war ein bcdeutnngsvolles Jahr. Der Verein lieferte für die Sammlung zu glmsteil von Herzls Kindern fast 600 K, er kam ins goldene Buch des Nationalsvuds und hatte sechs sehr gut besuchte Jours, in denen allgemeine und zionistische 'Themen besprochen wurden. Bei der Generalversammlung wurde speziell die Uganda-Frage sehr eingehend diskutiert. 'In üell Wintermonaten fanden wöchentlich Kinderjausen statt, in denell auch jüdische Themen mit den Kindern besprochen wurden. Besonderen Erfolg hatte die Akademie mit Tanzkränzchen des Vereines, Auster dem ansehnlichen Reingewinn! brachte er auch einen' schöner: moralischen Erfolg. Das. sind die wichtigsten Daten ans dern Berichte, den Iran Ja nun We iß, die bisherige tatkräftige Präsidentin, erstattete. Sie lehnte die Wiederwahl ab und an ihre Stelle trat Iran Laura k r e nb e r g e r als Leiterin des Vereiness während Iran Weis; die erste Stellvertreterin wurde. Sonst blieb der Ausschuß in seiner früheren Zusammensetzung. Er besteht allster den genannten ans folgelldeir Damen: 2. Vizepräsidenlin Iran Dr. Kadi sch, 1. Schriftführerin Fra» Minna B a a d, 2. Schristsnhrerlll Iran Josefine U ah a ne, 1. Kassierill Frau Anna P i ck, 2. kassierin Frau Dr. R i e g e r, Beiräte: Frau Helene Jacob, Frau Dr. F i s ch e r, Fräulein W e l dl e r, Fräulein Alma Walter, Iran Oesterr e i ch e r. Verein zur Unterstützung isr. Handwerker und Kleingewerbetreibender, 1. Bez., Krugerstraste 8. Einladung zur Teilnahme an der 10. vrdelltlichell Geueratversammluug, welche Samstag ain 1.'!. Mai 1005, halb 7 Uhr abends präzise, im Sitznngssaale der isr. Kultnsgeineinde, 1. Bez., Seitenstetteligasse 4, 2. Stock, stattsinden wird. Tagesvrdllling: I. Begrüßung der Mitglieder und der Gäste durch öen Vereinsvvrstand. 2. Vorlage des Jahresberichtes für das Vereinsjahr 1004 und Verlesung desselben durch der: Schriftführer, ktz Bericht der Zensoren und Beschlußfassung über denselben. 4. Vortrag des Herrn kais. RaleS Johann Lichteustadt über eilt llvch bekannt zu gebendes Thema. 5. Neuwahl von Vorstandsmitgliedern. 0. Wahl der Zensoren. 7. Eventuelle Anträge von Mitgliedern. Die geehrten Herren Mitglieder werden höflichst ersucht, an der Generalversalnlnlnng zuverlässig teilznnehinen. Wien, am 2. Mai 1005. Für den Vereinsvorstand: Der Präsident: W. Stiastmi, k. k. Bau rat. Der Schriftführer: Dr. B. Tanssig. Nach Paragraph 8 der Statuten trifft die Reihe des Austrittes die Vorstandsmitglieder Herren k. k. Banrat Theodor Ritter von Gvldschmidt, kais. Rat Mvriz Hirsch, Emil Horner, Direktor Jgnah Iolles, Dr. Bela Tanssig, k. k. Hofrat Sigmund Tanssig. Die Anstretendcn können jedoch wiedergewählt werden. Nach Paragraph 10 der Statuten sind selbständige Anträge von Mitgliedern mindestens 8 Tage vor Abhaltung der lheneralversailimlnng der Bereinsleitnng schriftlich bekannt zu geben. Verein zur Unterstützung israel. Handwerker und Kleingewerbetreibender. In der am Samstag den 18. ds. stattfilidenden 10. Generalversalllwlnng dieses Vereines wird Herr kais. Rat Johann L i ch t e n st a a t einen Vortrag über: „I ü ö is ch e A r b e 'i t i n R n in ü n i e n" halten. Fortsetzung auf der Beilage. Geschästsnottzen. Zur gefl. Beachtung! Ab 12. Mai d. I. befinden sich die Geschäfts- und Bureanlokalitäten des Verlag „Zion" sSamnel Jnslichtj Wien, 2. Bez., Stefaniestratze 12. Der Aufschwung, den das Möbelhaus I. S p i r a, Wien, VII., Sieben st erngässe 1 und 2, Ecke Breitegasse, nimmt, ist nur dem Umstande zuzuschreiben, daß sich selbes befleißigt, bei gediegendster Qualität der Ware, billigste Preise zu berechnen. Jede gelieferte Brautausstattung bildet eine neue Reklame für die Firma Ans dem Gebiete dev Kartonnagewar^n-Erzengung übertrisft die bestrenonnnierte Fabrik Emil V i e r m o r i tz, Wie n, 7. Bez., K a n d lgasse 82, alle Fabriken in dieser Branche. Es gibt ill Wien keine größere Firma, die ihren Bedarf an kartonnagen nicht bei Emil B i e r in o r i tz deckt. Und dies mit Recht. Herr Emil Bierinoritz erzeugt nicht nur die besten und lnannigfachsten Waren in dieser Branche, sondern auch die billigsten. Denjenigen Firmen, die viel karlvnnagen brauchen, sei die Firma Emil Viermvritz bestens empfohlen. Telephon Iniernrban 1517.Toio,.üou Inlcrurban 1527 Kartonnagewaren Fabrik mit elektrischen Betrieb Emil Biermorjtz Wien, VII.j^Kandigässe 32 ,r~’; Spezialität: Kartons aus Wellpappe für Elektriker, Woinhünil'or, Glasfabr ken ii. für Tuben, Kartuns m. Blechkanten rum Versand von heiklen und zerbreetilielu-n Gegenständen, Postroüen zum Verband von Oelduckbildern. Kalendern etc. Apotheker« knrtonnngen, Lagerkartons tns Hol/, für Modewarenhäuser sowie alle in dieses Fach einschlägigen Artikel. Alln bisherigen Erzeugnisse der Tischler an Preis und Schönheit weit übertreffend. Provlnzaufträge promptest. SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSLlSSSSSSSSSSS AMERIKA Abreise aus HAVRE jeden Samstag Französische Linie. Bequeme, rasche Fahrt, ausgezeichnete Verpflegung samt Wein und Likör. Fahrkarten nach allen Stationen sämtl. amerikanischer Bahnlinien zu Originalpreisen. Nähere Auskünfte erteilt gratis und franko LFranzösische Linie . WIEN, IV., Weyringergasse 8. 1 estaurant laroline ieidner Wien.I ,Seilergassel4—Telephonl276 Erstklassiges geräumiges Lokal mit allem Komfort der Neuzeit euHgestattot. Anerkannt vorzügliche Küche, Biere aus den renommiertesten Brauereien, Uouteillenwoine, sowie ächankweine in jeder Preislage. Champagner, Liköre etc. — Hochzeiten weiden auch ausser dom Hause angenommen. — Für Hausfrauen, Pensionen, Institute: Flaschenweine, Bouleillenweine Champagner, Delikatessen Zustellung ins Haus, Alfred Kunstadt Billigste Bezugsquelle für Gruft- - - - und Grabmonumente von 10 fl. aufwärts Provinzaufträge werden prompt und exakt ausgeführt ~ ~ ~ ~ ~ . . . . Lieferant der ... . . . Israelitischen l^ultusgemeinde . . . . . WIEN . . . . II. Bez., F?otensterngassse fir. 27.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.