Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1905)
- Issue
- 17 (28.4.1905)
- Date
- 1905-04-28
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Schlüsse wurden die Wahlen vorgenvmmen, die folgendes Ergebnis hatten: In den Vorstand wurden miedergewählt auf die Dauer non 3 Jahren die Herren: Ernst Busch, Heinrich Den Hof, Dr. Julius Dusche ne s, kais. Rat Moritz H ahn, Dr. Sigmund Schneide r und Sigmund Wald stein; neuge wählt wurde ans ein Jahr Herr Alfred P o l l a k. Zu Revisoren wurden die Herren Alfred Bvndy und David T r o l l e r miedergewählt. Herr Willibald Hirsch wurde neugewählt. Prag. Der Verein zur Errichtung und Erhaltung eines isr. KiiabeilwaisenHauses in Böhmen hielt Sonntag den 2. d. Ai. unter dem Vorsitze seines Präsidenten Herrn Kommerzialrates Markus I v fl seine diesjährige Geiicralversammlung ab. Der Tätigkeitsbericht gedenkt zunächst des Hinscheidens der beiden Verdienstvollen Direktionsmitglieder Moritz M a utn e r und Dr. Julius F a n t l mit Worten dankbarer Anerkennung und fährt dann fort: „Ueber den gegenwärtigen Stand unseres Ä?aisenhaufes haben wir Ihnen zu berichten, daß derselbe in bezug auf die Leistungsfähigkeit des Vereines den Höhepunkt erreicht hat, indem die uns zur Verfügung stehenden Räume nunmehr voll besetzt find und das Kaiser Franz Ivsef-Jubiläums-Knabenwaisenhaus die höchste zulässige Zahl von 30 Zöglingen beherbergt." Nach einigen Taten über den Schulbesuch der Marsen, deren durchwegs befriedigenden Gesundheitszustand und Unterrichtserfolge heißt es in dem Berichte weiter: „Der richtigen und sparsamen Verwendung aller Gegenstände und besonders der ins Waisenhaus gelangenden mannigfachen Spenden an Stoffen und Naturalien widmet unser verehrtes Tamenkmnitee unter Leitung der Obmännin Frau Emilie Beck, wie nicht minder'unsere bewährte Hausmutter, die Gattin des Herrn Direktors Schwager, die größte Ausmertsamleit und cs gebührt diesen Damen für ihre mustergültige Wirtschaft der ungeteilte Dank der Direktion. — Unser Verein zählt gegenwärtig 4 Stifter, 28 Gründer und 242 Gönner; die Mitgliederzahl beträgt 8116 mit dem Jahresbeiträge von 29 957 K." Der Bericht dankt schließlich der Landesjudenschaft für Böhmen für die gewährten Stipendien, der Stadt Prag und der Böhm. Sparkasse für die Subventionen, sowie allen Förderern und Gönnern seiner edlen Bestrebungen. Ter Kassebericht weist ein Vereinsvermögen von 135 283 K. 07 h (+ 25 319 K 99 h) aus: das Vermögen der Zöglinge ist im abgelausenen Vereinsjahre von 5994 X 98 h auf 8033 K 40 h gestiegen. Die Berichte wurden beifälligst zur Kenntnis genommen und sodann zur Vornahme der Neuwahlen geschritten. Die ausscheideniden Mitglieder wurden sämtlich wiedergewählt: an Stelle der verstorbenen Mitglieder Direktor Mautner und Dr. Fantl wurden die,Herren Rabbiner Dr. Gustav Weiner und Dr. Otto Bondy in die Direktion berufen. Frankfurt a. M. Hier ist ein Verein „Midifche Vibl'iothek und Lesehalle" gegründet worden. Es wurden bereits ungefähr 1100 Mark Jahresbeiträge gezeichnet. Der Vorstand besteht äus den Herren: Dr. W. Hanauer (Vorsitzender), Dr. Kaufmann (Stellvertreter), Josef Hackenberg (1. Schriftführer), Saly Geis (2. Schriftführer), Fritz Sondheimer (Schatzmeister) und S. H. Gokdmann. Brody. In der vor einigen Tagen stattgefundenen ersten Generalversammlung des „Poalei Zion"-Vereines wurde folgender Ausschuß gewählt: T a n n e n b a u m, Präsident, O k e n, Vizepräsident, V r e s n e r, Schriftführer, K l e pp e r, Bibliothekar, Fel. B a l a b a n, Kassier. Ferner die Herren Grober, F r i e d m a n n, L a nz o b e r (lud C h a r i Vermischte Nachrichten. Wien (Auszeichnung.) Herrn Moritz Poz s o n y i, Gesellschafter der Firma „Volkswirtschaftlicher Verlag (Alexander Dorn)" wurde vom Kaiser in Anerkennung seiner großen Verdienste auf volkswirtschaftlichem Gebiete das „Goldene Verdien st kreuz mitderKrone" verliehen. Der Ausgezeichnete, der sich durch die Herausgabe des „Oesterreichischen Zentralkataster" und anderer bedeutender volkswirtschaftlicher Nachschlagewerke im In- und Auslande einen Namen gemacht hat, erhielt aus Anlaß der wohlverdienten allerhöchsten Auszeichnung aus allen Gesellschaftskreisen zahlreiche Glückwünsche. (Jüdische Theaterv srstellnug). Der akademische Verein zionistischer Hochschüler aus Rußland „Leo Pinsker" beschließt die diesjährige Saison der jüdischen Abende. Vorträge aus der Literatur der ostjüdischen Volkssprache (Jargon) mit einem Theaterabend. Derselbe findet Samstag den 6. Mai d. I. im Hotel „Bairischer Hof', II. Bez., Obere Augartenstraße, Ecke Taborstraße, statt, und zwar gelangt das Meisterwerk David Pinskis „Die samilje Zivi" Tragödie in vier Akten, zur Aufführung. Das Wiener jüdische Publikum gewinnt hierdurch die Möglichkeit, dieses hochbedeutsame, in Berlin mit großem Erfolge aufgesührte Stückes aus dpm russisch-jüdischen Verfotgungselend kennen zu lernen. Dem am Theaterabende zur Ausgabe gelangendem Programme wird auch eine Inhaltsangabe des Stückes in deutscher Sprache beigedruckt sein. ' Jüdisches Volksblatt Nr. 17 Das ReinerträgniS fließt den russisch-jüdischen Hilfszwecken zu. Preise der Plätze: Parquet X 3.-, Parterrre: l. Platz K 2.—, II. Platz X I.-, Galeriefitz X 1.—, EKhplatz X —.60. Karten sind zu habe«: Im Akad. Vereine »Leo Pinßker', IX, Bleichergasse 6, Tür 3. Eafee Augartenbrücke, II., Obere Donaustraße. Cafe« zur Börse, l., Wipplingerftraße. Zionistischem Kongreßbureau, IX., Türkenstrrße 9. Verlage Zion, l l., Untere Augartenstraß» 9. In der Redaktion des „Jüdischen BolkSblatt", IX., Servittengafle 4. Bei M. Hammer, I., Rotenturmstrafte 31. Druckfehlerberichtigung. Im Leitartikel „Die jüdische Nation in Oesterreich" in voriger Nummer wolle man folgende Fehler berichtigen: Ans der erstell Seite sinid die zwei ersten Zeilen der zwetten Spalte vertauscht. Auf der zweiten Sette, öritten Spalte ist in «der 9. Zeile von oben nach dem Worte „beide" einzuschieben: „Teile der österreichischen Juden'heit". Auf derselben Seite und Spalte ist in der 13. Zeile von unten statt „Wahrscheinlichkeit" richtig „Marscheinheit" zn lesen. Am Schlüsse des Artikels ist in der sechstnnd fünstletzien Zeile statt „das am alleriwcnigsten den Weg dazu durchs Vegetieren nehme", richtig zu lesen: „darf am allerwenigsten den Weg dazu durchs Vegetieren nehmen". Ein jüdischer Bürgermeister. In tz'zernowitz wurde am 11. d. M. der gewesene erste Vizebürgermeister der Stabt, Herr E>duar>d Reiß, einstimmig zum Bürgermeister gewählt. Die politische Bcöeutüirg dieser Wahl würdigen wir an anderer Stelle dieses Blattes. Hier seien nur einige biographische Waten über den Neugewählten mitgeteilt: Dr. Eduard Reiß, in Zalvsea, Bukowina, geboren, steht heute im 55. Lebensjahre. Seit seinem sechsten Lebensjahre lebte er in Ezernowih, wo sein Vater viele Jahre als Arzt tätig war. Dr. Eduard Reiß absolvierte in Czernowitz seine juristischen Studien. Als selbständiger Advokat ist er seit dem Jahre 1880 tätig, dem Gemeinderate gehört er seit 1884 ununterbrochen an. Seit seiner im Jahre 1894 erfolgten Wahl zum ersten Vizebürgcrmeister bekleidete er diese Stelle — nach siebenmaliger Wiederwahl — ununterbrochen. Dr. Reiß gilt als äußerst tüchtiger Kenner der Czellnowitzer Kommunalangelegenheiten, weshalb man seiner ins Auge gefaßten, großangelegten Aktion ans diesem Gebiete mit Zuversicht entgegensieht. Die Bevölkerung Rußlands. Aus Petersburg wird berichtet: Nach einem vom „Negie- ' rungsboten" veröffentlichten Artikel über die letzte Volkszählung, die übrigens schon vor 8 Jahren stattgcfunden hat, beträgt die Bevölkerung Rußlands 125 640 021. Davon sind Grotzrussen 55 667 469, Kleinrussen 22 380 551, Weißrussen 5 885 547. Zusammen Russen 83 933 567, also 66,79 Prozent. Von den Fremdvölkern sind Polen 7 931 307, ,. I u d e k; 5 053156, Kirgisen und Kaissaken 4 084 139, Tataren 3 737 627, Baschkiren und Tegtjaren 1439 136, Grusier 1336 4-18 Deutsche 1 790 480, Litauer 1210 510, Letten 1 436 937, Esten 1002 738, Moldauer und Rumänen 1 121 669, Armenier 1 173 096. Ueber die Lage der kleineren Kultusgemeinden, besonders der böhmischen, entwerfen die „Mitteilungen des israelitischen Lcmdeslesevereines in Böhmen" ein recht trauriges Bild. „Die Existenz der Rabbiner und Lehrer," heißt es da, „wird eine von Jahr zu Jahr immer traurigere und prekärere, da sich eben die Mitgliederzahl in den einzelnen Gemeinden vermindert und diese somit nicht imstande sind, einen Funktionär zu erhalten. Viele Gemeinden stellen überhaupt schon jahrelang keinen Rabbiner an, einerseits, weil sie nicht die Mittel aufbringen können, andrerseits, weil sie für kleinen Gehalt keinen bekommen. Daß die politischen Behörden diese Ungesetzlichkeit dulden, muß wnndernehmen und sollten dieselben darauf aufmerksam gemacht werden. Es gibt in Böhmen zumindest 20 Gemeinden, die keinen Rabbiner haben, einige darunter, die überhaupt noch niemals einen solchen angestellt haben. Die Auflösung solcher Gemeinden sollte von irgend einer Seite angestrebt werden. Es wäre ferner angezeigt, sich mit andern Vereinen dahin zu vereinigen, welche eine Aenderung des Gesetzes vom Jahre 1800 anstreben, diesen die Desiderien der Rabbiner und Lehrerschaft zur Kenntnis zu bringen, damit dieselben bei einer eventuellen Aenderung des Gesetzes verwertet werden können. Beschlossen jvird, um Abstellung der Ungesetzlichkeiten in den Gemeinden bei der hohen k. k. Stathalterei einerseits durch ein Promemoria bittlich zn werden, andrerseits sich der Aktion des Zentralvereines zur Pflege jüdischer Angelegenheiten in Prag, der eine Verbesserung des Gesetzes vom Jahre 1890 anstrebt, anzuschließen. Geschästsnothen. Kaffeehausübernahme. Herr M. F ü r t h hat das bestbekanule E a f e L ö w y, W i e u, 2. B e z., k aiser Ivsefstra ß e 25, käuflich au sich gebracht. Genau Utes Cafe ist mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet. Das große geräumige, gut ventilierte, rauchfreie Lokal bildet einen,angenehmen Aufenthaltsort. Der Leselust des Publikums wird durch das Ausliegen zahlreicher Blätter und Revuen vollständig Rechnung getragen. Für den Billardsport ist durch drei amerikanische Präzisionsbillards vvrgosorgt. Die günstige Lage dieses Kaffeehauses wird noch durch das Vorhandensein einer großen staubfreien Terrasse erhöht. Für exquisite Getränte bei aufmerksamster Bedienung ist bestens gesorgt. Während de» warmen Jahreszeit wir) die Frage öfters erörtert, ob es zweckmäßig ist, Wäsche zu waschen, ohne sie zu kochen oder zu brühen. Im allgemeinen ist diese Frage entschieden zu verneinen, denn da- Waschen hat nicht nur den Zweck, die Wäsche zu reinigen, sondern auch den, sie zu desinfizieren. Es ist erwiesen, daß durchschwitzte Wäsche Bakterien enthält, die sich schnell vermehren; die desinfizierende Kraft der meisten Seifen genügt aber nicht, um die Bakterien abzutöten, das wird zuverläßlich nur durchs Kochen erreicht. Es gibt aber Sachen, die man lieber nickt kocht, oder die man nicht kochen darf, wie Woll. und Seidenwäsche, damit der Stoff nicht eingeht, oder die Farbe nicht leidet. In solchen Fällen sollte nur „Schichts feste Kaliseife mit der Marke Schwan" benützt werden, denn es ist wissenschaftlich nachgewiesen, daß es die einzige Seife ist, von welcher beispielsweise eine l prozentige Lösung mit einer Temperatur von 15" C. in einer Stunde Cholerabazillen sicher vernichtet. Stärkere Lösungen wirken »nlsprechend intensiver und schneller. (Nach den Untersuchungen im Laboratorium von Dr. Max I o l l e s und Dr. Adolf Zolles, k. k. beeideter Sachverständiger). Genannte Kaliseise ist als Desinfektionsmittel, wo Seifenlbsungen anwendbar sind, daher sehr zu empfehlen. Ihr großer Vorzug vor anderen Desinfektionsmitteln, besteht in der Leichtigkeit der Beschaffung, der Anwendungsweise und der völligen Ungefährlichkeit. Dabei greift diese Seife die Farben und selbst die feinsten Gewebe nicht an, und damit gewaschene Stoffe gehen nicht ein. Diese Seife gibt auch die schönste Weißwäsche. ca fe m. forth Wien, II. Kaiser Josefstr. 25 C' nächst d. Pnttersteru TELEPHON 14.641 Grosses ßeräurnig. rauchfreies Lokal mit vor/.ütfl. Ventilation. Spezialität: 3 Amerikanische Präzisions - Billards. Auflieger! alter gelesensten Journale, Revuen sowie Parteiblätter. Exquisite Getränke bei aufmerksamster B.edienuufL, Grosse schattige Terrasse. Rtmdez - voua - der besten Gesellschaft. AMERIKA Abreise aus HAVRE jeden Samstag Französische Linie. Bequeme, rasche Fahrt, ausgezeichnete Verpflegung samt Wein und Likör. Fahrkarten nach allen Stationen sämtl. amerikanischer Bahnlinien zu Originalpreisen. 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