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Jüdisches Volksblatt · 1905-04-14 · 15 (14.4.1905) · page 12

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1905)
Issue
15 (14.4.1905)
Date
1905-04-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
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Jüdisches Volksblatt Nr. 15 und an der Tageskasse des Deutschen Volkstheaters. Der eminent gemeinnützige Zweck dieser Vorstellung läßt die lebhafteste Beteiligung aller Wiener jüdischen Kreise erhoffen. Der Verein erfüllte durch die Wahl dieses Stückes einen Akt besonderer Pietät, nachdem Theodor Herzl beim vorjährigen Schauturnen des Vereines das letze Mal in der Oeffentlichkeit erschien. Düse Matinee bringt die erste Aufführung eines Herzlschen Stückes seit dem Tode des Autors. Jüdisch-Nationaler Arbeiterverein Wien. ( 1(5. Bez., Sechshmlstrslr. 12.) Die Vereinsleitung veranstaltet Samstag, den 29. April 1905, unter dem Protektorate des Herrn Dr. S. K r e n b e r g e r, Präsidenten des Landeskomitees, im Hotel Holzwarth, 15. Bez., Mariahilferstr. 158 unter der Devise: „Ein A b e n d i n e i n e r jüdi s ch e n K o l o - nie", ein Frühlingskränzchen. Beginn 9 Uhr abends. Eintritt K 1.20. Fm Gemütlichen ernste und heitere Vorträge. Sommertoilette oder Kostüme. Salonkapelle Fiedler. Gruppenanmeldungen sowie Reklamationelt betreffs Einladung erbitten wir an die Adresse: S.Bock, 13./8, Auhofstraße 222. Karten sind täglich iin Vereinslokale von 8—9 Uhr abends zu haben. Literarischer Geselligkeitsvcrein jüdischer Mädchen „Moria". Sonntag den 9. April d. I. fand die Gedenkfeier nach Rosa K o l l - in a lt n statt. Nach einem tiefempfundenen Nachruf, den die Präsidentin Frl. Berta H e r r in a n n der Frühverstorbenelt, Unvergeßlichen hielt, wurden wie alljährlich zwei Schulkinder bekleidet. An die Gedenkfeier schloß sich der trefflich gehaltene Vortrag des Herrn Nathan Groß über „Antisemitismus". Referent stellte in klarer, überzeugender Weise fest, daß die jetzige Waffe dieser Strömung gegenüber, die Abwehr in liberalen Zeitungen der sogenannten „Bekämpfer", die das Assimilantentum in ihren Familien züchten, nicht die geeignete sei, um diesbezüglich eine Besserung zu erzielen, und beleuchtete in logischer Reihenfolge unsere Stellung und Taktik dem Antisemitismus gegenüber. Th. Blech. Jüdische akad.-techn. Verbindung „Barissia"-Prag. Die Chargenwahlen für das Sommersemester 1905 ergaben folgendes Resultat : Techniker Jakob F r ä n k e l Präses, Techniker Leo Kornfeld Vizepräses, Techniker Arnold Herzog Schriftführer. Jüd.-akad. Lescverein „Emnnah"-Czernowitz. Die Ehargenwahl für das laufende i Sommer-) Semester ergab folgendes Resultat: cand. für. Leo Krämer Präses, rand. jur. Samuel Schwitz Vizepräses, stud. jur. Josef Wagner Schriftführer. Prag. Vortrag Frankfurter. Als Gast des „Zentralvereines zur Pflege jüdischer Angelegenheiten" sprach, wie wir in eitler Voranzeige bereits ankündigten, am 26. v. M. Herr Dr.S. Frankfurter, Kustos an der Wiener Universitätsbibliothek, über „A l t j ü d i - s ch e s E r z i e h u n g s w e s c n i m Lichte in o d e r n e r B e st r c b u n g e n". Von den Grundzügen der Pädagogik ausgehend, entwarf der Redner zuitäckckt einen historischen Rückblick, indem er den Bildungsgattg bei den alten Juden darlegte und zeigte, wie an der Hand von Bibel und Talmud die ersten naturwissenschaftlichen Begriffe, aber auch die Fundamente der Ethik den Lernenden beigebracht wurden. Als oberstes Prinzip galt den Eltern dabei die individuelle Veranlegung des Kindes zu beachten und den Wert der Arbeit zu lehren. Der Vortragende berührte hierauf die Stellung der Frau im Erziehungswesen rtnd wies an interessanten Beispielen nach, wie die altjüdischen Methoden vielfach noch heute, zumal in der Gliederung des Schulwesens, dann in der analythischen Unterrichtsmethode nachwirken. Diese erzieherische Tätigkeit war es auch, die für die Widerstandskraft des jüdischen Stammes von heilsamem Einflüsse war, so daß Goethe, in Uebereinstimmung mit alten talmudischen Aussprüchen der Bedeutsamkeit der Jüdischen Lehre das günstigste Zeugnis ausstellen konnte. Der einstündige Vortrag fand lebhaften Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft. Prag. (Repräsentanz der Landesjudenschaft.) In der am 2. ds. abgehaltenen Sitzung der Repräsentanz der Landesjudenschaft von Böhmen wurde an Stelle des verstorbenen bisherigen Obmannes Herrn JUDr. Moritz Lichtensteru Herr JUDr. Jakos Sachsl, Advokat in Ehrudim, zum Obmanne der Repräsentanz, und Herr JUDr. Friedrich Gnttmann, Advokat in Tabor, zu dessen Stellvertreter gewählt. Prag. (V e r ein j ü d i s ch e r H o chs ch ü l e r „B a r - ,\t o ch b et".) Am (>. April d. I., dem 80. Todestage von Moses Heß, veranstaltete der Verein im großen Saale des Hotel Bristol eine Feier zum Andenkeit an den großen Vorkämpfer für die nationale Idee. 'Aach der Begrüßung durch den Vorsitzenden wurde der Abend eingeleitet durch die Rezitation von Israel Anerbachs „Großes Wecken" durch techn. Leo E i s n e r. Sodann besprach Phil. Viktor F r c u d int Festvortrage die Bedeutung des großen jüdischcit Patrioten und sein Verhältnis znin inodernen Zioitisinus. Um die Entwicklung der zionistischen Bewegung von der Forderung eines einzelnen zum Willen des Volkes zu beleuchten, wurde^ hierauf von I. U. C. Alfred Weigl eine Stelle aus Pinskers „Autocmanzipation" und von techn. Leo E i s n e r Herzls Eröffnungsrede des 6. Baseler Kongresses vorgelcsen. In der zahlreichen Versammlung herrschte während der ganzen Feier eine dem Tage entsprechende gehobene Stimmung. Czcrnowitz. Unter Vorsitz des Präsidenten Herrn David Nachtigall fand Dienstag den 28. März l. I. die Konstituierung des Kommis- und Buchhalter-Ilnterstützungsvereines itatt und wurden folgende Funktionäre wiedergewählt: Kassier Bernhard Schnee, zu dessen Stellvertreter Wilhelm Badian, Schriftführer Z. Pulmann, Stellvertreter Leib Sandmann, Buchhalter Moritz Tirst, Stellvertreter Leon König, Kontrollor Wilhelin Trichter, Stellvertreter Leon Blum jnn., Obmann der Sanität Bernhard Haß, Stellvertreter Hermann Sacher. Sanitätsmitglieder: Karl Schiffer rtnd I. Hochstädt. Die Grundsteinlegung des zu erbauenden Vereinshauses dürfte im Laufe der nächsten Wochen erfolgen. Israelitische Distriktsversanrmlung. Man schreibt uns aus Szekesfehervar vont 4. April: Die Vertretung des 11. israelitischen Distriktes (die Komitate Fejer und Veszprent umfassend) hielt heute im Beratungssaale der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde unter dem Präsidium des Distriktspräsidcntcn Armin Wertheim ihre Generalversammlung ab. Von den 33 Distriktsrepräsentanten waren 25 erschienen. Der Präsidialbericht gedenkt pietätvoll des Hinscheidens des Notars des Distriktes, Professors Adolf Hahn; er konstatiert, daß die Dotation zwar erhöht wurde, aber noch | immer in keinem Verhältnisse zur Billigkeit steht; die Zahl derjenigen, die sich zum israelitischen Glauben bekennen, hat im Distrikt zugenommen; auf Initiative der israelitischen Landeskanzlei ist ein allgemeiner Lehrplan bezüglich des Religionsunterrichtes ausgearbeitet worden, derselbe wird auch bald ins Leben treten. Der Bericht wurde einhellig zur Kenntnis genommen. Es wurden gewählt: zum Präsidenten Arntin Wertheint (Szekesfehervar), zum Vizepräsidenten Oberphpsikus Dr. B. Pillitz (Veszprent), zum Notar Moriz Fodor (Szekesfehervar); zmn Präsidenten des Ausgleichskontitees wurde Dr. Karl Löwy (Szekesfehervar), zunt Vizepräsidenten Dr. Max Sandorfy (Veszprent) gewählt. Berlin. Der „Verein für jüdische Krankenpflegerinnen" hat, wie wir seinem Berichte pro 1904 entnehmen, sein elftes Arbeitsjahr seit seiner Begründung vollendet. Die Nachfrage nach den vom Verein ausgebildeten Schwestern hat noch ständig zugenommen, so daß das Verlangen nach tüchtigen Krankenpflegerinnen noch immer nur teilweise befriedigt werden kann. Trotzdem hat sich der Verein verständigerweise tticht von seinem Grundsatz abbringen lassen, nur körperlich und geistig völlig gesunde, sittlich gefestigte, möglichst intelligente und mit einem warmen Herzen für die Krankenpflege als Schülerinnett einzustellen. Von 70 Anmeldungen konnten nur 16 berücksichtigt werden, und von diesen haben noch vier wieder entlassen werden müssen. Der Bestand betrug am 31. Dezember 1904 60 Schwestern, der Bestand an Schülcriitnen 14. Neu eingestellt wurden 14 Schülerinnen, von denen 1.1 zu Schwestern ernannt wurden, und 6 entlassen resp. ausgeschieden sind. Mit 12 Schülerinnen ist soinit der Verein in das Jahr 1905 eingetreten. Mehrfach wurden von anderen Gemeinden tntd von der Großloge für Deutschland 11. O. B. B. dent Verein überwiesene geeignete Mädchen zu Krankenpflegrinnen ausgebildet. Zur Zeit wirken unter Leitung je einer Oberschwester sechs Schwestern in München, drei Schwestern in Nürnberg; ferner sind stationiert eine Schwester in Dortmund, zwei in Mannheim, je eine in Posen und Danzig, eine Schwester leitet als Oberin das israelitische Siechenheiin in Hantburg. In auswärtigen Knranstalteit übten zwei Schwestern im israelitischen Kurhospital in Kolberg, je eine im Genesungsheint in Lehnitz und in der israelitischen Kinderheilstätte in Königsdroff-Jastrzemb die Pflege der dort untergcbrachtcn Patienten ans. Von den Berliner Schwestern sind sechs in den Frauenabteilungen und eine Schwester als Operationsschwester des Krankenhauses der jüdischen Gemeinde tätig, während 35 Schwestern für Privatpflcgc unserer Stadt zur Verfügung stehen. In Berlin wurden in Privatpflege 171 vollbezahlt, 66 ermäßigte und 131 unentgeltliche Pflegen ausgcübt, wobei die ambulanten Hilfeleistungen und Armenbesuche nicht inbegriffen sind. Den außerordentlich starken Anforderungen, welche die Armenpflege an den Verein stellt, wird nach Möglichkeit entsprochen. Vermischte Nachrichten. Aufnahme jüdischer Zöglinge in den Landesseminarien. Vont Sekretariat der Wiener Kultusgemeinde erhalten wir folgende Mitteilung: In den Kundmachungen des niederösterreichischen Landesausschusses betreffend die Aufnahme von Zögliitgcn in die niederösterreichischen Landesseminarien' in Wien, Wiener-Neustadt und St. Pöltett unter allfälliger Verleihung von Stipendien wurde von den Aufnahmswerbern nebst anderen Nachweisen der Taufschein gefordert, wonach die Angehörigen der israelitischen Neligionsgenossenschaft von der Aufnahme in diese Seminarien beziehungsweise von der Verleihung von Seminarbenefizien ausgeschlossen waren, lieber Beschwerde des Kultusvorstandes wird nun demselben mittels Note des niederösterreichischen Landesausschusses vom 6. April 1905, Z. 431 G erklärt, daß „in künftigen Jahren die Kundmachungen die beanständete Stelle nicht mehr enthalten werden; daß weiters auch für das laufende Jahr Gesuche um Aufnahme in die niederösterreichischen Landesseminarien seitens Angehöriger der israelitischen Religionsgenossenschaft trotz Ablaufes des ursprünglich festgesetzten Einreichungstermines nachträglich noch angenommen werden. Jsr. Kultusgemeinde Prag-Weinberge. Am 26. v. M. fand die Konstituierung des neugewählten Vorstandes statt. Es wurden gewählt die Herren: Zum Vorsteher Direktor Jgn. B a y er, zum Stellvertreter Dr. Hugo S k a l l, zum Vorsitzenden-Stellvertreter Dr. Moritz Stein, zum Kassier Adolf Löwe nb a ch, zu dessen Stellvertreter Alfred F a k - t o r, zum Rechnungsführet: Ent. Friedm a n n, zu dessen Stellvertreter A. Z. B o d e n h e i m e r, 31t Tempelvorstehern Jonas Heller, A. Z. B 0 d e n h e i m e r, Jakob A uscherlik und Moritz Heller. Weiters gehören dem engeren Vorstande an die Herren: Direktor Ludwig E l i s ch a k, Ludwig G ö tz, Josef Kraus, Dr. Alois P 0 l l a k, Landesgerichtsrat Jgn. P 0 r g e s und Dr. I. Taussig. Dresden. Am 28. v. M. feierte der Katttor imb Lehrer Adolf W 0 lfs 0 hn, ein Schüler Lewandowskis, in hiesiger Gemeinde sein 26jähriges Amtsjubiläum. Cr wirkte zuvor als erster Kantor zehn Jahre in Görlitz und wurde 1890 in gleicher Eigenschaft nach Dresden berufen. Die ganze Gemeinde war bemüht, den Tag des Jttbiläutns zu einetn festlicheit und ehrenvollen zu gestaltett.

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