Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1905)
- Issue
- 15 (14.4.1905)
- Date
- 1905-04-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Jüdisches Volksblatt Nr. 15 fremde Tätigkeit behindert, sondern nachdrücklichst unterstützt, sie hat nie den Mut gefunden, ein wahres Parteiinterefse preiszugeben, sie war, wie Dr. Diamant schrieb, stets bemüht, daS Niveau des Parteitages zu heben. Für unsere Arbeit sind uns Steine an den Kopf geflogen, Invektiven eines unerzogenen Menschen bilden die „fette Krippe der Opposition". Aber wir leben in der festen Zuversicht, daß es nnserent redlichen Willen in Bälde gelingen wird, die Schädlinge der Partei kaltzustellen und unter der Devise „Arbeit für daS Volk" eine Ralliicrung aller brauchbaren Elemente zustande zu bringen. Nun noch wenige Sätze an Herrn S. Wagschal. Kultusrat. Im vorigen Jahre hat derselbe Wagfchal den Dr. Diamant, „der jede Tätigkeit lahmlegt, indem er mit feiner Verbindung stets einen Radaustandpunkt einninnnt", bestürnit. die Obmannschaft im hiesigen Zionverein altzunehmen! Er wußte eben aus Erfahrung, daß der Zionverein nur in jenen Semestern seinen Aufgaben halbwegs nachgekommen ist, in denen Dr. Diamant in seiner Eigenschaft als Obmannstellvertreter alle Arbeit auf sich genommen hat. Dr. Diamant nt aber ein undankbarer Mensch. Als Herr Wagfchal, der auf das zionistische Programm in den Kultusrat eingezogen war, in einer Sitzung desselben, von der man Maßnahmen gegen den Ausweisungsukas der Bukowinaer Landesregierung erwartete, die unglücklichen russischen Emigranten „Diebe" schimpfte, hielten Dr. Diamant und ich durch diese Aeußerung die Ehre der zionistischen Partei diskreditiert und wir brandmarkten die Pauschalbeleidigung am Delegiertentage, damit nicht die gesamte zionistische Partei die Verantwortlichkeit hierfür treffe. Schon hatten die Sozialdemokraten in nacheinander einberufenen Versammlungen jene Aeußerung zum Gegenstände lebhafter Diskussion gemacht und die Geneigtheit gezeigt, sie als Kampfmittel geaen die zionistische Partei zu verwenden. Wir können dem Herrn Wagschal, der ein politisch gereister Mensch ill, nicht helfen. Er sollte die Konsequenzen ziehen und sein Mandat seinen Wählern zur ^ern'mung stellen, statt den Dr. Diamant zu schmähen, der es für schmählich gehalten hat, sich politische Bundesgenossen auf Kosten der zionistischen Ehre zu konservieren. C z e r n o w i tz, 8. April 1605. Dr. Mendel Kinsbrunner. Personalnachrichten. Ezernowitz. Der Inspektor der staatlichen Lebettsmitteluntersuchungsanstalt in Czernowitz, Prof. Dr. Neumann W e n d e r, hat von der französischen Regierung anläßlich der Spiritusausstellung in Wien die Offiziersdekoration der Ehrenlegion pour merite agricole erhalten. Eperjes. Vor einigen Tagen verschied hier nach kurzer Krankheit der 'Präsident der hiesigen orthodoxen Kultusgemeinde Moritz M o sk o w i tz, der mehr als zwei Dezennien diese Ehrenstelle mit Eifer bekleidete. Die Gemeinde verewigte das Andenken ihres verstorbenen Präsidenten durch Gründling einer Wohltätigkeitsstistung. Berlin. Ter berühmte, aus P r o ß n i tz stamemnde Orientalist Professor Dr. Moritz Steins ch neid e r feierte dieser Tage seinen n e u n z i g st eit Geburtstag. Trauerandacht für Perez Smolensky. Sonntag den 20. Adar Scheni fand in Meran anläßlich der zwanzigsten Wiederkehr des Todestages von Perez Smolensky eine Trauerandacht statt. Die Trauerktindgebung wurde von einigen derzeit in Meran weilenden jüdischen Kurgästen veranstaltet. Es sprachen die Herren Tarlowin ans Königsberg und Schafft ans Wilna hebräisch tmd Rabbiner Dr. Tänzer deutsch. Gleichzeitig wurde atlch das verwahrloste Grab Smolenskys wieder instand gesetzt und mit einem künstlerisch verfertigten Gitterzann versehen. Der Trauerktindgebung, welche am Grabe Smolenskys stattfand, wohnte eilt zahlreiches Publikum bei. Gefchäflsnottzen. Oesterreichifche Zentral-Bodenkredit-Bank. 'In der Sitzung des Verwaltungsrates der Oesterreichischen Zentral-Bodenkredit-Bank wurde die Bilanz für das Jahr 1904 festgestellt. Dieselbe schließt mit einem Gewinnsaldo pro K 874.62(5 gegen K 810.540 des Vorjahres. Der Verwaltungsrat hat beschlossen, der Generalversammlung den Antrag zu stellen, nach statutenmäßiger Dotierung des Reservefonds und Ausscheidung der statutenmäßigen Abzüge wie im Vorjahre dem Hypothekarreservefonds K 50.000, dem Effektenkursreservefonds K 25.000 dem Pensionsfonds der Beamten und Diener X 40.000 zu widmen, eine Dividende von K 28 pro Aktie, d i. 7 Prozent (gegen K26, d. i. 6'/, Prozent im Vorjahre) zur Verteilung zu bringen und den Restbetrag pro X 103.502 auf neue Rechnung vorzutragen. Die Möbelindustrie hat in jüngster Zeit, um dem verfeinerten, geradezu raffinierten Geschmack« des Publikums Rechnung tragen zu können, die größten Anstrengungen machen müssen. Tatsächlich überbieten sich die Möbelfabrikanten in der Herstellung von modernen und modernsten Möbelgegenständen. Daß hierbei der wirklich feine Geschmack nicht immer auf seine Rechnung kommt, ist nicht zu verwundern. Und so sieht man Kauflustige oft von einem Etablissement zum andern wandern, ohne sich in dem großen Chaos von marktschreierischer Sezession und Geschmacklosigkeit zurechtzufinden. Als einen treuen Wegweiser auf dem Gebiete des feinen Geschmackes in Möbeln aller Art müssen wir daher das reichillustrierte Albnm des Möbelhauses I. Heiß, IX., Porzellangasse 20, begrüßen. Man findet hier wirklich moderne, diskret ausgeführte Gegenstände, bei denen das Moderne nicht auf Kosten der Dauerhaftigkeit hervorgekehrt wird. Ein Besuch in diesem Etablissement, auf dessen Inserat wir hier besonders aufmerksam machen, wird sich stets als lohnend erweisen. MeyerS Großes Kouversati «S-Lexikou. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Ausiage. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. (Verlag des Bibliographischen Jnstitus in Leipzig und Wien.) Bon Meyers Großem Konversations- Lexikon ist soeben der neunte Band erschienen, der wiederum eine große Fülle des Interessanten birgt. Zwar erhält dieser Band, wie dies die Natur einer alphabetischen Anordnung ergibt, keinen größeren monographisch behandelten Staatenartikel deren Abfassung stets besonderes Interesse erweckt, doch werden wir durch den Reichtum an kleinen Darlegungen reichlich entschädigt, zumal einig» besonders aktuelle Fragen berühren. So werden allen die beiden Artikel „Herero" und „Hottentotten" sehr willkommen sein, um sich über unsere Feinde in Südwestafrika genauer zu orientieren. Die Kriegsgeschichte dieser Kolonie ist bis in die jüngste Zeit klargelegt, und eine ausgezeichnete Karte Südwestafrikas, mit Kartons von Windhoek und Swakopmnnd, gibt uns nicht nur über die Lage der Kampfplätze, sondern auch über die Züge unserer Truppenführer, über die Wasserstellen und die Hauptlager der Herero und Hottentotten, die Missionsstationen rc. ein genaueres Bild. Auch die Karte von „Hinterindien" ist für die Kriegslage im Osten von großem Interesse, desgleichen der Artikel „Himalaya" für die Kenntnis der Situation an der indischen Nordgrenze, die bei der tibetanischen Frage eine Rolle spielt. Größere geographische Artikel geben die Stichwörter „Hessen", „Holstein", teilweise durch Karten veranschaulicht. Ueber die Entwicklung des Heerwesens belehren die Artikel „Heer" und „Infanterie". Sehr interessant für die Kenntnis der innern Entwicklung unseres Landes sind die Artikel „Innere Kolonisation" (speziell für die Ostmarkenfrage), „Innere Mission", „Jnvaliditätsversicherung", „Innungen", „Hilfskaffen", „Heimat", „Hypothek". Eine große Anzahl von Biographien aus Literatur, Kunst und Wissenschaft bietet auch dieser Band. Wir nennen nur Namen wie „Homer", „Horatius",.,Hebel",,.Hebbel", „Heine", „Holberg", „Herder", ..Herwegh", „Hoffmann", „Heyse", „B. Hugo", „Ibsen"; ferner „Hegel", „Hume", „Humboldt", „Helmholtz". Der neunte Band mit seinen 48 Tafeln und 5 Karten ist eine gauz vortreffliche Fortsetzung der schönen Reihe, durch den das Werk immer mehr zu einem Kapitalwerk deutschen Fleißes gestempelt wird. (Wiener Bank-Verein) Die General Versammlung hat die Dividende für das Jahr 1904 mit 7— 30 Kronen pro Aktie bestimmt, welche vom 7. April d, J. ab gegen Einlieterung des Coupoos Nr. 17 bei der Liquidatur der Zentrale I., Herrengasse 8, und bei den 12 Depositenkassen iu Wien, sowie den Zweigniederlassungen in Budapest, Prag. Brünn, Graz, Lemberg, Czernowitz, Aussig a. d E., Prossnilz, Friedek-Mistek, Wiener-Neustadt, und St. Pölten zur Auszahlung gelangt. Zu den bevorstehenden Festtagen empfehlen: Palästina-Weine Criginalfüllung der. . Uommandlt-Gesevschast»lol Wien, II., Gredlerstrasse 9 Ecke Taborstrasse 11B, mit grossem Erfolge ausgestellt auf den PALÄSTINA - AUSSTELLUNGEN: Wien, März-April 1904, Prag, Mai 1904, Berliner Gewerbeausstellung 1896, Köln 1897, Breslau 1897, Hamburger Internationale Gartenbau-Ausstellung 1897: Bronzene Medaille. Franfurt a. M. 1898/99. Pariser Welt- Ausstellung 1900: GOLD. MEDAILLE. Unsere Weine und Kognaks sind HDS TvT3 und stehen unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn S Fürst, Rabbiners der „Adass Jisroel“ (Schiffschul) in Wien. Vollkommenster Butter-Ersatz nos inn TOMOR nos bv ->V2 Pflanzen-Margarine, in Geschmack, Aroma und Streichbarkeit von Naturbutler nicht zu unterscheiden, selbst der Butter oorzuziehen, weil fleischig und milchig verwendbar. Obgleich das Produkt frei von animalischen Fetten ist und keine Tiermilch enthält, muss, dasselbe nach dem Gesetze doch als Margarine bezeichnet werden. Nicht zu verwechseln mit Margarine aus-. Tierfetten. Die Herstellung erfolgt unter ständiger Anwesenheit eines streng relig. Aufsichtsbeamten und wird von Sr. Ehrw. Hi n. Rabb. Dr. B. Wolf in Köln inspiziert. Postpakete n 8 Pfd. netto Inhalt Mk 5 45 poatfroi exklusive Zoll unter Nachnahme. Proben stehen zur Vertagung. Sana-Gesellsohaft m. b. H., Cleve a. Rh. pflegung samt Wein und Likör. Fahrkarten nach allen Stationen sämtl. amerikanischer Bahnlinien zu Originalpreisen. Nähere Auskünfte erteilt gratis und franko Bequeme, rasche Fahrt, ausgezeichnete Ver- Abreise aus HAVRE jeden Samstag Französisch© Linie WIEN, IV., Weyringergasse 8. AMERIKA estau rant laroline ieidner Wien, I., Seilerga$sel4—Telephon 1276 Erstklassiges geräumiges Lokal mit allein Komfort der Neuzeit «ungestaltet. Anerkannt vorzügliche Küche, Biere aus den renommiertesten Brauereien, Bouteillenweine, sowie Schankweine in jeder Preislage. 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