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Jüdisches Volksblatt · 1905-03-17 · 11 (17.3.1905) · page 12

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1905)
Issue
11 (17.3.1905)
Date
1905-03-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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-I Vulksblillt zu einer Zeit geboren worden ist, da seine Eltern bereits konfessionslos waren, gleichfalls konfessionslos ist. Der LandeSschnlrat für Böhmen verfügte auf Grnnd dieser Entscheidung, das; das betreffende ,Hu10 dem Religionsunterrichte nichtbeiznmohnen braucht. Der Talmud in arabischer Sprache. Ans Kairo unrd gemeldet: Ter Arch Tottor Moyal nnd der Rabbiner der aschkenasischen Gemeinde in Kairo Mendel Götzen haben mit der N e d erse h u n g d eS T a l m n b i n S A r a b i s ch e begonnen. Asyl für Kauflente. Das Pe'ter Handelsgremium beabsichtigt, aus den seit Jahren angesammelten Stiftuitgsbeträgen ein Asyl für greise, erwerbsunfähig gewordene Kauflente zu errichten. Zu diesem. Zwecke hat das Gremium die Hauptstadt um die unentgeltliche llcberlassung des 300 Quadratklafter grossen städtischen Grundstückes 7. Bez., Ecke Egressy-tit und Köver-Lajos-ut gebeten. Die Finanzsektion des Magistrates hat nun dem Magistrat den Amrag unterbreitet, die berechtigte Bitte des Gremiums zu erfüllen. Warnung vor einem Mädchenhänöler. Der Schankwirt Martin Jonas in A m st e r ö a m sucht in verschiedenen europäischen Blättern unter der Zusicherung hohen Gehaltes, freier Reise unfamiliärer Stellung, Kellnerinnen für sein daselbst Spuisstratze Nr. 103 gelegenes Lokal. Die Polizeibehörde hat Veranlassung gehabt, über die Persönlichkeit des I o n a s an zuständiger Stelle Erkundigungen einzuziehen, und die Auskunft erhalten, daß das „Bierhaus" des Genannten als ein verrufenes Haus bekannt sei. Stellensuchenüe werden also gut tun, auf etwaige Anerbietungen des Jonas nicht einzugehen. Die AnsnahmSsteLung des jüdischen Handwerkers in Rußland. Die russische Zeitschrift „Nascha Schisnj" („Unser Leben") gibt folgende Schilderung liber das Los des jüdische!: Handwerkers in Petersburg: ,.Jm Arbeitsamte wurde mit der Lösung der Arbeitszertifikate begonnen und damit begann auch die Not der jüdischen Handwerker. Die jüdischen Handwerker müssen nämlich, genau so wie die arideren, ein Zertifikat lösen. Aber auch hier hat es die Behörde verstanden, den Juden bei Erlangung dieses Zertifikates ein besonderes Hindernis in derr Weg zu legen. Von den Inden wird nämlich ein polizeiliches Sittenzengnis gewünscht, während den nichtjüdischen Handwerkern das Zertifikat auf einfaches Ansuchen hin ausgefolgt wird. Für dieses Siitenzengnis muß jedoch eine nicht geringe Gebühr entrichtet werden, so daß die jüdischen Handwerker auf diese Weise eine separate Steuer zu entrichten haben, von welchen ihre nichtjüdischen Bernssgenossen befreit sind. Daß die Erlangung eines solchen SittenzengnisseS auch mit viel Zeitverlust, langwierigem Antichambrieren beim Polizeischreiber verbunden ist, braucht nicht erst betont zu werden." Konstantinopel. Das jüdische Zentralkonsistorium der Türkei hat seine Demission gegeben. Es handelt sich um Differenzen, die dasselbe mit dem Großrabbiner Moise L c v y wegen des Nabbinerseminars hatte. Wie cs heißt, geht die „Alliance" sogar mir der Absicht mit, falls das Ra b bi na t seine Stellung zmn Seminar nicht ändert, dieses nach S a l o u i rö i zu verlegen. Ans Württemberg. Ter württembergische Finanzetat bringt in diesem Jahre eine E r - h ö h u n g o e s S t a a t s b e i t r a g e s f ü r die i s r a e l i t i s ch e O b e rki rch e n - b e h ö r d e von 42 000 auf 51 000 Mark. Die Erhöhnngssnmme wird zur Besoldung sa u f b e s s e r u n g der Rabbiner und Vorbeter verwendet lverden. Die Bevölkerung Palästinas. Nach der neu.- Statistik zählt Jerusalem auf 40 140 Einwohn -r 28 833 Juden. Unter den Inden gibt es io 001 Aschkenüsim, 7000 Sephardim, 2420 ans den Westlündern, 070 aus Griechenland, 030 Bucharen, 1288 Südländer, 030 aus Persien. Der Rest der Bevölkerung besteht aus 8000 Mohammedanern, 8748 Christen. Hebron rechnet auf 13 000 Einwohner 1130 Juden (720 Sephardim und 410 Aschtenasim), 12810 Mohammedaner und 20 Christen. Jaffa zählt auf 17 713 Einwohner 2070 Juden (1700 Aschkenasim und 1210 Sephardim^, Möhammedaner und 3113 Christen. Safed hat 12 070 Cimvohner. 7l40 Juden (1004 Aschkenasim und 2100 Sephardim), 0000 Mohammedaner und 027 Christen. Trberias: 0000 Cimvohner; 3200 Inden (Sephardim 1020, Aschkenasim 1080), Mohammedaner 1000 und 300 Christen. Sichem zählt 30 000 Einwohner. Juden: 31 Sephardim, 110 Aschkenasim, Mohammedaner 20 080 und 070 Christen. Chaifa hat unter 8300 Eimvohnern 1370 Juden (1200Tephardim und 120Aschkenasun), 6740 Christen und 3200 Mohammedaner. Ghara zählt auf 20 000 Einwohner 70 Juden (Sephardim), 24 020 Mohammedaner und 70 Christen. Akka hat auf 11 130 Einwohner 130 sephardische Juden, 8000 Mohammedaner und 3000 Christen. vom 7. März 1800, Z. 1491, betreffend die Vertretnng der israelitischen Kultnsgemeinde K. in dem Ortsschnlrate in Pl. Der k. k. VerivaltnngsgerichtShvf hat über Beschiverde des Ortsschnlrates in Pl. gegen die Entscheidung des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht vom 3. Juni 1808, Z. 14 211, betreffend die Vertretung der israelitischen Kultnsgeme'inde .\r. in diesem Ortsschnlrate, nach der am 7. März 1000 dnrchgesnbrten öffentlichen mündlichen Verhandlung zu Siecht erkannt. Die Beschiverde ivird als u n b e g r ü n d e t abgewiesen. E n t s ch e i d n n g s g r ü n d c. Mit der angefochtenen Entscheidung des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht ist der vom k. k. Landesschulrate in Prag aufrecht erhaltene Beschluß deS k. k. Bezirksschulrates in Pl. vom 4. Dezember 1897 bestätigt worden, mit welchern der israelitischen Knlttlsgemeinde K. das Recht zur Entsendung eines Vertreters in den Ortsschulrat in Pl. für die Dauer der Besorgung des israelitischen Religionsunterrichtes an d.'r dortigen Volks- und Bürgerschule und für die Dauer der Zugehörigkeit der nach Pl. eingeschnlten Ortschaften zum Sprengel der bezeichneten Kultusgemeinde zugesprochen wurde. Der Ortsschulrat Pl. macht gegen diese Entscheidung geltend, es könne weder die Besorgung des israelitischen Religionsunterrichtes noch die Zugehörigkeit der nach Pl. eiugeschnlten Ortschaften zur israelitischen Knltnsgemeinde die angefvchtene Entscheidung nach den Vestimmnngcn des Gesetzes vom 24. Fek-er 1673 (L.-G.-Bl. für Böhmen Nr. 17), 88 2 und 3 rechtfertigen, denn die Uebcrwachung des israelitischen Oteligionsunterricht es obliege nach 8 0 des VoUbschntgesetzes nicht dem Ortsschnlrate, sondern dem Vorstände der israelitischen Knltnsgemeinde; die Rücksicht auf derr israelitischen Religionsunterricht sei also für die Frage der Berechtigung der Knltnsgemcinde zur Entsendung eines Vertreters iii den Ortsschulrat ohne Bedeutung. Ebensowenig entsrheiöeud sei für diese Frage die Zugehörigkeit der nach Pl. eingeschulten Orte zum Sprengel der israelitischen Kultusgemeinde K., denn zur Zeit der Erlassung deS Schnlanfsichtsgesetzes vorn 24. Feber 1873 seien die Israeliten in Böhmen nicht gehalten gewesen, KnltnSgeaieinden zu bilden. Es sei demnach im Stinte der 88 2 und 3 des SchnlanssichtSgesetzes öaS Recht zur Entsendung eines Vertreters nur in denjenigen Orten ausgeübt worden, in weichen sich tatsächlich eine Knlttisgemeinde befand, und an d i e se m Re ch ts z n st a n d e habe auch das Gesetz vorn 21. Mürz 1800, R.-G.- Bl. Nr. 07, nichts geändert, so daß auch dermalen die Kultusgemeinden nur in die Ortsschulräte an ihrem Sitze Vertreter ztl entsenden berechtigt sind. Der Verwaltnngsgerichtshof konnte diese E i n w e n d n n g e n n i ch t als gesetzt: ch b e g r ü n d e t erachten. Stach 8 0 deS Gesetzes vom 24. Feber .1873 (L.-G.-Bl. für Belnnen Nr. 17) hat „f ü r die i s r a e l i t i s ch e 3t e - l i g i o n s g e n v s s e n s ch a f t" der von der Knltnsgetneinde bestimmte Vertreter in den Ortsschulrat einzntreteu. Voraussetzung des Eintrittes eines Vertreters der Knltnsgemeinde ist also, das; in dem betreffenden Ortsschnlrate Interessen der israelitischen Neligivnögenossenschast im Ginne deS SchnlanfsichtsgesetzeS überhaupt zn vertreten sind, d. h. daß an dem Ortsschnlrate unterstellten Lehranstalten oder wenigstens au einer derselben tatsächlich der israelitische Religivnsnnterricht erteilt wird. Demgemäß hat im Sinne des bezogenen Gesetzes die Jnterventiotl des Vertreters der israelitischen Kultnsgemeinde im Ortsschnlrate ausschließlich wegen solcher Angelegenheiten Platz zn greifen, welche mit der Erteilung des israelitischen Religionsunterrichtes an einer der dem Ortsschnlrate unterstellten Lehranstalten im Zusammenhänge stehen. Es war demnach vollständig richtig, wenn durch die angefvchtene Entscheidtlng das Siecht des Vertreters der israelitischen Kultvsgetneinde zur Intervention im Ortsschnlrate in Pl. „für die Dauer der Erteilung des israelitischen Religionsunterrichtes in Pl." ausgesprochen worden ist. Berechtigt zur Bestimmung des für Die Heilige fnv niichsterr Dummer die israelitische RZigivnsgeiivssenschaft intervenierenden Vertreters im Ortsschnlrate ist aber nach 8 3 des Gesetzes vom 24. Feber 1873 1L.-G.- Vt. für Böhmen Nr. 17) die israelitische Knltnsgeineinde. Es kann demnach dieses Recht zur Entsendung von Vertreter» nur in denjenigen Schulgemeinden ansgenbt werden, tv e l ch e t a tsä chli ch innerhalb des. Sp re n gels einer i s r a e 1 i t t s ch e n St nltnsg e m e i n d e liegen, da sonst die zur Bestimmung des Vertreters zuständige konfessionelle Autorität fehlen würde. Wenn mm auch in früherer Zeit in Böhmen wegen des Mangels organisierter israelitischer Kultusgemeinden das Recht zur Entsendung von Vertretern in den Ortsschulrat nur vereinzelt ansgenbt tverden konnte, so hat sich dieser tatsächliche Zustand infolge der Durchführung des Gesetzes vom 21. März 1800, R.-G.-Bk. Nr. 07, über die Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israelitischen Religionsgesellschasten geändert, indem seither kraft der SNiuisterialvervrdnttng vom 10. März 1803 (L.-G.-Bl. für Böhmen Nr. 39), betreffend die Feststellung und Abgrenzung der israelitischen Kultnsgemeindesprenges die Zahl der organisierten israelitischen Ktrltnsgemeüniden iit Böhmen bedeutend vermehrt ist und demnach die Ausübung des Rechtes zur Bestimmung von Vertretern der israelitischen Religionsgenossenschaft in Ortsschnlräten in weiterem Umfange als vorher ermöglicht erscheint. Die Beüunptnng in der Beschwerde, daß nur an denjenigen Orten, in welchen sich der Vorstand einer israeli ischen KnltuSgemeinde befindet, das Recht zur Entsendung eines Vertreters im Ortsschnlrate ansgeübt werden dürfe, widerstreitet hienach nicht nur dem Wortlaute, sondern auch der Absicht des Gesetzes, ivelche dahin gerichtet ist, der legalen konfessionellen Autorität die Möglichkeit der Mitwirkung in der Schulleitung zum Ziveckc der Ueberwachung des. israelitischen Religionsnttterrichtes zn gewähren. Demgemäß erscheint die angefvchtene Entscheidnng gesetzlich vollkommen begründet und mußte die dagegen gerichtete Beschwerde des Ortsschnlrates Pl. als unbegründet abgew i e s e n w e r d e n. EGBDiJustne Kiicher. H e i n r i ch B l n m. „Salomo» Breiers Werdegang." Humoristisches Lebensbild. Verlag L. n. A. Brecher, Brünn. NikopoliÄ 12!!«—1877—1902 von Carol dem Ersten. König von SUtmLnie». Verlag S. Schottländer, BreSlan. D r. I. t't n z i g. „Haefchkol." Hebräisches Sammelbnch für Wissenschaft und Literatur. Krakau, Druck von Josef Fischer. D r. Otto V e r e n d t. „Der kaufmännische Arbeitsnachweis, seine Bedingungen «nd Formen." E. L. Hirschfeld, Leipzig. v sali a P e r l e s. „Ein moderner Erlöser des Jndentums." Ostdeutsche Bilchhandlnug, Königsberg i. Pr. Berkehrsplan der k. k. Neichshanpi- und Residenzstadt Wien. Verlag G. Jreylag u. Berndt, Wien, 7. Bezirk. „Politisch-anthropologische Skevue." Leipzig, Februar 1000. „Das Freie Wort." Neuer Franlfnrter Verlag. Zweites lFebrnar-) Heft. „Ernstes Wollen." Monatsschrift für aufbauende Ktilttirbewegnug. Berlin, Februar 1006. „Ruthenifche Revue." Wien. Halbmonatsschrift. Erstes Febrnarheft. „llnsere Hoffnung. Monatsschrift für di: reifere jüdische Jugend. Nr. 1—2. „Jung Inda." Zeitschrift für unsere Jugend. Febrnarheft. Prag. Der 21. Bezirk. Kein Mensch weiß ans den Zeitungsherichten allein den Umfang des neuen 21. Bezirkes, dessen genaue Grenzen und somit die Slnsdehnung des heutigen Wien. Dazu braucht jeder einen ordentlichen Plan, wie ein solcher in G. Freytags Verkehrsplatt von Wien, Ausgabe 1000 (Preis X 1,00 mit Plan von Floridsdorf, ohne diesen X 1,20, Verlag von G. Freytag n. Berndt, Wien, 7. Bez., Schvttenseldgasse 02/04) in vorzüglichster Weise geboten ist. Sieben der Uederfirht des hentigeu Wien mit allen 21 Bezirken und dem im großen Masistabe beigegebenen Zentrum des 21. Bezirkes — Floridsdorf — trägt Freytag Verkehrspla» auch allen anderen Aendernngen sorgfältig st Siech» nng. Sv finden wir die neu sestgelegten Grenzen des 0., 7.. 8., 0., 12., 14., 10., 10., 17., 18., 19. Bezirkes genau bezeichnet, die Parzellierntig der Skeitertaserne mit Benennung der über diese Gründe gesührten Straßen berücksichtigt, die in der nächsten Zeit zur Eröffnung kommenden neuen Gtraßenbahtilinien: Geiselbergslraße- Simttierittger Hauptstraße, Erdbergstraße—Stadt. Gasiverke, Stromstraße—Kaiferplatz (Ersatz für die Dampftrannvay Wien—Floridsdorf) bereits eingetragen nsw. — kurz tu'iv haben das Muster eines zeitgemäßen Planes von Wien vor uns, den anznschaffen niemand versäumen sollte. ffienschaft» Kernst und Kiternlm"

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