Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1905-02-24 · 8 (24.2.1905) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1905)
Issue
8 (24.2.1905)
Date
1905-02-24
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2432763-2433077-2433085--2832-2436735
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 6 Jüdisches Volksblatt Nr, 8 Personalnachrichten. Oedenbnrg. Der Kaiser hat dem Oedenbnrger Großgrundbesitzer Samuel V i r i n g e r und dessen gesetzlichen 'Nachkommen als Anerkennung für seine Verdienste aus dem Gebiete der Volkswirtschaft und der öffeutlicheu Wohltätigkeit den ungarischen Adel mit dem Prädikate „Taranyi" taxfrei verliehen. Budapest. Der Bureauchef und Oberbnchhalter der Pester israelitischen Religionsgemeinde, Theodor G l ü cf, ist am 12. ö. M. nach kurzem Leiden im 52. Lebensjahre gestorben. G l ü ck stan'd seit 25 Jahren im Dienste der Gemeinde ' und erfreute sich wegen seiner Pünktlichkeit und Verläßlichkeit allgemeiner Achtung seitens des Vorstandes; sein konziliantes Benehmen erwarb ihm die Sympathien seiner Kollegen. Jubiläum eines Lehrers. Ein verdienstvolles Mitglied der Korporation der Lehrerschaft in N a g y b e c s k e r e k, der Lehrer an der dortigerr staatlichen Volks- und Gewerbeschule, Moritz Fischer, feierte dieser Tage das Jubiläum seiner fünfundzwanzigjährrgen Tätigkeit als Lehrer. Aus diesem Anlasse hat in der jüngst stattgehabten Festsitzung des Nagybecskereker Lehrkörpers Volksschuldirektor Karl Baaben die Verdienste des Jubilars in anerkennenden Worten gewürdigt. Dem Jubilar wurden überdies auch seitens seiner Kollegeu herzliche Ovationen dargebracht. Kassel. Herr Rudolf N ußba u m, Kolonnenführer der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Kassel, ist vom Kaiser mit der Roten 'Kreuzmedaille 2. Klasse ausgezeichnet worden. Nürnberg. Der schwedische Konsul und dänische Vizekonsul Herr Bernharid Lang in Nürnberg erhielt in Anerkennung langjähriger Verdienste im Amte vom König von Dänemark das Ritterkreuz des Danebrog-Orbens, nachdem derselbe schon vorher mit dem schwedischen Wasa- Orden und dem norwegischen St. Olafs-Orden von dem König von Schweden ausgezeichnet wurde. Konsul Lang ist seit Jahren Mitglied der israelitischen Kultusverwaltung und verschiedener anderer wohltätiger Anstalten in Nürnberg. , Genf. Aus Vorschlag eines von der Regierung eingesetzten Ausschusses soll als Nachfolger Professor Zahns an die medizinische Abteilung der Hochschule zu Genf Privatdozent Dr. A s k an a z y von der Universität Königsberg als Professor der pathologischen Anatomie berufen werden. , Verschiedene Mitteilungen. Vom Homeler Prozeß. Zum Prozeß in Homel schreibt der Korrespondent des Warschauer „Israelit": Die Herren Verteidiger ergriffen die günstige Gelegenheit, während der Gerichtsverhandlung gegen die Juden zu hetzen. So bat Herr Dr. Szmakvw die Regierung, „Rußland endlich von den Juden zu befreien". Herr Doktor Romanenko behauptete, daß die Inden in Homel am 20. August und 1. September einen förmlichen Ausstand gegen die Christen veranstaltet hätten. „Die Christen haben sich nur ihrer Haut gewehrt ..." Das Auditorium spendete den Verteidigern viel Beifall . . . Der einzige jüdische Verteidiger Eliaszew zitierte in seiner Antwort Stellen aus dem alten und neuere Testamente und wckirte ciaicu Vorwurf nach dein anderen, die gegen die Inden erhoben wurden, ab. Zum Schlüsse sprach der Verteidiger Pautelejeiv. Er gab den Herren Szmakow und Romanenko in derr folgenden Worten eine richtige Antwort: „Es ist traurig, daß die Verteidiger, anstatt die Vorwürfe, die gegen ihre Klienten erhoben worden sind, zu widerlegen, ihre Stellung mißbrauchen, um die Juden zu beschimpfen." _ Die jüdischen Opfer der Warschauer Straßenkämpfe. Bei den letzten Warschauer Unruhen wurden, taut Liste der dortigen Polizei, die folgenden I n d e n g e t ö t e t: Jakob Abrarn Getreidemann, Bäckerlehrling, Hi Jahre alt, Salv-! mon Jeek Hirschbein, Kaufmann aus Lodz, 81 Jähre alt, Emilta Marjenstratz, HattZbesitzerstochter, Nuchim Najeik, Handlungsgehilfe, 20 Jahre alt, Mendel Aidelmaun, Schnsterlehrling, 17 Jahre alt, Fajge Rnvke Szraj, Maser Zweibaum, Hausbesitzerssohtt, 20 Jahre alt, Abraur Licht, Späugler, Ester Gruber, 38 Jahre alt, Lote Pike, Musikant, Dawkd Ehojuaeki, Fuhrmauu, 27 Jahre alt, Zelmann Frosz, Portemonnaie- Erzeuger, Abranr Woznik, Arbeiter, Moses Slueki, Bürger, Wolf Gerstenzang, Händler, und Josef Gimel, Hausbesitzer, 72 Jahre alt. Die jüdischen Opfer der Petersburger Ttraßenkämpfe. Unter den Getöteten anläßlich der am 22. Jänner in Petersburg siattgefundenen Waffenkämpfe befanden sich, ivie dev „Freund" von der dortigen „Cheiora Kadischa" erfährt, folgende Juden: der Korrespondent der „Birschew. Wjedomosti". Hirsch B a r a n s k i, die Zahnärztin Gite S ch a ch n o w i t s ch, der Apothekergehilfe Saivel R a. b b i n o w i 1 s ch, die Feldscherin. Mirjam Berditschewsk a j a und M. A. B e r l u n s k i . Große Kindersterblichkeit in Reservistenfamilien. Der jüngste Bericht der O d e s s a e r „Chewra Kadischa" konstatiert ein erschreckliches Anwachsen der Kindersterblichkeit unter den Inden. Besonders zeigt sich dies in Familien, deren Ernährer als Reservist in ben Krieg geschickt wurde. In diesen Kreisen sterben durchschnittlich 2 6 K i n d e r i ä g l i ch. Begründet wird diese Erscheinung mit der g r o ß e n A rm u t, welche unter den russischen Massen in Odessa herrscht. DK zur Linderung der Not gegründeten zwei Vereine sind kaum imstande, das allernötigste herbelzuschasfen. Budapest. (M i's rh e h e n.) In ben letzten zwei Wochen wurden hier ne nn Mischehen zwischen Juden und Christele Aufgeboten. In drei Fällen war der Bräutigam Christ, in sechs Fällen die Braut Christin. Auch diesmal finden wir Träger jüdischer Namen als „römisch-kalholisch" angeführt, so u. a. eine römisch-katholische Braut Wilhelmitie H i r s ch, einen römischkatholischen Bräutigam Bernhard Kassowitz u'sw. . > Der erste jüdische Hauptmann im französischen Heere. Am 13. November 1791 erging das Gesetz, das — zum ersten Male in der Geschichte der europäischen christlichen Staaten — den französischen Juden volle Gleichberechtigung geivührte. Als unmittelbar darauf der Krieg der Revolution gegen das verbündete Europa ausbrach, traten viele französische Juden in das Heer ihres freisinnigen Vaterlandes ein. Einer davon stieg sofort -durch seinen Heldenmut und durch seinen patriotischen Eifer zu einer höheren Stelle aus. Es war Enchel Nordou aus Metz, Sohn des Meyer Nordon, geboren anr 4. Dezember 1756. Bei Ausbruch der Revolution lebte er in Paris, Rue neuve St. Eustache. Er trat voll Eifer für die Umwälzung, für die Sache der Freiheit ein und spielte in der Pariser Sektion „Brutus" eine gelvisse Rolle. Auch in die 1788 gebildete Pariser Nationalgarde ließ sich der damals 33jährige Manu anfnehmen utld würbe dort 1790 Sergeant und 1791 Uuterleutuaut im Fnßjägerbataillon. Allein seine Begeisterung veraulaßte ihn zum Eintritt in das aktive Heer, zur Teilnahme an dem Kriege gegen die Feinde Frankreichs und der Freiheit. Sv wurde er am 4. September 1792 Oberleutnant in der neu gebildeten „Germanischen Legion" und zeichnete sich in dieser derart aus, daß er am 4. April 1793 zum Hauptmaun erlmlcnt wurde. Er war oh na Zweifel der erste jüdische Hauptmann im französischen Heere. Die Legion erlitt am 9. Juni 1793 durch die ausständigen Vendeer eine blutige Niederlage bei Saumur. Nvrdvn wurde mit vielen anderen Kameraden gefangen genommen. Allein er weigerte sich, dem Beispiele der anderen zu folgen und sich durch das Versprechen, nicht mehr für die Republik Allgemeine Depositen - Bank. Der Verwaltungsrat beehrt sich hiermit, die stimmberechtigten Aktionäre der Allgemeinen Depositon-ßonk zur dreiunddreissigsten ordentlichen Generalversammlung welche Mittwoch den 8. März 1905, vormittags II Uhr im Sitzungssaals des Anstaltsgebäudes (1., Schottengasse 1) stattfi'jden wird, einzuladen. Tagesordnung : 1. Rechenschaftsbericht und Bilanz für das Geschäftsjahr 1904. 2. Bericht der Revisoren. 3. Beschlussfassung über die Verwendung des Reingewinnes. 4. Wahl von zwei Mitgliedern des Verwaltungsrates. 5. Wahl des Revisions-Ausschusses, bestehend aus drei Mitgliedern und einem Ersatzmanne. Die Herren Aktionäre, welche ihr Stimmrecht ausüben wollen, werden eingeladen, nach § 18*) der Gesellschaftsstütuten ihre Aktien wenigstens 8 Tage früher, d. i. bis spätestens inkl. 28. Februar *1905, bei der Allgemeinen Depositen-Hank in Wien (I. Bezirk, Schottengasse 1) zu l.inlcrlegen. Der Kechnung*ab.schluss pro 1904 wird den zur Generalversammlung legitimierten Herren rechtzeitig zugesendet werden. __W ‘“> 18. Februar 1905. Der Verwaltungsrat. *) 8 18. Jeder Aktionär ist in der Generalversammlung zu so vielen Stimmen berechtigt, so vielmal er I» Aktien besitzt. — Aktien, auf Grund deren in einer Generalversammlung ein Stimmrecht ausgeübt werden soll, müssen samt den noch nicht fälligen Coupons wenigstens acht Tage vor dem Tage der Versammlung an einem vom Verwaltungsi ato kundgemachten Orte deponiert wenlm. (Nachdruck wird nicht honoriert.) zu kämpfen, die Freiheit zu verschaffen. Er wttßte sich vielmehr der Gefangensthast durch die Flucht zu entziehen. In deu folgenden Kämpfen trug er schwere Wunden davon unb würbe am 18. Juni 1796 ehrenvoll entlassen. Allein er gebratlehte auf eigene Küsten die Heilbäder von Bareges und fühlte sich durch sie derart wieder hergestellt, daß er von neuem in den Heeresdienst einzutreteu verlangte. Seinem Wunsche wurde stattgegeben, und am 22. Juli 1799 würbe er Hauptmaun'im 14. leichten Infanterieregiment. Als solcher machte er die Feldzüge Moreaus in Südbeutsthlaub mit in Gesellschaft zweier Söhne. Diese fielen an seiner Seite nutz in dem Gefechte bei Landshut, am 7. Juni 1800 riß ihm eine Ka^- nvnenkugel das linke Bein weg. Wunderbarerweise kam er mit dem Leben davon — eine Ausnahme bei dem niedrigen Staube der damaligen Feldchirurgie. Er würbe pensioniert mit dem jährlichen Ruhegehalte von 1200 Franken. (Die den Urkunden von Professor Dr. M. PHMppson entlehnten Einzelheiten finden sich in dem soeben erschienenen Buche des berühmten französischen Historikers Artur Ehuguet „La Legion germanigue" Paris, Ehapelvl, 1904.) Geschaftsnotizen. Restaurant Karoline Seidner, Wien, 1. Bez., Seilergasse 14, Telephon 1627. Dieses Restaurant, im vornehmsten Viertel der Inneren Stadt gelegen, erfreut sich eines ausgezeichneten Rufes. Dies mit vollem Recht. Die Besitzerin dieses Restaurants bietet alles auf, nm ihre Gäste vollständig zufrieden zu stellen. Ein Blick in die Speisekarte genügt, nm sich von den guten unb doch billigen Speisen zu überzeugen. Marmorplatten in -er feinsten Ausführung liefert die seit Jahren bestehende und bestbekau-nte Firma August S ch w e i g e r, Wien, 5. Bez., Siebenbrnnnengasse 42. Den Fleifchselchern und allen Firmen, welche sich Marmorpulte einführen, kann obige Firma bestens empfohlen werben. Das reichhaltige Grabsteinlager des Herrn Alfred Knnstadt, Wien, 2. Bez., Rotesterngasse Nr. 27, gehört heute zu den konkurrenzfähigsten am Wiener Platze. Herr Kunstabt bietet in Steinsorten nur vorzügliche Qualität zn verhältnismäßig außerordentlich billigen Preisen. Zur bevorstehenden Frühjahrssaison empfiehlt Herr Wilhelm Brau n e r, Tailleur, Wien, 2. Bez., Komödiengasse 1, sein reichhaltiges Lager an Frühjahrsstoffen zn ben billigsten Preisen. Für die Danerhäftigkeit der Stoffe wird garantiert. Die Möbelindustrie hat in jüngster Zeit, um dem verfeinerten, geradezu raffinierten Geschmacke des Publikums Rechnung tragen zu können, die größten Anstrengungen machen müssen. Tatsächlich überbieten sich die Möbelfabri'kanten in der Herstellnng von modernen und modernsten Möbelgegenständen. Daß hierbei der wirklich feine Geschmack nicht immer ans seine Rechnung kommt, ist nicht zu verwundern. Und so sieht man Kauflustige oft von einem Etablissement zum anderen wandern, ohne sich in dem großen Chaos von marktschreierischer Sezession und Geschmacklosigkeit znrechtznfmden. Als einen treuen Wegweiser auf dem Gebiete des feinen Geschmacks in Möbeln aller Art müssen wir daher das reichillnstrierte Album üeö Möbelhauses I. Heiß, 0. Bez., Pvrzeilaugasse 20, begrüßen. Man findet hier wirklich moderne, diskret ansgeführte Gegenstände, bei denen das Moderne nicht auf Kosten der Dauerhaftigkeit hervvrgekehrt wird. Eilt Besuch in diesem Etablissement, ans dessen Inserat wir hier besonders aufmerksam machen, wird sich stets als lohnend erweisen. estaurant iarolme ieidner Wten.I, SetlergasseU—Telephon 1276 Erstklassiges geräumiges Lokal mit allem Komfort dor. Neuzeit ausgestaUet. Anerkannt vorzügliche Küche, Bi«re aus den renommiertesten Brauereien, Bouteillonweine, sowie Schankweine in joder Preislage. Champagner, Liköre eto. — Hochzeiten werden auch ausser deur Hause angenommen. — Für Hausfrauen, Pensionen, Institute: Flaschenweine, Bouleiilenweiue Ciumpuguor, Delikatessen Zustellung ins Haus. WM I1 Kl «i I; lÄ! Alfred Kunstadt Billigste Bezugsquelle für Gruft* m m - und Grabmonumente von 10 fl. aufwärts Provinzaufträge werden prompt und exakt ausgeführt » « h * * .Lieferant der . . . . . israelitischen i^ultusgemeinde . . WIEN II. Bez., ffotensterngassse 27.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.