Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 51 (16.12.1904)
- Date
- 1904-12-16
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdisches Volksblatt Nr. 61 Kosten einer Reise von 18 Zöglingen der Schule nach der unweit Chaifa gelegenen Kolonie Sichron Jaakob. Was die neue Organisation -er palästinensischen Lehrer betrifft, so kann sie manche Verbesserung der Schulverhältnisse speziell in den jüdischen Kolonien zuwege bringen. Dem Hauptübelstande der palästinensischen Schulen, dem Mangel an geschulten Lehrern, jedoch kann allein die in Jerusalem errichtete Lehrerbildungsanstalt des Hilfsvereines der deutschen Inden abhelfen. Das neue Schuljahr begann am 12. April mit 175 Zöglingen. Durch eine Spende des Herrn Direktor LeSzynsky aus Berlin konnte den Schülern eine Eiseubahnexkursivn nach Bettir, der ersten Station auf der Eisenbahnlinie Jerusalem-Jaffa, geboten werden. Am 5. Mai wurde in den zur Verfügung gestellten Räumen unserer Schule die Lehrerbildungsanstalt des Hilfsvereines der deutschen Juden zunächst mit 2 Klassen eröffnet. Herr Rabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim ist entschlossen, einen nach und nach gesammelten Kolonisationssonds unserem Verein mit der Bestimmung zu übergeben, die Zinsen dieses Fonds einerseits für landwirtschaftlichen Unterricht an Seminar und Schule und andrerseits zur Kolonisierung entlassener Zöglinge des Waisenhauses und der Schule zu verwenden. Von unserem im vorigen Jahre verstorbenen Mttglieöe Gustav Gottschalk in Weimar wurden wir mit einem Legat von Mark 6000 bedacht. Die Schule leistet (außer Physik) etwa das, was eine deutsche Realschule leistet. Im Hebräischen und Religionsunterricht erlangen die Schüler eine umfassende Kenntnis der Bibel im Urtext und werden in das Talmud- und Halachah-Studium eingeführt. In der jüdische» Reformgemeinde in Berlin wurden bei der jüngst stattgehabten Repräsentantenwahl als Repräsentanten gewählt: Salo Böhm, Julius Wallach, Hugo Naph tali, Albert Lassa ly, Paul Lächln a n «, Julius Friedemann, Dr. Heinrich Byk. Berlin In seiner Repräsentarrtenversammlung hat der Berliner Kultusvorstand den Antrag der Versammlung vom 30. v. M., dem Deutschisraelitischen Gemeindebund zum Zwecke der Errichtung von Kursen zur Vorbildung akademisch gebildeter Lehrkräfte für den jüdischen Religionsunterricht an den höheren Lehranstalten einen Beitrag von 800 Mark zu bewilligen, abgelehnt, dagegen beschlossen, den Gesamtbeitraz zum Deutsch-israelitischen Gemeindebund für die gegenwärtige Etatsperiode von 10.000 Mark auf 10.500 Mark z» erhöhen. Marienberg Der hiesige Betbausverein veranstaltete am letzten Donnerstag eine Chanuka- Feier, aus welchem Anlässe auch eine große Anzahl armer Kinder mit Winterkleidern beteilt wurde». Um das Zustandekommen des Festes haben sich besonders die Herren Ziffer und Sch au seid verdient gemacht. Berlin. Die Repräsentantenwahlen für die jüdische Gemeinde haben mit dem Siege der sogenannten „Liberaler?' geendet. Das endgültige Stimmenverhältnis ergab für die Liberale» 9453 Stimmen, für die Kandidaten des Zentralvsreines 5363 Stimmen. Die Liberalen siegten also. Die gewählten Kandidaten sind die Herren: Rentier Moritz Mannheimer, Stadtverordneter Julius Martin Friedländer, Professor Dr. Ludwig Geiger, Kaufmann Ad. Mayer, Syndikus Doktor Di- Verlagsbuchhandlung los. Schlesinger Wien, I, Seitenstettengasse 5 und Budapest, VH., Königsgasse 1 empfiehlt ihr Lager wissenschaftlicher Werke sowie ihren eigenen, einzig in der Welt dastehenden Verlag jüdischer (hebräischer) Werke liturgischen Faches, in verschiedene Sprachen übersetzt (deutsch, ungarisch, englisch etc,), alles zu den massigsten Freisen, Gebetbücher in diversen von den einfachsten bis zu den feinsten Luxuseinbänden, Bücher zu Brautgeschenken sowie zu anderen Gelegenheiten geeignet. Auch alle Gattungen Ritualien, wie Moll» n. seiöemOaWm etc. Kataloge und Preisverzeichnisse auf Verlangen gratis und franko. Wiederverkäufor lohnenden Rabatt. Reichhaltiges Lager von goldgestickten Synagogen-Paramenten. Zeichnungen sowie Kosten Voranschläge hierüber worden auf Verlangen bereiwilligst und ausführlich erteilt. Georg Minden, Stadtrat Dr. Max Weigert, Kaufmann BenaS Levy, Kaufmann Willibald Lorwenthal, Justizrat Dr. Hermann Beit Simon, Augenarzt Dr. Wilhelm Feilchenfeld, Professor Dr. S. Kalischer, Kaufmann Emik PincuS, Fabriksbesitzer Emil Rosenow, Rentier Louis Eduard Sachs, Knrsmakler Paul Scblochauer. Israelitische Bibel-Lehrkurse in Budapest. Die Pester israelitische Religionsgemeinde wendete sich an den Magistrat mit der Bitte, zu gestatten, daß für die, die höheren Klassen der Elementarschulen besuchenden Schüler israelitischer Konfession biblische Lehrkürse veranstaltet werden. Der Magistrat willfahrte dieser Bitte und gestattete, daß diese Kurse während des laufenden Schuljahres in den Elementarschulen ans der Arena-nt, in der Mnranyi-nteza und Bezeredj-nteza gehalten werden. Gleichzeitig wurde bestimmt, daß diese Lehrkurse ausschließlich dem Schulinspektorate der Pester israelitischen Religionsgemeinde unterstehen. Trennung von Staat und Kirche in Frankreich. Der Berichterstatter der Konkordats-Kommission der Kammer, Briand, hatte eine lange Unterredung mit Combes, der mehrere wichtige Aenderungen an der Vorlage zur Trennung von Staat und Kirche zngcstand, um deren Zustandekommen im Plenum zu erleichtern. Combes willigte besonders ein, daß die Güter der toten Hand, welche aus der Zeit vor dem Konkordat existieren, dem Staat resp. den Gemeinden anheimfallen. Ferner gestand der Ministerpräsident zu, daß die protestantischen und israelitischen Kultusvereine zur Bildung von Verbänden nicht ans die Grenzen der Departements beschränkt sein sollen. Channkafeier im Czernowitzer Waisenhanse. Samstag abends fand im israelitischen Waisenhause eine vom Kultusrate veranstaltete Chanukafeier für die Waisenkinder statt, die einen herzerhebenden Verlauf nahm. Die Feier wurde durch ein stimmungsvolles Gebet vom Oberkantor und dem Tempelchor eingeleitet. In ebenso warmen als zu Herzen gehenden Worten besprachen sodann die beiden Herren Rabbiner die Bedeutung des Chanukafestes. Hierauf trat ein kleiner Waisenknabe vor, der in wohlgesetzter Rede dem Präsidium und den Kultusräten für die schöne Feier und alle bisher bewiesene Fürsorge dankte. Die Freude der Waisenkinder erreichte den Höhepunkt, als die Verteilung der nützlichen Geschenke, ^vorgenommen wurde, und manche Träne sah man in den Augen der Zuschauer glänzen! Das Ende einer Gemeinde nnd ihrer Synagoge. Aus Dömitz in Deutschland wird berichtet: Mit dem Abbruch der uralten Synagoge ist vor einigen Tagen begonnen worden, nachdem die ministerielle Erlaubnis dazu eingegangen war. An Stelle der Synagoge beabsichtigt die Firma A. L. Meyer hierselbst ein Warenhaus im großen Stile zu errichten. Da die hiesige israelitische Gemeinde nur noch aus 5 Familien besteht, wird ein neues Gotteshaus für sie nicht wieder gebaut werden. Gründung eines Vereines zur Förderung jüdischer Gemeindeinteressen in Hamburg. Auf Einladung eines provisorischen Komitees versammelten sich im „Logenheim" (Hartungstraße) eine Anzahl von Gemeinöemitgliedern zum Zwecke der Verlag „ZION“ (SAM. INSLICHT), Wien, II/3, Untere Augartenstrasse 9. Wir offerieren nachstehende Werke : THEODOR HERZL gf BIBLIOTHEK F euilletons Preis broschiert K 12.—, gebunden K 16.50. Altneuland.K 2.40 Judonstaat....... K 1.20 Solon ln Lydien . ... „ 2,40 Der Baaoler Kongreea . „ —.20 Das neue Ghetto . . . „ 2,40 Unser Kätchen.. 2.40 Philosoph. Erzählungen „ 5.- Das Palais Bourbon ...» Die Glossen.. 1.20 ß Kongreesreden . ... „ —.30 Herzl-Btld ln Lebensgrösse ln grossartiger Ausführung Preis K 50.— Lim71 -^eln, -Anhänger, -Broschüren sowie rlCan&.Li.Briefbesohwerer mit Herzl-Porträts. 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Der neue Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Zusammenwirken der verschiedenen religiösen Richtungen innerhalb der Gemeilldeinstitutionen herbeizuführen. Vor allen Dingen soll der Jnöifferentismus bei den Wahlen zu den verschiedenen Körperschaften beseitigt werden. Ferner soll angestrebt werden, die Kultusverbänöe unter eine gemeinsame Leitung zu bringen und das Friedhof sw e s e n einheitlich zu regeln. In der Debatte sprachen sich die meisten Redner für die Gründung des Vereines ans. Auch müßten die Verhall d l u n g e n der G e m e i n d e k o l l e g t e n I in voller O e f f c n t l i chk e it geführt werden und nicht wie jetzt hinter verschlossenen Türen. Nach längerer Debatte wurde im Prinzip der Gründung des Vereines zugestimmt und mit der weiteren Leitung der Angelegenheit wie Ausarbeitung der Statuten wurde das bisherige provisorische Komitee betraut. Die orthodoxe Kultnsgemeinde in Grotzwardein hielt vor einigen Tagen ihre diesjährige Generalversammlung ab, in welcher das Budget pro 1005 in Beratung gezogen wurde. Das Gesanrtbudget beträgt 146.000 Kronen, eine Summe, welcher wir in dieser Höhe im Etat einer Provinzgemelnde sonst nicht begegnen. Die Gemeinde bringt für die Erhaltung ihrer Schule sowie für Wohltätigkeitszwecke überaus große Opfer, was lrnr infolge der Opferwilligkett ihrer Mitglieder möglich ist. Jüdische Abende. Vorträge aus der Literatur der vstj irdischen Volkssprache (Jargon). Das Komitee dieser Veranstaltungen arrangiert, durch den glänzenden Erfolg des e r st e n, im Notember stattgehabten Abends ermutigt, einen zweiten, der Sonntag den 18. ds. im Festfaale des Hotel Central, 2. Bezirk, Taborstratze 8, stattfinden wird, Der Abend wird durch einen Vortrag des Schriststellers Herrn A. C o r a l n i k über die „Grundzüge der Entwicklung der Jargon-Literatur" eingeleitet. Sodann finden Vorlesungen von Skizzen und Gedichte in jüdischem Originale statt. Einen neuen Programmpnlckt bilden diesmal die Gesangsvortrüge einer bewährten künstlerischen Kraft. Karten sind u. a. bei Herrn M. Hammer, Stempelerzeuger, 1. Bez., RotenturMstraße A, jm zionistischen Kongreßbnreau, 0. Bez., Türkenstraße 0, im Verlag „Zion", 2. Bez., Untere Angartenstratze, und an der Abendkasse zu Haben. Drnckfehlerbcrichtignng. In dem Artikel „R u ß l a n d erwach t" von Mathias Acher in der vorigen Nummer soll es in der 23. Zeile der ersten Spalte von oben statt „sind" richtig „i st", in der 13. Zeile der zweiten Spalte von unten statt „Gesundheitswert" richtig „Gesamtheitstv e r t" heißen. Im Verlage des Hirsch Schlag, Buchhändler in Lemberg, sind erschienen: i. cwwn nnnp -ISCIK Hebräisch-deutsches Wörterbuch von Moses Schulbaum. Preis 6 Kronen. 2. nwK "1818 Chaldäisch-deutsches Wörterbuch von Moses Schulbaum. Preis 2 Kronen. 3. o'bün *1 m (D'^ianaai niabna) nitnnn ma» pwfe '«n» bbis nntn roban -pp di? Neuhebräisch - deutsches Wörterbuch von Moses Schulbaum. Preis 4 Kronen. 4. Deutsch-hebräisohes Wörterbuch mit Inbegriff des Neuhebräischen. Zweite, vielfach vermehrte Auflage. Von Moses Schulbaum. Preis 6 Kronen. 5. -mx ,rinav2 ömmhS snwb bw mtiw h* rvunnn iv'vpnn a"p D'-im-ai mwa Wörterbuch der Eigennamen der hebräischen Literatur, Von Moses Schulmann. Preis 2 Kronen. Freie aller genannten Werke zusammen 18 Kronen,