Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 49 (2.12.1904)
- Date
- 1904-12-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien, Freitag Dezember 1904 Nr. 49 genossen, die ihn mit ihrer Stimme beehrten. Damals war^eanders! Da ginge» ungefähr 5000 Wähler zur Urne und wäre die von Dr. Alfred Stern erfundene Bisitkarten-Pressio» nicht a»Sgeübt worden, so hätte die Opposition gesiegt. Vor zwei Jahren war es anders uud in zwei Jahren wird es wieder anders sein, vorausgesetzt, daßDr. AlfredStern bis dahin nochPräsident derWienerKultuSgemeinde ist! Ehrimik. Gedenk»«,«. K i S l e w. 18. 1786 st. I. Posen a. d. Kolter. Qualen R. Arjeh Löb b. Joseph. 21. 120 v. d. g. Z. zerstörte Johann Hyrkan den Samaritanertempel a. d. Berge Gerisim. 86. 1198. st. Abraham b. David (Rabet) aus Posquiöres. 29. 1496. Befehl z. Vertreibung der Juden aus Portugal. Dezember. 9.119a geb. in Nancy Oberst Theodor Max Lerfberr, Präs. d. Konstst. 11. 1806 geb. in Vremerlohn Johann Goldschmidt, Schriftsteller. 11. 1898. st. in München Dr. Max Grünbaum. 12.' 1888. st. in Odessa Rabbiner Dr. Sim. Leon v. Schwabacher. 12. 1890 st. in Berlin I. Löwenberg aus Strelno, Schriftsteller. 13. 1204. st. Moses Maimonides (Namib a m). 13. 1885 st. in Wilna Mathias Straschun. 15. 1788. geb. in Breslau Pred. Dr. Francolm, Direktor der Wilhelmschule. Wien. (Verein für unentgeltlichen Arbeis- Nachweis.) Samstag den 26. v. M. abends fand im Lesesaale des kaufmännischen Vereines die diesjährige Generalversammlung des „Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis" statt. Der Vorsitzende Herr Dr. Alois Klemperer begrüßte die erschienenen Mitglieder und Gäste, und zwar mit Namen: den Vertreter des Vorstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde terrn kaiserl. Rat Jonas Weil, Frau kaiserl. Rat. Hirsch und rau Klotilde Benedikt als Vertreterinnen des „Frauenhort", die Vertretung des Vereines „B'nei B'rith", die Herren Direktor Zolles und Cmil I e l l i n e k als Vertreter des „Vereines zur UnterstützungisraelitischerHandwerkerundKleiirgewerbetreibender", terrn S. B r o d als Vertreter, des „Vereines zur Hebung der ewerbe", den Reichsratsabgeordneten Herrn Dr. Julius O f n e r, die Herren Rabbiner Dr. E. David, Dr. D. F e u ch t w a n g, Dr. Max G r u n w a l d, Dr. L. Mandel, den Vertreter des Bankhauses S. M. von Rothschild, Herrn Emil Horner, und den Vertreter der Firma Max Springer, Herrn Karl N e u st a d t. An die Begrüßung der Gäste schloß der Vorsitzende einen tiefempfundenen Nachruf auf das im Berichtsjahre verstorbene Vorstandsmitglied Herrn Heinrich T e l t s ch e r und erteilte sodann das Wort zuerst dem Obmann des Exekutivkomitees terrn: Dr. Bela T a u s s i g zur Berichterstattung, daun dem chriftführer Herrn Dr. Gustav Lang st ein zur Mitteilung des Ziffermaterials und schließlich dem Herrn kaiserlichen Rat Karl Hirsch zur Verlesung des Gebarungsausweises. Sehr beifällig wurde die Mitteilung ausgenommen, daß das Bureau schon Mitte Oktober die 10.000. Vermittlung seit seiner Eröffnung (im November 1899) überschritten habe. Nicht minder erfreute die . Konstatierung, daß die steigende Tendenz in den Erfolgen des Vereines auch im Berichtsjahre angehalten hat. Die Zahl der erzielten Vermittlungen ist auf 2524 gestiegen, wovon 1936 auf männliche und 588 auf weibliche Arbeitskräfte der verschiedensten Berufe entfielen. Mit Interesse vernahm man, daß im Berichtsjahre fast 47.000 Parteien an den Schaltern abzufertigen waren. Nach Erstattung des Berichtes erbat sich Herr.käiserlicher RatJonas Weil das Wort, um dem Vereinsvorstande den Dank des Vorstandes der Kultusgemeinde für die erfolgreiche und aufopfernde Tätigkeit auszusprechen. Hierbei hob er hervor, daß er als Mitglied einer Abordnung der Kultusgemeinde das Bureau des Vereines besucht und eine musterhafte Organisation und Tätigkeit vorgefunden habe. Im Namen der Mitgliedschaft dankte Herr M. Baum dem Vorstande für dessen ersprießliche Tätigkeit und brachte mehrere Anregungen vor. Hierauf wurde der Jahresbericht samt dem Gebarungsausweis einstimmrg genehmigt. Bei den nun vorgenommenen Ergänzungswahlen rvuroen die auf Grund des Statuts nach fünfjähriger Mandatsdauer ausqelosten terren Dr. Alois Klemperer, kaiserlicher Rat Johann ichtenstadt und Dr. Bela T a u s s i g wieder-, an Stelle der verstorbenen Vorstandsmitglieder die seit einiger Zeit ohnehin kooptierten Herren kaiserlicher Rat Karl H i r s ch, Direktor Moriz Koritschoner, Siegmund Popper durch Akklamation neugewählt. In einer Schlußansprache wies der Vorsitzende Herr Dr. Klemperer darauf hin, daß der Verein nunmehr "sein erstes Lustrun: vollendet habe, und gedachte in warmen Worten des um die Organisation des Vereines so hochverdienten ersten Obmannes des Exekutivkomitees, des verstorbenen Herrn Siegnnmd R o s e n f e l d. Auf die Tätigkeit des Bureaus zurückkommend, betonte er das Prinzip der Individualisierung, von welchem ausgegangen werden müsse, da ja die Feinde der jüdischen Gemeinschaft diese für jede:: einzelnen, der etwa durch schlimme Verhältnisse auf Abwege gerät, verantwortlich machen. Durch diese Worte des Vorsitzenoen angeregt, sprachen noch die Herren Reichsratsabgeordneter Dr. Julius O kn er vom Standpunkte menschlicher Fürsorge für Unterdrückte, wie es die jüdischen Arbeiter sind, und Rabbiner Dr. E. David vom Standpunte der jüdischen Wohlfahrtstradition. Hiermit schloß die Versammlung. S. D. Silberbufch. Zur Feier des 50jährigen Geburtstages des in Wien lebenden Schriftstellers Herrn S. D. Silberbusch, welcher seit 30 Jahren einen hervorragenden Platz in ^ina-reickt und sie mukten da die'K'onkurren» noed niedt der modernen hebräischen Novellist:! einnimmt, veranstalten die .uno sie mustien, oa ote woruurrenj nocy mcyl vielen Verehrer und engeren Freunde desselben am nächsten Sckbb t den 3. Dezember um 8 Uhr abends in Guth s Restauration eine festliche Zusammenkunft, um das literarische Wirken des Jubilars in kollegialer, ungezwungener Weise zu würdigen. — 88— Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe.) Am Sonntag den 4. Dezember d. I., präzise 7 Uhr abends, findet im großen Fettsaale des Nied.-Oefterr. Gewerbevereines 1., Eschenbachgasse 1t, ein Vortragsabend des Vereines statt. Tagesordnung: Vortrag des kaiserl. Rates Adolf Schwarz: „Die sozialen Verhältnisse in Amerika und die Weltausstellung in St. Louis" mit ganz neuen Lichtbildern (Skioptikon). Auch für Damen höchst interessant. (»Theodor Herzl"). Hierauf las med. Marschow (»Leo PinSker") Perez' „Bonze schweigt", eine der ausgezeichnetsten Erscheinungen dieser Art vor. Die Skizze machte auf die Zuhörer einen starken Eindruck, moä. Seides („Leo Ptnsker") las Scholem-Alejchems „Brief an Mendele". Der Wirkung des einzig dastehenden köstlichen Humors, von dem dieses, wie alle Werke Scholem-Alejchems durchtränkt sind, vermochte sich keiner der Anwesenden auch nur für einen Augenblick zu entziehen. Der Abend muß als in jeder Beziehung gelungen bezeichnet werden. Und mancher „Westeuropäer", der sich die Kenntnis des „Jargons" von den „Budapestern" geholt hatte, befand sich in der Lage Bileams, denn wenn er auch nicht zu fluchen herkam, sicherlich aber kam zu belächeln. Aber siehe da, er riß die Augen weit auf und mußte alles nur achtungsvoll loben. Ben Tobich. Zur Ghegesetzgebnug i« Oesterreich. Der Oberste Gerichtshof hat vor kurzem eine wichtige Entscheidung über Ehetrennung gefällt. Es handelte sich um die Frage der Trennung einer zwischen Konfessionslosen geschlossenen Zivilehe trotz des im Laufe der Ehe erfolgten Eintrittes des einen Eheteiles in die katholische Kirche. Ein Katholik und eine Israelitin wurden konfessionslos und gingen sodann eine Zivilehe ein. Die Gattin trat später in die katholische Kirche ein. Der Gatte begehrte nun die Trennung der Ehe und führte als Trennungsgrund unüberwindliche Abneigung gegen seine Gattin an; auch letztere gab an, gegen ihren Gatten eine unüberwindliche Abneigung zu empfinden, und erklärte sich aus diesem Grunde mit dem Ehetrennungsbegehren einverstanden. Das Gericht nahm die von den Ehegatten behauptete gegenseitige Abneigung als vorhanden an. Der Ehebandsverteidiger machte jedoch den Revisionsgrund dahin geltend, daß die Ehetrennung aus dem Grunde der unüberwindlichen Abneigung im Falle des Uebertrittes eines Eheteiles zum Katholizismus nicht zulässig sei, weil die Voraussetzung hierfür, nämlich, daß aus diesem Grunde beide Ehegatten die Auflösung der Ehe verlangen, juristisch unmöglich sei, nachdem der katholisch gewordene Eheteil die Trennung nicht mehr verlangen darf. Das Landesgericht und das Oberlandesgericht erklärten indes die Ehe für getrennt und der Oberste Gerichtshof hat nunmehr diese Entscheidung mit folgender Begründung bestätigt: „Die Ehetrennung kann aus dem Grunde der unüberwindlichen Abneigung nicht im Klagewege, sondern nur im Einverständnisse beider Ehegatten begehrt werden. Also bloß die Willensübereinstimmung der Ehegatten in diesem Punkte ist erforderlich. Daß aber beide Ehegatten auch gesetzlich berechtigt seien, die Ehetrennung mit ihrer vollen Wirkung, das ist mit der Möglichkeit der Wiederverehelichung bei Lebzeiten des anderen Ehegatten, zu verlangen, bildet keine Voraussetzung dieses Trennungsbegehrens. Vielmehr ergibt sich aus 8 116 a. b. G.-B., daß der akatholisch gebliebene Eheteil die Trennung verlangen kann, obgleich der andere Ehegatte zum Katholizismus übergetreten, also zu einem Trennungsbegehren in diesem Sinne nicht mehr befugt ist. Die Bewilligung der Trennung beruht daher nicht auf einer unrichtigen rechtlichen Beurteilung, woraus sich die Abweisung der Revision ergibt." Jüdische Toynbee-Halle, XX., Karajangaffe 20. Bortragsordnung: Sonntag, 4. Dezember. Rev. W. H. HopkinS: Eine Reife im Orient. (Mit Demonstrationen.) Montag, 5. Dezember. Herr H. May: Chemie dsS Alltags. Dienstag, 6. Dezember. Herr Kolom. Freud er: Jüdische Aerzte im Orient und in Spanien. Mittwoch, 7. Dezember: Diskussion. Donnerstag, 8. Dezember. Dr. Leop. Kahn: Die Makkabäer. Freitag, 9. Dezember. Bibelerklärung. Samstag, 10. Dezember: Konzert. V.:,,. . ...... V,!-• Der theologische Verein der Hörer an der israelitisch entheologischen Lehranstalt in Wien veranstaltet Dienstag den 6. Dezember 1904, */,9 Uhr abends, im Festsaale des Hotel Central die Chanukaseier mit folgendem Programm: 1. Begrüßung durch den Präsidenten cand. pliil. Herrn A. Beck; 2.^ Anzünderr der Chanukalichter durch Herrn Oberkantor B. Guttmann mit Männerchorbegleitung; 3. Deutsche Festrede des Herrn eand. phil. A. Frankfurter; 4. Deklamation des Herrn Th. Weiß, Mitglied des Deutschen Volkstheaters; 5. Hebräische Festrede des Herrn cand. phil. K. Kupfer; 6. Musikvorträge des Herrn Konzertmeisters J.Zimbler und eines Streichquartetts7. Liedervorträge des Herrn Oberkantor B. Guttmann. Die Klavier- und Harnwniumbegleitung wird von Herrn Leo Ascher besorgt. Jüdischer Sport- und Geselligkeitsverein, Wien. Die diesjährige Plenarversammlung fand ani 29. November statt. Die Vereinsleitung, bestehend aus den Herren Dr. Moriz Munk, Eugen Hauser, Julius Munk, Rudolf Tandler und Fritz Gutsreund, wurde einhellig wiedergewählt. Fechtübungen jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag im Vereinslokale II., Praterstraße 34, von 6 bis 8 Uhr abends. Theodor Herzls Nachlaß. Wie dem „Kleinen Journal" aus Wien gemeldet wird, hat der mit der Sichtung von Theodor Herzls literarischem Nachlaß betraute Schriftsteller Balduin Groller seine Arbeiten bereits vollendet. Es wurde in dem Nachlaß kein Werk vorgefunden, das literarischen Wert besäße, mit Ausnahme von zwei Novellen, die bei Notaren erliegen. Diese Novellen hat Herzl seinerzeit bei einer Konknrenz Jüdische Abende. Am 20. d. M. wurde der Reigen der „Jüdischen Abende", die den Zweck haben, das westjüdische Publikum mit der Sprache und Literatur der östlichen Volksgenossen bekannt m machen, eröffnet Nach einem meisterhaften Bortrage „Ueber oie Sprachen des jüdischen Volkes" Mathias Achers deklamierte Laotin. Rosenblatt („Bar Kochba"), Gedichte des.rühmlichst bekannten Lyrikers Abraham Reisen. Das Dargebotene gefiel so sehr, daß das Publikum den Dichter, der im Saale anwesend war, förmlich dazu zwang, selbst einiges vorzutragen. Herr Reifen las sodann zwei seiner neuesten "* abgeschlossen ist, bei zwei Notaren deponiert werden. Außerdem wurde ein interessantes Tagebuch zionistischen Inhaltes vorgefunden, in dem Theodor Herzl seine Gespräche mit Souveränen und hervorragenden Persönlichkeiten über die Gedanken des Zionismus niedergelegt hat. - ' Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder deS XII., XIII., XIV und XV. Bezirkes. Alle unsere geehrten Mitglieder, Gönner und Freunde erlauben wü -uns aus diesem - pchlaa batte er ^uden »n freunden Wege zu der am 4. Dezember um halb-5 Uhr in Reumanns > 9“wt a aU üuu,mn und deren Christentum oft bloß nach Tagen oder Monaten älter ist als das BestallungSdekret, sind in den katholischen und konservativen Rechen die natürlichen Verbreiter deS Unglaubens, der Karrieresuckt und des „Opportunismus". Los von Juda führt zu LoS von Rom. Man sollte meinen, daß die israelitische KuliuSgemeindevorstehung wenigstens darauf sehen wird, daß ihre eigenen Reihen von dem Einflüsse der „Getauften" befreit bleiben? Weit gefehlt. In der Israelitischen Kultusgemeindevor. stehung in Wien sitzen Männer als Kultusräte, deren eigene Kinder getauft sind. DaS sind nämlich Herr Rudolph Auspitz und Herr v. Lieben! Und als neuer Mann ist ein Herr gewählt worden, dessen Schwägerschaft, das ist Familie Schiff, getauft ist. Kein Wunder» wenn im breiteren Publikum eine Begriffsverwirrung Platz greift, die zu Erscheinungen führt, die daS Empfinden eines wirklichen Christen direkt verletzen können. Da liest, man in den Zeitungen, daß ein Weihnachtsbasar, Ohristmaa-Sale arrangiert wird. Man sollte glauben, daß bei einer ausschließlich christlichen und öffentlichen Veranstaltung selbstverständlich „Juden" und „Getaufte" sich fernhalten werven. Dies ist aber nicht der Fall. Hier eine Blütenlese aus der (alle jüdischnationalen Feste und Veranstaltungen totschweigenden) „Neuen Freien Presse" vom 30. November 1903: „Cnristmas-8alu: Hedwig Stern, Selma Lichtenstadt, Dr. Oser Bendiener, Frau Dr. Fleischmann-Auspitz, C. Herz, Mare. Reumann, Rob. Schiff, Dr. Simon Popper, Max Paul-Schiff-Königswarter, Vau!-Schlff-Taussig re. Merkwürdig, daß man in der „Reuen Freren Presse" noch niemals davon las, daß in Wien eine Makkabäerfeier (mit einer nach vielen Hunderten zählenden Beteiligung) stattfand, noch merkwürdiger, daß bei einer Chanukalichterseier, ähnlich der Weihnachtsfeier, das Komitee noch niemals zum großen Teile aus Mitgliedern einer protestantischen Kultusvorstehung und der katholischen Kaufmannschaft bestand. Dazu sind die Christen zu religiös und taktvoll! k-roti echot. Todesfall. Vorigen Sonntag verschied in K r a k a u der dortige Gemeinderabbiner H. L. H o r o w i tz im 63. Lebensjahre. Der Verblichene zählte zu den hervorragendsten Talmudgelichrten Galiziens und zeichnete sich durch seine unerschütterliche Frömmigkeit -und eine hingebungsvolle Liebe für sein Volk aus. Ehre seinem Andenken! Die Mandate Piepcs-Poratinskis. Wie aus Lemberg berichtet wird, wurde an Stelle des verstorbenen Piepes- P o r a t i n s k i Herr Samuel von Horowitz zum Präsidenten der Lemberger Handelskammer gewählt. Das Neichsratsabgeordnetenmandat des Verstorbenen erhielt bei der jüngst stattgehabten Wahl Dr. M a l a ch o w s k i. Jüdische Wohltätigkeit. Aus P r z e m y S l wird uns geschrieben: Der hiesige Unternehmer MoseS Hirt erstand dieser Tage ein Haus um den Betrag von 18.000 Kronen, welches er der jüdischen Gemeinde zur Benützung als jüdisches G r e i s e n a s y l spendete. Diese hochherzige Spende verdient um so mehr Beachtung, als der Vater des Herrn Moses Hirt, Herr EliaS Hirt, erst vor einem halben Jahre 90.000 Kronen zur Gründung eines jüdischen Spitals spendete «ad die Uebung der Wohltätigkeit tu so großem Maßstabe bei uns in Przemysl leider zu den Seltenheiten gehört. Die Familie H irt erhielt aus diesem Anlässe, verschiedene Ehrenbezeugungen seitens der Gemeinde und ihrer. Mitglieder. Vivat ssqusnZ! Russisch-jüdische Auswanderer. Wir haben ehrlich und unverdrossen das Unserige getan, gaben durch Gründung des „Tomchai Jehudei Russia" vor einem Jahre das Vorzeichen kommender Ereignisse — allein es spottet aller Berechnung. Was tza alles in den Strom der Auswanderung gelangt, niederzuschreiben, erscheint mir unmöglich. Unmöglich aber auch die Frage, was wird dieses große Kontingent von Arbeitern aus den verschiedensten Erwerbsquellen anfangen? Wie sich diese ungeheure Arbeiterzahl in der weiten Welt fortbringen wird, wer möchte uns darüber beruhigen. Tatsache bleibt es, daß, der Sultan die russischjüdischen Emigranten in Saloniki und Konstantinopel unterstützen ließ. Die Millionäre in Lemberg haben es nicht unter ihrer Würde gehalten, bei einer großen Anzahl Bessersituierter selbst vorzusprechen, was auch ein glänzendes Sammelresultat lieferte. Die gesammelten Gelder wurden zur Deckung der hier angehäuften Emigranten nach Krakau geschickt. Ob Krakau die Fortbringung derselben bewerkstelligen wird? — Gestern erhielt das hiesige Komitee telegraphisch die recht bezeichnende Depesche, Emigranten nicht herzuschtcken, sie könnten Hungers sterben. Ob es angeht, diesen Unglücklichen mit verschlossener Hand uud verknöchertem Herzen entgegenzutreten? Man kann den Auswanderern das äußerst bange Gefühl der Furcht vor japanischen Kugeln und Bajonetten nicht desuggerieren. Schon steht die Rekrutierung eines neuen Kontingents in Sicht — unsere Behörden aber, fürchte ich, werden dieses bißchen Geduld verlieren, das sie bisnun schwer anfbxachten. :i:,‘ Jokai und das Judentum. Unter .dein Titel „Jokai es a zsidosag" veröffentlicht der Losonczer Rabbiner Dr. Bela Vaj-d ct, ,eiiic: schön geschriebene, von pietätvoller Dankbarkeit für den Jokaischen. Genius inspirierte Studie, tv/elche die Beziehungen des großen Romanziers zum Judentusn interessant beleuchtet. Er hebt hervor, daß die ungarische Judenheit keinen aufrichtigeren Freund hatte als Moriz Jokaü Die Freundschaft begann schon in zartem Alter anläßlsch des Renkontres mit dem jüdischen Schulkollegen 'Koritschoner, das einen so versöhnenden Abschluß fand. In Kecskemet, wo Jokai seinen juridischen Studien „Ich konnte — schreibt er — „mein Ansehen überall nach der Richtung hin geltend machen, daß wir die gebildeten Jünglinge der kaufmännischen Klasse der Kecskemeter Judenschaft in unserem geselligen Kreise heimisch machten. Sie waren unsere Restauration, XIV., Schrvendergasse Nr stattfindenden Chanukafeier höflichst einzuladen. Wir geben an diesem Tage unseren Schützlingen, 34 Knaben und 38 AMchen, eine Festjause und haben auch dafür gesorgt, daß hie Kleinen teils mit warmen Winterkleidern, teils mit anderen'praktischen Geschenken bedacht .... r.w werden. Wir hoffen, daß recht viel« unserer Mitglieder, Gönner;,^ konnten wir am meisten Über und Freunde der Chanukafetetz'beiwohnen werden. Der Vorstand.! literarische Dmge sprechen, von ihnen liehen wir uns Bücher Juden im Christmas 8slv-Komitee Mit Recht wehren1 zum Lesen aus; selbst Petöfi wurde am besten von ihnen sich in jüngster Zeit, namentlich nach den Erfahrungen mit den propagiert." Dr. Vajda erinnert daran, daß das erste . „Getauften" ü la Helfer, die staatlichen und kirchlichen Autoritäten ' gMid Werk 5?okais das Drama A afibo sin" Mar das -- -Een SJetfaa «ch.pira «L erzl") las Perez' tiefpsychologische Skizze „Der meschüggene, meist knapp vor öber sogar erst nach der Einreichung ihres Ge- Stammes biezeichnete. Jokai war es, der den Juden für allen" vor. Frugs „Koß" rezitierte dann jur. Goldhammer suches um Anstellung als Beamte oder Offiziere in sich entdecken ihre Haltung im Freiheitskampfe stets die wärmste 8m-