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Jüdisches Volksblatt · 1904-11-18 · 47 (18.11.1904) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
47 (18.11.1904)
Date
1904-11-18
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr, 47 Wien, Freitag «Tüdieehea Volksblati 18. November 1904 Seite« wir bitten unsere Leser, ihren Bedarf bei unseren Inserenten zu decke« und sich dabei aus unser Blatt zu beziehen. I schaumigen bewußt waren. Und um so verpflichteter, als ich nachmals dnrch seine Bekämpfung Gegner von ihm unterstützte, die mit seinen Fehlern auch noch die eigenen verbanden, von seinen Tugenden aber auch nicht eine besaßen. GS gibt wahrlich auch heute noch eine große Herde, die aufblökt, wenn von Bambus' Tugenden die Rede ist. Biele, die sich parteimäßig hierzu verpflichtet glauben, von welchen ich lieber nicht sprechen will, und manche, die an seiner Methode ehrlichen Anstoß nehme«. Nun will ich gestehen, daß auch mir seine Art, die Dingo zu betreiben, nicht gefiel und daß ich mich dieseabwehrenden Gefühleniemals ganz entschlagen konnte. Doch Über diesen Widerwillen half mir zum Teile schon in früheren, desto mehr in den späteren Jahren die Erkenntnis hinweg, daß wir in einer vielgestaltigen Welt leben, daß im besonderen die Menschen nicht alle auf einen Leisten geschlagen sein können und daß, wenn wir schon Menschen werten wolle» und dürfen, daewig Entscheidende doch der Grad des Enthusiasmus gegeuüder Gemeinsamkeitsfragen und daS Wohlwollen gegenüber einzelnen bleibt. Bambus war geschäftsmäßig kühl und zugeknöpft und liebte die kleinen Mittel. Aber ich kann es aus jahrelanger, eigenster, nie getäuschter Erfahrung bezeugen, daß er ein guter, hilfsbereiter Mensch war wie nur wenige. Und ich kann auf Grund blitzartiger Einblicke in seine sonst so verschlossene Seele versichern, daß dies» de- Zionsideals, für darr in deutschen Landen einer der ersten wirkte, bis zur äußersten Hingebung voll war. Er wußte nicht viel Worte und noch weniger Phrasen zu drechseln, er befleißigte sich einer allzu opportunistischen Borficht, er hatte auch niemals mit dem antreibenden Zurufe begeisterter BolkSmaffen zu rechnen — und doch war so viel warme, so viel gemütvolle Begeisterung in feinem Herzen. Allein BambuS glaubte und wollte nicht bloß. Bambus hat auch geleistet. In seiner stillen, felshöhlenden Tropenart, mit seiner gar nicht geringzuschätzenden Begabung hat er Dauerndes geschaffen. Die Kolonisation Palästina-, als ein Werk ruhiger, sachlicher Entwicklungsförderung, verdankt unter den Juden des Westens ihm am meisten. Und eine zukünftige Geschichtsschreibung wird da gerechter und ehrlicher sein, als manche unglaublich dürftige und gewiffenlose zeitgenössischen Feder. Denn BambuS hat auch noch mehr als geleistet — tt hat auch recht behalten. Ich kann hier nicht auf das zionistische oder jüdische Problem als Ganzeeingehen. In Bezug auf diese stand er ja wohl seinen Feinden, drn ehrlichen wenigstens, Weitaus näher als mir. »Mit ihnen traf er sich auf dem n u rjüdischen und bis zu einer gewissen Grenze auf dem nurzionistischen Gesichtspunkte, von welcher mir. der erstere fremd, der letztere widerwärtig geworden ist. Aber recht hat er behalten ihnen und mir gegenüber in der palästinensischen AnbedlungSsrage — mag man sie als Haupt- oder Nebensache ßetrachten. Recht hat er behalten — wenn auch nicht in allen Details und im Extrem, aber im Wesensgrunde seiner Methode. Und wer'S jetzt noch nicht einsieht, wird'S bald einsehen und wird dann vielleicht auch geneigt sein, BambuS die Ehre zu zollen, die ihm vollauf gebührt. Wien, 15. November 1904. Mathias Ache-. Das Leichenbegängnis des gewesenen Ministers Generals Ottolenghi fand, wie uns aus Turin berichtet wird, am 4. Ss. unter überaus großer Beteiligung aller Bevölkerungsschichten statt. Fast sämtliche italienischen Truppen waren am Leichenbegängnisse vertreten. Dem Sarge folgen die Verwandten, Herzog von Aosta in Vertretung oes Königs von Italien, ferner der gegenwärtige Kriegsminister General Pedottt mit dem gesamten Generalstabe, der Präfekt Gasparini, eine Abordnung von Senatoren usw. Sowohl im Trauerhause als auch am Grabe wurden mehrere Reden gehalten, in welchen die großen Verdienste des jüdischen Generals und gewesenen Ministers um sein Vaterland und um sein Volk und seine Religion rühmend hervorgehoben wurden. c Fremde Juden in Rußland. Wie verlautet soll die Aufhebung des Verbotes, daß fremde Juden nicht das russische Gebiet betreten dürfen, für die amerikanischen Juden unmittelbar bevorstehen. Graf B ü l o w soll von Herrn v. Witte dasselbe Zugeständnis für die reichsöeutschen Juden erlangt haben. Und Graf Galuchowski — schläft. Zur Einwandernngsfrage. Aus zwei Ländern liegen zur Zeit Nachrichten zur Einwanderungsfrage vor, aus England und der Schweiz. Die zwei suchen aber die Frage in gan entgegengesetztem Sinne zu lösen. Die Schweiz, wenn aut. nicht alle Kantone, so doch mehrere, z. B. Z ü r i ch, B e r n, bestimmen, daß ein Fremder nach Ablauf einer bestimmten Frist, nach zehn Jahren, selbst, ohne feilt Zutun, wenn auch nicht gegen seinen Willen, Schweizer Bürger wird. Politischen Flüchtlingen wird selbst der Nachweis der Entlassung aus dem fremden Staatsverbande erlassen. Das „freie" Albion dagegen rüstet sich, die Frage in höchst unfreiem Sinne zu lösen. Sir Howard Vincent, der Hauptagitator gegen die Fremdeneinl Wanderung, verkündet, daß in der nächsten Session die Antialtenbill zur Annahme gelangen werde. Vederemo. Tempelvau in Szempez. Man schreibt uns: In Szempcz steht seit fast 200 Jahren ein kleines, unansehnliches Häuschen, seinerzeit durch Munifizenz eines Grafen Esterhazy von Csetleb erbaut, die Synagoge der Israeliten. Diese war ursprünglich für 14 Personen bestimmt. Die Mitgliederzahl der Gemeinde wuchs seitdem auf 100 Personen, welche an Feiertagen Kopf an Kopf gedrängt stehen. Um nun einen Anfang zu einem neuen Baue zu machen, spendete in der Vorwoche als Elsster der Dtrektionsrat der hiesigen Sparkasse, Daniel Duketz, 500 K. Heute folgte als zweiter Spender Joseph Cstllag, Holzhändler. der 1000 K zu dem gleichen Zwecke deponierte. MMrttnugon aus dem Publikum. rx Einen Gratiskalender hat die bestens bekannte Seifen« |»M Kerzenfabrik Georg Schicht in Aussig heransgegeben. ES wird gewiß jede Hausfrau dies mit Freude begrüßen, wenn sie beim Einkauf der sehr beliebten Erzeugnisse der iFrma Georg Schicht auch noch einen Kalender gratis mit nach Hause nehmen kann, dessen Inhalt sehr reichhaltig und gediegen Ist. Es wird jeder Hausfrau' von Nutzen sein, ihn durchzMen. i Darlehen au/ «Lose und Varipapiere gebe ich zu jedem Betrage %u)l billij^ren ¥ Bedingungen. 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Es ergeht daher der dringliche Ruf an alle Kollegen: Erbarmet Euch dieses unglücklicheu Kollegen! Helfet schnell, denn schnell geholfen, ist doppelt geholfen! Zur Entgegennahme von Beiträgen, auch der kleinsten, sind di« Unterzeichneten gerne bereit und werden Beiträge in diesem Blatt öffentlich quittiert. Rabbiner M. Rawitscher in Stre ln o (Prov. Posen). Kantor M. Rehfeld in Flieh n e (Prov. Posen). Kantor J. Guttmann in S ch ö n f 1 i e es, N. M. Das Bessere ist der Tema des Guten! Etwas wirklich Besseres als alle bisher für Leinen- und Baumwollwäsolie im Gebrauch befindlichen Waschmittel, wie Seife, Soda, Pulver etc. ist Schichte neu erfundener Wasch-Extrakt Marke; zum Einweichen der Wäsche. ■ ■ Vorzögo r — 1 Vermindert die zum Waschen bisher notwendige Arbeitszeit aut die »Litte, 2 die Mühe auf ein Viertel. 3 Macht die Verwendung von Soda gänzlioh überflüssig. 4. Macht die Wäsche, weil reiner, auoh viel weisser. 5. 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Lose sind bei der Abteilung für Staats-Lotterien in Wien, in., Vordere Zollamtsstrasse 7, in Lottokollekturen, Tabaktrafiken, bei Steuer-, Post-, Telegraphen- und Eisenbahnämtern, in Wechselstuben etc, zu bekommen; Spielpläne für Loskäufer gratis. Oie Lose werden portofrei zugesendet. Von der k. k* Lötto-Gefälls-Direktion. :, Abteilung der Staats*Lotterien. Xladnoer Steinkohleniooo stock ----- Kronen-Briketls (ä 460 gr. ca.) spesenfrei ins Haus gestellt K IV.-—. Jdadnoer Steinkohlenvorzügliches und sparsames lltßffS Brennmaterial für Küche u. Haus Frankozustellung per fünf Zentner in plombierten Säcken ä 50 Kg. netto K 8.—. WM- Kleine Schlacke, kein Staub. Bestellzentrale: Wesselner Coks- und Kaumacitwerke Telephon 2274 Qm MELHARDT Telephon 2274 Wien, la| Fried rieh strasse 6« Echt französische und amerikanische ■fi Gummi-Spezialitäten + sowie französische Fischblasen - A. HELDWEIN — WIEN, I., Herreneasse 4 (Eingang Uhreniaden). Versand diskret. 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Verlag des Bibliographischen Instituts ln Leipzig und Wien, ^244

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