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Jüdisches Volksblatt · 1904-10-21 · 43 (21.10.1904) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
43 (21.10.1904)
Date
1904-10-21
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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e*» 9Bnt D Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 21. Oktober 1904 Nr. 43 aber, wie gesagt, noch der Hilfe von auswärts, und wird, wenn der Appell erfolglos bleiben sollte, bas Komitee sich bemüßigt sehen, die Emigration nach Wien zu leiten. Tetsche». lUebertritt.) Samuel Pollatschek, Beamter der Speditionsfirma Blum & Popper, geb. am 26. Juni 1870 in Trebitsch, ist zum evangelischen Glauben übergetreten. Gemein-eleben in Krakau. In der jüngsten Sitzung des Krakauer Kultusrates wurde beschlossen, dem ,Verein zur Unterstützung russischer Flüchtlinge" eine Unterstützung von 300 Kronen zu gewähren. — Rabbiner Dr. Josua Thon wandte sich an den Ortsschulrat mit der Bitte, den Unterricht der hebräischen Sprache für die jüdischen Mittelschüler für obligat z« erklären. Der Landesschulrat in Lemverg, dem die Angelegenheit zur Entscheidung vorgelegt wurde, forderte den K akauer Knltusrat zur Abgabe eines Gutachtens auf. Dieser beschloß nun, sich der Aktion des Rabbiners Dr. Thon anzuschließen und seinen Vorschlag zu befürworten. Im Anschlüsse hieran beschloß der Kultusrat auf Antrag Sinai P e l z', an kompetenter Stelle vorstellig zu werden, daß von der jetz gen Gepflogenheit, den jüdischen Religionsunterricht in einem ktthollichen Religionszwecken dienenden, mit katholischen Emblemen versehenen Saale zu-erteilen, Abstand genommen werde. In derselben Sitzung wurde Herr Dawid B u l w a, ein sowohl als Pädagog wie auch als Hebraist bestbekannter, nationalgesinnter junger Manu zum jüdischen Religionslehrer für Mittelschulen gewählt. Sanoker Bilder. Jede Nation, jeder Volksstamm und jede Konfession erachtet die sorgfältigste Pflege und Verbreitung oer eigenen Geschichte als eine eminente Lebensbedingung. Ueberall, wo eine geläuterte Pädagogik Wurzel gefaßt, werben der Jugend die Bilder jener Heroen aus der eigenen Geschichte vor tue Seele geführt, die, obgleich in längst entschwundenen Zeitepochen gelebt, durch Geistesüberlegenheit und unermüdlich fortgesetzte Gedankenarbeit auf eine Bessergestaltung nicht nur ihrer, sondern auch unserer Zeit sichtlich und unverkennbar eingewirkt. An solchen Lebens- und Charakterbildern vom Lichte der Tugend, des Seelenadels und der Geistesgröße umstrahl! richtet nch die heranreifende empfängliche Jug»nd leicht auf, und wird von einer intensiven, hingebungsvollen Liebe beseelt für ihre Nation, ihren Volksstamm, ihre Konfession!!! Bei uns Juden, dem Volksstamme eminenter geistiger Regsamkeit, wurdedieser wirksame Motor einer erfolgreichen Jugenderziehung leider bis auf den heutigen Tag in bedauerlicher Weise veniackiäi'sigl, ja gänzlich ignoriert. Und diese Unterlassungssünde hat sich bereits bitter gerächt Unsere Jugend, selbst wenn sie nicht die Höhe der modernen Kultur erklommen, zeigt sich leider, sobald' sie mit weiteren Kreisen in Berührung kommt und neue Anschauungsweisen kennen lernt, nur zu sehr geneigt, alles Fremde mit seinem blendenden Flitter in sich auszunehmen, und sie kennt kein sehnlicheres Ziel als das, die eigene Abstammung mit allem, was drum Und dran ist, je eher je gründlicher in Bergeflenheit zu bringen. Doch wozu in Bildern sprechen, sagen wir es doch besser offen: Ich hatte Gelegenheit beizuwöhnen, wie man einen Herrn jüdischer Abstammung (fein Vater noch ckm langen Kaftan) um eine Spende für heilige jüdische Zwecke gebeten, und wie war ich erstaunt von einen Jungen Rechtsgelehrten zu hören ich bin kein Jude, festem polakiem mojzegzowego wyznania“ und ich gebe kein Geld für jüdische Fonds. Ein zweiter Rechtsgelehrter sagte: .iVepiernm was jako zyd narodowy“ und ein dritter wollte sich weder als „Polt«k mojzeszowego wyznania noch als zy>" narodovy“ bekennen. So handelt nämlich die Znnoker-Jntelliuenz! Auch nicht bester ergeht es mit den Chassidismus. In unserem kleinen Städtchen Sanol sind zehn Sekten Cbasidim vorhanden, und zwar Bojaner, Czortkower, SaDagoraer, Bobower, Sieniawer, Belzecer, Dzikower, Bukowskaer, Blaziower und Rymanower und können sich die geehrten P. T.. Leser vorstellen, wie lustig das ,Simchath Thora-Fest" in den Bethäusern gefeiert wurde, dort wird es gesungen, getanzt und gejubelt und was noch? Auch die heiligen Thorarollcn, Leuchter rc. re. wurden von den Chassidim selbst aus' den Bethäusern gestohlen. T. s. Warnung! Seit längerer Zeit treibt sich in Böhmen, Mähren und NiedeGsterrcich ein Mann namens Grünlich aus Lublin herum. Derselbe gibt an, russischer Deserteur zu sein, der zu seinen Freunden in Zürich gelangen will. Nachdem er von Olmütz durch die Wohltätigkeit von Gesinnungsgenosse nach Wien gesandt worden war, kehrte er nach Prag zurück, wo er ebenfalls von den Ausschußmitgliedern des Vereines ..Zion" eine bedeutende Unterstützung erhielt. Da sich herausstellte, daß der Mann ein Schwindler sei, wird gebeten, denselben nicht zu unterstützen und die Empfehlungen des Herrn Dr. Zweig und :ur. Barth aus Olmütz, als mir List herausgelockt unberücksichtigt zu lassen. stzernowitz A k a d. V e r b i n d u n g „H e b r o n i a". Das Ergebnis der C h a r g e n w q h l für das (Winter-) Semester 1904, 6 lautet: Cand. phil. Mathias Kahn Senior; stud. für. Jacob Erler, Fechtwart; stud. jur. Friedrich Molzer, Schriftführer. damit nur nicht an geweihter Stätte ein unreiner Gedanke anftancht. Der Vorsitzende Pfarrer Weber dankte Dr. Frank für seine Worte und bemerkte, er müsse zur Verteidigung Dr. Lautensacks sagen, daß dieser wohl gemeint habe, es gebe in allen Konfessionen inferiore Elemente. Das sei auch die allgemeine Auffassung gewesen. Ein Wert AntokolskiS. Am 23. September wurde trt Wilna vor dem Palaste des Gouverneurs zum Andenken an die Annexion der polnischen Provinzen durch Rußland ein Denkmal Katharinas der Zweiten enthüllt. Außer dem Großfürsten Michael war auch der neuernannte Minister des Iranern Fürst Swiatopolk-Mtrsky zugegen. Das Denkmal ist die Arbeit des jüdischen Künstlers Antokolskt und wird als vorzüglich geschildert. Es stellt die Kaiserin in ganzer Figur dar und die Haltultg ist natürlich und majestätisch zugleich. Der neue Minister wurde bei dem der Enthüllung folgenden Bankett mit jubelnden Zurufen begrüßt. Er hat sich während seiner Dienstzeit in Wilna, wo er den General von Wahl ersetzte, sehr beliebt gemacht, besonders bet den jüdischen Einwohnern, die fast die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Man glaubt, daß er zum Minister des Innern gemacht wurde, weil das Versöhnungswerk in dem Distrikt Wilna unter seiner Negierung so vorzügliche Fortschritte machte. Der neue Minister erklärte dem Vertreter des Bureau Reuter, daß er fest entschlossen sei, sin Sinne des Manifestes des Zaren vom Jahre 1903 zu handeln. Der Korrespondent fährt fort: Die einzig mögliche Schlußfolgerung, die man aus seinen Bemerkungen ziehen konnte, war die, daß er ein entschlossener Gegneer gewaltsamer Repressionen iü und daß er unzweifelhaft beabsichtigt, von Anfang an seine besondere Aufmerksamkeit der Unterrichtsfrage zu widmen. Es werden wahrscheinlich demnächst wertvolle Konzessionen für die Juden bekannt gemacht werden. Der Minister sprach heute nicht iiber die polnische Republik. Die Hauptreöe bei dem Bankett hielt Lubetzkt, der in beredter Weise über die patriotischen Motive sprach, die zur Errichtung des Denkmals führten. Die Vorgänge auf der Tribüne, die vor dem Denkmal errichtet worden war, waren dramatisch bedeutend durch die Anwesenheit zahlreicher Elemente aus den nordwestlichen Provinzen. Unter den geistlichen Würdenträgern befanden sich orthodoxe Priester, römisch-katholische Priester, Lutheraner, Juden und Mohammedaner. Die Katholiken zogen sich vor der religiösen Feier zurück. Der russische Erzbischof sprach den Segen aus, umgeben von der Geistlichkeit, die unzählige Heiligenbilder, von denen viele mit Juwelen bedeckt waren, trugen. Als das Monument enthüllt war, bestieg der Großfürst Michael die Platform und gab das Signal zu einem Salut von 360 Schüssen. Der Großfürst hielt darauf Revue über die Kosaken des 3. Korps ab. Die Stadt ist überall mit buntem Schmuck behängt. Es ist vielleicht charakteristisch für russisches Leben, daß diese Feier mit keinen Volksfesten verbunden war." Ans der zionistischen Bewegnng. Die „Zionistische Federation" in London hat in ihrer jüngsten Sitzung folgende wichtigere Beschlüsse gefaßt: Beim Aktionskomitee wird der Antrag eingebracht, daß der nächste zionistische Kongreß.»icht vor dem 1. Juli 1906 abgehalten werde. Als Termin für die Jahreskonferenz der Federation wurde der 8. Januar 1905. und als Ort . der Tagung Leeds bestimmt. Es wurde ferner beschlossen, als äüsschließliche. S.am rnel - tage für das Nationalgeschenk zugunsten der Kinder Dr. H e r z l s den ersten und zweiten Chanukahtag zu bestimmen. Für das Arrangement dieser Sammlung wurde ein Komitee eingesetzt, in welches gewählt wurden die Herren Josef Cvwen, Dr. Bernstein und S. Lewi. Das Ko- Mr. G u e d a ll a war nämlich Präsident der türkischen Veite publique und da schlug er Midhat Pascha, der 1876 Großwessir war, vor, an Stelle der fälligen Zinsen den Inhabern der türkischen Bons Palästina abzutreten. Da die öffentliche türkische Schuld damals nicht weniger als fünf Milliarden betrug, so wäre ein Eingehen auf den Vorschlag einer Abtretung Palästinas an die Gläubiger der Türkei gleich gekommen. Midhat Pascha, dem.eine Reform der türkischen Finanzen erwünscht gewesen wäre, begann über die Angelegenheit mit Guedalla ernstliche Verhandlungen, diese zogen sich aber in die Länge, bis der kurz darauf ausgebrochene Krieg mit Rußland allen Refvrmplänen in der Türkei ein jähes Ende bereitete. Mit Guedalla starb der letzte große Zeitgenosse und Mitarbeiter jener Männer, deren Streben und Wirken weit über den engen Rahmen der eigenen Heimat hinansginge«. Ehre seinem Andenken! . Testament eines deutschen Inden in London. Der im Juni dieses Jahres in London verstorbene Rudolf Sigmund Goldschmidt hat seiner Vaterstadt Kassel den Betrag von 40 000 Mark testamentarisch vermacht. Herr Goldschmidt scheint ein Preußenfeinö gewesen zu sein, denn er bezeichnet Kassel Einern Vermächtnis als die „frühere Hauptstadt Hessen- Kasselv, die, wie er mit Bedauern sagen müssen, jetzt eine preußische Provinzstaöt geworden sei. Die Zinsen des Kapitals sollen jährlich jungen Leuten, die in die Ehe treten, überwiesen werden, und zwar müssen dieselben Nachweisen können, daß ihre Vorfahren vor dem 18. Juni 1866 hessische Untertanen waren. Weder der junge Ehemann noch der Vater der jungen Frau dürfen in preußischem Staatsdienste stehen. Die Entscheidung über die Wahl geeigneter Heiratskandidaten steht dem Kasseler Magistrat zu. Ein Unterschied Hinsichtlich der Konfession soll im allgemeinen nicht gemacht werden, nur wünscht der Verstorbene, daß wenigstens alle 16 Jahre ein Paar jüdischer Konfession gewählt werde. Falls die Stadt Kassel das Legat äblehnt, fällt es den Haupterben zu. Das von Herrn Goldschmidt htnterlassene Vermögen stellt sich nach den Ermittelungen der Londoner Erbschaftssteuerkommission auf rund 2 270 000 Mark, davon sind neben der Stiftung für Kassel noch 4000 Mark zwei Londoner Wohltättgkeitsvereinen vermacht worden. Ausschreitungen gegen Juden. Die „Russische Telegraphcnagentur" suchte dieser Tage in einer offiziösen Erklärung die Schuld an den jüngsten Exzessen in Südrutzland nach erprobter Methode auf die Betroffenen selbst abzuwälzen. Es fehlte nur noch die Behauptung, die Juden hätten sich eigentlich selbst zum eigenen Vergnügen mißhandelt und ausgeplündert. Die Schilderung der Vorgänge im S m i a l a im Gouvernement Kijew, die wir erhalten, kommt daher zur rechten Zeit, um die russische Dementierungskunst ins wahre Licht zu rücken. Die unmittelbare Ursache der Ausschreitungen in Smia.la war, daß ein Jude einer Bäuerin, die ihm etwas stehlen wollte, einen Schlag versetzt hatte. Sie kehrte bald mit zirka 30 Burschen zurück und es begann die Verwüstung jüdischer Läden. Der Haufen operierte unter Anführung von drei Personen aus der örtlichen „Intelligenz": einem Landmesser und zwei. Studenten. Die Polizei! rührte, wie es zu erwarten war, keinen Finger, um den Exzessen Einhalt zu tun. Der Polizeikommissar und dessen Gehilfe waren nicht aufzufinden und die niederen Beamten wollten nicht ohne Befehl der Vorgesetzten einschreiten. Während der entstandenen Panik fuhr zufällig durch die Ortschaft der Bischof von Kijew. Die Juden umzingelten feinen Wagen und flehten ihn um Hilfe an. Der Seelsorger Ausland Internationaler Kongreß gegen die unsittliche Literatur. Aus Köln wird geschrieben: Der Rabbiner Dr. Frank aus Köln teilte dem Kongreß mtt, daß er bei der Eröffnung verhindert gewesen sei zu erscheinen, und erklärte dann u. a. folgendes: Nicht allein ich und meine Amtskollegen, sondern — ich rede hier im Namen des gesamten Judentum — wir alle stehen Schulter an Schulter mtt denen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gegen die Verbreitung unsittlicher Literatur zu kämpfen. Wenn ich nun unsere Sympathie für die große Sache, die hier beraten wird, mitgeteilt habe, dann werden Sie es auch erklärlich finden, daß ich meine Betrübnis ausfpreche über einen Satz, der in einem gestern veröffentlichten Schriftstück enthalten ist. Es handelt sich um eine Auslassung des Dr. jur. Lautensack ans Montreux, in der es heißt: „So viel dürfte feststehen, daß die Dekadenz in Deutschland vielfach auf Einwirkungen von außen zurückznsühren ist — von Westen mttee ist berechtigt, nach Bedarf auch andere MUglieder zu hatte aber für sie zur Antwort bloß das lakonische „Betet zu kooptieren. Die Schekelzahlung für das nächste Jahr beginnt am kommenden P u r i m t a g e. Die Kischenerver Kolonie. Bekanntlich hat das Ktschenewer Komitee von den ihm zugeflossenen Unterstützungssummen einen Betrag von 100 000 Rubeln zur Begründung einer jüdischen Kolonie in Bessarabien reserviert. Diese Kolonie ist nun mtt besonderer Genehmigung des Zaren auf einem dem Baron Ginzburg in Petersburg gehörenden Gute tatsächlich ins Leben gerufen worden. Dieselbe ist im Kreise Orgijew gelegen und führt den Namen Natssa-Anna. Sie umfaßt gegen 3020 Hektar, von denen 2600 Hektar unter 126 Kolonisten verteilt, der Rest als gemeinsames Weideland resp. als Reserve für kinderreiche Familien verwendet werden soll. London. Chaim Guedalla, der Neffe Moses Montefiores und, wie dieser, Nassi der Juden in P a l ä st i n a, ist am 2. d. M. im Alter von 89 Jahren aus dem Leben geschieden. Die Familie Guedalla ist im Jahre 1760 aus Mogador in Marokko nach England ausgewondert. Schon der Vater des Verstorbenen hat sich lebhaft für Pulästina interessiert und errichtete in Jerusalem eine „Beth Guedalla" genannte Jeschibah. Sein Sohn Haim, der ein bedeutender Linguist und großer Gelehrter war. erbte von ihm seine Vorliebe für das heilige' Land, das er gemeinsam mit seinem groß-n Onkel 1855 zum ersten Male besuchte. Seitdem opferte er für Palästina so viel Gell/, Zeit und Mühe, daß da- Jerusalemer Rabbinat 1885 einstimmig beschloffen hat, den Titel eines Nassi der Diaspora^ den Moses Montefiore geführt hatte, auf ihn zu übertragen. Außer für die Juden Palästinas hat Chaim Guedellä' sich auch für seine übrigen Glaubensgenossen der gesamten. Diaspora lebhaft interessiert. 1863 begleitete er Sir Moses Montefiore auf dessen Reise nach Marokko und knüpfte ans der Rückreise in Madrid Verhandlungen mit dem damals allmächtigen General Prim an, welche 1869 dazu geführt haben, daß Spanien viele Jahre nach der großen Judenvertreibung wieder den Juden geöffnet wurde. Noch war ihnen durch § 11 der Verfügung die freie und pon Osten; und zwar besonders von Osten und das unter Miteinwirkung inferiorer jüdischer Elemente." Das hat meine Reiigionsübung nicht gestattet und so ruhte Guedalla nicht eher, v?(Cn.ü ^!• s■?runangenehm berührt. Was soll. bis Herr Sagasta in einem vom 26. August 1881 datierten dieses Betonen jüdischer Elemente? Bedenken wir doch: peeca- «Treiben n-» Artikel i i k-r Vhm lamm-ntiert tut extra et intra murvs, gesündigt wird bei allen Nationen?7riü?n . . ,£et 7er 1110 "Mn wmmcutiett und in allen Staaten. Da muß ich ganz besonders im Namen hat, daß es de» Juden m Spanten nicht genommen ist, eigene meiner Konfession gegen jenes Verwahrung einlegerr. Ich will . Bethäuser sowie Begräbnisplätze zu besitzen. Zwei Jahre später nicht bestreiten, daß es verlumpte jüdische Journalisten gibt. > setzte Sennor Sagasta auf Betreiben Guedallas beim König aber sie sind in verschwindender Zahl. Ich führe für uns als Zeugnis an, daß unser Stamm gegen Unsittlichkeit immer vorgegangen ist, ich führe als weiteres Zengnts unser sittliches Familienleben an. Unsere Feinde mögen uns vvrwerfen, was sie wollen, uitser Familienleben können sie nicht antasten. (Sehr richtig!) Gestern Morgen wurde hier ganz richtig gesagt: „Der ganze Schwerpunkt der Bestrebungen liegt in der Ehe." Gehen Sie in unsere Kirchen; da sind die Geschlechter getrennt, Alfons XU. ein Dekret durch, welches die Juden in Spanien feierlich als naturalisatwnsfähig erklärte. Sehr interessant sind Die Verhandlungen, welche der Verstorbene mit dem bekannten Reformtürken Midhat Pascha geführt hat und die keinen geringeren Zweck hatte«, als Palästina für die Inden anznkanfen. Gott" und fuhr ruhig davon unter der Bedeckung eines großen Aufgebotes von Polizisten. Der hiesige Großgrundbesitzer Graf Bobrinski telegraphierte zweimal an die Behörden in Tscherkassy um Hilfe, aber trotz der geringen Entfernung von 46 Werst ist das Militär erst am anderen Tage angekommen, wo bereits 186 jüdische Läden und 86 Häuser vom wütenden Pöbel demoliert und verwüstet worden waren. Todesfälle sind nicht zu verzeichnen, aber sehr viele Juden sind schwer verwundet und zu Krüppeln gemacht worden. Erst nachdem die Ausschreitung aufhörte, erschien die Obrigkeit auf dem Platze: der Generalgonverneur, der Gouverneur, der Staatsanwalt sind vvn Kijew herübergekommen und schreiben nun alle Schuld den Juden selbst zu. In Elisawetgrad hat jüngst ein Haufen Christen eine jüdische Begrübnisprozession überfallen. Die Leidtragenden wurden von den Angreifern mit Steinen und Stöcken bearbeitet und auch der Tote wurde nicht verschont. Man hieb auf den Sarg mit Stöcken ein und warf ihn vom Wagen auf den Erdboden. Die Polizei sah alledem ruhig zu. So viel hat es auf sich mtt der vollen Gewissensfreiheit, die der Zar in seinem Manifest von 1903 allen seinen Untertanen versprach. Zum Monstreprozesie in Homel. Wie uns aus Petersburg berichtet wird, hat das russische Justizministerium auf besonderes Ansuchen angeordnet, daß die bekanntlich in den nächsten Tagen beginnende Gerichtsverhandlung in Angelegenheit der Jnöenexzesse in.Homel bei voller Oeffentlichkett geführt werde. Journalistisches. Dem in Petersburg erscheinenden hebräischen Tagblatte „H a z m a n" wurde gestattet, den Verlag des Blattes von Petersburg nach Wilna zu verlegen. Die Emigration der Juden nach Kanada. Mr. H. Markt, Sekretär der Jewish Emigration Society in London, begab sich nach Kanada, um dort für jüdische Auswanderer Arbeit zu finden. Es gelang ihm tatsächlich, 200 Juden in Kingston und auch in anderen Städten Arbettsengagements zu verschaffen. Es ist rätlich, daß die Juden, welche nach Kanada answanbern wollen, vorerst mtt dem Emtgrationsbureau in London in Verbindung treten. Die Bersammlnngen des Grafen Pltckler. Am 14. ds. fand in Berlin eine vom Verein derGewerbetreibendenDeutschlands einbernfene Versammlung statt, in der Graf Pttckler über das Thema „Die Juden in Spanien" sprach. Er hatte jedoch kaum eine halbe Stunde gesprochen und sich dabei in seiner bekannten Weise über den König von Spanien geäußert, als der überwachende Polizetbeamte die Versammlung auflöste. Hongkong. Englische Blätter registrieren die Nachricht, daß der Vertreter der englischen Negierung in Hongkong, Sir Mathew Nathan, einstimmig zum ersten Vorsteher der Hongkvnger Synagoge „Ohel Le ah" gewählt wurde. Sir Nathan hat sich sowohl durch seinen überaus großen WvHltütigkeitssinn als auch durch verschiedene Reformen auf dem Gebiete des Unterrichtswesens große Verdienste erworben.

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