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Jüdisches Volksblatt · 1904-10-14 · 42 (14.10.1904) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
42 (14.10.1904)
Date
1904-10-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 14. Oktober 1904 Nr. 42 Russische ©über, Meine jüngste Reise führte mich nach Wilna und da hatte ich Muße genug, die Lage unserer Glaubensgenossen zu studiere». Hochinteressant ist Wilna, weil hier drei Nationalitäten mit verschiedenen Glaubensbekenntnissen auf verhältnismäßig kleinem Raum zusammengedrängt miteinander zu leben genötigt sind, obgleich sie politisch und konfessionell recht schroff einander gegenüberstehen: die katholischen Polen, die Juden und die orthodoxen Russen. In Wilna gibt es zur Zeit nicht weniger als 75.000 Juden, von denen die meisteu ein kümmerliches Dasein fristen, was schon daraus hervorgeht, daß von den rund 25.000 jüdischen Familien keine 6000 imstande sind, der Gemöiude einen Jahresbeitrag zu leisten, obgleich das Minimum des Beitrages ans nur zwei Rubel jährlich festgesetzt ist. Sehr viele Familien müssen mehr oder weniger van der Gemeinde unterstützt werden. Diese Verhältnisse erfuhren vor einigen Jahren infolge der Massenauswanderungen von Juden aus Moskau eine starke Verschlimmerung, indem nicht weniger als 5000 dieser Unglücklichen auf einmal nach Wilna übersiedelten. Wohl gab es unter ihnen nicht wenige reiche Geschäftsleute, die meisten aber waren aller Mittel vollständig entblößt, so daß die Gemeinde sich ganz und gar ihrer annehmen mußte. Bemerkenswert ist es, daß zwischen den polnischen und den aus Rußland eingewanderten Juden ein scharfer Gegensatz besteht. Es sind keine Anzeichen zu bemerken, daß derselbe im Schwinde» begriffen wäre: der spezielle Nationulitätenhader ist ihnen ins Blut übergegangen, obgleich beide Teile einer derselben Russen wie Polen gegenüber fremden Raffe angehören! Um junge Leute zu besonders tüchtigen Facharbeitern auszubilden, hat die hiesige jüdische Gemeinde vor kurzem zwei Handwerkerschulen gegründet, in denen jedoch ausschließlich praktischer Unterricht erteilt wird. Die Juden Rußlands haben bekanntlich infolge der geltenden Bestimmungen nur eine stark beschränkte Möglichkeit, ihren Kindern eine höhere Bildung zu verschaffen, indem zu Gymnasien und Universitäten nur ein ganz niedriger Prozentsatz von Juden zugslassen wird. Es gibt Lehranstalten dieser Art, welche den Juden vollständig verschlossen bleiben, während die übrigen den Juden in einer Maximalhöhe von 5% Zutritt gewähren. In Kiew und Zitomir ist sogar die Aufnahme vnn jungen Mädchen in den Gymnasien sehr erschwert. So sind die Schulde hältnisse im Kiewer und Wolhynier Gouvernement. In den Weichselpr'ovinzen, und ganz brsonders in Warschau, wo das jüdische Element so stark vertreten ist, find die Verhältnisse jedoch etwas anders; so dürfen an den Warschauer Gymnasien und Universität Juden in der Anzahl von 10% der Gesamtzahl der Studenten immatrikuliert werden. Dagegen hat die jüdische Gemeinde in Warschau noch nicht die Erlaubnis erlangen können, auf eigene Kosten mittlere und höhere Schulen zu errichten. Als bezeichnend für' die diesbezüglichen Verhältnisse verdient noch folgendes erwähnt zu werden: Vor einiger Zeit faßte die Warschauer Städteverwaltung den Beschluß, eine Handelsschule zu errichten, das nötige Geld sollte in der Weise beschafft werden, daß die Warschauer Handelsleute sich nach dem Umfange ihrer Geschäfte an den Unkosten beteligen sollten. Da die jüdischen Handelsleute die meisten und größten Geschäfte besitzen, steuerten sie auch den ganz überwiegenden Teil des zur Durchführung des Planes nötigen Geld-s bei, aber nur ein winziger Prozentsatz von jüdischen Jünglingen wird zu dieser hauptsächlich durch jüdisches Geld gebauten Lehranstalt zugelassen. J. ß. Vom russisch-japanischen Kriege. Ein gewisser Vasilinsky, Gefechte gegen die Japaner den Kanonier Jury Stopjanis f Auch mit der sozialen Frage hatte er sich noch wenig beilnd den Jäger Chaim Baraz. Der Gefahr ausgesetzt, von dem faßt,- erstens gehörte das nicht in sein Ressort — er war im ©cöhcv tu ©cfmtQcitfcijaft öcttowtncn jit tncrftcit/ Öcfcut&ctt fid): AitstnsministeriLtNl ititö Öntttt iüoau? @8 MÜL iü öocfi ittdjt® dieselben bei den Offizieren, die Berichte von der belagerten »""lnsmlNi,termm nno oann, wozu/ wai laowmwv - 1 - -" - ■ zn ändern. Es war auch geradezu gefährlich, man konnte so leicht für einen Sozialdemokraten gehalten werden, und last not least war alle Sozialreform doch bloß: „travailler pour le rot des juifs, prinee de Rotschild". Er kam sich daher sehr deplaciert vor. Wo war er denn Festung Port Arthur brachten. Jüdisches Archiv. Das von dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebnnde und der Großloge U. O. B. B. gemeinsam berufene Kuratorium für Herstellung eines Gesamtarchivs für die Juden Deutschlands hat beschlossen, zunächst einen mit der hebräischen Sprache und der jüdischen Literatur gründlich ver trauten jüdischen Fachmann mit Rundreisen durch die jüdischen' eigentlich? Beim Diner oder in einer sozialen Versammlung? Gemeinden Deutschlands zur Feststellung und Prüfung des »Wollte man ihn vielleicht kapern? bei ihnen vorliegenden archivalischcn Materials zn beauftragen. Oho, so leicht war das nicht. Am meisten staunte er über Herr Archiven J?1'- Siuicr iu I feinen Grafen. Mein Gott, was aus dem Menschen werden sehen. Der Beauftragte wird über jede Reise einen zusammen- ' ' ' '' . hängenden wissenschaftlichen Bericht erstatten. Ans Grund des-! konnte! ^er Graf sagte zwar nicht viel, aber was er sagte, selben soll die Sammlung oder Kopierung des archivalischcn ließ erraten, daß er auch schon bedenklich „aufgeklärt" sei. Stoffes für das GesauNarchiv veranlaßt werden. Zugleich ist die Phvtographierung der für die Geschichte des mittelalterlichen Judentums so bedeutsamen Memorbttcher beabsichtigt. Das Knratvrinm hat endlich beschlossen, einen jüngeren Historiker für den Posten des Archivars berufsmäßig ausbilden zn lassen. Grundsteinlegung. Diesen Monat fand die Grundsteinlegung für die Schule der deutsch-israelitischen Kultusgemeinde in Sophia statt, welcher ein feierlicher Gottesdienst im Gemeindetempel voranging. Nach einer der Bedeutung des Tages gewidmeten wirkungsvollen Ansprache des Gemeindepräsidenten bestieg der Prediger Herr Dr. Z. Rabbiner die Kanzel und besprach in längerer Rede den wohltätigen Einfluß der Schulen auf die Entwicklung der Völker im allgemeinen — namentlich aber die Notwendigkeit des Religionsunterrichtes als Basis für die moralische Erstarkung des kindlichen Geistes. Als Quelle der Bildung bezeichnete er die Thora, das Buch der Bücher, deren Quintessenz, die zehn Gebote, in allen Schulen gelehrt werden. Mit einem Gebete für S. K. H. den Fürsten und das tolerante bulgarische Volk, in dessen Mitte sich die Angehörigen aller Nationen und Religionen frei entwickeln können, schloß die erhebende Feier. Der Antisemit.*) Eine Charakterstuöie. Von G. v. F o r e l l (Luzern). (Fortsetzung.) Der Diener meldete, daß angerichtet sei. Unser Regie- ^j^r Zeit der Dekadence leben? Hatte das die Frau gemacht? Jedenfalls. „War das Gedicht nicht hübsch?" fragte seine Nachvarirr. Er zögerte mit der Antwort. „Gewiß!" sagte er dann. Wenn das der Minister gehört hätte! Aber gleich darauf schämte er sich seiner Aengstlichkeit. Zum Donnerwetter! konnte er nicht auch mal eine Ansicht haben? Bald danach wurde die Tafel aufgehoben. Nun plauderte man gemütlich bei der Zigarre, wobei sich der Schauspieler als ein sehr angenehmer Gesellschafter zeigte, der unfern Antisemiten mit besonderer Rücksicht behandelte. So fühlte der sich wieder ganz behaglich. Und als eine Stunde später alles aufbrach, konnte, er nicht umhin, ganz gegen seine Gewohnheit, der Gräfin einige Komplimente über den. höchst angenehmen Abend zu sagen. „Ich bewundere diese Herren," sagte er, „die sich trotz, ihrer Stellung der Armen annehmen!" „War dies nicht von seinem Ursprung her die Aufgabe des Rittertums?" erwiderte die Gräfin. Markgraf war über diese Antwort so bestürzt, daß er nichts zll sagen wußte und sich schnell empfahl. Draußen fragte er einen der Herren nach dem Namen der Schwiegermutter des Grafen. „Meyer," lautete die Antwort. Er war baff! Meyer> mein Gott, wie kann man so heißen! Also doch eine Mesalliance! Sollte Nietzsche am Ende recht haben, wenn er sagt, daß rungsrat führte die Schwägerin des Grafen zu Tisch. Das war ihm angenehm,- denn er hatte bemertt, daß sie — ganz im Die Gräfin hatte den Regierungsrat zu ihrem Jourfix^ der alle vierzehn Tage stattfand, aufgefordert. Er hatte sich ....... __... ...— einer von den altadeligen Herren vor, was so ein Schaffner ein Arde aus Elisabetgrod, der sich jetzt im fernen Osten auf zum Leben brauche. dem Kriegsschauplätze benutzet, schrieb seinen Verwandten, wie! sett Emritelien litoeüe- ^ch alaube damit köndre „Elyabetgroöer Neuigketten" melden ,folgendes: „Am 13. ^ute wm " I??? 0 „ 7 Juli 1904. Vier Werst von CHaitschen. Für die Schlacht bei nen öiese Leute sehr gut leben!" Und dann erzählte sie eine Wafangou den 1. und 2. Juli erhielt ich das St. Georgenkreuz Geschichte von ihrer Waschfrau, die mit einen: Schaffner ver- 4. Klasse. Mein Leben hing an einem Haare. Seit dem 10., heiratet war. den iiumnmn Sk' Schwiegermutter des Grafe» sagte: „Ich glaube, -S ununterbrochen 16 Stunden. Ich Habe keine Zeit, viel zu schrei- Gegensatz zu ihrer Schwester — still und sehr zurückhaltend öe|aöt: „Einmal kannst du ja hingehen, gleichsam als Berwar. Da brauchte er sich nicht anzustrengen. dauungsvisite, aber dann läßt SU den Verkehr einschlafen." Ihm schräg gegenüber nahm die Schwiegermutter Platz. Er fand sich also das nächste Mal ein und war, da er sehr Auch das freute ihn. Und er hatte sich nicht getäuscht, denn piinktlich kam, wohl eine halbe Stunde mit den Damen allein, sie bestrebte sich, die Unterhaltung allgemein zn machen. Dw Er hatte sich darauf vorbereitet, hatte das neueste Stück von konnte er ab und zu einen Brocken dazwischen werfen, Ibsen sowie von Hauptmann gesehen, verschiedene sozialistiübrigen schweigen und zuhören?- Dies letztere besorgte er nach'. Broschüren gelesen und mehrere Sätze daraus seinem Ge- Kräften,- seine Nachbarin machte offenbar keine Ansprüche - hächtnis eingeprägt. So ausgerüstet, vermochte er wenigstens an ihn. j einer kurzen Diskussion Stand zu halten, indem er sich vor- Er staunte. 26ar das der hohe Adel? 3Nan sprach ia j ^jcfjtiq tit der Defensive hielt, fast nichts als von armes Leuten: von Arbettslöhnen und j Ex piar sehr froh, als die anderen Gäste erschienen: Er^ Streiks — es war gerade der Streik der Pferdebahnschaffner i Mann und Beamter, konnte sich doch nicht von Frauen untergewesen — von Sozialismus und Kapitalismus und allen xxiegen lassen. diesen Sachen, die so entsetzlich langweilig und so furchtbar j (gr xierötett sich im ganzen meist passiv, beobachtend, und ernst waren, und von denen man nur sagen sollte: „O, rühret,! unterhielt sich gelegentlich mit der Schwägerin, deren stilles» rühret nicht daran!" k ernstes Wesen ihm außerordentlich bequem und anziehend war^ Der Streik war ja glücklich zn Ende, Dank dem Minister! j In ihrer Nähe fühlte er sich wohl. Er brauchte ihr gegen- Wozu noch davon reden? Aber da rechnete fjorriöüe Mctit! j M^r nicht um jeden Preis geistreich zu sein. Mit ihr konnte er plaudern, wie es ihm am besten lag, und dabei fühlte er, daß. wird sehr schwer zu entscheiden sein, wieviel ein Mensch zum Leben braucht. Da müßten die Herren von der Gesellschaft ihre Angestellten selbst fragen, was sie aber schwerlich tun werden.! Dagegen werden sie unbedingt daran denken, möglichst hohe; sie ihn am besten verstehe von der ganzen Gesellschaft. Wie konnte man nur Meyer heißen? Vierzehn Tage später war er wieder auf dem Wege zum Jourfix. Beinahe wäre er an der Tür noch umgekehrt. Was sollten sie von ihm denken, daß er schon wieder kam? Inzwischen hatte er ordentlich studiert: Nationalökonomie. Was waren die Griechen und Römer doch noch für Kinder gewesen! Was hatte die Menschheit nicht alles gelernt seitdem! Davon hatte er sich ja gar nichts träumen lassen! Er begann dunkel zu ahnen, warum er bisher so unzufrieden gewesen! ben. Bis jetzt bin ich gesund. Die starken Regengüsse hören nicht aus, was sehr zu bedauern ist. Wir setzen uns in der Nacht Se§^-0'nd •{jejinöc E,in Gefahr. Betet für Briefe schreibt er folgendes: „Ich fühle mich recht wohl: bis jetzt> Dividenden herauszuwirtschaften. Und da fragt^ es ^sich, °öj<igejn Geist war ja von dieser Seite vollkommen unentwickelt konnten sie mich nicht töten — aber sie werden mich töten. Bei : " '.' ““ allem Ungemach verhalte ich mich kaltblütig. Ich esse, was ich zur Hand habe und bin gesund wie ein Ochs. An das Pfeifen der Kilgeln bin ich gewöhnt wie ein Maschinist an den Pfiff der Lokomotive. Ich lebe und denke an nichts. So ist es eine allgemeine Verkehrseinrichtung nur persönlichen Zwecken dienen darf!" Unser Antisemit war wieder baff! Wo Hatte die Frau das her? Dagegen konnte selbst er nichts sagen. Aber was leichter, sagt man. Meine Adresse: Das Mandschurische De-! würde sein Minister dazu meinen? Jedenfalls hütete sich unser tachement des 1. Ostsibirischen Jägerregiments Seiner Kaiser- Antisemit, seinen Senf dazu zu geben. Er hörte lieber zu. lichen Majestät. Jetzt befinde ich mich in der Abteilung des Generals Fock, unseres alten Kommandeurs des Prager Regiments. Bitte mir zu schreiben. Lebet wohl. Euer Boris Bastlinsky." — Die Verwandten Basilinskys erhielten die Nach-, Anscheinend tat seine Nachbarin, das auch. Sie war entschieden ein sehr sympathisches Mädchen, besonders mit den beiden Komtessen verglichen, die so entsetzlich gebildet taten. Aber erst zum Schluß — als Sekt erschien, fing geblieben. Und der Horror vaeui hatte ihn jetzt erfaßt. Mtt Lust sog er sich nun voll und sein Drang nach Wissenschaft konnte kein Ende finden. Hier sah man doch einmal „wo und wie". Und nun wollte er sich doch aussprechen. Er freute sich, die Gräfin schvil im Gespräch zu finden. Er wandte sich daher gleich an die Schwester und hielt ihr einen Bortrag, dein sie wirklich ansmerksam folgte. Sie schien sich lebhaft für alles zu interessieren. Er war selig. Die wollte doch nicht alles besser wissen,- die konnte doch noch znhören,- die wußte sich doch ilvch llnterzuvrdnen und begriff, daß der Geist richt, daß Boris durch zwei Kugeln verwundet wurde, daß er im Hospital sich befand und die Krankheit glücklicherweise überstanö. Die Wunde heilte zu und er befindet sich wieder in der Front. Er diente früher in Nikolajewsk und meldete sich als Freiwilliger in Port Arthur,- dort trafen ihn die Kriegsereignisse an. — Die vorletzte Nummer des „Odessky Listoe", brachte folgende interessante Notiz: „Am 19. August zog auf dem Elisabetgroder Bahnhof ein junger Soldat, der vom fer-! nen Osten in die Heimat zurückgekehrt war, die allgemeine! .. . .. Aufmerksamkett auf sich. Dieser Soldat ist der Kleinbürger "&t wirklich?" erwiderte sie. der Stadt Balta, Samuel Gilstein, der sehr interessante Details In diesem Augenblick erhob sich der Schauspieler und trug von der Schlacht bei Wasangou erzählte, in welcher er drei ein Gedicht vor: über das soziale Elend. Das Gedicht, von.,.., . Ä rf s fS ctfMcü s"« L.sn^kÄL einem der Anwesende» »ersaßt, war se«r gut. Die Damen ^lges volles Herz ans. Alles was °° durchgemacht an bösen NeLenteker sie, Tde» IaL»». '°ö» wurde» sebr gertibrt.! wie er alle seine deutschen Ideale eingebiißt und seinen wo er entfloh, und wurde von der Auskundschaftsabteilung er ari, sich etwas mehr mit ihr zu unterhalten. Sie erzählte: öcg Mannes eü jps§ dem der Frau überlegen ist. ihm, daß sie mtt ihrer Mntwr ein Landhaus am Rhein be- Seitdem war er regelmäßig Stammgast bei dem Jourfix. wohne, daß ste aber diesen Winter in Berlin verbringen wollen zu jedem bereitete er sich vor, als ob er zum Examen und eine Etage in der Handelstratze bezogen hatten. ginge. Und immer fand er die Schwägerin bereit, ihn zu aöte: wehten Sommerurlaub regelmäßig „überhörm". Sie war gleichsam sein Repetitor geworden, in Borkum zu,- da sind keine Juden!" ... ... Bon der Nationalökonomie, die mit einem Mädchen zu verhandeln doch etwas langweilig wurde, ging er zu seinen persönlichen Verhältnissert über und schüttete ihr sein vierzigäufgelesen. In Liaojang dankte ihm der Oberbefhlshaber der Mandschureiarmee, General Kuropatkin, für seine Tapferkeit, Und Heftete an seine Brust den Heiligen St. Georgsorden 4. Klasse^an. Gilstein diente in diesem Regirnent drei Jahre. „Wer ist denn der Schauspieler?" fragte der Anttsemtt. | an das Bessere im Menschen. „Gott, den kennen Sie nicht? Er ist doch einer unserer! Sie schien «,,» »er» znzuvören. Nur einmal siel chm ans. berühmtesten, der Schauspieler X. vom Deutschen Theater." „Ach der," log der Antisemtt, „ja natürlich kenne ich ben. Dem Ansehey nach ist er vollkommen gesund, von athletischer; Ich habe ihn nur nicht wiedererkannt." Konstruktion, nur hint er etwas." — Wir finden in einer der letzten Nummern der „Odessaer Neuigketten" („Odesskija Nowvsty") folgende interessante offizielle Mitteilung: „Die Helden." Im Befehle des Statthalters vom 10. Juli Heißt es: Kraft der mir Allerhöchst gewährten Macht belohne ich mtt dem Zeichen des Militürordens 4. Klasse (St. Georgenkreuz) für die In Wirklichkeit war er noch nie im Deutschen Theater gewesen, weil dort gräßlich viele Juden waren. Aber er schämte sich doch, das etnzugestehen. *) Aus der „Frankfurter Zettung". daß sie nicht auf seine Reden einging. Er hatte schon gemerkt, daß er in dieser Gesellschaft mit seinem Antiseinitismus nicht weit kommen werde. Hie und da batte er sogar Juden hier getroffen. Aber einmal übermannte ihn der alte Zorrr, und der alte Judenhaß machte sich- Luft. Da Hatte sie kein Wort erwidert und war nur bald dar-' auf hinausgegallgen, ganz blaß im Gesicht. Warum nur? War sie doch vielleicht philosemftisch?

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