Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1904-09-30 · 40 (30.9.1904) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
40 (30.9.1904)
Date
1904-09-30
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2432763-2433023-2433063--2596-2436479
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 30. September 1904 Nr. 40 Jüdische Fideikommisse bestehen nach einer Entscheidung des Oberlanöesgerichtes zn Celle, welche wegen -er bevorstehenden Neuregelung des Fiöeikommitzwesens augenblicklich von besonderem Interesse sein dürfte, im Deutschen Reiche zu Recht. In dem Testameiüe eines im Jahre 1757 verstorbenen jüdischen Erblassers, eines mit irdischen Gütern reich gesegneten Großkanfmannes, war bestimmt, daß die Hälfte des zum Nachlasse gehörenden Vermögens „zum beständigen Aufnehmen einer Familie", „zu einem ewigen und unauflöslichen Fideikommißkapital und Gut" gewidmet sein solle. Es war dann in Sem Testament die Nachfolgeorönung bis ins kleinste, sogar über das Anssterben des Mannesstammes hinaus geregelt; es waren „je- und allezeit" 300 Gulden für arme Verwandte ausgesetzt; es war verordnet, daß allezeit eine Anzahl jüdischer Gelehrter gehalten werden sollten; nnö es waren endlich als „Anhang des Geld- oder Geschäftsfideikommisses", welches somit die Hauptsache sein sollte, auch Häuser und Gärten dem Fiöetkommitz gewidmet, so daß sie mit solcher Qualität auf ewige Zeiten behaftet sein sollten. Da, wie das Gericht feststeüt, auch Juden um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts von der Errichtung von Fideikommissen nach den aus dem Gewohnheitsrecht zum allgemeinen Privatrecht gewordenen Normen nicht ausgeschlossen waren, konnte es nach den wieöergegebenen Anordnungen keinem Zweifel unterliegen, daß es sich um ein öeutschrechtliches Familienfideikommiß von ewiger Dauer handelte. Dem stand auch die etwaige Unfähigkeit der jüdischen Geschlechtsnachfolger des Stifters, Grundeigentum zu erwerben, nicht im Wege, und es widersprach dem ebensowenig die mst dem Fiöeikommiß verbundene Verpflichtung, das Geschäft weiterzuftthren, da irgendwelche Verpflichtungen (die Bewirtschaftung eines Grundstücks u. dergl.) stets an ein Fiöeikommiß geknüpft sind. Ein charakterfester Jude. Professor E. L a m p e in Berlin widmet dem verstorbenen Professor der Mathematik an der Technischen Hochschule zu Charlottenburg, Dr. Meyer Hamburger, einen längeren Nachruf, in dem nicht nur der hervorragende Gelehrte gefeiert wird, sondern — was aus dem Munde eines Nichtjuden besonders erfreulich ist — auch der charakterfeste Jude. In diesem Nachrufe werden die Schwierigkeiten betont, die sich dem Verstorbenen als Juden ent-! gegenstellten und die dieser mit seltener Charakterstärke ei=j trug. So wird u. a. darin gesagt: „Der Gewinn der bestandenen Oberlehrerprüsung war gering. Nach den gesetzlichen? Bestimmungen jener Zeit mußte Hamburger als Jude beim Ablegen der Prüfung ein Schriftstück unterzeichnen, durch das ihm bekannt gegeben wurde, daß er durch die ihm zugebilligte Facultas docendi keinen Anspruch auf Anstellung an einer höheren Lehranstalt Preußens erworben hätte. Um eine sichere! Lebensstellung zu erhalten, sah er sich daher gezwungen, 1864 j die Stelle eines Lehrers an der jüdischen Gemeinöeschule zn i Berlin anzunehmen. Dem Glauben seiner Väter getreu, hat j er in philosophischer Ruhe und Würde diese Stellung bis zu, seinem Lebensende bekleidet. Die wissenschaftlichen Leistungen^ Hamburgers waren derartige, daß der Wunsch entstehen mußte, feine Kraft für eine Hochschule zu gewinnen. Es ist das Verdienst Weingartens, den bedeutenden Gelehrten, der an ein Hinaustreten, ans der Stille feines Sinnens und Forschens nicht gedacht hatte, zum Eintritt in den Lehrkörper der Technischen Hochschule zu Berlin aufgeforöert zu haben. Durch Ministerialerlaß vom 15. Januar 1879 erhielt Dr. Hamburger die .Genehmigung zur Abhaltung außerordentlicher Vorträge über mathematische Gegenstände an der Bauakademie. Mit dem Lehrauftrage für niedere Analysis und Algebra betraut, erhielt er als Dozent 1885 sein Patent als Professor. Elf! Jahre später wurde sein Lehrauftrag auf Funktionentheorie,! Variationsrechnung und Potentialtheorie erweitert, ohne! datzjedochseinEinkommenaufeinesolcheHöhe? gebracht wurde, daß er seine Stelle an der jüdischen Knabenschule hätte aufgeben fön» n e n. In dieser Doppelstellung verharrte er bis Ostern 1903. Bei Beginn des Sommersemesters waren seine Kräfte bereits so weit geschwächt, daß er auf Anordnung seines Arztes Urlaub nachsuchen mußte. Am 9. Juni 1903 brach er in den Armen seiner Gattin plötzlich zusammen. Mit ihm ist ein Mann dahin > gegangen, dessen Ansehen bei allen Mathematikern feststand.! Der Ernst, mit dem er als überzeugter Schüler Kants in allen, Dingen dem kategorischen Imperativ folgte, sein Beharren bei dem, was er für wahr erkannt hatte, dann aber auch sein Festhalten an alten Freunden, seine Teilnahme an allem, was des Menschen Herz bewegt und erhebt, sind' hervorstechende Züge eines ganzen Menschen, den jeder lieb gewann, der mit ihm zu tun Hatte." Das Ende eines jüdischen Geschlechtes. Die Pariser mondänen Blätter bringen die Nachricht vom Tode der Gräfin Gaston d.e la Rochefaucauld geborenen Miß Emily Rumbold, aus dem Hause des gleichnamigen britischen Baronets. Und sie widmen der Verstorbenen, die ihre letzten Lebensjahre in Biarritz zubrachte, warme Nachrufe. Ihr Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer imposanten Feier. Außer ihrem Gatten, dem vormaligen bevollmächtigten Minister .Grafen de la Rochefaucauld, schritten im Trauergefolge noch andere Verwandte, darunter der Fürst Ludovico Pignatelli, ihr Enkel, die Gräfin Ladislav Puslowska, ihre Enkelin, der Herzog von la Rochefoucauld, ihr Neffe, und Sir Horace Rumbold, ehedem englischer Botschafter, ihr Bruder. — Was der französischen Presse aber, so schreibt das „B. T.", nicht bekannt zu sein schieint, ist, daß mit dieser Gräfin die letzte Trägerin eines deutschen Adelsnamens idahingegangen ist, an den sich eine interessante Vorgeschichte knüpft. Ferdinand Moritz Levy Delmar, einer der bedeutendsten Berliner Bankiers, wurde am 13. April 1810 von »König Friedrich Wilhelm dem Dritten .wegen seiner dem preußischen Staate in dessen schwersten Tagen geleisteten Dienste — deren das Diplom ausdrücklich gedenkt — zum Freiherrn erhoben, eine Erhöhung, die damals außerordentliches Aufsehen hervorrief. Denn sie bedeutete die erste Nobilitierung eines Israeliten in der preußischen Monarchie. Bezeichnend für die damaligen Anschauungen ist es, daß dem Freiherrn von Delmar ein Wappen verliehen wurde, dessen heraldische Formen absichtlich ganz anders als die sonst in Deutschland üblichen gestaltet waren. Baron Levy Delmar hinterließ nur eine Tochter, die die Gemahlin des dritten Baronets Rumbold und selbst Mutter einer Tochter wurde, die, nachdem ihre erste Ehe mit George Henry Cavendish, einem Sprossen des Herzogshauses von Devonshire, gelöst worden war, durch Kabinettsordre die Erlaubnis bekam, den Namen ihres Großvaters wieder aufzunehmen und sich, wie mail in England zu sagen pflegt, „in eigenem Rechte" Freifrau v. Delmar zu nennen. Ein Jahr später schloß sie eine zweite Heirat mit einem dem ältesten französischen Adel an» gehörenden Diplomaten, dem Grafen Gaston de la Rochefoucauld. Exzesse bei der Mobilisierung. Aus Jekaterinoslaw wird berichtet: Am 17. ds. fanden hier aus Anlaß der Mobllisierung Exzesse gegen die Juden statt. Um 8 Uhr früh begannen die Reservisten einzelne Inden auf den Straßen anzugreifen, prügelten sie und raubten ihnen Geld und Wertsachen. Einige Juden wurden schwer verwundet. Es wurde auch ein Tempel überfallen, man stieß aber dort auf Widerstand. Die jüdischen Geschäfte waren wohl am Bazar, wo die Haptszenen sich avspielten, geschlossen. Es wurden aber mehrere Läden dort und in den benachbarten Straßen erbrochen und beraubt, wobei die Besitzer meistens auch schwer verwundet wurden. Die Polizei und das Militär waren untätig. Erst abends ergriff der Polizeimeister, nachdemer selbst Hiebe erhalten hatte, strengere Maßnahmen und ließ die Reservisten durch Kosaken zerstreuen. Mehrere von den Exzeöenten wurden verhaftet. Am andern Tage (Montag) sowie auch am Dienstag wurden wiederum mehrmals Versuche gemacht, die Plünderungen fortkirchlichen Altertumswissenschaft und mit den Verhältnissen Palästinas vertrauter Gelehrter zu dauerndem Aufenthalt nach Jerusalem entsendet, um daselbst nach näherer Bestimmung einer vom Stiftungsvorstand ihm zu erteilenden Geschäftsanweisung die Leitung der Forschungsarbeiten, die Einweisung und Anleitung der nach Jerusalem entsandten Jnstitutsgenossen, die Verwaltung der Jnstitutseinrichtungen (Sammlungen, Bibliothek) sowie die Wahrnehmung der Instituts-- interesien im heiligen Lande zu übernehmen. Als Genossen des Instituts werden a) jüngere evangelische Theologen entsandt, welche auf Grund dargetaner Befähigung ftir archäologische Forschung dem Vorsteher als Mitarbeiter zur Seite treten. Neben diesen können b) auch solche junge Theologen entsandt werden, die mit tüchtiger wissenschaftlicher Ausrüstung ein lebendiges Jntersse für die biblischen und kirchlichen Altertümer und die Kenntnis des heiligen Landes verbinden und, indem sie ihre biblischen Studien durch örtliche Anschauungen abrunden, geeignet erscheinen, den Ertrag der letzteren unmittelbar für das heimische Kirchenleben fruchtbar zu machen. (Stipendiaten.) Den in Jerusalem ansässigen, sowie gastwcise anwesenden evangelischen Deutschen wie auch evangelischen Ausländern, die auf Reisen begriffen sind, ist, sofern sie gehörig legitimiert sind, die Mitbenützung der Bibliothek des Instituts, sowie die Teilnahme an den öffentlichen Vorträgen und den Lehrausflttgen, welche von demselben veranstaltet werden, offen zn halten. Die Ernennung des Vorstehers der Anstalt erfolgt durch den Stiftungsvorstand und bedarf der Bestätigung des Kaisers. Die sachlichen Kosten der Forschungen, insbesondere der Ausgrabungen, werden vom Palästinaverein übernommen. Die Kosten für Gehalt des Vorstehers und sonstige Generalkosten werden auf die evangelischen Kirchen Deutschlands verteilt. Die Stipendien und Reisekosten der nach Jerusalem entsandten Theologen werden von denjenigen Kirchenregierungcn getragen, auf deren Vorschlag die Berufung erfolgt Die Juden in Tunis. Moise Schwab, der Redakteur der „Etudes Juivcs", hatte eine Un terrcdung mit dein zusetzen. Die Reservisten vereinigten sich mit Vagabunden,? französischen General und Orientalisten Marmicr, dem passierten die von Juden bewohnten Straßen unter Pfeifen! früheren Gouverneur von Bizerta, der jetzt Gouverneur und wildem Geheul; sie zerschlugen Fenster und Türen, wurvon Epinal in Tunis ist. General Marmier erzählte, daß den aber bald von den Kosaken mit den Peitschen zerstreut.! pje Juden in Tunis Zwar noch immer unter muselmännischer . . Jurisdiktion stehen, sich jedoch immer mehr dem französischen Einfluß unterwerfen. Die jüngere Generation spricht immer französisch. Der Beschäftigung nach sind die Juden Kleinhändler und Detailkrämer. General Marmier sprach sich im übrigen in lobender Weise über die Juden von Tunis aus und meinte, sie seien nicht so indolent wie die übrigen Orientalen. Sie sehen einer besseren Zukunft entgegen. Für das Rabbiucrseminar in Konstantinopel ist ein neues Gebäude akquiriert worden. Der Sultan hat ein besonderes Dekret erlassen, daß alle künftigen Rabbiner dort ihre Ausbildung genießen möchten. Rofch-Haschanah auf hoher Sed. Wie wir bereits meldeten, befanden sich auf dem Auswandererschiffe „Pannonia", welches vor einigen Tagen von Fiume abging, auch viele russifchie Juden. Im Anschluß an diese Notiz erhalten wir aus Budapest die Nachricht, , daß vor Abgang Auch wurde eine Selbstverteidigung organisiert, die an manchen Stellen guten Erfolg hatte. In manchen anderen Ortschaften haben die Reservisten gleichfalls schlimm gehaust, besonders in Linelnikowo, Alexandria, Alexanörowsk. Jüdische Ehen in England. Nach der Statistik kamen im Jahre 1863 auf 1000 geschlossene Ehen in England 1,8 jüdische und im Jahre 1902 7,4 jüdische. Die Schächtfrage in England. In der letzten Sitzung des englischen Unterhauses ergriff ein Abgeordneter die Gelegenheit, um den Minister des Innern zu fragen, ob und wann er ein Gesetz gegen das jüdische Schächten vorlegen werde. Unterstaatssekretär Long erwiderte, daß er die Angelegenheit noch nicht studiert habe, daß er sie jedoch im Auge behalten werde. Die Juden in Spanien. Der „Jewish Chronicle" veröffentlicht interessante Dcllen über die gegenwärtige Lage der Juden in Spanien. Noch im Jahre 1871 wurden einige j des Schiffes die auf demselben befindlichen sechshun- Juden in Spanien naturalisiert, als Amadeus König und j b e r t jüdischen Auswanderer durch eine Abordnung bei Zorilla Ministerpräsident war. Der Anfang wurde durch j der Schiffahrtsgesellschaft bittstellig wurden, anläßlich des den Neffen Sir Moses Montefiores, Mr. Haim Guodalla, j Neujahrsfestes einen Gottesdienst in althergebrachter Weise gemacht, der im Jahre 1868 mit Prim, her damals Dikj verrichten zu dürfen. Die Direktion der Schiffsgesellschaft tator Spaniens war, wegen der Wiederzulassung der Juden! willfahrte dem Ansuchen, indem sie eine der größten Kabinen nach Spanien unterhandelte. Nach der Ermordung Prims knüpfte er Unterhandlungen mit dem Premierminister Sagasta an, welche auch von Erfolg gekrönt waren. Der erste bekannte naturalisierte Jude in Spanien ist Mr. Cunningham Graham, ein sozialistischer Abgeordneter. Es als Bethaus einrichtete und es selbst mit einer Thorarolle, einem Schofar und anderen notwendigen Einrichtungen versah. So konnten diese armen Juden an der Scheide des alten und neuen Jahres zwischen Himmel und Erde auf dem Wege nach der neuen Heimat ihren Gottesdienst ver- Königliche Auszeichnung eines Rabbiners in Rusind in Spanien erst wenig Juden vorhanden, aber ihre? richten. Zahl wächst. Die Naturalisationen^der Juden in Amerika. Laut | „kämen. Das' Bukarester Amtsblatt publiziert in einer dem Berichte der Brooklyner Naturalisationskommifsion - sKner jüngsten Nummern die Mitteilung, daß König wurden während der letzten sieben Monate (vom 1. Jänner. C a r o l von R u m ä n i e n den Oberrabbiner von Bukarest A. T a u be r zum „Ritt e r" erhoben habe.. Die Auszeichnung erfolgte „in Anerkemumg der Verdienste, welche der Herr Oberrabbiner sich auf dem Gebiete der Wissenschaft und des Unterrichtes" erworben hat. Es füllt uns gar nicht ein, die belohnten Verdienste Sr. Ehrwürden zu schmälern oder gar in Abrede zu stellen, aber freuen können wir uns dieser Auszeichnung nicht, wenn'wir bc- bis zum 1. August) 6048 Fremde als Bürger ausgenommen. Von diesen bilden Fremde russischer und österreichischdeutscher Provenienz die Majorität (29 Proz. und 35 Proz.). Von diesen wieder sind 95 Proz. Juden, somit wurden ungefähr 3360 Juden naturalisiert. Das deutsche evangelische Institut für Altertumswissenschaft in Palästina hat nach dem Bericht der letzten in Eisenach stattgehabtett Vertreterverfammlung der deutschen evanqj:upv ,, a ,.. Qberräbbiner gelischen Kirchenregierungen eine gute Entwicklung genommen, öentU1' oaß Herr Jutta von auv c i du ^oaraomner. Da Einzelheiten über dieses, Institut so gklt wie unbekannt sind, dürften einige Mitteilungen über den Zweck und die Einrichtungen desselben des Interesses weitester Kreise sicher sein. Bei der unter Teilnahme des Kaisers stattgefundenen Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem hatte Oberkonsistorialprttsident v. Schneider (München) namens der evangelischen Kirchenregierungen vor dem Kaiser die Bereitwllligkeit ausgesprochen, ein deutsches evangelisches Institut für Altertumswissenschaft des heiligen Landes in Jerusalem zu errichten. Die beabsichtigte Einrichtung wurde am 19. Juni 1900 durch die deutsche evangelische Kirchenkonferenz in Eisenach einmütig gutgeheitzen und trat nach landesherrlicher Genehmigung des Kaisers am 22. Mai 1902 ins Leben. Man erblickt in der Ausführung des Planes ein wertvolles Zeugnis für das alle evangelischen Landeskirchen Deutschlands umschließende Band gemeinsamer evangelischer Interessen und Aufgaben. Das Institut verfolgt nach der Stiftungsurkunde den von Juden ist, die, entrechtet und bedrückt, unter den Ansnahmsgcsetzen, welche der raffinierteste Judenhaß erdacht hat, zu leiden haben. Dieser neueste Adelsbrief hat sicherlich keinen anderen Zweck, als die j ü d i s ch! e n F i it anzkreise weicher zu stimmen und sie zur Linderung der Geldschmerzen, an welchen die rumänische Staatskasse fortwährend leidet, zu bewegen. Hoffentlich lassen sich diese jüdischen Finanzkreise nicht von diesem Ritterschlag e, sondern von jenen tausendfachen Schläge n rühren, welche die rumänischen Inden zu Hunderten zur Auswanderung treiben. Die jüdischen Schulen in Rumänien. Irr Bukarest hat sich ein Zentralkomitee der israelitischen Schulen in Rumänien gebildet. Diesem Komitee gehören vorderhand bloß die Ver- Zweck, auf dem Gebiete der biblischen und kirchlichen Alter-! trete* der israelitischen Schulen der Hauptstadt an. Der Zweck tumswissenichaft die Beziehungen zwischen den Stätten der' m aus dw Qerstelluna eines eiüüeitlichenheiligen Geschichte und zwischen der gelehrten Forschung unö; X* »eonmees ist, auf m ^erftenung emes emyencnyendem Interesse der christlichen Frönnnigkeit in der e v a n- > Schnlprvgramms und auf die Verbesserung der Lage der israe-» gelischen Kirche zu pflegen. Sie hat ihren Sitz in Berlin; litischeu Schulen und der an denselben angestellten Lehrer und unterhält eine den obigen Zwecken gewidmete Anstalt zu Jerusalem. Das Institut soll als gemeinsames Werk der gesamten evangelischen Landeskirchen Deutschlands deren ge-, meinsames Interesse an der. Pflege der evangelischen Altertumswissenschaft des heiligen Landes betätigen und von ihnen gemeinsam getragen und unterhalten werden. Es wird vertreten und verwaltet durch einen Vorstand, der seinen Sitz in Berlin hat. Er besteht 1. aus drei von der deutschen evangelischen dern, neten oes Kuratoriums der Jerusalemsttstung; 3. aus einem mH Ti-inümmu eines arosten Bauwerkes aus veucvom Vorstand des deutschen Palästinavereins abzuordnenden \\h“ft- "SÄ evangelischen Mitglied dieses Vereins. Als Vorsteher der in tlamscher Zut empor. Das macht lgc, Zur Zelt der Turken- Jernsalem errichteten Aystält ist eilt mit der biblischen undherrschaft hier aufragende und des Abends geschlossene Tor htnzuarbeiten. Reifebrief aus Griechenland, lieber die Juden in Ehalcis, der Hauptstadt der griechischen Halbinsel Euböci, plaudert Paul Elsner in der „Schl. Ztg.": Interessant war ein Gang durch das nördlich von Mistroi gelegene Quartier der Juden, die hier zumeist, gleich den von Saloniki, spani-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.