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Jüdisches Volksblatt · 1904-09-09 · 37 (9.9.1904) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
37 (9.9.1904)
Date
1904-09-09
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 9. September 1904 Nr. 37 Wien, ftetfeg wenn sie gesetzwidrigerweise erfolgt sein sollten. Die neuen Bestimmungen finden keine Anwendung auf Gegenden, wo für die Juden besondere Beschränkungsmaßnahmen bestehen. Seit geraumer' Zeit spricht man in Rußland von einer Revision der Judengesetzgebung. Jeder Minister verspricht sie, und wenn die Not der Juden schon gar zu arg und die Stimm« Europagar zu laut wird, dann hat die russische Regierung immer einen Blitzableiter unter der Hand, und daist die Revision der Judenfrage. Nicht daß sie etwa tatsächlich a» die Reyisio» heranträte, sondern sie verspricht ««er, eine Kommission einzusetzen, die sich mit dieser Frage beschäftigen soll. Eigentlich gibt ein dieser Frage gar nicht so viel zu untersuchen. Nach de« Staatsgrundzesetze vom Jahre 1663 sollte« die Juden in Rußland mit gewissen Beschränkungen eine ziemlich weitgehende Freiheit genießen. Da- Gesetz wurde nicht aufgehoben und blieb bizum Jahre 1882 in Kraft. Dann kamen die berüchtigten Maigesetze. Es waren keine von der Legislative ausgehende«, staatsrechtlich begründete Gesetze, sondern bloße „provisorische Maßregel»". Doch dieses Provisorium dauert jetzt bereits zweiundzwanzig Jahre. Diese „provisorischen" Gesetze, die von Jahr zu Jahr verschärft wurden, haben die gesamte jüdische Bevölkerung Rußlands ins Elend gestürzt und zur Verzweiflung getrieben. Natürlich litten darunter vorwiegend die armen und die mittleren Schichten der jüdische« Bevölkerung. Die Reichen konnten Kaufleute erster oder zweiter Gilde werden, konnten * studieren und sich auf diese Weise das Wohnrecht verschaffen. Den Armen, der kleinen und mittleren „Bourgeoisie", war diese Möglichkeit benommen. Nun kommt ein neuer Kaisererlaß und dekretiert einige Aenderungen der Bestimmungen über das Wohnrecht der Juden, wieder „bis zur allgemeinen Revision der Judengesetze". Bei näherer Untersuchung dieses Erlassefindet man aber, daß die Aenderungen weder wesentliche noch eingreifende sind. Schon bisher durften Juden «it höherer Bildung nebst ihren Familien, Kaufleute der ersten Gilde und ausübende Handwerker in den inneren Gouvernements wohnen. Juden, die den Titel „Kommerzienrat" erwarben, find gewöhnlich auch Kaufleute erster Gilde, und somit ist diese Wiederholung in dem Erlaß eigentlich nur eine Tautologie. Außerdem ist eseit jeher Sitte in Rußland, daß jüdische Soldaten das Wohnrecht im ganzen Reiche bekommen. Somit ist auch diese „Neuerung" weder eine Neuerung noch eine Aenderung. Man kann Punkt für Punkt diesen Erlaß auf seinen juristischen und politischen Gehalt prüfen und man wird die geringe Bedeutung desselben erkennen. Uebrigens erstreckt sich die Kundgebung nicht auf die Gegenden wo für die Jude« besondere Beschränkungs- Maßnahmen bestehen. Also weder auf Moskau noch auf Petersburg. Das heißt mit anderen Worten: es bleibt alles beim Alten — „bis zur Revision der Judengesetzgebuug". Aus der zionistischen Bewegung. Die ungarische« Orthodoxen nnd der Zionismus. Zu dem Kampfe, den die Orthodoxen Ungarns gegen den Zionismus führen und der anläßlich des Misrachikongreffes in Preßburg besonders stark hervortrat, schreibt die „Allgemeine Jüdische Zeitung" in Budapest unter dem Titel „Der Rabbiner von Papa und der Zionismus": Von einem Ben-Thora, der vorläufig ungenannt sein will, werden wir um die Aufnahme folgender Zeilen ersucht: „Im Namen einiger Gedolim habe ich dieser Tage beim Herrn Rabbiner von P ä p a Vorgesprächen. Zum Schlüsse unseres Gespräches über den Zionismus erklärte er mir folgendes: „Es ist nicht zu leugnen, daß die 'p'nsrrjiiu m eS mit ihrem bekannten Protest rein ca» ovb meinen, und obgleich meine Pcivatansicht ist, daß man sich erst dann vom Zionismus lossage, wenn. man von der Leitung Schädliches für unseren heiligen Glauben steht, so stelle ich es in Abrede, daß der Standpunkt der Gedolim, wonach ein Zusammenarbeiten mit den Fortschrittlern für Q’ö» gefährlich sein könne, nicht zu beachten ist. Wegen mim 1122. der mir ebenfalls am Herzen liegt, und, nachdem meine Arbeit gegen den Willen der *inn Hi-u ohnedies unnütz wäre, will ich kein Aktives mehr leisten, nwi *?«i 20. Und dies um so mehr, als zufolge des Todes Dr. Herzls die Aussicht auf die Verwirklichung seines Projektes sehr geschwächt wurde." — Mit Bezug auf eine im Namen Sr. Ehrwürden im „2siäü Nepläp" erschienene Erklärung versicherte er mir zugleich, daß er diese Erklärung nicht unterschrieben und gar keine Kenntnis davon hätte, daß eine solche in seinem Namen erscheinen werde. WaS die angeregte orthodoxe Aktion für die Kolonisierung Palästinas betrifft, so werde er sich derselben gerne mit vollem Herzen anschließen, bl. M. B." * * * Die,Misrachi"-Konferenz i« London. Sonntag den 19. August hielten die Londoner Mtsrachisten in London, Leman Street, eine Versammlung ab. Den Vorsitz führte Mr. James H. Loewe. Er setzte die Wünsche der Misrachipartet auseinander und betonte, daß die Grundlage derselben der Zionismus ist. Die Thesen der Partei sind folgende: Das heilige Gesetz und Zion sind gleich heilig; sie sind untrennbar. Sie hängen voneinander ab, da sie einander ergänzen; sie beide sind die festen Stützen des Judentums. Redner schlug bann eine Resolution vor, die aus zwei Punkten besteht: 1. Die Misrachipartet ist eine zionistisch-orthodoxe Institution, die das Baseler Programm anerkennt und die zionistische Organisation unterstützt. Die Vorsätze der „Misrachi" sind: politischen und praktischen Zionismus zu verbreiten, darüber zu wachen, daß zu den zionistischen Tribünen oder Kongressen kein Gegenstand und keine Person, die dem praktischen oder politischen Zionismus fremd sind, zugelassen werden, darüber zu wachen, daß in der bfftziellen Arbeit und in den Endzielen der zionistischen Bewegung keine Tat begangen und keine Erklärung gegeben werde, die dem Geiste unserer Religion oder unseres Gesetzes widersprechen; darüber zu wachen, daß keine Person, wenn auch die hervorragendste, als offizieller Führer des Zionismus oder als Vertreter zionistischer Grundsätze anerkannt werde, wenn seine öffentlichen Aeußerungen und Handlungen im Gegensätze zu unserer Religion und zu den Zielen des Zionismus stehen; zu sichern, daß die jüdische Erziehung auf die Basis der jüdischen Religion gestellt werde, und dafür zu sorgen, baß alle orthodoxen Zionisten in eine organisierte Körperschaft vereinigt werden. Her Suwalskt und Rev. Wasserzug bekämpften in der Resolution den Ausdruck „Personen" und meinten, die misrachistische Partei wolle nicht Personen, sondern Prin. zipien bekämpfen. Und es wäre eine Torheit, den Zionismus der besten und freisinnigen Männer zu berauben. Die Resolution wurde mit diesem Amendement von der Versammlung angenommen. Chronik. Ttadtrat und Kultusgemeiude. Di« Wien« r Kultusgemeinde gehört zu den größten jüdischen Gemeinden der Welt and besitzt ein Gemeindehaus, das nicht nur dem Ansehen der Gemeinde, sonder« auch den Anforderungen derselben nicht mehr entspricht. In der Seitenstettengasse sind fast sämtliche Aemter der Kultu-gemerndi; untergebracht, und wer sich einmal der Mühe unterzog, diese Amtslokalitäten zu besichtigen, wird sich eine» eigenartigen Schauers nicht erwehre» können. Die meisten dieser Gelaffe find mit Beamten und einander drängenden Parteien vollgepfropft, alles so dumpf, so dunkel, kurzum, hier riecht so allenach — dem Ghetto. Man muß der Wahrheit die Ehre geben und konstatieren, daß der Kultusvorstand sich schon, seit langer Zeit mit dem Plane herumträgt, ein «eues Gemeindehaus zu errichten, und besonders der jetzige KultnSpräsident Herr Dr. Alfred Stern hat es ich zur Aufgabe gemacht, den Bau eines imposanten „Wahrzeichens her Wiener Judenheit" möglich zu machen. Die Wiener Kultu-gemeiade hat aber nicht nur kein entsprechendes Gemcinde- IjauS, sondern hat auch — war noch schlimmer ist — kein Geld. So sagt es wenigstens bei jeder Gelegenheit der gewissenhafte Finanzminister und Vizepräsident der KnltuSgemeinde, der kais. Rat Moritz Hirsch. Arme Leute kochen mit Wasser und die Wiener Kultus gemeinde müßte sich damit begnügen, das an datz.<Tempelgebä«de (Seitenstettengasse 4) grenzende Arrondierungsstückzu erwerben und zur Erweiterung der Amt-lokalitäten zu verwenden. Ja, aber dieses Stück gehört der „christlichsozialen" Gemeinde Wien und so mußte sich die Kuttusgemeinde an de« Stadtrat Wege« Einleitung der Ver- Üaufsverhandlungen wenden. So kam diese Angelegenheit in der vorigen Woche vor den Stadtrat. Dieser entledigte sich der Judengemeinde auf seine gewohnte Art. Obgleich die Gemeinde Wien kein besonderes Interesse hat, dieses Grundstück zu besitzen und zu verwalten, hat der Stadtrat ihren bewährten Interrichtsreferenten gegen die Kultusgemeinde los gelassen, auf Hessen Antrag daun einstimmig beschlossen wurde, der Kultusge»einde bekanntzugebeu, daß „die Kommune Wien derzeit (!) nicht i« der Lage sei, in Verhandlungen über den an das Tempelgebäude angrenzende« Grundbesitz einzutreten". Also „derzeit*, so lange B ie l 0 h la w e k für die Erziehung der Wiener sorgt, bleibt die Seitenstettengasse ein Ghetto und Tempel und Gemeindehaus Wahrzeichen Bielohlawekscher Herrschaft. Jüdische Einjährige. Da im heurigen Jahre die Möglichkeit vorlag, daß die Offiziersprüfungen der Einjahrig-Freiwilligen israelitischer Konfession am Versöhnungstage vorgenommen werden, hat über Auftrag des Kultusvorstanöes Herr Rabbiner Dr. Armin A b e l e s in seiner Eigenschaft als k. u. k. Feldprediger in dieser Angelegenheit beim hierortigenPlatzkommando interveniert und wurde ihm in zuvorkommender Weise das Versprechen gegeben, daß nicht bloß in diesem Jahre — am 19. September — sondern für die Zukunft überhaupt die Einjährig-Freiwilligen mosaischer Konfession am Versöhnungstage von jeglicher Prüfung enthoben werben. Jüdischer Militärgottesdienst. Das k. u. k. 2. Korpskommanöo in Wien hat an die ihm unterstehenden Truppen folgenden Befehl erlassest; „Auf Ansuchen der israelitischen Kultusgemeinde in W i e n bewilligt das Korpskömmando, daß die Mannschaft israelitischen Glaubens der in Wien dislozierten Truppen und Anstalten Freitag und Samstag den 9. und 10. September, von 5 Uhr SO Minuten nachmittags bis 8 Uhr 80 Minuten abends, sowie Samstag und Sonntag den 10. und 11. September von 6 Uhr früh bis 12 Uhr mittags der Feier des Neujahrsfestes, weiters Sonntag den 18. September von 6 Uhr nachmittags bis 8 Uhr 30 Minuten abends und Montag den 19. September von 0 Uhr früh vis 8 Uhr abends der Feier des Versöhnungsfestes nach Zulässigkeit des Dienstes beiwohne. Die Einjährig-Freiwilligen israeltttschenGlaubens sind am Tage des Bersöhnungsfestes, am 18. und 19. September l. I., tunlichst von jedem Dienste, jedenfalls aber von der Prüfung zum Reserveoffizier zu entheben. Die betreffende Mannschaft ist jedenmals geschlossen in die Heumarktkaserne führen zu lassen, wo in dem vom Kasernkommando zugewiesenen Lokale, Transporthaustrakt, Zimmer Nr. 43, die AndachtS-. Übungen abgehalten werden." Jüdischer Schulverein für den 9. Bezirk. In der Schule des Jüdischen Schulvereins für den 9. Bezirk beginnen Montag den 12. d. M. im Schnllokale, 9. Bez., Pramergasse 5, Hochparterre, die Einschreibungen für das Schuljahr 1Y04—0ö. Die Einschreibungen finden täglich, mit Ausnahme der jüdischen Feiertage, vormittags von 10—12 Uhr und nachmittags von 6—7 Uhr statt. Da vorauszusehen ist, daß die Schule, welche sich im Bezirke eines besonders guten Rufes erfreut, auch im kommenden Schuljahre sehr gut besucht sein wird, werden die p. t. Eltern ersucht, die Einschreibung der Kinder rechtzetttg vorznnehmen. Antisemitische Ausschreitung in der Bukowina. Aus Boffancze (Bukowina) erhält die „Buk. Post" unterm 26. August eine längere Zuschrift, die von „der bedrohten Bevölkerung" und einer Vertrauenspersou des Ortes gezeichnet ist, und nach der in dieser, einer der größten Landgemeinden der Bukowina, was die Sicherheit des Lebens und des Eigentums betrifft, Zustände herrschen, die wahrlich jeder Beschreibung spotten. Schwere körperliche Beschädigungen sollen bis jetzt dortselbst an der Tagesordnung gewesen sein und in der letzten Zeit find dort „Plünderung der Obstgärten unter gewaltsamer Mißhandlung der Eigentümer, Fenstereinschlagen, namentlich bei den jüdischen Inwohnern u. ä." der neueste Sport. In Trupps von 20—30 Burschen wirdhierbei vorgegangen, Türen werden aus den Fugen gehoben und die Einwohner, die sich zur Wehre setzen, mit Steinwürfen am Leben bedroht. Ein jüdischer Einwohner mußte, die au-gehobene Türe als Schild benützend, auf die Straße eilen und man erlebte das seltsame Schauspiel, daß auf seinen Ruf: „Diebe, Räuber!" niemand zu Hilfe eilte. Auch der Herr Amtsleiter soll nach der uns zugegangenen Zuschrift vergebens um Schutz gegen diese Uebergriffe angegangen worden sein; den« 6 Tage später wiederholte sich dasselbe und soll hierbei sogar die Telegraphenleitung beschädigt und außer Funktion gesetzt worden sein. Die Fenster wurden abermals in derselben Nacht jüdischen Einwohnern eingeschlagen, die Obstgärten geplündert und die Burschen trugen die Früchte triumphierend durchs Dorf. Die uns eingesendete Zuschrift enthält Dinge, die, wenn sie sich bewahrheiten, ein schleuniges Eingreifen der Behörden erforderlich machen, wenn sie nicht in Boffancze ernste Unruhen nach sich ziehen sollten. Eine Bewegung der jüdischen HandelSangestellte«. Der Verein jüdischer Handelsangestellter und Arbeiter in Stanislau erläßt folgenden Aufruf: „An di« jüdischen Handelsangestellten und Arbeiter! Vor einigen Monate« haben wir eine Aktion zur Durchführung der „Achtuhrsperre" eingeleitet: die Geschäfte sollen täglich 8 Uhr abends geschlossen werden, Wir haben die Kaufleute wiederholt zu Beratungen über unsere Forderungen eingeladen, doch haben die Kaufleute unsere Forderungen stets zurückgewiesen, so daß wir bis jetzt zu keinem günstigen Resultate kommen konnten. Das Komitee ist nuumehr zur Ueberzeugung gelangt, daß ohne strengere Maßnahmen die Achtuhrsperre nicht wird durchgeführt werden, und hat daher beschlossen, nach Abhaltung einiger Volksversammlungen mit dem Streik der am meisten ausgenützten und am besten organisierten Gruppe der Spezereibranche bereits im nächsten Monate einzusetzen. Wir bitten daher unsere auswärtigen Genosien und Kollegen, uns in dieser Angelegenheit zu - unterstützen, und, so weit es möglich ist, für den nötigen Streikfonds zu sammeln. Adresse: Streikkomitee der Handelsaugestellten im Vereine „Achwa", Stanislau." Der Ausbau der Metselsyuagoge in Prag eine« Christen Übertragen! Bon Tag zu Tag werden die Klagen über den Verfall dejüdischen Kleingewerbestandes lauter. Was Wunder! Die arische Bevölkerung befolgt getreulich dort, wo es nur halbwegs angeht, den Grundsatz: „Svuj k sv^rnu“ und die jüdischen Geldsäcke kennen nur sich selbst und da- Haschen nach christlicher Gesellschaft, die sie nach Gebrauch wie eine au-gepreßte Zitrone wegwirft. Ihre Aufgabe, dem jüdischen Handwerker hilfreich beizuspringen, scheinen fit nicht zu kennen, und zeigen, daß die verschrieene „jüdische Solidarität" schon längst zur Phrase geworden ist. Ei« neues Beispiel von Rücksichtslosigkeit bezeugte der Vorstand der Prager Meiselsynagoge, die nun renoviert und ausgebaut werden soll. Trotzdem eine genügende Anzahl jüdischer Baumeister und Handwerker in Prag bereitdeöfteren ihre Tüchtigkeit gezeigt hat, wurde mit dem Ausbau ohne jegliche öffentliche Verlautbarung ein christlicher Baumeister betraut, der keine jüdischen Arbeitskräfte beschäftigt. Die Herren, welche im Ausschüsse sitzen, keunen nicht den wirtschaftliche« Notstand des jüdische» Kleingewerbes sie wissen nicht, was «S bedeutet, von den einen boykottiert zu werden wegen der Etammesangehörigkeit und von den andere« ignoriert zu werde» au» Kriecherei. Sie denken es berühmten Beispielen «achahmen zu müssen, welche die Installation deelektrischen Lichtes in einem Tempel einem christlich-sozialen Monteur übertrugen, trotzde» eS genügend jüdische Handwerker diese- Fachegibt. Wohin kommen wir auf diese Weise- Wie wird eS mit dem Kleingewerbe tu kurzer Zeit auSschauen, wenn die maßgebenden Kreise nicht von sich selbst znr Erkenntnis kommen werden, daß eS ihre erste und heiligste Pflicht ist, beim Baue von jüdischen Au« dachtSstätte» und Institutionen nur Juden und wieder Juden, die ja unter doppelter wirtschaftlicher Depression leiden, zu berücksichtigen? Der Verband der israelitischen Handwerker Böhmens übergab den Sachverhalt der Uebertragung de- Bauein einem „Eingesendet" im „Prager Tagblatt" vom 4. d. M. der öffentlichen Diskussion. Wir hoffen, daß auch der <orstand der Synagoge sein ungerechte- Vorgehen einsehen und seine« Pflichte» gegen Jude» und Judentum gerecht werde» wird! 0. Kremster. jJüb. akad. Ferialverein „Ossib") Eine erbebende Feier, die würdige Ehrung eines Groben, war die Aufführung des „Neuen Ghetto", die dem Andenken unseres verstorbenen Führers gewidmet war. Fortes fortuna adluvat! Alle Bedenken, alle Hindernisse, die unzureichenden Mittel der Kleinstadt schwanden vor -er Kraft der edlen

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