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Jüdisches Volksblatt · 1904-09-02 · 36 (2.9.1904) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
36 (2.9.1904)
Date
1904-09-02
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr, 36 Wien, Freitag ssM-Lös Völk’sblftti 2. September 1904 Seite? D WW- Mr Me» ««sekr rW. UW Drdars bei unseren Inserenten zu und fich dabei aus unser Matt zu beziehen. recht getan Hatten. — Hätte er sich, als er uns traf, des Besitzes von 5 Kopeken erfreut, so hätte er ja statt 9 Kopeken ein Fünfkopekenstück erhalten. ... Frohen Mutes und mit innigem Behagen zog der von allen Genüssen des kapitalistischen Zeitalters Ausgeschlossene seiner Zufluchtsstätte, Sem Schulhof zu, um sich dort seines Reichtums zu erfreuen. „Wie genügsam hat doch die göttliche Weltordnung die Menschen gemacht," sagte ich zu meinem Freund, und erschüttert von dem Eindruck, den der Vorfall auf ihn gemacht, erwiderte er: „Diese zwei Kopeken bilden das Tagesbudget eines jüdischen Bettlers in Wilna." Eingesendet. Mitteilung des i.-ö. D.-K. Das i.-ö. D.-K. veranstaltet in diesem Jahre im Saale des Kongreßbureaus, 9. Bez., Tttrkenstraße 9, einen Festgottesdienst nach überliefertem Ritus. Wir ersuchen die P. T. Gesinnungsgenossen um zahlreiche Beteiligung. Eintrittskarten sind von Sonntag den 4. September ab täglich im Sekretariat des D.-K. (Kongreßbureau) erhältlich, woselbst auch der SÜuattonsplan zur gefl. Einsicht aufliegt. F. d. i.-ö. D.-K.: Samuel Epstein, A. R. Hartmann, dzt. Sekretär. dzt. Obmannstellvertreter. * » * Was geschieht für jüdische Brustkranke? Die schlechte wirtschaftliche Lage, die traurigen politischen Verhältnisse drücken auf alle Schichten der Bevölkerung und doppelt schwer empfinden dies jüdische Humanitätsvereine, die auf das Wohlwollen und die Freigebigkeit ihrer Glaubensgenossen angewiesen sind. Es ist eine leider zu natürliche Folge: Je schwerer die Erwerbsverhältnisse sind, je weniger die Besitzenden zu entbehren haben, desto größer wird die Armut, desto mehr wachsen die Ansprüche, die an Wohltätig- . keitsinstitnte gestellt werden. Größer als in vergangenen Jahren war denn auch Heuer der Andrang der hilfesuchenden Brustleidenöen beim einzigen jüdischen „Verein zur unentgeltlichen Verpflegung armer Br u st leidender auf dem Land e". 320 Aufnahmsbewcrber, arm, krank und elend, haben sich angemelöet, um nach dem mährischen Kurorte Roznau gesendet zu werden, wo sie in stärkender Landluft, bei guter Verpflegung und der sorgsamsten ärztlichen Behandlung Heilung oder doch Linderung ihres tückischen Leidens finden, und obwohl nur 130 der würdigsten Petenten ausgenommen wurden, hat der Verein doch seine bescheidenen Mittel bedeutend überschritten und ein Gebarungsdefizit pro 1904 von K 3200.— verursacht. Der genannte Verein,'der während seines 34jährigen Bestandes über 3000 Lungenkranken! teils zur Besserung ihres Zustandes und zur Arbettsfähigkeit verhvlfen hat, findet leider nicht jene Würdigung und Teilnahme in den Kreisen der begüterten jüdischen Bevölkerung, die ihm dank seiner eminent segensreichen Tätigkeit von rechtsrvegen zukäme. Wäre es bei einer regeren Beteiligung der Wiener Judenschaft denn möglich, daß die Vereinsleitung mangels der erforderlichen Mittel alljährlich Hunderte vor: würdigen Petenten schwerer: Herzens abweisen, diese armen, hilflosen Unglücklichen dem Siechtum, nicht selten dem unerbittlichen Tode preisgeben muß?! Wäre es möglich, daß die seit vielen Jahren eifrigst betriebenen Bestrebungen der Vcreinsleitung den zur Errichtung eines Tuverkulosenheims bestivmrten Fonds noch immer nicht auf jene Höhe gebracht haben, die die Verwirklichung des Bauprojektes zulüßt. In allen Vethäusern Wiens steht der Name dieses wahrhaft Humanitären Vereines auf den Spendentafeln. Es nahen die hohen Feiertage und wir hoffen, daß an diesen Festtagen, wo die Herzen empfänglicher sind für das Elend der Armen, die Spenden für den Brustkrankenverein reichlicher fließen werden als bisher. S. G. * - * * Talmud Thora, 2. Bez., Malzgasse. Die P. T. Bethausbesucher des „Talmud Thvra"-Ten:pels, 2. Bez., Malzgasse, werden hiermit Heuer besonders darauf aufmerksam gewacht, daß durch die großartige Renovierung des Bethanses sowie durch das Engagement eines vorzüglichen Kantors die Nachfrage ngch Bethaussitzen eine rege ist. Der Vethausvorstand erlaubt sich daher, die P. T. Reflektanten zu bitten, die Vormerkung auf Bethaussitze sobald wie möglich vornehmen zu lassen. Die Vormerkung und Ausgabe noch disponibler BethauLfitze erfolgt täglich in der Zeit von 7 bis halb 9 Uhr morgens und von 7 bis 8 Uhr abends im Vethause. Der Vethausvorstand, 2. Bez., Malzgasse 16. Briefkasten. I. S. B. Wir haben die Anrempelung im „Deutschen Volksblatt" gelesen. Sie haben ja sehr richtig aus unserer betreffenden Nummer ersehen, daß der Angriff nicht gegen uns gerichtet sein kann. Es erscheint nämlich auch in Breslau eine Zeitung, die den Namen „Jüdisches Volkshlatt" trägt. Ihr Verdacht, daß diese Notiz dem „Deutschen Volksblatt" von „jüdischer" Seite zugeschickt wurde, ohne zu bemerken, daß es das Breslauer Blatt ist, aus welcher sie genommen ist scheint nns doch zu übertrieben. Ihre Anregung betreffs des Titels haben wir vorläufig bestens dankend zur Kernrtnis genommen. Gruß. F. H., Kolomea. Für uns leider unverwendbar. Das Manuskript steht Ihnen zur Verfügung. Vielleicht lieber etwas Aktuelles, aber — Prosa. Gar Giorch'Wieu. 1. Da Sie in Ihrer Zuschrift keine Adresse angaben, konnten wir sie auch nicht erledigen. Wir ersuchen einen der Herren, uns an einem Nachmittage von 3—6 Uhr in der Redaktion anfzusuchen. 2. Herr Dr. Sofer befindet sich auf Urlaub und dürfte erst gegen Ende September wieder in Wien sein. Darlehen auf Lose <it)d ai)dei*e Wei-tpapiepe gewähre ich in jedem Betrage zu billigsten Bedingungen. Die Rückzahlung solcher Darlehen kann nach Wunsch der Partei auf einmal oder . .. auch in bequemen Monatsraten erfolgen. . .——- Auch bei Banken, Sparkassen oder Privaten verpfändete Lose und Wertpapiere löse ich aus und können selbe bei mir im Depöt bleiben oder verkauft werden. Auf Wunsch können dieselben Stücke auch sogleich gegen angenehme Monatsraten wieder rückgekauft werden, wobei der volle Kaufpreis abzüglich einer Rate zur Verfügung des Besitzers der „ Lose steht und doch das volle Gewinnrecht gewahrt bleibt. Eduard Urban in Brünn Bankgeschäft, Grosser Platz Nr. 25, im eigenen Hause. Firmabestand seit 1869. Solide Agenten werde’n überall angestellt. 3n ftabbinerfamilk, Vien werden 1—2 Knaben aus gutem Hause in Pension genommen. Gewissenhafte Aufsicht; auf Wunsch Nachhilfe- und hebr. Unterricht. Zuschriften unter „Dr.M.A.C.“ an die Expedition dieses Blattes. Israelitisches Stndenten-Pensionat für Volks- und Gymnasialschüier Heinrich Gafiiseü . Ung.-Hradisch (Mähren). - Auch werden Studenten über die Ferien zum Landaufenthalt genommen. — Referenzen: Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Josef B u r s t y n hierorts und die hochlöbliche Direktion des hiesigen k. k. deutschen Staats-Obergymnasiums. — Mässiqer Pensionspreis. — Prospekte gratis. Echt französische und amerikanische Gummi-Spezialitäten + sowie französische Fischblasen -- A. HELDWEIN — WIEN, I., Herrengasse 4 (Eingang Uhrenladen). Versand diskret. Garantiert 5000 Erleuchtungen gibt diese elektri sch e2.c> scheu lampe «>mmsrNolit°bevor eine Lrsatzbatterienöüg ist. Preis in Lederimitation K 3, in Perlmutter» oder Schildkrotimitation X 4, mit Vergrötzerungslinse HI mehr.Lrsatz-Vauerbatterie K I. F. 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