Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 30 (22.7.1904)
- Date
- 1904-07-22
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 30 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 22. Juli 1901 Seite 7 ( wir bitten unsere Leser, ihre« vedars bet unseren Inserenten zu decken, und sich -aber auf unser Statt zu beziehen. «nd eher «ehr russisch lernen solle«, sind h eulzut a ge nicht mehr zu vernehmen. Hier in Radomisel zum Beispiel, wohnt ein Advokat, der schon lange beschlossen hatte, die Taufe zu nehmen, nur seine Gemahlin hielt in davon ab, jetzt läßt er seinen Kindern da- Hebräische lernen. Der Cheder, der bisher NNr Talmudstudien betrieb, betreibt jetzt Hebräisch und zog ein moderne- Gewand an. In der Kiewer Handelsschule wird jetzt Hebräisch gelehrt, natürlich wie man mir erzählt, mechanisch; Wort um Wort wird in- Russische Übersetzt. Die Zionisten können also schon genügend Früchte ihre- Strebensehen! In „Su walken^ ereignete sich jüngst der traurige Fall, daß ein jüdischer Soldat der dortigen Garnisoü nach längerem Krankenlager infolge einer Lungenentzündung verstarb. Der Verstorbene, mit Namen Rosenthal, seine- Berufe- Uhrmacher, war in Polen geboren und für die hiesige Garnison designiert, wo er sich sehr brav geführt und die volle Zufriedenheit de- Vorgesetzten erworben hat. Bald nach dem Tode de- Genannten wurde von Seiten de- Garoison-LazarethS Kenntnis davon der Chewra-Kadischah gegeben und zugleich mitgeteilt, daß der rituellen Behandlung der Leiche und deren Beerdigung nach jeder Richtung hin Rechnung getragen werden könne. Ferner teilte der Chef der Garnison mit, daß die Garnisonverwaltung die Kosten der Anfertigung des Grabes trage (6 Rubel für ein Kreuz, welches Geld hier zur Errichtung eine- Leichensteines verwendet werden wird) hergebe und auch den Wagen zur Abholung der Leiche gewähre. Dawar in Suwalken noch nicht dagewesen und hatte des halb einen sehr großen Teil seiner Bewohner auf die Beine gebracht. Der Zug bewegte sich nach dem jüdischen Friedhof, und man sah die Offiziere, welche die unmittelbaren Bor gesetzten de- Verstorbenen waren, ebenfalls dem Leichenzuge folgen. Seit zwei Wochen öffnete der Himmel wieder feine Schleußen und wir werden jetzt gottlob für die lange Dürre entschädigt, indem die Saat überall sich gebessert hat. — Ein hiesiger Millionär namens Samuel Hornstein verheiratete vor drei Wochen seine älteste Tochter mit dem So me des Großrabbinerö Friedmann aus Sadagora (Bukowina). Die Hochzeit fand in Sadagora statt, da es nicht Sitte ist, daß ein Rabbinerssohn zur Hochzeit zum Wohnorte seiner Braut fährt, i« Hofe des Großrabbiners. Mit welchem Prunk die Hoch, zeit gefeiert wurde, skizzierten bereits mehrere österreichische Blätter, und vermag ich jetzt der OÖffentlichkeit genau übergeben, welche Geldopfer so eine Hochzeit erfordert. Die Kosten der Brautkleider und die Hochzeitsspesen betragen nach genauem Kalkül 100.000 Rubel. Herr Hornstein ließ ein eigenes Haus für das junge Ehepaar im Hofe des GroßrabbinerS aufbauen, daS- 20.000 Gulden kostete. Auch errichteten hier in Radomisel die vier Brüder Hornstein eine Synagoge, aber nur für die Familie, deren Kosten sich auf 15.000 Rubel belaufen. vor Verein kür unentgeltlichen Arbeitsnachweis Wien. II.. T a b o r s t r. 59 (Tel. 13920) bietet den P. T. Arbeitgebern seine kostenfreien Dienste an. Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche qualifizierte Arbeitskräfte, sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. Borgemerkt sind: I. Klasse. Manuelle Arbeiter: 1 Anstrencher, 5 Aufpapper, 3 Bäcker, 10 Buchbinder, 2 Buchdrucker, 2 Bürstenbinder, 4 Drechsler, 4 Elektromonteurs, 4 Fleischhauer, 2 Friseure, 2 Glalser, 4 Goldarbeiter, 2 Gürtler, 30 Hausknechte, Geschäfts- und Burearrdiened, 42 Hilfsarbeiter, 1 Hutmcdcher, 2 Kellerarbeiter, 1 Kellner, 3 Kutscher, 4 Laufburschen, 2 Lehrlilnge, 8 Magazineure, 2 Maschinisten und Heizer, 3 Metallarbeiter, 4 Monteure, 17 Schlosser, 23 Schneider, 1 Schuhmacher, 10 Spengler, 6 Tapezierer, 1 Taschner, 12 Tischler, 1 Uhrmacher, 1 Zeichner, 1 Zimmermaler, 1 Zuckerbäcker, tüchtige und verläßliche Hausbesorger. II. Klasse. Kaufmännische Angestellte: I Brauttveinberschleißer, 17 Buchhalter und Korrespondenten, 82 Kommis diverser Branchen, 48 Kontoristen und Strazzisten, 6 Inkassanten, 6 Kanzlisten und Scheiber, 3 Manipulanten und Expedienten, 4 Platzagenten und -Vertreter, 18 Praktikanten, 4 Reisende. Weibliche Abteilung: II Bonnen undl Kindergärtnerinnen, 11 Kontoristinnen und Kanzlistinnen, 3 Dienstmädchen, 7 Expedientinnen und Manipulantinnen, 1 Kaffaräulein (Probierfräulein). 1 Köchin, 1 Praktikantin, 30 Verkäuferinnen. 2 Verschleitzerinnen, 3 Wirtschafterinnen und Stützen der Hausfrau. III. Klasse. Geistige Arbeit: 34 Hauslehrer und Hofmeister (meistens Hochschüler, ivelche Gymnasiasten unterrichten). Darlehen auf Cose <ii)d uydei-e Wei-kpupiei-e gewähre ich in jedem Betrage zu billigsten Bedingungen. Die Rückzahlung solcher Darlehen kann nach Wunsch der Partei auf einmal oder ■■ auch in bequemen Monatsraten erfolgen. ■■ ' . .■■ Auch bei Banken, Sparkassen oder Privaten verpfändete Lose und Wertpapiere lösö ich aus und können selbe bei mir im Depöt bleiben oder verkaufe werden. 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